Fragen zur Anmeldung eines Gewerbes wegen PV-Anlage

  • Hallo zusammen,


    ich möchte ungefähr im April 2019 eine Photovoltaikanlage (9,92 kWp) auf meinem Hausdach in Betrieb nehmen. Dazu muss ich dann ja spätestens zum Inbetriebnahmedatum ein Gewerbe beim Finanzamt anzeigen. Dazu habe ich nun ein paar Fragen:


    1) Wenn ich am 01.04. in Stromproduktion gehen sollte, dann muss ich ja bis zum 10.05. meine erste USt-Voranmeldung für April einreichen. Macht es Sinn das Gewerbe schon etwas früher als 01.04. anzumelden, z.B. 01.03., um sicher zu gehen, dass die neue Steuernummer da ist, wenn ich sie brauche? Dann müsste ich aber für März auch schon eine USt-Voranmeldung machen, ne? Vermutlich mit dem Betrag 0 € Einnahmen, da die erste Rechnung der gesamten PV-Anlage vermutlich (und vor allem auch der erste Stromverkauf ganz sicher) erst nach Inbetriebnahme im April ansteht?!


    2) Die zweite Frage zielt in eine ähnliche Richtung. Ich werde schon im Januar oder Februar 2019 eine oder zwei Rechnungen von meinem Messstellenbetreiber bekommen, da ich für die PV-Anlage schon einen smarten Zweirichtungszähler einbauen habe lassen (Produktionszähler kommt Anfang des kommenden Jahres). Die Umsatzsteuer dabei kann ich aber nur verrechnen, wenn ich zum Zeitpunkt der Rechnungstellung durch den Messstellenbetreiber bereits ein Gewerbe angemeldet habe, oder?
    Wäre es dann also sinnvoll schon am 01.01.2019 ein Gewerbe zwecks Photovoltaik anzumelden und die ersten Monate 0 Euro Gewinn als USt-Voranmeldung zu übermitteln? Eigenverbrauch müsste ich da ja noch nicht versteuern, weil ich noch keinen habe. ;)


    3) Falls ich mich für einen Solarteur entscheiden sollte, der beispielsweise 10% der Materialkosten bei Beauftragung und 90 % bei Lieferung an mich in Rechnung stellt, dann wäre das ja auch 1-2 Monate vor "Go-Live". Müsste ich zu dem Zeitpunkt (also Februar/März) schon das Gewerbe angemeldet haben beim Finanzamt, damit ich später überhaupt die Umsatzsteuer wieder zurückbekommen kann?

    9,93 kWp Aleo (180° Süd, 40° Neigung)

    6,72 kWp Aleo (1,6 kWp 90° Ost, 15° Neigung | 1,28 kWp 180° Süd, Neigung 8° | 3,84 kWp 270° West, 6° Neigung)

    5,10 kWp AXIperfect (1,7 kWp 135° Südost, 18° Neigung | 1,7 kWp 225° Nordwest, 18° Neigung | 0,85 kWp 180° Süd, 90° Neigung | 0,425 kWp 270° West, 90° Neigung | 0,425 kWp 135° Südost, 90° Neigung)

    19,5 kWh E3/DC-Speicher S10 E PRO

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung sogar noch dieses Jahr ausfüllen, da du dann Ende nächstes Jahr die lästigen Voranmeldungen schon wieder los bist! Den Tipp gab mir übrigens mein Finanzamt...


    Ausserdem fängt die unternehmerische Tätigkeit sowieso schon an sobald du nur an die PV denkst und die ersten Planungen machst und das war offensichtlich ja jetzt. Davon abgesehen hast du doch bestimmt ein paar Telefonate mit deinem Solarteur geführt oder extra Fahrtkosten gehabt oder vielleicht nen Laptop angeschafft für die online Steuererklärung? Alles absetzbar... Es geht um Geldflüsse in beiden Richtungen und dazu zählen auch deine Kosten, die jetzt schon anfallen bevor die Anlage in Betrieb geht.


