Ab wann rentieren sich Speicher?

  • Ich habe die Speicherdiskussion zwar schon ziemlich satt, da aber immer das Argument kommt, abwarten in ein paar Jahren lohnt sich der Speicher, will ich die Fragestellung umkehren und fragen ab wann rentieren sich Speicher.
    Gehen wir auch gleich davon aus, eine größere PV wurde installiert also Dach voll und die EEG Umlage spielt hoffentlich bald keine Rolle mehr.
    Neben WP also Heizung steht auch noch ein eAuto in der Garage.


    Meine 28kWp Anlage, heute neu in einem Rutsch gebaut würde heute €30.000 brutto kosten. Bei 25.000kWh/a wären das 6ct/kWp Herstellungskosten.


    Eine Tesla Powerwall kostet 7.350,00 € mit Ausrüstungskosten. Da ich Elektriker bin, kann ich das Ganze selbst installieren.


    Optimistisch gerechnet komme ich bei 20 Jahren Lebensdauer und 250Zyklen im Jahr auf 5000 Gesamtzyklen und damit 13,5kWh*5000) auf 67.500kWh Durchsatz oder 11ct/kWh. Gehe ich noch von 80% Wirkungsgrad aus d.h. ich muss 1,2kWh in die Batterie laden um 1kWh entladen zu können kommt mir die kWh auf 6ct * 1,2 = 7,2ct/kWh + 11ct/kWh = 18,2ct/kWh.


    Damit liege ich schon heute klar unter den Bezugkosten von Strom (29ct/kWh) aus dem Netz.


    Was hat möglicherweise in der Zukunft weiteren Einfluß auf die Stromkosten.


    Einführung einer Leistungskomponente wie z.B. in Italien? Das sind ca. 60-70 Euro je kW Anschlußleistung.
    Dann spart die Powerwall schon mal €240 (4kW) im Jahr, da die Spitzenlast nicht vom Netz gedeckt werden muss, sondern vom Speicher kommt.


    Wer hat noch weitere Argumente/Berechnungsansätze?

    Tesla P85+ seit 8/13 >414.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.

  • Zitat von eba

    Meine 28kWp Anlage, heute neu in einem Rutsch gebaut würde heute €30.000 brutto kosten. Bei 25.000kWh/a wären das 6ct/kWp Herstellungskosten.


    Eine Tesla Powerwall kostet 7.350,00 € mit Ausrüstungskosten. Da ich Elektriker bin, kann ich das Ganze selbst installieren.


    Optimistisch gerechnet komme ich bei 20 Jahren Lebensdauer und 250Zyklen im Jahr auf 5000 Gesamtzyklen und damit 13,5kWh*5000) auf 67.500kWh Durchsatz oder 11ct/kWh. Gehe ich noch von 80% Wirkungsgrad aus d.h. ich muss 1,2kWh in die Batterie laden um 1kWh entladen zu können kommt mir die kWh auf 6ct * 1,2 = 7,2ct/kWh + 11ct/kWh = 18,2ct/kWh.


    Soweit ja - das wären einmal die Herstellkosten und die Speicherkosten, aber ich habe auch noch ein Geschäft aus der Einspeisung am Laufen und würde den Strom ansonsten ja auch für knapp 12 ct verkaufen - auf den Gewinn von 6ct verzichte ich also. Den Mehrbedarf von 20% muss ich da auch noch drauf schlagen, komme also auf 7,2 ct die ich zu den 18,2 ct dazurechen muss => 25,4 ct / kWh


    Jetzt kann man die Verlustwärme natürlich noch mal positiv rechnen, er gibt ja den einen oder anderen, der mit Speicher seinen Keller beheizt. Die Frage wäre dann aber, würde derjenige seinen Keller zusätzlichen beheizen, wenn er keinen Speicher hätte?


    Positiv könnte man auch den Anteil rechnen, der ansonsten durch die 70% Regel gekappt wird, das hängt aber stark von der jeweiligen Ausrichtung, prognosebasiertem Laden etc. und dürfte selbst unter idealen Vorraussetzungen max. um die 5% bringen.


    Fiktiv kann man natürlich auch eine mögliche Ersatzstromeigenschaft positiv rechnen, aber was will man da ansetzen?


    Das Gleiche gilt für den Hobbiy - Spass an der Technik - Faktor - was ist einem das wert?


    Mögliche Strompreiserhöhungen wirken sich natürlich auch positiv aus, aber das ist Glaskugel und meistens zu hoch gegriffen.


    Eigene Verhaltenoptimierungen (Homeoffice, Einergieeinsparungen etc.) wirken sich dagegen negativ aus


    Im Endeffekt auch egal, eine PV mit Speicher rechnet sich auch heute innerhalb von 20 Jahren - das ist keine große Kunst, die eigentliche Fragestellung lautet: Verbessert ein Speicher die gesamte Amortisationsdauer der PV oder nicht?


    Und genau aus dem Grund muss man sich einmal die PV allein anschauen und dann die Kombination.

  • Solange die Einspeisevergütung noch höher liegt als die Differenz zwischen Erzeugungskosten (in deinen Fall sehr günstige 18,2 ct/kWh) und den Bezugskosten, lohnt sich das eben noch nicht, da die Speicherung auch gewisse Risiken (z.B. prognostizierte Lebensdauer des Speichers) birgt.
    Es gibt möglicherweise Konstellationen, in denen sich das lohnen kann (siehe mein Beispiel im "Sonnenflat-Thread"), aber es ist zur Zeit noch keine todsichere Sache.


