Mini-Solaranlage - Modul-WR und Panel-Fragen

  • Hallo zusammen,


    ich bin seit einiger Zeit schon stiller Mitleser und das Thema Solaranlage (insbesondere Mini-Solaranlage) interessiert mich seit einiger Zeit. Folgendes habe ich vor (Achtung, Wall of Text - sorry!):


    Nachdem ich nun den Umbau des neuen Eigenheims größtenteils abgeschlossen habe, möchte ich für das Abfangen der Grundlast (ca. 100W / Nachmittagslast 250+W) tagsüber eine kleine Solaranlage anschaffen. Gedacht habe ich dabei an 2 Panels mit entsprechenden Modulwechselrichtern, die fest (bzw. über Wieland-Stecker) mit dem Hausnetz über eine eigene Leitung mit eigener Sicherung an den Verteilerkasten angeschlossen werden sollen.Im Sicherungskasten verbaut ist ein neuer digitaler Zähler, der auch eine Rücklaufsperre hat. Insofern sollten die "technischen Voraussetzungen" durchaus gegeben sein.


    Die Montage der Solarpanel soll an der Fassade erfolgen, da ich diese gern auch selbst warten möchte - da ist eine Dachmontage ungleich aufwändiger. Gleichzeitig sollen die beiden Panels als eine art "Terassenüberdachung" für den Terassenausgang dienen, also zwei Fliegen mit einer Klappe. Ein entsprechendes Montageset hierfür findet man ja durchaus im Netz. Die Ausrichtung wäre S/SW, sodass etwa ab 10:30 bis 11:00 volle Sonne auf die Module fallen würde (vorher verdeckt leider das Haus des Nachbarn noch die Fläche etwas). Verschattungen sind auch keine vorhanden ab diesem Zeitpunkt.


    Mir stellt sich momentan noch die Frage, welche(n) Modulwechselrichter und welche Panels ich am Besten nehme. Ich habe je zwei Dinge in die engere Wahl gezogen:


    Modulwechselrichter:

    • Envertech EVT248/500
    • Letrika SMI260


    Beide Hersteller geben 25 Jahre Garantie auf ihre Produkte, was natürlich erst einmal gut klingt. Beide Wechselrichter erfüllen die von der VDE geforderten Normen für den Anschluss an das Hausnetz (u.a. VDE-AR-N-4105). Die Frage ist eher, welcher der beiden Wechselrichter die bessere Alternative wäre. Günstiger wäre natürlich der Envertech, gerade in Kombination mit der Bridge. Ich würde gern pro Modul ohnehin jeweils einen WR nehmen, um flexibler sein zu können. Preislich unterscheiden sich 2 EVT248 mit einem EVT500 ohnehin kaum.


    Technisch gesehen hat der EVT248/500 eine recht hohe Startspannung von 24 Volt hat. Schön ist natürlich, dass die "Überwachung" (Enverbridge) relativ günstig zu haben ist, auch wenn sie nach China auf irgendwelche Server funkt. Leider scheint der EVT ab und an Aussetzer zu haben, wenn die Netzspannung zu stark schwankt oder aber die Panels aufgrund Wolken zu wenig Leistung bringen.


    Der etwas teurere aber offenbar auch zuverlässigere Modulwechselrichter hat wenn ich das richtig sehe eine deutlich niedrigere Startspannung (18V) und zieht somit auch in den frühen Morgen- oder lichtschwachen Abendstunden bereits früher eine Ausbeute aus den Panels als der EVT248. Der Nachteil ist die teure Datenüberwachung, das dazugehörige Sungate kostet über 300 Euro. Der Sunstick ist für mich keine gute Option, da ich das Ganze unabhängig von einem Windows-PC realisieren möchte. Ich habe über Bastellösungen mit SunStick und Raspberry PI gelesen, da habe ich aber keine genaueren Ausführungen finden können wie das genau funktioniert und wie zuverlässig das läuft.