    Die USt & ESt für 2017 wird deswegen nicht wesentlich komplizierter mit fast nur Nullen... Aber du kannst schonmal stressfrei üben, so daß du später nicht aus allen Wolken fällst, wie all die Kollegen die erst (teils lange) nach IBN ans FA denken.

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015

  • Tatsache? Es geht bei der Umsatzsteuervoranmeldung nicht um 2 Jahre ab Betriebsanmeldung, sondern nur um 2 Kalenderjahre? Das habe ich ja noch nirgends gelesen...wäre aber ne charmante Vorstellung...zumal ich im Sommer 2020 ein paar Monate im Urlaub bin und man dann unterwegs mit dem Fahrrad keinen Bock auf USt-Voranmeldung hat. :lol:
    Tatsächlich könnte sein, dass ComMetering mir jetzt demnächst dieses Jahr noch schon die Rechnung für den Einbau des Zweirichtungszählers schickt, begründbar wäre die Anmeldung damit sicher jetzt schon.
    Danke für den Tipp, ich werde mir das überlegen!


    Technisch weiß ich inzwischen nach Erhalt des ersten Angebots schon genau, was ich will, warte nur noch auf zwei weitere Angebote kommende Woche. Technisch bin ich gedanklich einigermaßen durch, jetzt quält nur noch der als viel schlimmer empfundene Gedanke an den ganzen Finanzamtkram. ;)


    Mal dumm gefragt: Was bringt es mir einen (tatsächlich kommendes Jahr anstehenden) teuren Notebook-Kauf (vermutlich über drei Jahre nach Afa-Tabelle) abzuschreiben? Dann mache ich bei der EÜR Verluste aus dem PV-Gewerbe und die kann ich in der Einkommensteuer angeben um mein "reales Einkommen aus dem Beruf" zu drücken um weniger Steuern zahlen zu müssen? Mehr als 50:50 berufliche Nutzung werde ich dem Finanzamt ohne Nachweis aber wahrscheinlich faktisch nicht abringen können, oder?
    Gibt's irgendwo ne Liste, was man noch so abschreiben/abziehen darf im PV-Umfeld, was nicht direkt mit der PV-Anlage zu tun hat? Die DJI-Drohne zur Inspektion der Solarmodule wäre wahrscheinlich zwar kreativ aber etwas gewagt... 8)

    9,93 kWp Aleo (180° Süd, 40° Neigung)

    6,72 kWp Aleo (1,6 kWp 90° Ost, 15° Neigung | 1,28 kWp 180° Süd, Neigung 8° | 3,84 kWp 270° West, 6° Neigung)

    5,10 kWp AXIperfect (1,7 kWp 135° Südost, 18° Neigung | 1,7 kWp 225° Nordwest, 18° Neigung | 0,85 kWp 180° Süd, 90° Neigung | 0,425 kWp 270° West, 90° Neigung | 0,425 kWp 135° Südost, 90° Neigung)

    19,5 kWh E3/DC-Speicher S10 E PRO

  • Ein dreiphasig ladendes Elektroauto als Messgerät für den korrekten dreiphasigen Eigenverbrauch :)

    28879 Grasberg - 9,975 kWp - 35 * 285W LG -SE9K - 26 SW und 9 NO - IBN 3/17 - id.3 Pro 58 kWh seit 11/23

    TS SARAH2 0.63,1.29,2.25,3.53,3.91,4.05,3.90,3.39,2.69,1.68,0.85,0.53
    MS SARAH2 19,59 36,00 69,74 105,82 121,06 121,61 121,00 105,02 80,73 52,12 25,44 16,42

  • Zur ersten Frage:
    Der Fragebogen sollte so früh wie möglich abgegeben werden. Optimal "zeitnah" zur endültigen Investitionsentscheidung.
    An dem Fragebogen hängt der Wechsel von Zuständigkeiten innerhalb des FA; daran das Setzen des Merkzeichens "Umsatzsteuer" im Steuerkonto. Erst wenn dieses Merkzeichen gesetzt ist, kann man "auf normalem Wege" elektronisch abgeben - und spart sich viele Überlegungen zu "was mache ich wenn ich muss - aber nicht kann".


