Beratung 7kWp Süd DN20° - WR, Nordbelegung, sonst. Fragen

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich jetzt schon ein paar Tage mit allen möglichen Informationen aus diesem Forum verbracht habe, möchte ich nun noch die letzten Fragen ausräumen bzw. noch weitere Anregungen holen.




    Dach ist auf einer DHH, 40m² Südausrichtung (Ausrichtung 5°?, Bild anbei), DN 20°, Region Ingolstadt (PLZ 85077), keine Verschattung, Ziegeleindeckung.
    Stromverbrauch Haushalt 2400kWh/a zu 25cent/kWh; Stromverbrauch WP 3500kWh/a zu 20cent/kWh
    Ertrag laut PVGIS Süd ~1010kWh/kWp
    Ertrag laut PVGIS Nord ~720kWh/kWp


    Strom kann tagsüber verbraucht werden, WP hängt allerdings auf einem zweiten HT/NT Zähler --> Hier habe ich schon gelernt, dass eine Einbindung der WP quasi nichts bringt.
    Ein Angebot liegt bereits vor, allerdings mit Solarpower Modulen und einer E3 Batterie für 25k netto (2900€/kWp :shock: absolut unrentabel!). Weitere Angebote folgen, hierfür möchte ich aber mein Wissen noch etwas aufbohren ;)


    Aktuell sind die Heckert NeMo® 2.0 60 M 300 Watt preislich sehr interessant (150€/Modul), als WR hätte ich gerne einen Fronius damit ich mit einem zusätzlichen S0 Zähler eine 70% weich fahren kann (für nur 50€ Aufpreis gibts denke ich kein Argument für 70% hart).


    Was mich jetzt noch umtreibt:
    1. Macht es in dieser Konstellation Sinn, auch noch die Nordseite bis zur Grenze 10kWp zu belegen? Einfach 10 Module mehr installieren auf der linken Seite des Norddaches. Der WR müsste dementsprechend größer ausgelegt werden, aber die Fixkosten Gerüst,Anfahrt,usw. blieben ja gleich. Laut meiner ersten Überschlagsrechnung, würde sich die Nordanlage erst nach 10 Jahren amortisieren (Süd nach 8 Jahren) aber das bedeutet ja immer noch eine sehr gute Rendite.


    2. Kommen die 10 extra Module dann auf einen eigenen String? (23x Süd und 10x Nord) oder ist das technisch unsinnig?


    3. Würdet ihr vielleicht sogar das Norddach komplett belegen und über die magische Grenze von 10kWp gehen? In Summe könnte ich dann auf 14kWp kommen, mit einer Verschattung durch die SAT Schüssel. Ist es der Aufwand (EEG-Umlage +x, hier weiß ich noch nicht Bescheid) wert?


    4. Um wieviel könne ich den Eigenverbrauch noch steigern, wenn die 10kWp bzw. 14 kWp installiert sind? Aktuell geh ich von 30% Eigenverbrauch bei 7kWp aus.


    5. Als Alternative habe ich mir noch die LG Solar LG335N1C-A5 NeON 2 angeschaut, kann mir aber nicht vorstellen, dass die 100€ Mehrkosten pro Modul die 10% bessere Leistung auf 7,7kWp rechtfertigen. Soll mir der bessere Ertrag nach längerer Laufzeit den Aufpreis wert sein oder habt ihr andere Meinungen.


    6. Die Garage (Flachdach) wird von den Häusern im Osten und Westen her verschattet, können sich hier noch Module rechnen? Um die Mittagsssonne mitzunehmen, aber ich glaube das wird utopisch.


    Puh viel Text, aber ich hoffe es war alles verständlich. Zu jedem Thema habe ich schon unzählige Threads gelesen, für meinen speziellen Fall wurde aber vieles noch nicht behandelt. Ich bedanke mich jetzt schon für eure Mithilfe!

    • Offizieller Beitrag

    Willkommen im Forum!


