Neuplanung Anlage - ganzes Dach oder Teildach?

  • Hallo zusammen,


    ich bin aktuell an der Planung einer eigenen PV-Anlage und irgendwie finde ich im Netz nur Werbeseiten und Vergleichsportale. Verlässliche Information ist mau, daher frage ich hier.


    Ich habe ein Dach, 75qm, Südausrichtung, 11 Grad nach Osten gedreht, Dachneigung 45 Grad. Stromzähler zeigt 38000 kWh an seit 2015.


    Folgende Fragen habe ich aktuell:
    Soll ich das Dach ganz zupflastern lassen oder nur nen Teil und auf den Rest eine Thermielösung für meinen 1000l Wasserspeicher stellen? Der wird aktuell im Winter unschlagbar günstig per Kamin mit Wassertasche beheizt, im Sommer über ne Pelletsanlage. Diese sommerliche Beheizung könnte ich mit den Solarmodulen ja etwas runterdrehen.


    Mit Speicher oder ohne? Wie kommt man hier zu einer vernünftigen Aussage? Ein Teil meiner Verbraucher sind Server / Computer, welche teilweise 24h am Tag laufen und teilweise erst Abends, wenn die Kiddis zocken.


    Ich bräuchte eine Lösung, bei welcher ich die aktuellen Daten Eigenverbrauch / Einspeisung per PC abfragen kann und dann eventuell Miningprogramme oder ähnliches starten / stoppen kann wenn genug Strom produziert wird.


    Macht es Sinn evtl. den Energiespeicher mit PV-Strom zu heizen statt mit einer Thermielösung oder der Pelletsanlage?


    Gruß
    Roger

  • Vergiss Solarthermie, erstens lohnt es sich bei so guter Dachausrichtung immer eher, das Dach für PV zu nutzen, zweitens hast du sowieso schon günstige Wärmequellen (Ofen, Pellets), was die Amortisation von Solarthermie noch schwieriger machen würde.
    Wenn es auf's Dach passt wäre mein erstes Gefühl 9,9kWp in 70% weich.
    Stell doch mal einen Plan mit Maßen, paar Bilder vom Dach und einen Screenshot von Google Maps hier ein, dann sehen wir weiter.
    Zum Thema Speicher: Bei den derzeitigen Speicherpreisen lohnt es sich noch nicht. Es ist lukrativer, den Überschuss einzuspeisen und nach EEG vergüten zu lassen.

  • Zitat von Shadowblues

    Ich habe ein Dach, 75qm, Südausrichtung, 11 Grad nach Osten gedreht, Dachneigung 45 Grad. Stromzähler zeigt 38000 kWh an seit 2015.


    Rund 12.000KWh pro Jahr ... Heizung direkt per Strom oder wie schafft man das?


    Wenn da über 13 oder 14KWp drauf passen, dann mit PV voll machen und ggfs. eine BWWP für den 1000l Puffer nehmen ... wofür auch immer man 1000l WW im Sommer brauchen mag. :roll:


    Ohne Speicher, wenn es um Stromkosten senken und Rendite geht.


    Datenlogger und Verbrauchsvisualisierung geht mit Fronius WR z.B. per einfachem zusätzlichem S0-Zähler im Verbrauhszweig. Bei SMA würde man sich den SunnyHomeManager2.0 als Spielzeug gönnen. Geht auch per App.


    Möglicherweise hast Du energetischen Optimierungsbedarf ... vielleicht ist es aber auch einfach so wie es ist richtig. :juggle:

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hi,


    also anbei ein Bild von Google Maps und ein Bild vom Dach - hab extra viel beim Bau freigelassen und auch die Antenne auf die andere Seite verbannt. Die Ausrichtung muss ich aber nochmal ausmessen - ich glaub das mit den 11 Grad hab ich damals beim Bau falsch gemessen. Das Haus ist laut Plan 11,1m breit und 10,2m lang - Grundriss. Dachneigung entgegen meinem alten Hirn 35 Grad, da hatte ich altes und neues Haus verwechselt. Das Dach hat ja noch nen Überstand, also wird die Fläche ca. 7m x 11,8m sein .... also ca. 80qm.


