Stromkosten Österreich (NÖ) Gewerbe und PV / Speicher

  • Werte Gemeinde,


    ich habe vor ein paar Tagen meine Stromabrechnung für 2017/2018 bekommen und war doch etwas überrascht. Analyse, Erkenntnisse und Entscheidungen / Optimierungen möchte ich hiermit teilen:


    Die Stromkosten werden auf der Rechnung und e-Control getrennt ausgewiesen, Energiekosten+Netzkosten+Steuern und Abgaben. Soweit nichts Neues.
    Unbrauchbar ist diese Aufschlüsselung dennoch allemal, denn es sollte ausgewiesen werden:
    - Kosten pro kW Spitzenleistung
    - Kosten pro kWh Bezug
    - Fixkosten pro Tag oder Jahr


    Hier meine Verbrauchsdaten:
    Spitzenleistung Durchschnitt: 17 kW
    Bezug: 21871 kWh
    Einspeisung: 2478 kWh
    Eur 3091+MwSt=3710
    Keine Diskussion, viel zu hoch. Und der eingespeiste Strom vergütet mit 3,7 ct. Da bin ich gleich ein paar Irrtümern aufgesessen.


    Also die Rechnung anders (siehe oben: kW / kWh / fix) aufgeschlüsselt:


    Kosten Spitzenleistung 17 kW
    170 Energie
    605 Netz
    192 Abgaben
    967 Summe = Eur 57 / kW
    1160 inkl. MwSt


    Kosten 21871 kWh
    857 Energie
    672 Netz
    478 Steuern
    2007 Summe = 9,2 ct / kWh
    2408 inkl. MwSt.


    Kosten Fix (Jahr)
    84 Netz
    31 Steuern
    115 Summe
    138 inkl. MwSt.



    Einspeisung 2478 kWh
    91,87 = 3,7 ct / kWh


    E-Control Tarifkalkulator bei Gewerbe zeigt mir meinen EVN Tarif gar nicht an. Als gäbe es diesen nicht. Es gibt sogar keinen einzigen EVN Gewerbetarif laut Gewerbe-Kalkulator.


    Ergebnis der Analyse: die Spitzenleistungen treffen mich besonders hart und versauen die Kalkulation. Hier muss ich ansetzen. Dass mich die bezogene kWh wenig kostet, ist sehr gut. Dass ich fast nichts für die eingespeiste kWh bekomme ist suboptimal.


    Erkenntnisse:
    1. mir ist nun ziemlich egal, ob ich einspeise oder nicht, ob ich am Einspeiselimit bin oder nicht. Ist nicht mal den Gedanken daran wert.
    2. die Spitzenleistungen müssen runter. Realistisch komme ich runter auf 3 bis 5 kW im Jahresdurchschnitt. Dann wären die Stromkosten sogar weit unter dem günstigsten Anbieter laut Tarfikalkulator.
    3. ich nutze nun den Speicher, um die Spitzen zu vermeiden - habe entsprechend herumprogrammiert an der eigenen Steuerung.
    4. Wärmepumpentarif: ist mir nun voll egal, ich bin durch Gewerbe schon unter den besten Wärmepumpentarifen, vermiedene Spitzenleistungen vorausgesetzt.


    Das haut nun die Rentabilitätsrechnung des Speichers nicht großartig nach vorne, aber vielleicht hilft es jemandem - Gewerbe und Spitzenleistungen können weh tun...


    Stimmt auch nicht ganz - das könnte ja auch in Zukunft jedermann blühen, es wird ja schon politisch diskutiert - private und Spitzenleistungen.
    Wie kann ein Privater 17 kW Spitzenleistungen im Schnitt erreichen?
    Kein Problem, 3-Auto 3phasig laden (= 11 kW) plus gleichzeitig kochen oder sonst was. Oder eine Zoe mit 22 kW laden - gratuliere.
    Es reicht, das nur 1 Mal im Monat (!) für 15 Minuten zu tun - wenn die Berechnung für Private gleich ausgeführt werden sollte wie für Gewerbe jetzt.
    Lösung ohne Speicher: e-Auto langsamer laden lassen, die Nacht ist ja lang genug...


    Grüße, mmmpv