Zwei anlagen sinnvoll kombinieren (verbinden)

  • Hallo,
    ich bin im Besitz einer PV-Anlage mit 9,8kWp und fronius Symo 8. 70% weich. Diese wurde vor gut einem Jahr errichtet.
    Nun möchte ich eine Zweite auf einem Trapezblech-Dach errichten. Diese könnte mit Aufständerung 20° 24 Module mit je 300Wp, also 7,2kWp haben. Die Verschattung beginnt am 10.11. um ca. 13:00h und ist gegen 15:00h fast vollständig. Im Sommer wohl kaum nennenswerte Verschattung. Ein Speicher ist derzeit nicht geplant, könnte aber in ca. 3-5 Jahren folgen. (wg. E-Mobil?)


    Nun zu meinen Überlegungen:
    1. Symo 6 wählen, da ich schon einen Symo 8 habe und beide über den einen vorhandenen Smart Meter ins Netz stellen.
    Später dann über AC einen einzigen Speicher betreiben, der vom Smart Meter angesteuert wird. Geht das überhaupt? Macht das Sinn? Kann man zwei WR des gleichen Herstellers an einen Smart Meter anschließen?
    2. Kostal Plenticore 5.5 und zus. Smart Meter wählen. Dann könnte ich später den Batteriespeicher DC koppeln. Wie dann die Batterie zu verschalten wäre, ist für mich allerdiengs ein Rätsel. Zumindest den vorhandenen Symo müsste ich wohl über AC und einen zus. Wechselrichter mit der Batterie verbinden? Zu großer Aufwand? Funktioniert das?
    3. Oder vielleicht doch nur den Plenticore mit einer Batterie verbinden und den Symo für Netz und Eigenverbrauch nutzen?


    Was sagt der Netzbetreiber dazu?


    Über netzdienliche Hinweise freue ich mich umso mehr. :wink:
    Gruß murxis

  • zu 1) Mein erster Einfall, da ich kein Misch-Masch mag:
    Fronius Hybrid 5 (wäre etwas unterdimensioniert).
    Speicher dann AC koppeln somit könnte der Hybrid aus beiden PVs bedient werden.


    Gerade gesehen, du brauchst bei der Varante doch 2 Smart Meter:


    zu 2+3)
    Die Batterie wäre nur am Plenticore angeschlossen. Aus den angeschlossenen Modulen würde der Speicher dann DC geladen aus der vorhandenen über AC.

  • Zitat von murxis

    Nun möchte ich eine Zweite auf einem Trapezblech-Dach errichten. Diese könnte mit Aufständerung 20° 24 Module mit je 300Wp, also 7,2kWp haben. Die Verschattung beginnt am 10.11. um ca. 13:00h und ist gegen 15:00h fast vollständig. Im Sommer wohl kaum nennenswerte Verschattung. Ein Speicher ist derzeit nicht geplant, könnte aber in ca. 3-5 Jahren folgen. (wg. E-Mobil?)


    Welche Dachneigung hat das Trapezblech und in welche Himmelsrichtung?
    Ich würde da im ersten Schritt gar nix aufständern ... flach drauf und zwar nochmal 10KWp.


    Verschattung ist Eigenverschattung wegen Aufständerung?


    Einen Speicher kaufen ... wegen EAuto ... will mir einfach nicht in den Kopf.
    Das EAuto ist doch schon ein Speicher.


    Ich würde bei Fronius Symo und 70-weich bleiben.


    Nur so hast Du Erzeugung und Verbrauch in einem Logging und in einem Portal.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Roland81 ,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort! Vorteil wäre dann bei 1) gemeinsames Speichermanagement? Aber nur mit Fronius-Speicher?
    Kostal bietet eben mit dem BYD-Speicher ein sehr flexibeles und dazu Hochvolt-System.


    seppelpeter ,
    Die Dachneigung beträgt 5° ca. W-O -20°. Flach legen will ich nicht wg. Verschmutzung oder Glas-Glas-Modulen. Die sind dann wieder teuer (ca.2000,-€ oben drauf). Außerdem stehen Bäume an der Nord- und Nord-Ostseite. (Blätter aufs Dach)
    Verschattung kommt vom Wohnhaus, welches westlich steht.
    EAuto: Da hatte ich von vorne herein auch ein komisches Gefühl. Ganz klar - Speicher ist dann vorhanden!


    Bei Fronius könnte ich von den 24 Modulen 2 mal 6 Stück parallel schalten und so das Schatenmanagement verbessern (geht nach dem Konfigurationstool ohne Probleme). Hat das Nachteile?


    gruß murxis

  • Zitat von murxis

    seppelpeter ,
    Die Dachneigung beträgt 5° ca. W-O -20°. Flach legen will ich nicht wg. Verschmutzung oder Glas-Glas-Modulen. Die sind dann wieder teuer (ca.2000,-€ oben drauf). Außerdem stehen Bäume an der Nord- und Nord-Ostseite. (Blätter aufs Dach)
    Verschattung kommt vom Wohnhaus, welches westlich steht.
    EAuto: Da hatte ich von vorne herein auch ein komisches Gefühl. Ganz klar - Speicher ist dann vorhanden!


