Beteiligung an Windkraftanlage steuerliche Ausgabe?

  • Hallo,
    ich hab da ja ein kleines steuerliches Problem und werde nächstes Jahr einen Grenzsteuersatz von über 20 % haben.


    Daher suche ich durch betriebliche Ausgaben das zu versteuernde Einkommen zu vermindern.


    Wie rechnen sich da Beteiligungen in z. B. Windkraftanlagen?


    Wenn ich da eine Beteiligung zu vielleicht 10 000,- kaufe sind das dann 10 000,- Betriebsausgaben?


    Mein Schwager sagt es würde zwar ein geringer Teil sein, aber nicht der ganze Betrag.


    Wie rechnet sich das?

    Mit freundlichen Grüßen

  • Moin,


    je höher die anfänglichen Verlustzuweisungen für eine Beteiligung, umso geringer die Substanz - Ausnahmen bestätigen die Regel.
    I.A. ca 105% Verlustzuweisungen. Substanz i.A. ca 80% - diese werden auf die Laufzeit verteilt - i.A. 20 Jahre.
    Wegen 20% Grenzsteuersatz würde ich mir keine Gedanken machen. :D

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V5F + V10F

  • Wie 20%.....Wenn du die nicht zahlen willst ist das ja schlimmer wie Steuerflucht ;-)

    2010: 134 kwp CSI,SMA
    2011: 5,00 kwp CSI,SMA
    2012: 54,5 kwp Eging,SMA
    2012: 30,0 kwp CSI,SMA
    2014: 60,0 kwp Schott,Fronius
    2014: 7,65 kwp Eging,SMA
    2016: 88kwp Qcells,SMA
    2017: 12 kwp SW,SMA
    2018: 9.8 kwp LG,SMA/ Tesla Powerwall 2
    2018: 750 kwp

  • Zitat

    EnergieAgentur.NRW: Manche Anbieter von Anteilen an Bürgersolaranlagen oder Bürgerwindparks werben mit Steuervorteilen durch Verluste in den ersten Betriebsjahren. Funktioniert das auch tatsächlich?


    Hibbe: Ja, das kann funktionieren. Dabei ist aber eins zu beachten: Wenn mit Steuervorteilen in den ersten Jahren geworben wird, dann handelt es sich um eine Beteiligung an einer Personengesellschaft. Durch Maßnahmen wie Investitionsabzugsbeträge oder Abschreibungen können zu Anfang steuerliche Verluste herbeigeführt werden. Da diese an den Anleger weitergereicht werden, reduziert sich die Einkommensteuer der Bürger. Denn die Verluste werden mit den sonstigen positiven Einkünften verrechnet. Bei einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft kann dies hingegen nicht gelingen. Denn die steuerlichen Verluste verbleiben bei der Kapitalgesellschaft und werden nicht an den Bürger weitergereicht.


    http://www.energiedialog.nrw.d…herrmann-hibbe-aus-essen/

    Mit freundlichen Grüßen

  • Die Beteiligung an der Anlage (an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft) ist ein steuerlich neutraler Beteiligungserwerb.
    Nichts anderes, als wenn Du einen Fernseher kaufst.


    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Anlage in der Rechtsform einer Personengesellschaft betrieben.
    Nur dann schlagen Verluste (und Gewinne) der Gesellschaft auch (sofort) auf die Gesellschafter durch.


    Entsprechend sind nicht die Anschaffungskosten für die Beteiligung Werbungskosten oder Betriebsausgaben;
    vielmehr sind die auf Dich entfallenden Gewinn- und Verlustanteile als weitere Einkunftsquelle bei den Einkünften aus Gewerbebetrieb zu berücksichtigen.


    Steuerlich wird aus der Zuweisung von Verlusten zunächst mal ein Liquditätsgewinn - denn (zunächst) mal, interessiert der Verlust der Anlage Deinen Geldbeutel nicht; hingegen die Berücksichtigung dieser negativen Einkünfte senkt Deine Steuerlast. Weniger Steuern = mehr Geld in der Kasse.


    Irgendwann dreht sich das Karussell dann aber hoffentlich auch mal anders - und es werden Gewinne anfallen; die sind dann ebenso zu versteuern und erhöhen die Steuerlast.
    Dein endgültiger wirtschaftlicher Vorteil steckt in dem Gewinn, den Du in der Zwischenzeit aus dem Liquditätsgewinn erzeugt hast. Die Kohle hattest Du ja für andere Investitionen frei.
    So der Plan. So die Theorie.
    Ob man in haushaltsüblichen Größenordnungen auf aktuellem Zinsniveau mit risikofreien Investitionen hier wirklich etwas zählbares erwirtschaften kann, muss jeder selbst beurteilen. Ich hab da so meine eigene recht kritische Meinung.


    Die Gefahr sehe ich darin, dass das Karussell sich nicht beginnt rückwärts zu drehen.... sondern langfristig / dauerhaft ausschließlich Verluste mit der Anlage eingefahren werden. Wie die Gesellschafter einer solchen Gesellschaft dann noch Geld verdienen wollen, müssen Dir berufenere Geister erklären. Ich werde das in diesem Leben nicht mehr verstehen (wollen). (Wie man dauerhaft Verluste einfährt... das wiederum könnte ich Dir sehr gut erklären. Mein Erfahrungsschatz ist da überreich gefüllt.).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Und normalerweise rechnen sich solche Steuerverschiebungsmodelle nur bei hohen Grenzsteuersätzen! Mit 20-30% wird man wahrscheinlich zu denen gehören, die nur Verluste einfahren werden.


    Spart man bei einer Steuersparinvestition nur Steuern, hat man ganz sicher nur Geld verloren.


    Denn Gewinne sind nun mal zu versteuern. Hat man nichts zu versteuern, gab es auch Gewinne!

  • Ja, danke für die Aufklärung.
    Dann geht das nicht wie ich gedacht habe 1 : 1.


    Ich denke, ich kaufe vielleicht ein 4- jähriges Auto. Das werde ich zu 45 % gewerblich nutzen und kann es dann auf 2 Jahre abschreiben.


    Aber mein momentanes Betriebsfahrzeug fährt auch sehr günstig wie es momentan geht.


    Aber wenn ich da 10 000,- ausgebe und vielleicht 1500,- spare, ich weiß es nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Buchtip: "Steuern sparen - koste es was es wolle".

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ja, die Situation ist ähnlich wie bei der Verschrottungprämie bei Dieselautos.


    Nur um da eine Prämie zu bekommen, werden noch ganz gute Autos verschrottet.


    Mein Lieferwagen ist erst 16 Jahre alt, die Federn und den Motor habe ich erst erneuert.


    Ich zahle nur 100,- Kfz- Steuer. Er rumpelt zwar ein wenig, fährt aber sonst einwandfrei.


    Wenn ich ihn für 1200,- los werde, kaufe ich einen 4 Jahre alten Kombi.


    Ist zwar nicht ganz so praktisch, aber mit Klimaanlage und viel neuer und komfortabler.

    Mit freundlichen Grüßen