Sanierung einer Doppelhaushälfte. Aber wie?!

  • Gibt es eine Heizlastberechnung für das Haus? Wo steht das Haus?
    Ausgehend von 16000kWh im Jahr würde ich ca. 7kW schätzen. Die alte Gasheizung hat nur einen Nutzungrad von <85%, damit liegst du dann bei max. 14000kWh. Mit neuen Fenster geht es dann noch weiter runter. Mit 3fach verglasten Fenstern lässt sich die Heizlast auch noch um ~1kW drücken.


    Wenn der Wandaufbau bekannt ist, kannst du mit dem U-Wert-Rechner https://www.ubakus.de/ alle Bauteile eingeben und dann deinen Heizwärmebedarf bestimmen. Dann kann man sich mal nach einem konkreten Modell umschauen. Wenn du das nicht selber rechnen kannst, solltest du einen Energieberater dazuziehen.


    Es muss nicht unbedingt eine Erdwärmepumpe werden, es gibt auch Luft-Wasserwärmepumpen, die JAZ von 4-4,5 schaffen. Die Panasonic Geisha ist übrigens seit dem das neue Modell rausgekommen ist um ~0,5 in der JAZ gefallen.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Das Haus befindet sich in Osthessen, Fulda.


    Das Warmwasser wurde ja auch über die alte Anlage ohne Pufferspeicher erwärmt und kein Rohr ist gedämmt.
    Ich gehe mal davon aus, dass aufgrund von Fenster, alter Heizung und ordentlicher Isolierung der Rohre sowie dezentrale Brauchwassererwärmung einiges an Einsparung möglich sind.


    Die ubakus Seite habe ich entdeckt, mir fehlte bisher die Zeit da alles einzutippen. Das werde ich erst heute oder morgen schaffen.

  • Zitat von Per Koro


    Ich sehe dahingehend mit zumauern der Nischen, neuen Fenstern und einer Dämmung der Rollokästen recht gutes Potential in der Energieeinsparung.


    Zitat von Per Koro


    Ich gehe mal davon aus, dass aufgrund von Fenster, alter Heizung und ordentlicher Isolierung der Rohre sowie dezentrale Brauchwassererwärmung einiges an Einsparung möglich sind.


    das ist "Augenauswischerei".
    Diese Maßnahmen sind "schön und gut" aber auf das gesamte Objekt bezogen nur "Pipifax".


    Bevor man da Geld ausgibt für etwas das dann doch nicht den erwarteten Erfolg bringt (bringen kann), wäre es sinnvoll den Ist-Zustand ordendlich aufzunehmen und davon ausgehend Alternativen für die Verringerung des Energiebedarfs mit den jeweiligen Kosten und zu erwartenden Einsparungen zu entwickeln.
    Nur so ist eine fundierte Entscheidung für eine Maßnahme sinnvoll.

  • Zitat von jodl


    das ist "Augenauswischerei".
    Diese Maßnahmen sind "schön und gut" aber auf das gesamte Objekt bezogen nur "Pipifax".


    Je nach Anzahl und Fläche der Fenster bringen alleine neue Fenster die Heizlast um 1-2kW runter. Bei mutmaßlich 7kW Heizlast im Ist-Zustand wäre man dann bei 5-6kW. Das ist für einen Bestandsbau schon nicht schlecht. Bei mir haben neue Fenster die Heizlast von 9,5 auf 5,5kW reduziert, die alten Fenster waren allerdings auch teilweise über 100 Jahre alt..


    Zitat von Per Koro


    Die ubakus Seite habe ich entdeckt, mir fehlte bisher die Zeit da alles einzutippen. Das werde ich erst heute oder morgen schaffen.


    Den Ist-Zustand will er ja aufnehmen, da kann man dann schon sehen, wo die Schwachstellen sind.


    Vielleicht sollte man den Thread auch im Forum vom haustechnikdialog neu aufmachen, mit PV hat das ja nur noch am Rande zu tun. Da sind auf jeden Fall sehr fähige Leute in Bezug auf WP und Altbausanierung.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Somit wird es sich bei der angeblichen Dämmung von Außenwand und Dach faktisch um Alibi-Aktionen gehandelt haben.


    Du erwirbst faktisch mit diesem Haus nur einen Rohbau mit Grundstück.

