Lohnt sich Solaredge?

  • Ich habe ein 23° geneigtes Walmdach mit 20° Ausrichtung Süd. Ich kann damit 3 Dachflächen belegen. Jeweils 8Module Ost/West, 9 Süd, also 25 Module gesamt. Keine Verschattung.
    Nun können ja die meisten WR 2 Strings, optimal wären bei mir 3 Strings.
    Also müsste ich, lt. Aussage eines Speicherherstellers (QCells) am Besten 2 Strings mit jeweils ein Teil vom Süddach zu Ost/West hinzu nehmen weil der Bereich für die MPPT Regelung früh erreicht wird.


    Alternativ könnte ich Solaredge verwenden. Das kostet bei 25 Modulen knapp 1T€. Weiterhin müsste man dann wohl einen Solaredge WR verwenden, d.h. Speicher mit WR wird schwierig.


    Weiss jemand wieviel man realistisch durch Nichtverwendung von Solaredge verliert?
    Andere Ideen?

  • Zitat von davesteel


    Weiss jemand wieviel man realistisch durch Nichtverwendung von Solaredge verliert?


    Da verliert man garnichts wenn man es richtig macht. Der Vorschlag deines "Speicher Anbieters" ist Quatsch, man legt nicht so ohne weiteres Module mit völlig anderer Ausrichtung in einen Südstring :?

    Zitat


    Andere Ideen?


    Zwei kleine, einphasige Wechselrichter, dann hast du 4 MPP-TRACKER und kannst ggf. noch ein Nebengebäude oder das Norddach (vorher möglichen Ertrag mit PVGIS ermitteln) mit dazunehmen.


    Edit :
    Wofür möchtest du den Speicher :?:
    Rein aus finanzieller Sicht lohnt das nicht, da frisst der Speicher die von der PV Anlage erwirtschafte Rendite wieder auf.


    Speicher funktioniert übrigens auch mit Solaredge, entweder AC gekoppelt oder mit einphasigen SE-Wechselrichter.
    Aus Rentabilitätsgründen würde ich ihn erstmal weglassen und ggf später nachrüsten wenn's sich irgendwann lohnt.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Danke Dir! Die Idee mit 2 WR ist gut!
    Bzgl. Speicher hast Du Recht. Soweit ich es bisher sehe, verschlechtert er die relative Rendite leicht. Aber man erhöht den absoluten return. Da ich ein relativ kleines Dach habe kann das interessant sein. Ich habe hier ein Angebot für einen QCells.home 8kWh bekommen wo der Speicher inkl. WR ca. 5.750EUR kostet (netto). Das scheint mir sehr günstig und dann könnte es Sinn machen. Nachrüsten wenn günstiger ist sicher ein Argument aber man kann halt die Umsatzsteuer dann nicht mehr geltend machen. D.h. der Speicher muss mind. 19% günstiger werden bis man einen Vorteil hat.

  • Zitat von davesteel

    Aber man erhöht den absoluten return.


    Das ist falsch, unterm Strich kommt nach Ablauf der EEG-Vergütungszeit von 20 Jahren mit Speicher weniger raus als ohne.
    Der Speicher muß sich allein mit der Ersparnis aus der Differenz zwischen EEG Vergütung und Bezugsstrompreis refinanzieren und er wird die 20 Jahre mit Sicherheit nicht durchhalten.


    Die Kombination von Speicher und Wechselrichter sehe ich eher als Nachteil.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59


    Das ist falsch, unterm Strich kommt nach Ablauf der EEG-Vergütungszeit von 20 Jahren mit Speicher weniger raus als ohne.
    Der Speicher muß sich allein mit der Ersparnis aus der Differenz zwischen EEG Vergütung und Bezugsstrompreis refinanzieren und er wird die 20 Jahre mit Sicherheit nicht durchhalten.


    Die Kombination von Speicher und Wechselrichter sehe ich eher als Nachteil.


    Ganz richtig. Der Speicher muss sich genau aus dieser Differenz finanzieren. Also derzeit ca. 16ct.
    Mit "weniger raus" meinst Du prozentuale oder absoute Rendite? Prozentual hast Du ganz sicher Recht. Absolute Rendite glaube ich eher nicht. Hast Du da eine Quelle?



    Ich habe es mit dem Rechner vom Öko Institut für mich nachgerechnet und komme auf eine Reduktion der Rendite um ca. 2%.
    Anhaltspunkte liefert auch:
    https://www.finanztip.de/photovoltaik/stromspeicher/


    Rechnet man mit 1.100EUR netto für den WR einer 7.5kWp Anlage (scheint mir eher wenig zu sein) kommt man auf 580EUR pro kWh für den Speicher netto (WR ist da drin). Damit haut es gerade so hin. Aber klar, wenn die Dinger nur 10Jahre halten siehts schlecht aus. Ob da die Kapazitätsverringerung eingerechnet wurde weiss ich nicht.

  • Zitat von davesteel

    Also müsste ich, lt. Aussage eines Speicherherstellers (QCells) am Besten 2 Strings mit jeweils ein Teil vom Süddach zu Ost/West hinzu nehmen weil der Bereich für die MPPT Regelung früh erreicht wird.


    Versteh ich nicht, wie ist das gemeint? Bei 23° Neigung würde ich die verschiedenen Ausrichtungen nicht in Reihe schalten, da sind die Verluste höher, als der Wirkungsgrad-Gewinn des WR durch höhere Stringspannung.


    Ich würd hier unter 7kWp bleiben (sonst 100€ jährlich Smartmeter-Kosten, die den Ertrag der 0,5kWp wieder auffressen), oder mit Hochleistungsmodulen schauen, ob man die 8,5kWp knacken kann (gehen wirklich nicht mehr Module drauf)?


