Selbstverbrauch lohnt sich nicht! (wo ist mein Denkfehler?)

  • Hallo allerseits,


    ich habe mal versucht abzuschätzen, wie teuer mich der selbst verbrauchte Strom kosten würde:


    Gehen wir mal von folgender Ausgangslage aus:


    Anlage >10kWp (also 40% EEG-Umlage)
    22ct Bezugspreis (netto)
    12ct Vergütung
    35% Grenzsteuersatz


    Damit komme ich auf:

    Code
    1. 12.0 entgangene Einspeisevergütung
    2. 2.716 (= 40% von 6.79ct) eeg-umlage
    3. 4.18 (= 22ct * 0.19) Mehrwertsteuer
    4. 4.2 (= 12ct * 0.35) Steuer auf die fiktiv an sich selbst gezahlte Vergütung


    Macht in der Summe 23.096ct! Das ist gerade mal 3ct billiger als der Bezugspreis (brutto).


    Wo ist mein Denkfehler? Habe ich was wichtiges vergessen?

  • Und es rechnet sich mit fallender Umlage immer besser :roll:

    3.2018 40 x BenQ Solar Sun Vivo PM060MB2 -> 12kWp bei DN 38° mit ca. -18 ° SO
    an 25000TL-30 mit SHM 2.0
    SBS 3.7 und BYD HV 7,7 kWh
    PVGIS-Prognose 980 kWh/kWp

  • Zitat von Broadcasttechniker

    Das ist fast so, siehe Einwand von Energiesparer51.
    Eigenverbrauch lohnt sich nur für Rentner mit Anlagen unter 10kW.


    Der Rentner darf auf den im Steuerbescheid ausgewiesenen Gewinn aus PV aber noch KV-Beiträge zahlen.

  • Und das ist der Grunda aus dem Speicher nicht ganz so gut sind, wie einige Speicherverkäufer Sie gerne rechnen ;-)


    Die Opportunitätskosten deines EV fressen nunmal einen Großteil der zusätzlichen Ersparnis auf.
    Du hast einen Gap von 10 Ct zwischen dem Nettostrompreis und der Einspeisevergütung angenommen. Das ist dann schon per Definition das maximale, was du einsparst durch EV.


    Die EEG Umlage kann man mit <10kWp bauen umgehen, ist allerdings nicht wert die Anlage DEUTLICH kleiner zu bauen


    Den Steuersatz musst du weglassen, dass haben meine Vorposter ja schon gesagt.


    Die MwSt abgabe auf den EV kannst du im Übrigen umgehen, wenn du zur KUR wechselst. Deshalb gehen die meisten Empfehlungen dahin, dies nach Ablauf von 5 Jahren nach IBN der Anlage zu machen (also wenn du keine USt mehr auf die Anlage zurückgeben musst).

  • Zitat von Energiesparer51

    Ich denke, du machst den Fehler, dass du die letzte Position auch bei Einspeisung auf die erhaltene Vergütung zahlen müsstest. Dein Gewinn bleibt ja diesbezüglich gleich, egal ob du den Strom entnimmst oder verkaufst.


    Wenn ich (als Privatperson) aus dem PV-Betrieb Strom entnehme, dann wird das Finanzamt das doch als "Sachentnahme aus dem Gewerbebetrieb" werten. Der Gegenwert ist dann entsprechend als "Einnahme" zu buchen und auch dementsprechend zu versteuern. Oder verstehe ich das jetzt flasch?


    PS: der Thread hätte eigentlich nach "Finanzen/Steuern" gehört. Kann man das verschieben?

  • Zitat von svdtwe

    Wenn ich (als Privatperson) aus dem PV-Betrieb Strom entnehme, dann wird das Finanzamt das doch als "Sachentnahme aus dem Gewerbebetrieb" werten. Der Gegenwert ist dann entsprechend als "Einnahme" zu buchen und auch dementsprechend zu versteuern. Oder verstehe ich das jetzt flasch?


    PS: der Thread hätte eigentlich nach "Finanzen/Steuern" gehört. Kann man das verschieben?


    Es ist korrekt, dass du das versteuern müsstest. allerdings müsstest du die verkaufte kWh auch mit dem Steuersatz versteuern, und das zu dem gleichen Preis. Daher kannst du das nicht als Opportunitätskosten aufschlagen
    (Oder du müsstest die 12 Ct Einspeisevergütung um den Steuersatz vorher reduzieren und den dann hier in der Rechnung wieder aufschlagen. Das ist aber umständlich ^^)

  • Euch ist zwar aufgefallen, dass die Einkommenssteuer auch auf den eingespeisten Strom anfällt, nicht aber, dass der TS die Bemessungsgrundlage falsch angenommen hat. Du zahlst doch Einkommenssteuer nicht auf den Umsatz, sondern nur auf den Gewinn, und der ist (je nach den Kosten für Bau und Betrieb der Anlage) nur ein kleiner Bruchteil davon.