Aktuelle Börsenpreise und die Versorger

  • Hallo,
    wie vielleicht schon einigen aufgefallen ist, fallen seit einigen Wochen die Börsenpreise in D nur noch selten unter 50€/MWh (bzw. 5ct/kWh) auch nicht nachts oder am Wochenende. Bis vor kurzem war es ja über Jahre schon eher selten, wenn der Preis mal länger drüber war.


    Die gute Nachricht - Anlagen, die aus der Förderung fallen, sollten bei dem Preis auch bei der einen oder anderen Reparatur noch rentabel sein, wenn man das für nennenswerte Teile des Stroms auch tatsächlich bekommt (also z.B. die Vermarktung nicht zu viel kostet).


    Die schlechte Nachricht - wieviele Versorger haben mit längerer Zeit so hohen Preisen kalkuliert? "Die Großen" wurden ja immer kritisiert langfristig zu teuer einzukaufen ("rein zufällig" oft bei konzerninternen Kraftwerksbetreibern), die können derzeit vermutlich sogar mit Gewinn an der Börse verkaufen was sie nicht brauchen.
    Droht da jetzt eine Insolvenzwelle? Am Ende lachen sich "die Großen" ins Fäustchen den "Markt" erfolgreich bereinigt zu haben und können behaupten, daß sie schon immer Recht hatten mit ihrer sehr konservativen langfristigen Einkaufs- und Preispolitik?

  • Zitat von PV-Express

    Welche Gründe gibt es für den steigenden Preis?


    Das trägt sicher dazu bei: https://www.finanzen.net/rohstoffe/co2-emissionsrechte


    Preis = Euro pro Tonne emittierten CO2




    Ursache ist eine EU-weite Reduzierung der Emissionszertifikate. siehe auch:
    "Die Preise für europäische CO2-Emissionszertifikate könnten sich für die Jahre 2019-2023 bei durchschnittlich 35 bis 40 Euro pro Tonne einpendeln, heißt es in einem neuen Report von Carbon Tracker. Dadurch könnte der Wechsel von Kohle auf Erdgas und andere Energieformen beschleunigt werden." [2]


    Nur mal ein Gedanke :
    1 kWh aus einem Braunkohlekraftwerk verursacht (je nach Quelle) ca. 1 kg CO2, also die MWh ca. 1 Tonne CO2. Heißt die kostet aktuell 20 Euro, vor einem Jahr noch 5-6 Euro. > Erklärte also rund 15 Euro Preissteigerung pro Megwattstunde bzw. 1,5 Cent pro kWh. Allerdings müsste man wohl eher mit dem durchschnittlichen CO2 Wert rechnen. Nach [1] liegen die bei ca. 527 g/kWh in 2016. Wären also ca. 7,9 EUR / MWh bzw. 0,79 Cent/kWh. Aber es hat sicher noch andere Faktoren bei der Preisbildung - da stecke ich nicht tief genug in der Materie. Andere sicher eher.


    Strom wird also auch für den Endkunden sicher teurer bzw. PV wieder attraktiver.


    [1]
    https://www.umweltbundesamt.de…ange_15-2017_strommix.pdf


    [2]
    https://www.euractiv.de/sectio…fikate-steigen-drastisch/

  • Zitat von Mastermind1

    Wie viele Monate im voraus kann man eigentlich einen neuen Stromtarif bestellen? Vertrag läuft am 31.12. bei der EON aus......


    kannst Du jetzt schon beantragen :D

    3.2018 40 x BenQ Solar Sun Vivo PM060MB2 -> 12kWp bei DN 38° mit ca. -18 ° SO
    an 25000TL-30 mit SHM 2.0
    SBS 3.7 und BYD HV 7,7 kWh
    PVGIS-Prognose 980 kWh/kWp

  • Zitat von duncan02


    kannst Du jetzt schon beantragen :D

    Macht dann ja durchaus Sinn, wenn der erste Trend nach oben geht. Sobald es wenige Cent teurer wird, geht das Gejammer bei den Stromanbietern los.
    Wird es dagegen günstig, wird der Preis beibehalten ;-)....


    Ich hab 2009 mit knapp 16cent brutto im Einkauf gestartet, inzwischen 25cent brutto, jedes Jahr ein Cent teurer. Obwohl ich jährlich wechsel!....