    Solarmodule
    Hier habe ich zwei Module im Auge, bei denen ich nicht abschätzen kann, ob sich der Aufpreis für das bessere Panel prinzipiel lohnt:

    • trina solar tsm-270-pd05 (16,5% Wirkungsgrad)
    • rec twinpeak 290 (17,4% Wirkungsgrad)


    Das Trina Solar Panel mit 270 Wp ist ja fast ein Standard-Panel in Minianlagen wenn ich das so im Netz sehe und vom Preis her eigentlich auch sehr attraktiv, mit dem Wirkungsgrad eher im "Normalfeld" für Poly-Module. Das Twinpeak von REC ist da schon etwas besser, preislich aber auch minimal teurer. Ich finde an dem Modul aber die Tatsache, dass es quasi zwei Einzelmodule sind, sehr interessant. Besonders in momenten wo es dann doch mal zu Verschattungen (oder im Winter durch Teilbedeckung durch Schnee oder Schmutz) kommt, dass es nicht gleich komplett auf "0" herunterfährt. Aber vielleicht ist auch einfach nur der Wunsch nach "Technisch besserem" da und es ist einfach völliger Quatsch in der Praxis?


    Rein Rechnerisch komme ich mit beiden Modulen nach etwa 6 - 7 Jahren in den Bereich, wo sich die Anlage amortisiert hat, die Frage ist ja eher, was sinnhafter ist. Eine Solaranlage auf das Dach ist momentan noch nicht angedacht, das wird ohnehin etwas problematischer, da die Dachfläche der Doppelhaushälfte etwas ungünstig belegt ist. Mir geht es dabei auch nicht unbedingt um den Gewinn nach Laufzeit, sondern eher um einen kleinen Beitrag zur Energiewende und ein spannendes Hobby. zumindest bei plus minus 0 sollte ich am Ende dann doch rauskommen.


    Wer jetzt direkt fragt, warum direkt zwei statt ein Modul: Mir geht es da auch um die Jahresbereiche, wo die Ausbeute nicht so dolle ist (Herbst/Frühjahr und ggf. auch Winter). Da komme ich laut pvgis im Dezember/Januar auf 150-170 w/m2 Einstrahlung, was also einer Produktion von etwa 25-28 Watt pro m2 über die Module entspricht. Da rentieren sich im Winter schon zwei Module, um zumindest über den Tag ein paar Stunden die Grundlast zu decken. Mir ist klar, dass ich dann im Sommer entsprechend mehr ins Netz "verschenke", das kann man aber durch geschicktes Steuern der Verbraucher (Waschmaschine, Spülmaschine, ggf. Trocker mit Timer) durchaus auch nutzen.


    Deshalb meine Frage nach der Sinnhaftigkeit des "besseren" Solarmoduls twinpeak von rec und dem sinnvolleren Modulwechselrichter.


    Über ein paar Denkanstöße eurerseits bin ich dankbar.


    Viele Grüße
    Chris

    2x AmeriSolar 310W Mono, APSystems YC600 (EU-Version)

    Ausrichtung Süd-West bei ca. 7° Dachneigung (Gartenhaus)

  • Zitat von nobody0705

    verbaut ist ein neuer digitaler Zähler, der auch eine Rücklaufsperre hat. Insofern sollten die "technischen Voraussetzungen" durchaus gegeben sein.


    Rücklaufsperre ok., aber die digitalen Zähler (Smart Grid) registrieren praktisch auch deine Einspeisung und der NB wird dies beim Auslesen der Daten (Fernübertragung) feststellen. Einspeisung wirst du aber nicht immer verhindern können.
    Da beide Geräte AR4105 konform sind, ist der Netzanschluß ohne Weiteres möglich, aber deinen NB wirst du die Anlage trotzdem melden müssen.
    Finanzamt???? Wenn du deine Überschußleistung "verschenkst" werden keine Steuern darauf zu erheben sein.
    Gruß Claus

  • Hallo Claus,


    danke für deine Antwort.


    Zitat von stromdachs

    Rücklaufsperre ok., aber die digitalen Zähler (Smart Grid) registrieren praktisch auch deine Einspeisung und der NB wird dies beim Auslesen der Daten (Fernübertragung) feststellen. Einspeisung wirst du aber nicht immer verhindern können.