    Umsatzsteuervoranmeldungen sind - völlig unabhängig davon, wann die vorstehenden verwaltungsinternen Vorgänge passieren - von jedem Unternehmer für jeden Voranmeldungszeitraum abzugeben.
    Die Frage ist somit: Wann beginnt die Unternehmereigenschaft
    Antwort: Mit den ersten auf Einnahmenerzielung (-sabsicht) gerichteten Tätigkeiten.
    Frühestens also, mit der persönlichen Entscheidung, eine Anlage zu bauen.
    Allerspätestens mit Erteilung des Auftrags zur Lieferung u. o. Montage der Anlage.


    Die Idee, diesen Zeitpunkt nach 2018 vorzuziehen - um dann schon ab 01/2020 keine Voranmeldungen mehr abzugeben, ist im Grundansatz völlig richtig.
    Rein künstliches Vorziehen... da würde ich drauf wetten, dass man Gegenwind bekommt, wenn da FA wahrnimmt, was gespielt wird - und auch noch Bock drauf hat. In dem Fall ist es eigentlich einfacher 11 Voranmeldungen stupide zu erstellen, als sich mit Argumentationen des FA auseinandersetzen zu müssen.
    ==> Versuch macht kluch. Und einen Versuch ist es wert. Ich würde halt keine 100%ige Erfolgsgarantie geben. Selbst für den Fall, dass man in der Sache objektiv Recht hat.



    zur zweiten Frage:
    Siehe oben. "Vorziehen" macht auf jeden Fall Sinn. Aber halt nicht aus den von Dir angedchten Gründen.
    Du meldest beim FA kein Gewerbe an - sondern zeigst nur die Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit an.
    Unterschied? Zumindest sprachlich impliziert "Gewerbeanmeldung" eine konstitutive Wirkung. Die hat sie aber nicht.
    Du bist Unternehmer i. S. §2 (oder nicht) - die Anzeige der Aufnahme der Tätigkeit beim FA spielt dabei keine Rolle.
    (Altes Beispiel: Nur weil der Drogendealer seine Tätigkeit dem FA nicht anzeigt - wird er ja nicht von der Steuerpflicht befreit)



    zur dritten Frage:
    Die Antwort erübrigt sich. Allerspätestens mit der Beauftragung des Solarteurs beginnt die Unternehmereigenschaft.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

    • Offizieller Beitrag

    Bei mir war es in der Tat so, daß sie um das Umsatzsteuer-Merkmal zu setzen die Beauftragung (oder Rechnung? Bin nicht mehr ganz sicher... Auf jedenfalls was offizielles) haben wollten. Danach wurde es aber rückwirkend bis Dezember Vorjahr gesetzt (als ich das Formular ausgefüllt hatte) und ich durfte nachträglich 5 (bis auf eine) Null-Meldungen abgeben. Tatsächlich hab ich mich also nur von Mai bis Dezember mit VAs befasst... :)


    Für meinen Laptop hab ich die volle USt wiedergekriegt und schreibe ihn nun seit letztem Jahr über 3 Jahre voll ab. Da ich wegen Vermietung über den 420€ liege sind das also nochmal bis zu 42% Ersparnis aus der Netto-Anschaffung.


    Für alle privaten Belange hat man ein Handy, weshalb sollte der Laptop also nicht ausschließlich der Firma dienen (Elster-Steuer, PV-Fernüberwachung, Programmierung des Raspberrys der da dran hängt, Datensicherung/Auslese,... )? Ich konnte meine Rechner aber schon immer voll absetzen, nachdem ich das in den noch Neunzigern einmal ausführlich erklärt hab... In den letzten Jahren hatte ich nur den Bedarf nicht mehr. Vielleicht ging das auch deswegen so problemlos?

  • Kurzer Erfahrungsbericht: Ich habe 2017 das Gestell für die PV-Anlage montiert. April 2018 kam dann die Anlage drauf.

    Im April 2018 habe ich dann den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" ausgefüllt und die USt-Erklärung für 2017 gemacht (noch später sollte man das nicht machen, weil eine Erstattung gibt es nur bei Abgabe bis spätestens Mai).

