Photovoltaik Anlage sinnvoll?

  • Hallo,


    ich beschäftige mich gerade mit der Anschaffung einer Photovoltaik Anlage, da ich durch das E-On Sunrate Angebot auf die Thematik aufmerksam wurde. Aufgrund der Infos hier im Forum habe ich mich aber gegen das E.ON Angebot entschieden.


    Ich bin mir auch unsicher, ob sich bei meinem Haus überhaupt eine Anlage lohnt...??? Könnt ihr mir weiterhelfen?


    Hier einige Daten:
    Dach OST-Ausrichtung :(
    Dachneigung 20 Grad (Pultdach)
    Größe: gut 80 qm
    Lage: Niedersachsen
    keine Beschattung (nur ein Schornstein)


    Viele Grüße
    kingofqueens

  • Hallo kingofqueens,


    Willkommen im Forum :D


    prüfe bitte erstmal hier den zu erwartenden Ertrag für deinen Standort:
    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg…st.php?lang=de&map=europe


    Links die Adresse angeben und suchen klicken.
    Rechts dann geschätzte Systemverluste auf 10%, Dachneigung und Azimuth (bei Ost -90°) eintragen.
    Berechnen klicken und den Wert unter Spalte Em Total für Jahr ablesen.
    Das ist dein durchschnittlich zu erwartender Ertragswert je installiertem kW peak (kWh/kWp).
    Daran kann man schon in etwa erkennen, ob es sich lohnt!


    Dann ermittle mal deine Dachmaße in Länge und Breite und puzzel die Standard 60-Zeller darauf (Maße ~1m x 1,67m).
    Dann weißt du, wieviele Module drauf passen können. Kalkuliere im ersten Schritt je Modul 300Wp (Nennleistung).
    Modulanzahl x Nennleistung je Modul macht deine installierte Generatorleistung.


    Mit den beiden Daten und der Einspeisevergütung (aktuell etwa 12ct/kWh, sinkt aber gerade etwas) den Fall rechnen für 100% Einspeisung. Dann siehst du was an Vergütung pro Jahr rauskommen kann.
    Wenn dir das gefällt, stelle uns die Daten mal zur Verfügung, dann wird dir bei der Planung geholfen :wink:
    (betrifft insbesondere Dachmaße, Verschattungen, andere störenden Aufbauten, Bäume oder Gebäude in der Umgebung etc..)
    Damit lassen sich dann entsprechend deinen Wünschen nach Alternativen planen und Angebote gezielt einholen und hier bewerten.


    Soweit erstmal...

  • Hallo sirricool,


    ich habe jetzt mal die Größe der Dachfläche ermittelt: 10,6*7,85 Meter. Es passen also ca. 40 Module auf das Dach. Wegen Schornstein und Sat-Schüssel gehe ich mal von 38 aus und komme dann auf eine Leistung von 11,4kW.


    Ich habe dann eine Berechnung nach deinen Vorgaben mit Dachneigung 20 Grad und Ost Azimuth 90 durchgeführt und komme auf 9130 kwH. Ich kann dies jedoch nicht beurteilen...

  • Man rechnet den Ertrag auf 1 kWp herunter, was bei Dir 800 kWh/kWp wären. Das kann man zwar nicht als Ertragswunder einstufen, jedoch geht hier die Empfehlung klar pro PV. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Anlage so groß wie möglich zu bauen. Aber es gibt auch Grenzen, die beachtet werden sollten:
    - bis 7 kWp
    - mind. 8 -10 kWp
    - über ca. 13 kWp
    Die Gründe hierfür liegen in den Kosten, die auf einen zukommen. Bis 7 kWp kommt man nicht so schnell in die Verpflichtung eines Smartmeters (ca. €100,-/a), weshalb knapp über 7 kWp keinen Sinn machen. Über 10 kWp bezahlt man anteilige (40%) EEG-Umlage, die sich aber bei einer Anlagengröße über ca. 13 kWp durch geringere Anschaffungskosten (pro kWp) und einen höheren Ertrag wieder mehr als ausgleicht. Deshalb sind die von Dir genannten 11,4 kWp eher unglücklich und ich würde unter 10 kWp bleiben. Da bieten sich 32 x 310W, 33 x 300W bis 36 x 275W an. Als WR würde ich dann einen Fronius SYMO 8.2-3-M mit dynamischer 70% Regelung wählen. Das ganze sollte ohne besonderen Erschwernisse bei €1200,-/kWp liegen.

  • Zitat von alexNOE

    hast du (+)90 oder -90 beim Azimuth eingegeben? Sieht mir nach +90 also West aus.