    Bei Schattenfreiheit gibts keinen Grund für zwei WR. Und für SE gibts erst recht keinen Grund, damit hat man hier keine Mehrertrag aber Mehrkosten (und das gleiche Problem mit den kurzen Strings -> ggf. bräuchte man sogar hier zwei einphasige SE-WR...).
    Erster Ansatz wäre: O/W-Strings parallel auf den einen Tracker, und S-String auf den anderen.


    Dreiphasige WR laufen hier in einem unschönen Spannungsbereich, aber dürften trotzdem deutlich wirtschaftlicher sein, als zwei einphasige Geräte. Am besten selbst in SunnyDesignWeb durchspielen, und schauen welcher Ertragsunterschied rauskommt (z.B. Tripower 6000 vs. zwei einphasige).
    Zum Spaß auch mal alles an einen SB5.0 hängen, das dürfte dann >5% Abregel-Verluste ergeben bei 7kWp, ist aber vielleicht trotzdem wirtschaftlich günstiger.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Zitat von Weidemann


    Bei Schattenfreiheit gibts keinen Grund für zwei WR. Und für SE gibts erst recht keinen Grund, damit hat man hier keine Mehrertrag aber Mehrkosten (und das gleiche Problem mit den kurzen Strings -> ggf. bräuchte man sogar hier zwei einphasige SE-WR...).
    Erster Ansatz wäre: O/W-Strings parallel auf den einen Tracker, und S-String auf den anderen.


    Selbstverständlich gibt es dafür einen triftigen Grund. Mit solch kurzen Strings läuft jeder dreiphasige Wechselrichter aufgrund der geringen Stringspannung äußerst ineffizient. Die zu erwartenden Verluste am dreiphasigen WR führen nicht nur zu geringeren Erträgen sondern auch zu höherer Abwärme die sich negativ auf die Lebensdauer des Gerätes auswirkt. Solche Aussagen bekommt man aber natürlich nicht wenn man ausschließlich das Auslegungstool eines Herstellers befragt.
    Ob 2 einphasige (effizient arbeitende) Wechselrichter in diesem Fall wirklich teurer als 1(ineffizient arbeitender) dreiphasiger WR sind ist noch die Frage die in Form eines Angebots zu klären wäre.
    Ein geringer Aufpreis von vlt. 200 € wäre es mir jedenfalls wert.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59


    Selbstverständlich gibt es dafür einen triftigen Grund. Mit solch kurzen Strings läuft jeder dreiphasige Wechselrichter aufgrund der geringen Stringspannung äußerst ineffizient. Die zu erwartenden Verluste am dreiphasigen WR führen nicht nur zu geringeren Erträgen sondern auch zu höherer Abwärme die sich negativ auf die Lebensdauer des Gerätes auswirkt. Solche Aussagen bekommt man aber natürlich nicht wenn man ausschließlich das Auslegungstool eines Herstellers befragt.
    Ob 2 einphasige (effizient arbeitende) Wechselrichter in diesem Fall wirklich teurer als 1(ineffizient arbeitender) dreiphasiger WR sind ist noch die Frage die in Form eines Angebots zu klären wäre.
    Ein geringer Aufpreis von vlt. 200 € wäre es mir jedenfalls wert.


    Selbst ein 3ph SE wäre nicht optimal, da die 8 Module von O/W erst zusammen mit den Modulen von S erst die notwendige Stringsspannung von 750V liefern können d.h. schon hier müsste man statt die P370 auf die P404 ausweichen um eine bessere, aber immer noch nicht optimale Spannungslage zu bekommen.
    Daher auch hier die Empfehlung trotz P404 2x HD Wave zu nehmen und an einem dann einen StorEdge zu betrieben, wenn man unbedingt einen Speicher haben will. Auslegung 8O und 8S an einem HD Wave sowie 7S und 8W an den anderen HD Wave.
    Das geht aber im Prinzip auch mit jedem anderen 1ph Wechselrichter wenn man auf eine DC-Anbindung des Speicher verzichtet.

    Tesla P85+ seit 8/13 >414.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.

  • Zitat von smoker59

    Mit solch kurzen Strings läuft jeder dreiphasige Wechselrichter aufgrund der geringen Stringspannung äußerst ineffizient. Die zu erwartenden Verluste am dreiphasigen WR führen nicht nur zu geringeren Erträgen sondern auch zu höherer Abwärme die sich negativ auf die Lebensdauer des Gerätes auswirkt. Solche Aussagen bekommt man aber natürlich nicht wenn man ausschließlich das Auslegungstool eines Herstellers befragt.


    Wo bekommt man solche Aussagen dann her? Aus deiner Glaskugel? :roll:
    Wie definierst du "äußerst ineffizient", oder soll das etwa nur ein Totschlagargument sein? :juggle:


    Das mit der Lebensdauer mag statistisch stimmen, aber selbst aus Hersteller-Sicht dürften andere Probleme meist früher zuschlagen (wer Daten hat, immer her damit).
    Für den Endkunden ist der Lebensdauer-Einfluss nicht relevant, da man eh mit Zufalls-Ausfällen rechnen muss -> man braucht sowieso eine Garantieverlängerung bzw. entsprechende Rücklagen.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Zitat von eba


    Das geht aber im Prinzip auch mit jedem anderen 1ph Wechselrichter wenn man auf eine DC-Anbindung des Speicher verzichtet.


    Auf die DC-Anbindung müsste man nicht verzichten. Z.B. ein DC-gekoppelter Solarwatt MyReserve liesse sich jederzeit problemlos nachrüsten.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59