    DN5 kann man flach legen, hochkant bauen ... Du musst eh 1 Mal im Jahr aufs Dach und Blätter und Dreck weg machen.
    Wozu Glas-Glas?
    Bäume im Norden sollten egal sein.
    Nein, EAuto JA und Speicher nein :idea:


    Zitat

    Bei Fronius könnte ich von den 24 Modulen 2 mal 6 Stück parallel schalten und so das Schatenmanagement verbessern (geht nach dem Konfigurationstool ohne Probleme). Hat das Nachteile?


    Ja und zwar ergebliche.
    6er Strings geht gar nicht und 4+6 parallel ist riesengroßer Mist.


    Das Schattenmanagement braucht lange Strings, also 1*22 bauen.
    Oder eben flach legen und dann passen vielleicht 32 Stück für 2*16 drauf ... einfach mal wild in den Raum gesponnen.


    24 Module ist Käse, die müssen 2*12 gebaut werden ... mit Schatten ist das dann eher blöd.

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  • wenns denn ein fronius-WR werden sollte, dann kannst die 24 evtl. auch auf einen einzigen string in serie schalten - je nach gewaehlter module. frionius erlaeubt naemlich ohne garantieverlust eine OC-spannungsdimensionierung bei 0°C, das koennt mit knapp <1000V gehen - oder knapp eben nicht...

  • Gut, ihr seid in der Überzahl...übergeredet :wink: ,


    ich will mal versuchen, zu erklären, wie ich es verstehe, dann könnt ihr mir vielleicht erklären, wo mein Denkfehler ist:
    1. Wenn ich 6 Module in Reihe schalte, dann bin ich mit ca. 6*32=192V bei MPP im grünen Bereich?
    2. Wenn ich dazu 6Module parallel schalte, dann könnten die ersten 6, oder eines davon abgeschattet sein, die restlichen 6 würden dann die volle Leistung erbringen...... also insgesamt halbe Leistung.


    3. Schalte ich aber 12 Module in Reihe, dann muß nur ein Modul verschattet sein,dann richtet sich die Leistung der übrigen Module nur noch nach dem Verschatteten Modul. Der Strom des verschatteten Moduls reduziert sich auf 1/10 der Nennstroms und die Leistung bleibt auch bei gesamt 1/10 hängen?


    4. Angenommen, ich schalte 24 Module in Reihe, komme ich auf unter 1000V an einem String. Wie funktioniert denn da noch das Schattenmanagement, wenn ein Modul ausfällt??


    Gruß murxis

  • Mit Schattenmanagement werden im verschatteten Modul die Bypassdioden leitend, dadurch wird das Modul überbrückt. Die anderen Module können dann volle Leistung liefern, nur das verschattette Modul liefert keine Leistung und auch keine Spannung mehr. Daher geht die Spannung im String zurück, bei zu wenigen Modulen ist man dann unter der min. Eingangsspannung. Daher möglichst lange String bilden, dann bleibt man auch mit Schatten im optimalen Spannungsbereich.

  • Das Schattenmanagement arbeitet aber ein bißchen anders, als Du vermutest.


    Es hat einen grund und einen Sinn die Strings lang zu bauen, auch wenn da einzelne Module Schatten haben.
    Dafür ist das Schattenmanagement ja da.


    Bei parallelen Strings, noch dazu sehr kurzen, funktioniert das gar nicht.


    Und ein Modul in der Sonne hat auch sicher keine 32V mehr.
    Temperaturkoeffizient beachten.

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  • Du mußt in deine Überlegungen immer alle Systemkomponenten einbeziehen, hier die Module und den Inverter.
    Der Inverter hat seine Eckdaten (steht alles im Datenblatt), also min Spannung, MPP Spannungsbereich, max Strom je MPP Eingang, max Leerlaufspannung bei niedrigster Temperatur, und die Schattenmanager.
    Für die Module gilt ähnliches, hier kommen noch die Temperaturkoeffizienten, der max Rückstrom hinzu, dazu die Bypassdioden und was sie bewirken. Das alles muß in Einklang gebracht werden.
    Also nicht einfach wild losfabulieren, da kommt nichts bei raus.
    zB 24 Module in Reihe; da kommst du über 1000 V, da die Leerlaufspannung der einzelnen Module + der Wert aus dem Temperaturfaktor addiert (bei -10°C) den Wert überschreitet. Dagegen 6 Module in Reihe, da bist du im Sommer bei hohen Temperaturen wieder im min Bereich. Aber das haben hier schon einige geschrieben.