    Wärme: OK, hatte ich auch so schon erahnt, frisst auch nicht wirklich viel weg im Sommer. Ne Pelletsladung für 1400 Euro hält locker 2, eher 3 Jahre und dazu kommen ca. 200 Euro und n bissl Arbeit fürs Winterholz. Aber das ist Sport, keine Arbeit.


    Speicher: Würde ich auch nehmen wenn es sich "noch nicht ganz so dolle" lohnt. Wenn es natürlich nur Geldverbrennung im grossen Mass ist, dann natürlich nicht.


    12000 kWh / Jahr: Naja, einerseits mehrere Server die hier so vor sich hinlaufen, andererseits auch Kinder bei denen jeden Abend die Kiste läuft - wie bereits beschrieben. Geheizt mit Strom wird nur das Wasserbett.


    Dachte der Speicher könnte ich rentieren, da ich ihn ja quasi jede Nacht leermachen würde über Server und PCs


    Gruß
    Roger

  • Zitat von Shadowblues

    Das Dach hat ja noch nen Überstand, also wird die Fläche ca. 7m x 11,8m sein .... also ca. 80qm.


    Da passen dann theoretisch 4*11 Module drauf.
    Kamin, Dachfenster, noch ein Kamin und Blitzschutz werden aber Module kosten.
    Mit Glück sind es am Ende noch 40 Stück ... bei 325Wp sind das dann 13KWp ... würde ich noch bauen.
    Wenn es nur noch 11-12KWp werden, würde ich bei 9,99KWp Schluss machen.


    Die Garage im Norden ist leider unbrauchbar ... eine Belegung von DN35 NNW Dach nur in sehr sehr günstig sinnvoll.


    Zitat

    Speicher: Würde ich auch nehmen wenn es sich "noch nicht ganz so dolle" lohnt. Wenn es natürlich nur Geldverbrennung im grossen Mass ist, dann natürlich nicht.


    Zitat

    Dachte der Speicher könnte ich rentieren, da ich ihn ja quasi jede Nacht leermachen würde über Server und PCs


    Es gibt endlos lange Themen dazu.
    Grob überschlagen kostet der Speicher mit Batterie-WR und Montage 6.000,- bei 7KWh Kapazität.


    Du wirst den Speicher sicher jede Nacht leer bekommen ... aber Du bekommst ihn auch sicher nicht jeden Tag voll.
    Gehe mal von 220 Vollzyklen im Jahr aus, was schon viel wäre.


    220*7KWh=1540KWh, die der Speicher im Jahr an Bezug sparen würde.
    Dafür verlierst Du die gleiche Menge an Einspeisevergütung, Speicherverluste von rund 20% und Steuern auf den DV vergessen wir an dieser Stelle mal.


    Bei Bezugskosten von 25 Cent pro KWh sparst Du 385,- im Jahr.
    Entgangene EEG Vergütung kostet dich 185,- im Jahr; Ersparnis pro Jahr rund 200,-.


    6000,- / 200,- = 30 Jahre ... und Speicherverluste und Steuern sind noch nicht berücksichtigt.


    Wenn Du irgendwas an dem Rechenweg nicht verstehst, dann frage nach oder setze Deine Zahlen z.B. für den Bezug ein ... das Ergebnis wird sich dadurch aber nicht großartig ändern. Ob der Speicher mit vertretbarer Restkapazität überhaupt 30 Jahre hält wäre auch noch eine Frage. Gleiches gilt für den Batterie WR. :juggle:

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Die SAT Antenne muss runter und die Fangstangen würde ich ersatzlos demontieren.
    Stimmt nicht, deine Solaranlage ist der Ersatz.
    Die fängt alles ein, da braucht es die Stangen nicht.
    Aber die Erdung ist schon vorhanden, auch schon wieder ein bisschen gespart.

  • Hallo zusammen,


    danke erstmal für den regen Input :-)


    Den Kommentar mit der SAT Anlage und den Fangstangen verstehe ich nicht, Was stört an der SAT Anlage? Und wieso? Die macht 0! Abschattung. Und irgendwo muss ein Fernsehsignal ja herkommen.
    Fangstangen? Du meinst den Blitzschutz? Ungern ... Kamin ist höher als Solaranlage. Was stören die? Machen doch auch keine Abschattung .. Naja, ok, ganz spät Abends mal ...