    Das stört mich nicht, im Gegenteil. Dann kann ich es auch aus dem Zähler auslesen und weiß sogar, was ich "verschenkt" habe :D


    Zitat von stromdachs

    Da beide Geräte AR4105 konform sind, ist der Netzanschluß ohne Weiteres möglich, aber deinen NB wirst du die Anlage trotzdem melden müssen.


    Das habe ich sowieso vor. Bisher hat mein NB auf Anfragen nach Auskünften bezüglich solcher Mini-Anlagen einfach nicht gezuckt. Ich werde dies gemäß pvplug.de - FAQ machen: Ein nettes Schreiben mit Auflistung der Wechselrichter (Typ, S/N) sowie dem Zertifikat nach VDE-AR-N-4105 und dem ausdrücklichen Verzicht einer Einspeisevergütung nach EEG. Dann sollte das Ganze mit dem NB eigentlich erledigt sein.


    Die Einspeisevergütung für die paar kWh lohnt in keinster Weise, da die Kosten für Zweirichtungszähler und Ablesen im Jahr deutlich höher wären, als die voraussichtlichen Erträge durch die Einspeisung. Da verschenke ich lieber die paar kWh, auch wenn es eigentlich bescheuert ist, den Energieriesen sowas noch zu schenken.


    Zitat von stromdachs

    Finanzamt???? Wenn du deine Überschußleistung "verschenkst" werden keine Steuern darauf zu erheben sein.


    Das Finanzamt werde ich da raus halten. Da ich keine Einspeisevergütung bekomme, kann ich keine Gewinne aus der Einspeisung angeben, welche zu versteuern wären. Also interessiert es das Finanzamt eh nicht. Und da ich auch keine Steuern (MwSt) wiederhaben möchte oder die Anlage anderweitig "absetzen" will, ist und bleibt das Finanzamt außen vor.


    Viele Grüße
    Chris

    2x AmeriSolar 310W Mono, APSystems YC600 (EU-Version)

    Ausrichtung Süd-West bei ca. 7° Dachneigung (Gartenhaus)

  • Hallo,
    warum muss der Wechselrichter über ein Gate überwacht werden wenn es in einfach auch per Fritzbox und Fritz!dect funktioniert?
    Evtl kann das Gate das ja genauer oder besser grafisch dargestellt, aber dafür darf man bestimmt einen Rechner zum loggen laufen lassen.
    Eine FritzBox haben sehr viele eh zuhause in betrieb, da braucht man nur noch die Dect-Steckdose und kann einiges erfassen, die Steckdose bekommt man tlw für ~41€ im Versandhandel.


    Ansonsten bitte darauf achten welche Spannung das Modul bei hoher bzw niedriger Temperatur liefert und danach den Wechselrichter darauf abstimmen, oder halt wenn das Modul vorhanden ist den Wechselrichter danach auswählen. Evtl auch 2 Module in Reihe schalten wenn die Spannung sonst nicht ausreichen sollte oder parallel wenn der Wechselrichter mit der Spannung von einem Modul klar kommt aber wesentlich mehr Strom verarbeiten kann.


    Gruß

  • Hallo Gast,


    danke für die Denkanstöße :)


    Zitat von GAST

    warum muss der Wechselrichter über ein Gate überwacht werden wenn es in einfach auch per Fritzbox und Fritz!dect funktioniert?
    Evtl kann das Gate das ja genauer oder besser grafisch dargestellt, aber dafür darf man bestimmt einen Rechner zum loggen laufen lassen.
    Eine FritzBox haben sehr viele eh zuhause in betrieb, da braucht man nur noch die Dect-Steckdose und kann einiges erfassen, die Steckdose bekommt man tlw für ~41€ im Versandhandel.


    Ich besitze derzeit keine Fritzbox und plane auch keine Anschaffung in diesem Bereich. Außerdem wird die Anlage wie ich oben schrieb entweder fest verdrahtet oder aber über einen Wielandstecker angeschlossen. Die Fritzbox-Überwachung geht doch nur via SchuKo oder irre ich da? Ich hatte auch schon an andere Überwachungsmethoden gedacht (u.a. zwei Sonos Pow dranklemmen und über ein PI auslesen oder anderes.