    Wie kommst du denn auf 23 Module auf der Südseite? Ist das hoch/quer kombiniert?
    Wenn wirklich "nur" 23 Module auf Süd gehen, dann nimm solche die in einen String gehen (je nach Typ gehen auch nur 22 in einen String), kannst ja mal in SunnyDesignWeb durchspielen, das gibt dir auch jeweils den geschätzten Eigenverbrauch aus (der nimmt mit größerer Nordanlage kaum noch zu).


    10 Module auf Nord dann definitiv in einen extra String.
    Ich würde durchaus schwach werden und Nord voller machen, aber nur wenn du das nicht auf Kredit finanzieren musst. Durch den geringeren Ertrag auf der Nordseite ist der Fall aber weniger eindeutig, als bei einer 14kWp-Südanlage.
    Variante wäre: Jetzt alles legen lassen, aber den Teil über 10kWp erst in 12 Monaten (oder vor EEG-Änderung) anschließen.


    Teuer Hochleistungsmodule brauchst du nicht, wenn du auch so die 10kWp voll kriegst.


    Die Garage sieht schwierig aus, zumindest wenn das Nachbarhaus dann nachmittags einen deutlichen Schatten wirft. Davon würd ich tendenziell die Finger lassen.
    Wenn du es genauer wissen willst, kannst du es in einer Testversion von PVSol simulieren (nur diesen Teil), einmal ohne Schatten und einmal mit Schatten, und mit dem so ermittelten Erschattungsverlust die PVGIS-Prognose korrigieren.

  • Danke für deine Antwort.
    Die Garage ist auch grad noch ein Hirngespinst, das glaub ich schnellstmöglich wieder aus meinem Kopf muss :wink:


    Die 23 Module wären 5x4 quer und die letzen 1x3 längs, oder ist sowas von den Halterungen nicht praktikabel?
    Weil ansonsten gingen nur 20 bzw. 21 (je nach Größe) drauf.


    Sunny Design Web spuckt mir für die Heckert 22 Stück (6..22) aus? Oder les ich die Grafik falsch ab?



    Drauflegen und nicht anschließen ist ein interessanter Ansatz, ich könnte also die übrigen Module auf dem Norddach nach 1 Jahr und 1 Tag dann dazunehmen? Läuft das dann als eigene Anlage ohne extra Zähler? Oder muss man hier noch mehr beachten?

  • Das ist schon richtig im SunnyDesign Web, genau die Heckert Module habe ich auch. An einem 1000V WR gehen von denen 22 in einen String, was mich persönlich aber nicht davon abhalten würde 23 Module auf das Süddach zu bauen, wenn du auch 23 Module aufs Süddach drauf bekommst - dann eben in 2 Strings.
    Rein rechnerisch verlierst du weniger als 1% Ausbeute, wenn du 22 Module auf 2 Strings verteilst, statt 22 Mdoule in einen großen String zu legen --> 23 Module in 2 Strings bringen dir deutlich mehr Leistung vom Dach als 22 Module in einem String.


    wenn du 23 x 300W Module verbaust, bist du bei 6,9 kWp und somit auch noch unter der "magischen" 7kWp-Grenze, ab der dann die Smartmeter-Pflicht greift.

    6,9 kWp Heckert NeMo 2.0 60M, SMA STP7000, SHM 2.0

  • Wenn es auf dem Dach ganz optimal ist, würden vielleicht auch 24 (3x8) passen. Dafür müsste ich aber wirklich mal hoch und messen. 22 Stück von Süden ein String und 2 im Süden und 9 im Norden an einem String?
    Wieviele Strings könnte ich denn an einen Fronius Symo anschließen? Ich lese hier im Datenblatt immer 2+2, sind es dann wirklich 4 Stück?
    Weil wenn ich einen zweiten WR extra für die Nordseite brauche, wird sich diese wohl nicht mehr rechnen..


