"Speicherhasser vs. Speicherfanatiker"

  • Dazu werden aber die 10kWh-Speicherleins in EFH mit kastrierter PV auf dem Dach niemals nennenswert beitragen.

    Genauso wenig wie tonnenschwere Rumsteh-BEVs um das eigene Ärschlein von A nach B zu befördern.

    Deswegen sehe ich auch keinerlei Sinn darin solche Entwicklungen durch "early adopter"- Getue voranzutreiben.

    Mal so 10-20 Jahre in die Zukunft gedacht:

    Rechnen wir mal, dass von den knapp 20 Mio Wohnhäusern in Deutschland 20% (willkürliche Annahme) eine PV mit Speicher mit durchschnittlich 10 kWh Kapazität haben werden. Macht 4 Mio Hütten * 10 kWh = 20 GWh Kapazität.

    Dazu nochmal 20% der PKWs als BEVs (auch willkürliche Annahme) mit durchschnittlich 50 kWh Akku, die 10% davon für das Netz zur Verfügung stellen: 8 Mio PKWs mal 5 KWh = 40 GWh ergibt zusammen 60 GWh Batteriekapazität - oder anders ausgedrückt: Deutschland könnte bei Vollast rund eine Stunde auf Batterie laufen. Hört sich erstmal gar nicht so dolle an, wäre aber - genauer betrachtet - schon sehr beachtlich.

    9kWp, 38° DN, 30° West
    IBC Solar 300W, Fronius Symo 8.2-3
    12 kWh Sonnenbatterie

  • ... und wenn der Bedarf dafür irgendwann tatsächlich bestehen sollte, wird es auch garantiert wirtschaftlich attraktiv sein, das zu tun. Ohne echten Bedarf bleibt es eben ein teures, aber wenig Prestige-trächtiges Hobby. Meinen Speicher hab ich ganz für mich allen, damit ich mich gut fühle :-)

    780 Wp Inselanlage
    Akku 24V/500Ah, Laderegler Victron MPPT 150, Wechselrichter Victron Multiplus

  • Speicher im Keller haben doch schon etwas mit Egoismus zu tun. Sonst würde man Strom teilen und dem Nachbar durch Netzeinspeisung zur Verfügung stellen, anstatt selbst mit Verlusten im Keller einzuspeichern.
    Und nun kommt es zum Blackout und ich müsste meinen eingespeicherten Strom mit dem Nachbar teilen. Warum dann, wenn schon vorher nicht? Wie würden Speicherbesitzer entscheiden: 1Std für ganz Deutschland Strom oder für mich allein 8Std. Strom? Speicher-Freunde gehen lieber auf 50% Einspeiseleistung runter um den Speicher finanziert zu bekommen.

  • Hi Argo,

    ich kann Deine Bezeichnung für Speicherbesitzer nicht ganz nachvollziehen: Den Tages - Überschuß in den Speicher und Nachts verbraten ist doch völlig ok. Wenn's zum Blackout kommt, sollte man allerdings dazu bereit sein, ein Kabel über den Zaun zu schmeißen, damit beim Nachbarn die (Öl / Gas) Heizung weiter läuft. Muß ja nicht für bares sein. Ne Kiste Bier oder so tun's auch. Dann gibt's auch keinen Ärger mit dem Finanzamt.(Grins...) Ich denke hier allerdings nicht nur an das EFM, sondern auch an die Datsche irgendwo in der Wallachei oder an die Finca in Spanien, wo der Herbsturlaub stattfindet.

  • Ich bin ja jetzt eigentlich kein EGO und würde meinem Nachbar im Notfall schon ein Kabel üben Zaun werfen.

    Aber warum sollte ich beim Blackout einem Speicherhasser meinen Batteriestrom anbieten?

    Wenn er doch der Meinung ist, daß Speicher scheiße sind.

    9,99KW Yingli 270W Ost/West, SMA9000TL-20, Home Manager.
    Eigenbau BHKW mit 5KW Gleichstrom Generator.
    48V 775Ah Bater an 2 Victron Multigrid
    2,7KWp Axitec AC-300M/156-60S Südausrichtung
    Victron BlueSolar 150/60-Tr

  • Ich bin ja jetzt eigentlich kein EGO und würde meinem Nachbar im Notfall schon ein Kabel üben Zaun werfen.

    Aber warum sollte ich beim Blackout einem Speicherhasser meinen Batteriestrom anbieten?

    Wenn er doch der Meinung ist, daß Speicher scheiße sind.

    Er macht dann mal eine Ausnahme :)

  • Speicher im Keller haben doch schon etwas mit Egoismus zu tun. Sonst würde man Strom teilen und dem Nachbar durch Netzeinspeisung zur Verfügung stellen, anstatt selbst mit Verlusten im Keller einzuspeichern.
    Und nun kommt es zum Blackout und ich müsste meinen eingespeicherten Strom mit dem Nachbar teilen. Warum dann, wenn schon vorher nicht? Wie würden Speicherbesitzer entscheiden: 1Std für ganz Deutschland Strom oder für mich allein 8Std. Strom? Speicher-Freunde gehen lieber auf 50% Einspeiseleistung runter um den Speicher finanziert zu bekommen.

    Meine Nachbarn bekommen mehr als die Hälfte des von mir produzierten Stroms. Ich finde das großzügig. Sind nicht die Nachbarn eher die Egoisten, die sich nicht drum scheren und trotz meiner Werbung auch in wirtschaftlicher Hinsicht keine PV auf ihr Dach bauen? Im Blackoutfall sitze ich auch im Dunkeln. Dafür habe ich mir den Speicher auch nicht angeschafft.

    8,64 kWp 32x IBC Polysol 270 gx5 + SMA 7000 TL 20 + LG Chem Resu 10H + SMA Storage 2,5 + SHM 2.0 - Ost-West Flachdach 10° - -65° / 115°

  • Speicher im Keller haben doch schon etwas mit Egoismus zu tun. Sonst würde man Strom teilen und dem Nachbar durch Netzeinspeisung zur Verfügung stellen, anstatt selbst mit Verlusten im Keller einzuspeichern.

    Das ist doch realitätsfern. Dazu müsste der Nachbar Deinen Strom direkt abkaufen können. Da aber der Großteil beim Grundversorger ist und dort fleißig den deutschen Energiemix inkl. aller fossilen Relikte abzapft, hinkt die Idee etwas.

    Erstmal selber seinen erzeugten Strom örtlich verbrauchen, dann abgeben macht mehr Sinn. Es drückt die Einspeisespitze zur Mittagszeit und bremst im besten Fall morgens und abends die Verbrauchsspitze ab = Netzstabilisation = kein weiterer Netzausbau nötig = Kohle & Co. wird irgendwann überflüssig. Von ganz allein.

    Am Ende macht es der intelligente Mix aus Solar, Wind, Bio, Wasser, lokalen und div. Großspeichern verschiedenster Art (Wasser, Chemie) um insgesamt einen nachhaltigen Energiemix zu bekommen. Nur eine Sache wird eh nicht funktionieren.

  • Im Notfall kommt der Nachbar einfach herüber, und wir machen es uns am Feuer gemütlich ;-)

    780 Wp Inselanlage
    Akku 24V/500Ah, Laderegler Victron MPPT 150, Wechselrichter Victron Multiplus