    Außerdem gehe ich im Moment nicht davon aus, dass der Strompreis einfach mit der Inflation weiter steigen wird, denn sobald die EEG-Förderungen nach und nach auslaufen, sehe ich eher eine Stagnation, vielleicht ein Sinken des Strompreises. Das hebelt dann viele Rentabilitätsrechnungen aus.

  • Zitat von Stenis

    aber ich habe auch noch ein Geschäft aus der Einspeisung am Laufen und würde den Strom ansonsten ja auch für knapp 12 ct verkaufen - auf den Gewinn von 6ct verzichte ich also.


    dann lege doch ein paar Platten mehr aufs Dach, so das du auf den Gewinn für die Einspeisung nicht verzichten musst.
    Die Herstellungskosten bleiben dann oh Wunder, wieder bei den 6 cent /kwh. :!:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von eba

    kommt mir die kWh auf 6ct * 1,2 = 7,2ct/kWh + 11ct/kWh = 18,2ct/kWh.


    Damit liege ich schon heute klar unter den Bezugkosten von Strom (29ct/kWh) aus dem Netz.


    Da könnte man noch am Vergleichsmaßstab herumkritteln.


    Da ich den Stromanbieter jedes Jahr wechsle, kann ich auch jedes Mal diese lächerlichen Neukundenrabatte mitnehmen und komme bei 3.500 kWh pro Jahr (ungefähr das was in deiner Rechnung pro Jahr aus dem Speicher kommt) hier in der Gegend auf 21ct je kWh beim Netzbezug.


    Für die 100 € die man im Jahr durch den Speicher spart, könnte man sich dann fragen ob es das wert ist.


    Vermutlich müssen die Anschaffungskosten des Speichers sich halbieren dass sich die Speicherei offensichtlich lohnt.


    Da ja nasses und deutlich kühleres Wetter angesagt ist, kann das ja jemand am Wochenende mal in Excel zusammenbasteln und dann bereitstellen :mrgreen:


    P.S.
    Zu der Leistungskomponente fällt mir ein dass auf den Kanaren der private Stromanschluss mit steigender Leistung deutlich teurer wird. Ich weiß jetzt nur nicht mehr, ob das nur bei der Installation galt oder auch bei laufenden Gebühren.
    Unter solchen Gegebenheiten könnte ich mir heute schon vorstellen dass eine PV mit Speicher sehr lohnenswert sein kann.

  • Zitat von machtnix

    dann lege doch ein paar Platten mehr aufs Dach, so das du auf den Gewinn für die Einspeisung nicht verzichten musst.
    Die Herstellungskosten bleiben dann oh Wunder, wieder bei den 6 cent /kwh. :!:


    Das Wunder funktioniert offenbar nur, wenn ich die Platten geschenkt bekomme...

  • Zitat von GEST


    Zu der Leistungskomponente fällt mir ein dass auf den Kanaren der private Stromanschluss mit steigender Leistung deutlich teurer wird. Ich weiß jetzt nur nicht mehr, ob das nur bei der Installation galt oder auch bei laufenden Gebühren.
    Unter solchen Gegebenheiten könnte ich mir heute schon vorstellen dass eine PV mit Speicher sehr lohnenswert sein kann.


    Ist es bei uns nicht eher umgekehrt? Wer weniger verbraucht, zahlt schon über Grundgebühr im Verhältnis mehr. Bei einigen Anbietern gibt's auch eine Staffelung, billiger wird's z.B. ab 2000 Kwh/a, da muss schon gucken, daß man sich mit dem gesteigertem Direktverbrauch nicht ins Knie schießt...

  • Zitat von GEST

    Vermutlich müssen die Anschaffungskosten des Speichers sich halbieren dass sich die Speicherei offensichtlich lohnt.


    nö das würde auch nix bringen, die meisten würden dann dann immer noch der verlorenen Einspeisevergütung hinterherjammern... :cry:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von Stenis

    Das Wunder funktioniert offenbar nur, wenn ich die Platten geschenkt bekomme...


    nö, die Platten düfen den Strom gern für 6 cent / kwh produzieren, geschenkt wäre gratis, doch so schön brauchen wir die Rechnung gar nicht machen... :juggle:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von Hamal

    denn sobald die EEG-Förderungen nach und nach auslaufen, sehe ich eher eine Stagnation, vielleicht ein Sinken des Strompreises.


    Bitte nicht gleich "auf die Palme" gehen. Wer glaubt hier an den Weihnachtsmann! Sinken der Strompreise.... das erlebe ich nicht mehr! Als Nächstes müssen die Stromtrassen, welche ja bekantlich wegen "Bürgerbegehren" als Kabeltrassen verlegt werden (sollen?) bezahlt werden. Die sind etwa 10 Mal so teuer wie Freileitungen und halten dafür nicht so lange!
    Wenn was in D gemacht, dann "richtig" (teuer)!


    Ich würde bei der "Speicherdiskussion" jedenfalls nicht das Argument sinkender Strompreise vordergründig ins Feld führen.
    Rechnen wir mit den aktuellen Strompreisen, ist es (zugegebenermaßen) dennoch schwierig, eine Speicheranlage "gesund zu rechnen"! Oder vielleicht besser formuliert: Sie muß schon optimal ausgelegt sein, um bis zum Ersatz der Batterie eine "schwarze Null" eingefahren zu haben.


    Geht es um die 70%-Regelung, würde ich eher dazu tendieren, den Überschuß an Energie mit einem Heizstab im WW-Boiler oder mittels einer Klimaanlage abzuarbeiten. Das ist mMn preiswerter und man umgeht die Batteriepflege.....
    Gruß Claus