    Gibt es die Pflicht für das Smart Meter nicht sowieso bis ca. 2020? Ich lese was von 100€ Gebühr im Jahr, wenn man die nur zwei Jahre sparen kann, wäre ein Verzicht auf die 10kWp nicht unbedingt sinnvoll.

  • Zitat von checkmaschin

    W und 2 im Süden und 9 im Norden an einem String?.


    Nein, dann lieber 22 Module Süd in einen String und auf Süd nix mehr belegen. 11 Module auf Nord in den zweiten String.


    Oder du nimmst keinen normalen String-WR, sondern baust mit SolarEdge, dann hast du diese Probleme nicht - alle Module in einen String, egal welche Ausrichtung etc (ist meiner Meinung nach aber unnötig)

    6,9 kWp Heckert NeMo 2.0 60M, SMA STP7000, SHM 2.0

    • Offizieller Beitrag

    Pro Tracker kannst du nur Strings mit gleicher Länge anschließen. Wenn du also auf Süd z.B. 10+13 legst, dann kannst du bei einem üblichen WR noch einen 10er oder 13er String vom Norddach dazulegen.


    Stimmt, die 7kWp-Grenze ist auch noch zu beachten: Ob unter 7kWp auch Smartmeter kommen, ist ungewiss, das hängt davon ab wie billig die für den Netzbetreiber im Einkauf werden... Wenn du also Nord legst, dann sollten statt 7kWp schon über 9 kWp voll werden.

  • Zitat von checkmaschin

    Dach ist auf einer DHH, 40m² Südausrichtung (Ausrichtung 5°?, Bild anbei), DN 20°, Region Ingolstadt (PLZ 85077), keine Verschattung, Ziegeleindeckung.
    Stromverbrauch Haushalt 2400kWh/a zu 25cent/kWh; Stromverbrauch WP 3500kWh/a zu 20cent/kWh
    Strom kann tagsüber verbraucht werden, WP hängt allerdings auf einem zweiten HT/NT Zähler --> Hier habe ich schon gelernt, dass eine Einbindung der WP quasi nichts bringt.


    Wie kommst du denn auf diese Aussage.
    Die 20 Cent sind jetzt nicht super günstig ... die 3500KWh nicht extrem viel ... was zahlst Du denn an GG für den WP Zähler?
    Man kann das ausrechnen, ob sich das lohnt oder lohnen kann, wenn man z.B. März bis Oktober das WW sicher über die WP erzeugen kann und Februar und November auch noch ein bißchen mit PV und WP heizen kann.
    Das kann sich lohnen :!:


    Zitat

    Ein Angebot liegt bereits vor, allerdings mit Solarpower Modulen und einer E3 Batterie für 25k netto (2900€/kWp :shock: absolut unrentabel!). Weitere Angebote folgen, hierfür möchte ich aber mein Wissen noch etwas aufbohren ;)


    Richtig erkannt, DAS lohnt sich sicher nicht.


    Zitat

    Aktuell sind die Heckert NeMo® 2.0 60 M 300 Watt preislich sehr interessant (150€/Modul), als WR hätte ich gerne einen Fronius damit ich mit einem zusätzlichen S0 Zähler eine 70% weich fahren kann (für nur 50€ Aufpreis gibts denke ich kein Argument für 70% hart).


    Bei DN20 würde ich Nord dazu nehmen, neues Ziel mit 300-320Wp Modulen sind dann 14KWp und es kann gerne ein Fronius WR für 70-weich bleiben. Wie passen denn die 23 Module auf Süd?
    Da könnte man auf 22 je Dachseite einkürzen ... 44*320Wp sind 14KWp.
    Da kann man nur zum Ergebnis kommen ... machen :!:


    Die SAT nach unten an die Südfassage ziehen. :idea:


    Zitat

    4. Um wieviel könne ich den Eigenverbrauch noch steigern, wenn die 10kWp bzw. 14 kWp installiert sind? Aktuell geh ich von 30% Eigenverbrauch bei 7kWp aus.