    Der Verbrauch liegt pro 1 m2 Wohnfläche bei knapp 9,60 euro.
    Aktuell benötigt ein bj. 2016 Ziegelhaus rund 5 euro pro 1 m2, incl. 5 m2 Vakuum-Solarthermie,
    Ölkessel, 800 Liter Puffer, 38er Ziegelwand, Aussen Thermoputz, innen Mineralputz.

    Wenn der per überteuerten Dämm-Industriewahn da rd. 50.000 euro in Dämmung + noch mal
    10.000 euro in eine neue Erdgastherme reinsteckt + die ganzen Fenster noch dazu.
    amortisiert

    sich der Invest mal in 40 oder 80 Jahren ?

    Würde da eine neue Erdgastherme einbauen + im Wohnzimmer einen Grundofen dazu.
    Den gesparten Rest in eine Photovoltaik-Anlage + Rücklagen für Stromspeicher, EV usw.

    ps. für 50.000 euro kann man aktuell rund 1.030 Raummeter Hartholz einkaufen - das reicht dann
    die nächsten 105 Jahre zum Heizen.

    Auch wenn da Styropor an der Fasade hängt.....muss geheizt werden.


    ps. Heizkörper gegen Heizkörper Typ 10 ...austauschen - alles Andere ist un-wirtschaftlich -

  • Hallo Betonpumpe,


    selbstverständlich kann man das wie Du hier auf die aktuelle Kostenseite reduzieren und zu diesen entsprechenden Schlüssen kommen. Was aber ist mit Zukunftssicherheit und Komfort?


    1) Die Aufwände - heute in Euro-Papier - für eine Kilowattstunde Heiz-/WW-/Haushaltsstrom-Energie in der Zukunft sind uns gänzlich unbekannt. Hier einfach auf ein physikalisch niedrigeres Niveau als die Oma vor 35 Jahren zu kommen, halte ich für sinnvoll. Über die Wiederkehr der Festbrennstoffe in den Wohnungen freuen sich vor allem die Kaminkehrer, da sie alleine deswegen schon zweimal im Jahr kommen dürfen und insgesamt 80...100 Euro - mit denen andere im zeitgemäßen Gebäude mit WP bereits ein Dritteljahr heizen - abzocken dürfen.


    2) Der Wohnkomfort durch wärmere Oberflächentemperaturen der Raumwände und eine Komfortlüftung, die vom Fensterlüftungszwang alle 2..3 Stunden (... also um 23 Uhr, dann um 2 Uhr, um 5 Uhr und um 8 Uhr morgens... oder eben miefige Luft) befreit, möchte jeder, der einmal in einem solcher Wohnung gewohnt hat, nicht mehr missen!


    Übrigens, ein raumluftabhängiger Ofen - der heute aber eher selten ist - lüftete auch, in dem er sehr unökonomisch 21°C warme verbrauchte Luft aus dem Zimmer nimmt und - ohne Wärmerückgewinnung - auf 190°C erwärmt über den Kamin nach außen verschiebt und die frische Verbrennungsluft mit -12°C durch Fugenlüftung rein kommt!


    Desweiteren muss die Haustechnik (Gastherme/Ofen/Wärmepumpe etc.) mindestens alle 15...25 Jahre ausgetauscht werden; Fenster, Fassade oder Dach haben demgegenüber aber mit 35...50 Jahre viel mehr Zeit sich zu amortisieren. D.h. die langlebigen Bauteile dürfen, wenn das Haus fit für eine neue Generation und zeitgemäßen Komfort gemacht werden soll, auch teuerer sein, da hier nur halb so oft reinvestiert werden muss.


    Aber sicher, das Haus hat für die schwäbische Oma und den Opa vor 35 Jahren gepasst, warum soll es nicht auch für die Enkelin mit ihrer Familie gleichermaßen gehen? Alles eine Frage des eigenen Anspruchs an das eigene Wohnen.


    Gruß


    ElektroZW


    P.S. Das "EFH-Ziegelhaus Bj. 2016" mit 5 Euro Heiz/WW-Verbrauch/qm - also z.B. 800 Euro bei 160qm - ist bei einer Belegungsdichte von vier Personen schon um Faktor 2 - gegenüber einem PH Bj 2007 zu hoch!