    Im Übrigen: Sowohl das SunGate von Letrika als auch die EnverBridge laufen "autark". Sungate hat einen eigenen mini-Webserver integriert und stellt alle Daten lokal zur Verfügung, die EnverBridge funkt zum Hersteller der das dann in seinem Portal für dich aufbereitet (ähnlich dem SMA Sunny Portal und ähnlichen Lösungen), in beiden Fällen also kein dauerhaftes Rechnerlaufen notwendig.


    Viele Grüße
    Chris

    2x AmeriSolar 310W Mono, APSystems YC600 (EU-Version)

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  • Ich habe gerade eine Anlage in Deiner gewünschte Größe gebaut: https://www.photovoltaikforum.…den-t124566.html#p1653660


    Was mir an Deine Vorhaben ein wenig zu denken gibt sind zwei Punkte.
    1-Die Überwachung wir so wie bei mir mit Sonoff oder DECT 100 wie oben angesprochen, könnte man auch ganz weg lassen
    2- Zwei von den Panel als Dachüberstand, da habe ich Respekt vor der Befestigung, mit 1650 x 992 sind das schon richtig ausgewachsene Module

    22.05.2012: 8,8 kW, 100 % Eigenverbrauch, netmetering mit Ferrariszähler [Belgien]
    25.02.2016: 2,6 kW, netmetering mit Vergütung [Niederlande]

  • Zitat von cybersoft

    2- Zwei von den Panel als Dachüberstand, da habe ich Respekt vor der Befestigung, mit 1650 x 992 sind das schon richtig ausgewachsene Module


    Das ist richtig, etwa 19kg pro Modul. Ich möchte diese aber nicht mit der langen Seite überstehend montieren, sondern längs, sodass an der Hauswand etwa 3,2 Meter Überdacht sind. Nach vorn sind das dann quasi 70 Zemtimeter überstand bei 35° Winkel. Diese Befestigungen gibt es (stabil ausgeführt) entsprechend zu kaufen.

    2x AmeriSolar 310W Mono, APSystems YC600 (EU-Version)

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  • Als "Überwachung" würde ich einen rücklaufgesperten kleinen Zähler für die Hutschiene nehmen, der im Wechsel die momentane Erzeugung und den Gesamtertrag anzeigt. Der braucht dann auch kein Tor nach China.


    Welche Befestigung für die Montage in quer willst du verwenden?


    Kostet um 25,- bei Amazon.




    Gesendet von meinem GT-I9301I mit Tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo Seppelpeter,


    ich hatte an ein 35° Montageset für Aufständerung und Fassadenmontage gedacht, welches aus 4mm Alu-Winkelprofilen und entsprechenden Schrauben besteht. Da kostet ein Ständer etwa 27 Euro inkl. allem. Es sollte ja auch schon einigermaßen Stabil sein und nicht nach 4 Wochen schon wackeln, weil mal Wind drübergefegt ist. Kann leider gerade keinen Link setzen, da der Shop, in dem ich das gesehen hatte, offenbar Wartungsarbeiten durchführt. Welche Befestigung meinst du denn bei Amazon? (Wobei ich persönlich bei soetwas schon eher im Fachhandel kaufen würde statt bei Amazon :-D )


    Bezüglich Hutschienenzähler: Daran habe ich auch schon gedacht, insbesondere wenn man einen findet, der eine D0/S0-Schnittstelle hat, die man gescheit auslesen kann. Die kosten dann aber auch direkt mal 100 Euro und es ist noch Bastelarbeit notwendig um das Ganze digital auszulesen. Da ich das aber für meinen Stromzähler sowieso vor habe, wäre das kein großer Akt, dies "doppelt" zu bauen. Ich werde mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen.


    Bleibt aber immernoch die eigentliche Frage bezüglich Modulen und WR :D


    Viele Grüße
    Chris

    2x AmeriSolar 310W Mono, APSystems YC600 (EU-Version)

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