    Für z.B. Hannover macht das mal gerade 3 kWh/kWp aus...also sollte das ziemlich egal sein. :wink:

  • Hi,
    das Meiste wurde dir ja schon gesagt.
    Ziel also <10kWp, wegen der anteiligen EEG Umlage auf den Direktverbrauch, die fällig wäre, wenn du knapp über 10kWp baust. Jedenfalls aktuell noch. Wenn die Umlage demnächst fällt, wobei keiner weiss wann, wären 2x20 Module je Strang schon super.
    Optimal wäre es aktuell jedenfalls, so nah wie möglich an die 10kWp zu kommen und dabei so viele Module wie möglich zu legen.
    Also die 36 Stück mal 275Wp, oder auch 37x270Wp wenn die noch erhältlich sind (also einen 18er und einen 19er String). Warum?
    Weil diese etwas günstiger zu haben sein sollten und sich dadurch längere Strings und damit höhere Spannungen im Betrieb ergeben, wodurch der Wechselrichter mit etwas besserem Wirkungsgrad arbeiten kann.
    Es kann aber auch sein, dass die zusätzliche Unterkonstruktion für mehr Module die Einsparung bei den schwächeren Modulen wieder kompensiert. Muss man sich dann genau durch rechnen, je nach Angebot.
    Der empfohlene Fronius würde aber auch bei 15 oder 16 Modulen je String mit jeweils höherer Peakleistung pro Modul ganz gut passen, wie auch einige andere (SMA, Kostal IQ...). Wir reden hier übrigens über wenige %-Punkte Ertragsunterschied!


    Ach ja, lohnen sollte sich das Ganze natürlich auch, wurde ja auch schon erwähnt!
    Ich rechne mal ganz grob:
    Also 800kWh/kWp x 9,9kWp macht 7920kWh jährlicher Ertrag im Schnitt x 11,8ct/kWh EEG Vergütung, also 934€ im Jahr, wenn du voll einspeist. (Mit dem empfohlenen Fronius kannst du auch recht günstig 70% weich die Einspeisung regeln, ich rechne aber mal ohne, also eher konservativ). Demnach würde sich bei einem spezifischen Invest von 1200€/kWp (Netto!) die Anlage in 12,7Jahren amortisieren (ohne ESt-Betrachtung!). Demnach wärst du nach 20 Jahren plus Inbetriebnahmejahr (letzteres vernachlässigt) optimalerweise bei 7Jahren mal ~900€ mit 6300€ im Plus. Einen WR Tausch mal mitgerechnet, Versicherung und Steuer reduzieren das ggf. noch, lass es am Ende ~5000€ sein.
    Auch wenn du damit nicht reich wirst, scheint sich aber dennoch zu lohnen (jedenfalls würde ich das so sehen) :wink:
    Dann mal ran an die Angebote....und hier einstellen :D


    P.S. je genauer du sagst, was du angeboten haben möchtest, desto besser kannst du vergleichen. Und du bekommst keine/weniger Angebote, die nicht deinen Vorstellungen entsprechen.

    • Offizieller Beitrag

    Zum Beurteilen von Verschattung auch mal Fotos vom Dach einstellen, und Skizze mit der geplanten Belegung.


    Lässt sich der Carport auch belegen? Existiert Schatten in der Umgebung (Bäume?)-> Fotos.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Zitat von sirrocool

    Ich rechne mal ganz grob:
    Also 800kWh/kWp x 9,9kWp macht 7920kWh jährlicher Ertrag im Schnitt x 11,8ct/kWh EEG Vergütung, also 934€ im Jahr, wenn du voll einspeist. (Mit dem empfohlenen Fronius kannst du auch recht günstig 70% weich die Einspeisung regeln, ich rechne aber mal ohne, also eher konservativ). Demnach würde sich bei einem spezifischen Invest von 1200€/kWp (Netto!) die Anlage in 12,7Jahren amortisieren (ohne ESt-Betrachtung!). Demnach wärst du nach 20 Jahren plus Inbetriebnahmejahr (letzteres vernachlässigt) optimalerweise bei 7Jahren mal ~900€ mit 6300€ im Plus. Einen WR Tausch mal mitgerechnet, Versicherung und Steuer reduzieren das ggf. noch, lass es am Ende ~5000€ sein.


    Hallo sirrocool,


    du hast zwar geschrieben, dass du ganz grob rechnen wolltest und hast auch einige begünstigende Tatsachen (z.B. Direktverbrauch und Anlagennutzung nach 20 Jahren) zunächst außer Acht gelassen, aber bei mir kräuselt sich immer das Haar, wenn die Amortisation ohne Berücksichtigung der laufenden Kosten gerechnet wird. Das machen auch ganz viele Anlagenverkäufer, womit dann meistens utopische Werte von 7-9% für Volleinspeiseanlagen auf Fremddächern dargestellt werden. Ich glaube, die Art der Amortisationsberechnung haben sie aus dem Immobilienkauf übernommen; ist eben verkaufsfördernd. :wink:


    Zurück zum vorliegenden Fall:
    Ich denke schon, dass am Ende über die Laufzeit etwas mehr als 1.300 € an Betriebsausgaben entstehen werden. Nur mal ohne Berücksichtigung der Preissteigerung:
    - Zählergebühren (demnächst): 20 x 100,- = 2.000,- €
    - Versicherung (evtl.): 20 x 60,- € = 1.200 €
    - WR-Tausch: 1.500,- €
    - 1x Reinigung bei 20° Dachneigung: 250,- €
    - Steuern: ???
    - evtl. Steuerberaterkosten: ???


    Nichtsdestotrotz halte auch ich eine Realsierung für wirtschaftlich sinnvoll, es sei denn der König der Königinnen benötigt 20 Jahre lang einen Steuerberater. :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)