  • Zukunftssicherheit ist immer relativ. Wenn ich in einem Land wohne, wo die Grundgebühr 50 x tiefer vs. in D ist
    juckt mich am Ende auch nicht, ob der Kessel dann 700 Liter verheizt oder am Ende dan 1.200 euro, weil
    das Preis-Niveau für Grundsteuer, Energiekosten, Versicherungen usw. deutlich tiefer -

    Meine Tante, auch im Ausland wohnhaft - muss bedingt durch mehr atmosphärischer Energie, in Winterzeiten
    weniger heizen. Obwohl das Heizöl dort cs. 20 ct. teurer cs. D ist, würde diese nie mals irgend was völlig
    überteuert auf sanieren - welche Maßnahmen oft am Ende völlig unwirtschaftlich sind ( wenn man eine
    Kosten-Vorher = Kosten-Nachher Analyse macht.
    Diese wird im Sanierungsbereich oft nicht gemacht und dann denken die Leute, dass diese so viel sparen -
    zeitgleich wurde dann die Heizung gleich mit saniert - Fenster + Fasadenisolierung rechnen sich nie -
    Amortisation irgend wann mal...in paar Jahrzehnten oder gar nicht.


    zu1) im Ausland gibt es keinen Kaminkehrerzwang. Der Kamin muss halt oben betoniert sein,
    das prüft der Katastrophenschutz ein malig.
    Den Südtiroler Bauernofen darf ich auch noch selber mauern, wie auch den Grundofen. Juckt dort
    keinen Kaminkehrer oder Behörde.
    Es kommt immer auf den Standpunkt darauf an.

    zu 2) hmm...müsste man mal testen. m.M.n sind diese Zwangsbelüftungen eher ein Rückschritt.
    Zuerst tot dämmen, danach die Fenster mit Zwangsbelüftungs-Optionen ausstatten, damit
    genug Luftfeuchte noch im Raum ?

    zu 3) Wärmerückgewinnung ist halt Zusatztechnik, welche irgend wann mal defekt geht ( Obsoleszenz )
    Dazu noch die Verkeimung, Kontamination in den Verrohrungen.

    4. Eine Erdgastherme ist so preisgünstig, wie ein Duschboiler vs. Solarthermie.
    Wenn die Erdgastherme mal defekt...schmeisst man die weg und holt sich eine Neu, für 3.000 euro.
    Dafür ist der Verbrauch im Sommer auf 100 m2 bezogen bei täglich rund 0,60 Euro +
    im Winterbetrieb bei knapp 1,70 € pro Tag.
    Rechnet man ü ber den Winter...dann lliegt man maximal bei knapp 3 euro Heizkosten pro 1 m2,
    incl. Brauchwasser-Temperierung.
    Analog steht der günstige Verbrauch vs. überteuerter Anlage in keinem Verhältnis ( bzgl. Wirtschaft-
    lichkeit )

    Der letzte Ölkessel hielt rund 30 Jahre. Der Erdgaskessel tut auch schon > 15 Jahre.
    Die Erdgastherme läuft schon > 20 Jahre. Neupreis für den Ersatz, liegt bei knapp 3.000 euro;
    kein Geld, kalkulatorisch auf die Gesamtbaukosten bezogen - eher ein kleinerer Wert.

    Wir heizen zb. von April bis Anfang November gar nicht mit der Zentralheizung, weil
    unnötig-
    Wirtschaftlicher ist ein öko-Duschboiler, welcher ein Vielfaches einer Solar-Thermie-Anlage
    kostet ( Einkauf, Betriebskosten )
    Man nutzt auch keine 10.000 Liter Badewannen, weil eine Dusche im Haushalt aus reicht.

    Um so mehr man Techniken verbaut, um so mehr Störquellen hat man am Ende.
    Daher ist Weniger oft mehr
    und man spart sich haufen Mäuse.

    nöh, ein Passivhaus kostet ein Vielfaches mehr im Einkauf, weil mehr Technik verbaut.
    Die 400 euro Differenz/=Ersparnis sind auf die Gesamtbaukosten eher vernachlässigbar,
    weil wie bereits beschrieben mit knapp 50.000 € Ersparnis, rund 1.000 Raummeter
    Hartholz gekauft werden kann -
    damit heize ich knapp 105 Jahre lang.
    Wogegen der überteuerte passiv-Bau auch rund 20.000 euro für Energie oder noch mehr kostet.

    alles nur Schönrechnerei -


    Daher ist der Ölverbrauch mit 5 euro in Ordnung. Im Druchschnitt werden in D rund 15 euro pro
    1 m2 Wohnfläche verheizt oder gar 20 euro, incl. WDVS, neuen Fenstern + neuer Heizung.

