Befestigung der Haken und Verlängerung der UK

  • Hallo ins Forum,


    bei uns wurde vor ca. 3 Wochen eine PV- Anlage auf dem Dach installiert. Ich hatte leider erst jetzt die Möglichkeit, mir das Ganze mal etwas genauer anzusehen.


    Ich habe dazu 2 Fragen:


    1. Für die Anbringung der Dachhaken wurde an den Tonziegeln (Nelskamp Nibra G10) jeweile ein Stück mit dem Hammer herausgeschlagen - nicht geflext. Ist das die übliche Vorgehensweise? Neben den Haken könnte doch derlei Ungeziefer in die Spalten kriechen und theoretisch könnte auch Feuchtigkeit eintreten, auch wenn die Module schützen. Ein Bild hängt anbei.


    2. Auf Grund eines Berechnungsfehlers wurde die Unterkonstruktion etwas zu kurz dimensioniert, sodass oben und unten jeweils 5 cm "angestückelt" werden mussten. Stellt dies eine Beeinträchtigung dar. Wahrscheinlich ist es sogar haltbarer, dadurch zusätzlich eine Versteifung vorhanden ist. Das ist nur meine Laienhafte Erklärung. Was sagt Ihr dazu. Diese Verlängerung ist auch auf dem Bild zu sehen.


    Vielen Dank und viele Grüße
    Martin

  • Gibt es niemanden, der eine Meinung zur Anbringung der Haken bzw. zur Verlängerung der UK hat. Lohnt es sich, einen Gutachter zu bestellen?

  • Hallo,


    Ich denke ein Fachmann hätte vor Ort schon ein paar Punkte die man genauer betrachten und besprechen könnte.


    1)
    Eine Bearbeitung mit dem Trennschleifer/Flex ist für die Ziegel bestimmt schonender und minimiert das Risiko für (Mikro)Rissbildung im Ziegel. Bei der Bearbeitung mit dem Hammer steigt das Risiko der Rissbildung. Das Risiko, dass der Ziegel dann irgendwann einmal bricht (z.B. bei Frost) ist bei der Hammerbearbeitung nach meiner Einschätzung größer. Mit dem Trennschleifer/Flex lassen sich die Aussparungen auch präziser herstellen, also mit eher kleineren Spalten und Ritzen.


    Wahrscheinlich steht die Bearbeitung mit Trennschleifer/Flex so auch in den Anweisungen des Gestellherstellers. Viele Installateure haben aber aus unerfindlichen Gründen keine Lust diese zu lesen.


    2)
    Kleine Spalten und Ritzen für den Einstieg von Insekten gibt es immer bei fast jedem Dach, Süddach oder Norddach, neues Dach, altes Dach, egal, ob eine Solaranlage installiert ist oder nicht (Fensteranschlüsse, Kaminanschlüsse, Gaubenanschlüsse, Dachkehlen, Ortgangziegel, usw.). Kleinere Insektennester gibt es im Laufe der Jahre fast bei jedem Ziegeldach und meistens bereitet dies auch keine größeren Probleme.


    Wenn das Unterdach ordentlich ausgeführt ist sollte auch Flugschnee im Normalfall keine Probleme bereiten, vor allem, da ja auch die Module selbst einen gewissen Schutz darstellen.


    3)
    Bedenklicher ist nach meiner Erfahrung, dass die notwendigen Abstände zwischen Dachhaken und unterem Ziegel nicht eingehalten werden. Die Dachhaken schwingen bzw. bewegen sich bei Belastung durch Wind und Schnee.
    Wenn die Dachhaken auf dem Ziegel aufliegen gibt es auch ein Risiko für Ziegelbruch.
    Um dies genauer zu beurteilen solltest Du vielleicht noch ein paar Detailfotos machen.


    Oft sagt der Gestellhersteller, dass bei mittig auf dem Sparren montierten Dachhhaken der Abstand zwischen Ziegel und Dachhaken an jeder Stelle mindestens 5mm betragen muss.
    Außermittig montierte Dachhaken schwingen und bewegen sich wegen des seitlichen Abkippens noch deutlich mehr. Hier sind also eventuell sogar größere Abstände erforderlich um eine Ziegelbelastung zu verhindern.


    4)
    Ich würde auch beim Gestellhersteller bzw. Modulhersteller anfragen oder in den Anleitungen nachlesen, ob nicht wenigstens in der untersten Modulreihe Modulabrutschsicherungen vorzusehen sind.


    Reine Klemmverbindungen können sich im Laufe der Jahre durch Setzerscheinungen und Temperaturwechsel und Dachbewegungen lösen bzw. schlechter werden. Die Wirkung der Klemmverbindungen ist sowieso schon gering und kann dann durch solche Effekte noch weiter nachlassen und ohne Sicherung zu einem Abrutschen der Module führen.


    Das angeflickte Stück Schiene ist nach meinem Eindruck auch eher ungewöhlich. Es könnte schon sein dass sich hierdurch Bewegungen ergeben können die die Wirkung der Modulklemmumg beeinträchtigen.
    Auch hier solltest Du vielleicht noch weitere Detail-Bilder für uns machen und in der Anleitung des Gestellherstellers stöbern.



    Gruß

  • Ich kann auf dem Bild den Stoß der Schiene nicht erkennen... ggf hier auch noch ein besseres Bild mit weniger Reflexion?
    Bitte auch mal von vorne, damit man erkennt, ob das ein Koppelprofil ist, das in die Nur greift oder ein Alu Flach. Für Flach wären es m.E. zu wenig Schrauben.... Evtl steckt ja auch was zum koppeln drin?
    Und die haben wirklich oben und unten angeflickt? Ist ja eigentlich deutlich mehr Arbeit und doppelte Anzahl von potentiellen Schwachstellen


    erstellt mit taschentelfon

  • An beiden Enden anstückeln ist aber stabiler.
    Eine gut gemachte Verbindung (sieht mir danach aus) hält sowieso einiges aus.
    Mich würde schon eher stören dass die oberen Ziegel auf den Haken aufliegen.
    Das lässt sich bei dem Typ wohl kaum verhindern.

    Anlagenstandort Köln. in allen Strings verteilt insgesamt 12x TIGO TS4-O mit Monitoring

    2018 31x 320W Q-Cells an Kostal Piko 8.3

    2019 30x 325W Q-Cells an Kostal Plenticore plus 7.0

    2019 2x 325W Q-Cells plus 1x 320W Q-Cells mit je einem Tigo direkt per DC am WW Boiler.