    Peter, ok, die Rechnung ist nachvollziehbar, vielen Dank. Werde das nochmal anpassen wegen LBank Förderung falls es die noch geben sollte. Aber es hilft auf jeden Fall mal. Wieso bei 12kW auf 9.9kW abrunden? Wegen den 0,33 Cent weniger Vergütung?


    Gruß
    Roger

  • Denk mal an deinen Nick.
    Jeder Schatten stört, wirklich jeder.
    Je näher um so schlimmer.
    Zum Satellitensignal.
    Das kommt von oben und reicht bis auf die Erde, ehrlich.
    Hänge die Antenne unter die Dachrinne so dass du vom Balkon aus dran kommst.
    Zum Blitzschutz.
    Falzklemme an den Kamin und ans Gestell oder den Aluleiter anklemmen.
    Feddisch.
    Wenn der Blitz bei dir einschlägt dann bleibt kein Auge trocken, mit Fangstange oder ohne.
    Aber es wird nicht brennen, und darauf kommt es an.
    Zum Abrunden.
    Fällt dir auf dass ganz viele Anlagen bis knapp unter 10kW gebaut werden?
    Meine auch.
    Zwar gilt dass mehr besser ist, aber bei knapp über 10 wird es unnötig teuer.
    Bei dir besonders weil dein Eigenverbrauch so oder so hoch ist.
    Hast du ein Gewerbe?


    Zur Dachausrichtung.
    Die istmeiner Meinung nach zwischen 25 und 27 Grad aus Süd heraus gedreht, und zwar nicht nach Osten sondern Westen.
    Die Dachneigung lässt sich aus einen Foto nicht so gut abschätzen, ich tendiere aber eher nach 35 Grad

  • Zitat von Shadowblues

    Wieso bei 12kW auf 9.9kW abrunden? Wegen den 0,33 Cent weniger Vergütung?


    Bei Anlagen ab 10kWp musst du EEG-Umlage abführen, dein Gewinn pro eingespeister kWh verringert sich also. Oberhalb 10kWp lohnt es sich deshalb erst ab ca. 12-13 kWp, so groß zu bauen. Wo genau die Grenze liegt müsste man mit einer für dich zugeschnittenen Ertragsprognose und deinem speziellen Verbrauchsprofil ausrechnen. Wenn du also mit teuren Hochleistungsmodulen nur so eben 12kWp schaffst auf deinem Dach, ist es risikoärmer mit günstigen Modulen <300Wp zu arbeiten und sich an 9,99kWp heranzutasten. Ab 15kWp kann dann meist wieder bedenkenlos gebaut werden, aber so viel passt nicht auf dein Dach.

  • Bis 10KWp wegen der anteiligen EEG Umlage (40%) ab 10KWp Anlagengröße ... dann aber auf den gesamten DV.
    Das bringt einen auch nicht um ... sind bei Dir bei hohem DV vielleicht 100,- im Jahr und könnte sich selbst bei nur 12KWp noch rechnen, weil der Verbrauch einfach enorm ist ... ich wollte nur auf die Schwelle bei 10KWp hinweisen.
    10,5 oder 11KWp würde ich aber recht sicher nicht bauen.
    Dann lieber auf etwas günstigere 290Wp Module gehen und 9,9KWp in günstig bauen.


    Die SAT und die Fangstangen sehe ich jetzt nicht so kritisch bezüglich Schatten.


    Das Blitzgedöns ist halt nervig, weil man nach meinem Stand am Rand einen halben Meter Abstand halten muss.
    Da verliert man also mindestens mal 4 Module.
    Ich sehe keinen großen Sinn in dem Zeugs ... bin was das angeht aber auch absoluter Laie ... das ist mMn scheinheilige Sicherheit und viel Geschäftemacherei ... wenn der Blitz einschlagen will, dann macht der das auch und im Zweifel geht auch mit Blitzschutz die Elektrik im Haus und mehr kaputt.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5