    Wenn es kalt ist...muss man heizen und nicht geizen....
    Ein Bekannter hatte auch zu wenig geheizt, weil er musste ja sparen ( teure Finanzierung )-

    analog Schimmel im Haus + die
    Fenster waren im Winter immer aussen vereist - musste dann von aussen kratzen.

    Diese ganze Geizerei macht die Leute eher noch kränker, als diese es schon sind.




    l

  • Hallo Betonpumpe,


    ganz klar, es kommt sehr stark darauf an, wo man lebt. Da ist Südtirol, Schweiz, Fulda oder Regensburg ganz unterschiedlich!


    Und ja, auch das "Geiz ist Geil" ist absurd; diese Ersatzreligion Geld der "westlichen Wertegemeinschaft" sollte ernsthaft hinterfragt und durch geistiges Wachstum ersetzt werden!


    Die Durchschnittskosten des Hausbestandes von D mag ja um die 15 Euro/qm liegen, aber das von Dir zitierte Baujahr war 2016! Und da sollte man mit 1,5 Euro / qm Heizenergie und 3 Euro/qm Heizung/WW bei einem legal gebauten Neubau mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern - wohlgemerkt in D und nicht bei Dir in Südtirol - auskommen.


    Für mich ist es auch ein Frage, wie ich mir den Zugriff auf die in einem, fünf, zehn, 20 oder 30 Jahren benötigten Ressourcen - in Deinem Fall 10 Ster Holz per anno - heute bereits erleichtern oder sogar sichern kann; und dies geht, mit einem Gebäude, welches eben weniger Kilowattstunden-Heiz/WW-Energie benötigt sehr gut!

    Und vor allem besser, als z.B. durch zurückgelegtes Euro-Papier (...für den Kauf von Brennstoff), welches jederzeit enteignet werden kann, auf der Bank!

    Außerdem will ich zukünftig nicht mehr viel für meine warme Wohnung arbeiten müssen; obwohl ich die selbst aktiven Holz-Nutzer schon verstehe, da das Holzheizen in der Tat ja mehrmals warm macht und gesund ist.


    Bzgl. Lüftung gibt es sicher keine Verkeimung, da - im Gegensatz zu einer Klimaanlage - die dreckigere Raumluft niemals mehr mit der dem Raum zugeführten Luft zusammen kommt. Und auch ist es ganz wichtig zu versehen, das der Dreck im Haus selbst z.B. durch Ausdünstungen von Möbeln, Hautschuppen, Haare, Dämpfe etc. entsteht und ohne Lüftung eben nur unzureichend abgeführt wird.

    Die meisten von uns kennen keine Komfortlüftung, da wir wie die Oma in normalen Häusern aufgewachsen sind. Und da konnte man nur zwischen frischer aber kalter Luft oder stickigem Mief wählen. Mit Komfortlüftung - die mit wenigen bewegten Teilen (im wesentlichen zwei DC-Gleichstromlüftern) auskommt - hat man erstmals frische und warme Luft!


    Und Schimmel entsteht dann, wenn feuchte Innenraumluft (8gWasser/kgLuft) im Winter durch Fugen des "atmenden Hauses" unkontrolliert in die Wand wandert und dort ihre Feuchtigkeit abladen muss, da die Außenluft eben nur 2 gWasser/kgLuft halten kann!

    Aus diesem einfachen Grund der Bauschädigung durch Leckluftströme muss eben aus bauphysikalischen Gründen dicht gebaut werden! Wenn es aber dicht und hygienisch sein soll, kommt man nicht um die Komfortlüftung herum (oder eben die alle zwei bis dreistündige Fensteröffnungszwangslüftung jeweils um 20, 23, 2, 5, 8, 11 .... Uhr ).


    Auch Deinem "Halte die Technik einfach" kann ich uneingeschränkt zustimmen. Also je weniger Technik, die eben nicht so lange hält wie stillstehende Teile, desto besser. Deshalb Dämmung statt Ölbrenner!


    Dass Fenster von außen vereisen, ist hier in SüdOst-Bayern auf 350 m ü. NN auch noch nicht vorgekommen; wird wohl auch eine Eigenart der Alpen sein.


    Gruß


    ElektroZW