    Darüber hat sich vom Finanzamt niemand beschwert (ich hatte bis dahin aber auch noch keine USt eingenommen).

    Dann in 2018 fleißig alle USt-VA's abgegeben (rückwirkend für die Monate Jan-April).

    Anfang 2019 habe ich dann beantragt und genehmigt bekommen, dass keine USt-Va's mehr gemacht werden müssen :)

    Somit bin ich nach 12 USt-VA's durch mit dem Thema.

    8,26 kWp, 28xHeckert NeMo 2.0 black 295W + Froinius Symo 8.2-3. 35° Dachneigung, 20° Ost.

    2019: 1152 kWh/kWp, 2020: 1175 kWh/kWp

  • Anfang 2019 habe ich dann beantragt und genehmigt bekommen, dass keine USt-Va's mehr gemacht werden müssen :)

    Somit bin ich nach 12 USt-VA's durch mit dem Thema.

    Tja, und ich habe dann freiwillig weiterhin vierteljährliche UStVAs gemacht, damit ich ein paar Ausgaben in der Buchführung hatte...

    Ich verstehe nicht, wieso maximal fünf Minuten Aufwand im Monat oder Vierteljahr als der Untergang des Abendlandes angesehen werden...

    2014: 887,2 kWh/kWp - 2015: 938,2 kWh/kWp - 2016: 908,2 kWh/kWp - 2017: 845,8 kWh/kWp - 2018: 999,2 kWh/kWp - 2019: 936,3 kWh/kWp - 2020: 963,6 kWh/kWp - 2021: 853,90 kWh/kWp

  • Du hast das sicherlich beantragt.

    Alles was danach folgte, war ein Büroversehen der u. U. in einem rechtsfehlerhaften Steuerverwaltungsakt endete.

    Die Abgabefristen sind im Gesetz geregelt.


    Es ist ja wunderschön und Dir von Herzen zu gönnen, wenn Du hier einen Sieg errungen hast (und die 5 Minuten Ersparnis als solchen empfindest).

    Aber eine Bitte:
    a) Entweder verzichte auf den Erfahrungsbericht
    b) Oder kennzeichne ausdrücklich, dass die Rechtslage anders aussieht.


    Der nächste glaubt an das was Du schreibst - und geht damit gegenüber dem FA in die Offensive.
    Am Ende haben wir frustrierten PV-Betreiber mehr, der sich sowohl über das (völlig korrekte) Handeln der FinVerw beschwert als auch an der Qualität dieses Forums zweifelt.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich komme gerade nicht ganz mit. Mein Erfahrungsbericht passt doch genau zu deiner Aussage

    Die Idee, diesen Zeitpunkt nach 2018 vorzuziehen - um dann schon ab 01/2020 keine Voranmeldungen mehr abzugeben, ist im Grundansatz völlig richtig.

    Nur das ich in die Unternehmertätigkeit in 2017 aufgenommen habe (rückwirkend in 2018 angemeldet) und dann ab 01/2019 keine Voranmeldungen mehr machen muss.


    Oder bezieht sich die Kritik auf die rückwirkende Anmeldung der Unternehmertätigkeit? Das war natürlich zu spät.


    Anmerkung am Rande: Bei einer kleinen PV-Anlage < 10 kWp mit vielleicht 400 EUR Gewinn pro Jahr und einem angenommenen Steuersatz von 30% erhält das Finanzamt 120 EUR und dem Betreiber verbleiben 280 EUR. Das ganze "lohnt" sich nur, wenn der Aufwand pro Jahr maximal 2h beträgt (für beide Seiten). Zumindest für mich bin ich davon noch weit entfernt und freue mich deshalb über jede gesparten 5 Minuten. Das stimmt :)

    8,26 kWp, 28xHeckert NeMo 2.0 black 295W + Froinius Symo 8.2-3. 35° Dachneigung, 20° Ost.

    2019: 1152 kWh/kWp, 2020: 1175 kWh/kWp