Guerilla mit Speicher

  • Bei Kleinanlagen mit Kleinspeicher sind die 12V Li-Akkus schon ok. Es spart vor allem Kosten beim BMS (nur 4 Zellen) und die Wirkungsgradeinbuße im Vergleich zu 48V schlägt nicht so dramatisch durch.


    VG iot

  • Hallo Toen,


    ich kann Dich nur bekräftigen in deinem Vorhaben. Fang erstmal klein an und schau was die geplanten 2 Panels (mit Modulwechselrichter) so an Energie abwerfen bzw. an deinem Eigenverbrauch reduzieren. Mit einem einfachen Steckdosenleistungmesser ist das möglich. (Es muss nicht unbedingt ein spezieller "Einspeisestecker" sein!)

    Wenn Du den größten Teil der geernteten Energie ins Netz zurückspeist ist das natürlich schade. Dann ist ein Speicher eine Überlegung wert. Dazu musst nach meiner Erfahrung auch keine großen Kapriolen drehen.


    Ich will Dir mein System als Anregung erläutern.


    Ich selbst habe meine 1,08kWp Self-PV Anlage (https://greenakku.de/PV-Komple…olaX-X1-1100Wp::1294.html) mit einem selbstgebauten Speicher erweitert:

    Mittels einer Smart-Plug-Steckdose ermittle ich die aktuelle Leistung der PV-Anlage, und bei überschreiten eines beliebig einstellbaren Wertes (bei mir ab 500 Watt), kann man mit Hilfe eines solchen Smart-Plugs eine weitere, zweite Smart-Steckdose einschalten. Diese 2. Steckdose lädt dann über ein handelsübliches Ladegerät meinen Speicher. In meinem Fall habe ich zuerst 2 gebrauchte Autobatterien für Test-zwecke verwendet. (2 x 12 * 60Ah = 1,44kWh). Später, als ich das System erfolgreich auf Funktion getestet hatte, habe ich den Speicher um 2 gebrauchte LKW-Batterien erweitert. Das System hat mittlerweile bei 24 Volt x 285Ah = 6,8kWh.

    Beim Unterschreiten der o.g. Solarleistung schaltet die 1.Steckdose die 2. wieder ab. Somit zweige ich also einen (überschüssigen) Teil meiner solaren Tagesausbeute in die Batterie ab und verschenke sie nicht unnötig ins Netz.


    Mit einer dritten Steckdose (Smartsteckdose - oder klassische Zeitschaltuhr) schalte ich nachts einen weiteren Modulwechselrichter (mit 250W) ein, der sich dann aus der Batterie bedient und in den Nachtstunden kontinuierlich ca. 200 Watt pro Stunde in mein Hausnetz reindrückt (was ungefähr meiner Grundlast entspricht).

    In meinem Fall passen diese Zahlen ganz gut weil ich eben 210Watt Grundlast habe und der Modul-WR 22-60 Volt Eingangsspannung hat und somit die Batterie nicht vollständig leert nuckelt.

    (Da muss ich mir aber noch etwas überlegen, dass man den WR bei ca. 23,5 Volt Batteriespannung vom Netz nimmt, Eine Batterie auf 22 Volt zu leeren ist auf Dauer nicht gut.)


    Ich bin zwar gelernter Elektriker/Elektroniker aber ich finde das ganze jetzt keine Raketenwissenschaft und gerade im Bereich "Guerilla PV" gehört ja schon ein bisschen basteln dazu, oder? ;-)

    Die Kosten für die Speichererweiterung haben sich bei mir im Rahmen gehalten, da die gebrauchten Autobatterien 60€ gekostet haben und die LKW-Batterien gratis waren. Und die Smart-Plugs kosten ca. 15€ das Stück, das 24V-Ladegerät mit 100€. OK und ein Batterie-Balancer mit 17 € kommt noch dazu.

    Das coole an den SmartPlugs ist dazu noch, dass ich jederzeit von überall auf der Welt Zugriff auf mein System habe und genau sehe, was da gerade läuft.

  • An einer solchen Lösung zum dauerhaften Einspeisen aus einer Batterie wird man nicht lange Freude haben. Die Batterie ist praktisch immer halb leer (oder noch leerer, je nach eingestellter Abschaltspannung). Das mögen die meisten Batterien nicht, Autobatterien schon gar nicht, und geben nach kurzer Zeit den Geist auf. So gibt man dann mehr Geld für neue Batterien aus, als man durch selbst verbrauchten Strom jemals einsparen würde (was auch ohne frühen Akkutod schon der Fall ist).

  • Hi Toen,


    wie hier schon mehrfach geschrieben wurde ist Dein Wunsch löblich, aber nicht zu vernünftigen Kosten erfüllbar.

    Strom speichern ist teuer. Überlege mal, ob Du nicht zumindest während der Sommermonate Deine Gefriertruhe und/oder Deinen Kühlschrank mit PV betreiben kannst. Ein Kältespeicher ist viel billiger als ein Akku: Ein Kanister mit Wasser oder Salzlösung, je nachdem welche Temperatur Du brauchst. Ein Thermostat kann von Solar auf Netz schalten, wenn der Kältespeicher aufgetaut ist.

    So kannst Du mit so einer Kleinanlage viel Sonnenstrom nutzen auch wenn Du nicht zu Hause bist.


    Freundliche Grüße und alles Gute im neuen Jahr

    pvx