    Die EV Quote ist eine blöde Kennzahl. Vergiss sie.
    Dir geht es um die DV Quote, also wieviel vom HH Strom- (oder Gesamtstromverbrauch) kann durch PV Strom ersetzt werden.
    Bei 2400KWh für HH Strom sollte man davon mit ein wenig Disziplin 40-50% durch PV Strom decken können.
    Was die WP angeht bin ich unsicher, aber 800KWh sollten alleine für WW im Sommer von der PV kommen können ... dazu ein bißchen Heizung im Übergang zum Winter und WW tagsüber geht fast immer ... bei 14KWp auf dem Dach.


    LG und Garage würde ich mal lassen.

  • Danke für die Erklärungen!


    Somit wäre doch Idee vom Anfang mit der Zeitversetzung recht gut:
    24 Module Süd a 300W= 7,2 kWp
    zusätzlich 22 Module Nord a 300W mit nur 70% Sonne laut PVGIS = 4,6 kWp (6,6 kWp * 0,7)
    Summe 11,82 kWp --> Wechselrichter Fronius Symo 10.0-3 M (laut Fronius Tool dann bei 113%)? Oder muss es der nächstgrößere 12.5-3-M sein?


    Zeitlicher Ablauf:
    23 Module a 300w Süd anschließen (vorerst das 24. nicht in Betrieb nehmen) = 6,9 kWp
    1 Jahr später 23 Module a 300W, das 1 Süd dazunehmen und die 22 Nord anschließen = 6,9 kWp
    Damit würde ich sowohl die 7 kWp als auch die 10 kWp - Grenze umgehen. :juggle:


    Schadet es den Modulen, wenn sie schon in der Sonne liegen, aber nicht angeschlossen sind (Verlust Wirkungsgrad im ersten Jahr)?

  • Zitat

    Wie kommst du denn auf diese Aussage.
    Die 20 Cent sind jetzt nicht super günstig ... die 3500KWh nicht extrem viel ... was zahlst Du denn an GG für den WP Zähler?
    Man kann das ausrechnen, ob sich das lohnt oder lohnen kann, wenn man z.B. März bis Oktober das WW sicher über die WP erzeugen kann und Februar und November auch noch ein bißchen mit PV und WP heizen kann.
    Das kann sich lohnen :!:


    Soweit ich weiß, bezahle ich keine Miete für den Zähler. Zumindest finde ich in den Rechnungen nichts dazu.. Gibts da auch eine Kaufregelung?
    Der Strom ist nicht unschlagbar günstig, aber: Laut dem ersten Solateur lässt Bayernwerk bei uns in der Gegend den Eigenverbrauch des PV Stroms für den zweiten Zähler nicht zu, ich müsste also die WP auf den HH Strom hängen und müsste dann im Winter unnötig hohe Preise für den HH-Tarif bezahlen.
    Vielleicht bin ich hier aber auch einer Falschinformation aufgesessen, wohl mal direkt bei Bayernwerk anrufen...
    Wenn ich die WP ohne Einschränkungen mit Solar befeuern könnte, bin ich natürlich sofort dabei.


    Zitat

    44*320Wp


    Die Heckert im Thread sind bei 300Wp (13,2 kWp), oder bist du von anderen ausgegangen oder würdest andere nehmen?


    Zitat

    Da kann man nur zum Ergebnis kommen ... machen :!:


    Also auf die 7 kWp/10 kWp Grenze komplett pfeifen?


    Zitat

    Die EV Quote ist eine blöde Kennzahl. Vergiss sie.
    Dir geht es um die DV Quote


    Ich meinte auch die DV-Quote. Dachte das is mir EV gemeint..
    Wenn die Werte von dir hinkommen, dürfte sich die Anlage natürlich auch schneller amortisieren als mit den angenommenen 30% :)