Verringerung des Zahlungsanspruchs bei negativen Preise

  • Dieser Thread wird nur die Wenigsten betreffen, da das Thema nur PV-Anlagen ab 500 kWp aufwärts betrifft.


    Bei negativen Preisen am Spotmakt über einen Zeitraum von mehr als 6 Stunden, reduziert sich der anzulegende Wert für diesen Zeitraum auf Null. Das kann durchaus weh tun, zumal keiner in die Zukunft schauen kann und sagen kann, wie oft dieses Ereignis in den kommenden Jahren eintreffen wird.


    Ziel dieses Threads ist es, die Zeiten mit negativen Preisen zu dokumentieren, um die Entwicklung später nachvollziehen zu können.


    Aber zunächst einmal die Formulierung des § 51 Abs.1 EEG:

    Zitat

    § 51 Verringerung des Zahlungsanspruchs bei negativen Preisen


    (1) Wenn der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone für Deutschland am
    Spotmarkt der Strombörse in der vortägigen Auktion in mindestens sechs aufeinanderfolgenden
    Stunden negativ ist, verringert sich der anzulegende Wert für den gesamten
    Zeitraum, in dem die Stundenkontrakte ohne Unterbrechung negativ sind,
    auf null.


    Hier findet man eine gute Übersicht, in welchen Jahren und Monaten überhaupt negative Preise aufgetreten sind.
    Und hier kann man die genaue Stundenanzahl in den einzelnen Monaten nachschauen.


    Nachfolgend liste ich die Zeiten mit negativen Preisen ab dem Jahr 2016 auf:


    2016:
    28.03.: 12:00 - 18:00 Uhr (6 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    08.05.: 10:00 - 18:00 Uhr (8 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    22.05.: 09:00 - 17:00 Uhr (8 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    20.11.: 10:00 - 17:00 Uhr (7 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!

    24.12.-25.12.: 23:00 - 8:00 Uhr (9 Std.) --> unkritisch!
    26.12.: 01:00 - 10:00 Uhr (9 Std.) --> unkritisch!
    26.12.-27.12.: 23:00-07:00 Uhr (8 Std.) --> unkritisch!


    2017:
    30.04.: 11:00 - 19:00 Uhr (8 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    30.04.-01.05.: 22:00 - 17:00 Uhr (19 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    30.07.: 10:00 - 17:00 Uhr (7 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    28.10.-29.10.: 21:00 - 17:00 Uhr (20 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!

    23.12.-24.12.: 21:00 - 08:00 Uhr (11 Std.) --> unkritisch!
    25.12.: 00:00 - 08:00 Uhr (8 Std.) --> unkritisch!
    26.12.: 02:00 - 09:00 Uhr (7 Std.) --> unkritisch!
    26.12.: 10:00 - 16:00 Uhr (6 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    31.12.: 23:00 - 24:00 Uhr (1 Std.) --> unkritisch!


    2018:
    01.01.: 00:00 - 15:00 Uhr (15 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    15.01.-16.01.: 23:00 - 05:00 Uhr (6 Std.) --> unkritisch!
    29.01..: 00:00 - 06:00 Uhr (6 Std.) --> unkritisch!
    18.03.: 00:00 - 11:00 Uhr (11 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!
    01.05.: 00:00 - 18:00 Uhr (18 Std.) --> tut dem PV-Betreiber weh!

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)

  • Hallo Bento,


    wird das im Nachhinein das mit JA und NEIN veröffentlicht oder bereits vor den 6 Stunden ?


    Nicht das man erst 6 Stunden einspeist und dann wird gesagt, außer Spesen nichts gewesen.


    Gruß

  • Die Börsenpreise für den Folgetag stehen spätestens gegen 16 Uhr fest, nachsehen muß man da schon selbst. Da alle betroffenen Anlagen in der Direktvermarktung sind, und der Vermarkter da mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Auge drauf hat, sollte da nichts anbrennen. Außerdem ist ja niemand gezwungen an der Börse zu vermarkten und was man erlöst, darf man ja behalten man bekommt nur keine Marktprämie.

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.

  • Zitat von alterego

    .....und was man erlöst, darf man ja behalten man bekommt nur keine Marktprämie.


    Nur leider ist die Marktprämie der weitaus größte Teil. :?

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)

  • Zitat von Bento


    Nur leider ist die Marktprämie der weitaus größte Teil. :?

    Nur doof das man für solche Tage keine großen Akkus zwischen schalten kann ... :?

    3.2018 40 x BenQ Solar Sun Vivo PM060MB2 -> 12kWp bei DN 38° mit ca. -18 ° SO
    an 25000TL-30 mit SHM 2.0
    SBS 3.7 und BYD HV 9,0 kWh
    PVGIS-Prognose 980 kWh/kWp

  • Zitat von duncan02

    Nur doof das man für solche Tage keine großen Akkus zwischen schalten kann ... :?


    Das dürfte sich nicht lohnen! Überleg mal, wie groß der Akku bei einer 750 kWp-Anlage sein müsste ?


    Bzgl. der negativen Spotmarktpreise würden mich aber mal Erfahrungsberichte von Betreibern interessieren, die PV-Anlagen ab 500 kWp betreiben.

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)

  • Zitat von Bento


    Nur leider ist die Marktprämie der weitaus größte Teil. :?


    Dürfte schon einige Anlagen am Netz geben, bei denen die Marktprämie derzeit nicht mehr der größere Teil ist.
    Seit die Monatsmarktwerte um oder gar über 50€/MWh liegen, gab es keine längeren negativen Preise mehr. Bleibt spannend, wie sich die Marktwerte im Winter entwickeln, wenn der Wind wieder aufdreht.

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.


  • Die beiden gehören zusammen ;)


    Darauf warte ich schon lang, daß die Windmüller sich einigen und den Preis möglichst auf genau Null halten. Die eine Stunde drunter macht ja nichts, während ca. 15 Stunden schon unangenehm wären. Ob da das Kartellamt mal genauer hinschaut?

  • Zitat von alterego


    Die beiden gehören zusammen ;)


    Ja, ich weiß.
    Ich wollte die Zeiten jedoch den Jahren zuordnen und da die PV nachts nichts erzeugt, hatte ich den Negativpreis in der einen Stunde vor MItternacht im Jahr 2017 als "unkritisch" fürs Jahr 2017 angesehen.
    Negative Preis in der Nacht sind für PV ohnehin unkritsch, solange sich nicht ein mindestens 6 Std. Zeitraum in die Tagesstunden hineinzieht.

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)