Wechselrichter klackert oft den ganzen Tag

  • Hallo....


    Immer wieder kommt es vor, dass der Wechselrichter keine Netzverbindung herstellen kann.
    Manchmal am Morgen, manchmal auch nach einem Gewitter, wo es zu einer Netzstörung kam oder der Himmel stark verdunkelt ist.
    Dann klackert das Teil ca. einmal pro Minute (sehr nervig) ohne dass eine Verbindung zum Netz hergestellt wird. So geht das dann den Rest des Tages, bis es finster wird. Am nächsten Tag startet er normal. Allein seit Mitte Juni haben wir bereits vier solche stromlose Tage (davon 2 Tage seit dem Morgen bei superschönem Wetter). Im Winter hatten wir bei schneefreiem Dach etliche solche Ausfälle.
    Es ist ein SMA-Wechselrichter, den wir vor ca. 2 Jahren als Ersatz bekamen, nachdem der erste komplett verkohlt war. Ich kann mich nicht erinnern, dass der erste, der drei Jahre funktionierte, auch diese Probleme hatte.
    Oder ist das normal, dass ein Wechelrichter in einer Endlosschleife den ganzen Tag nervig klackert, bis er dann am nächsten Tag nach einem Neustart wieder ins Netz findet?

  • Das Klackern weiß auf das Schalten des Relais zur Erdschlussmessung hin. Ich denke, dass auf der DC-Seite es Strings geben könnte, die einen kritischen Schwellwert bei den Isolationswiderständen unterschreitet.
    Gehen im Display Fehlermeldungen einher mit diesem Verhalten?
    Welcher SMA-Wechselrichter ist es denn?
    Wie viel Strings mit mit wie viel Modulen hängen denn an dem Wechselrichter?
    Gibt es einen Datenlogger?
    Grüße

  • Nein, das ist absolut abnormal! Ich würde das Gerät entsorgen.
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • Ich liefere die Daten (Wechselrichter-Typ) nach, sobald ich wieder dort bin (in paar Tagen). Ja, es gibt einen Datenlogger.
    Fürs erste mal danke

  • Vielleicht kann der SMA-Service dazu was sagen. Ist doch schließlich der Hersteller!
    Und wenn noch Garantie drauf ist, sofort eine Mängelanzeige machen.

    Zitat von P.Voltologe

    Das Klackern weiß auf das Schalten des Relais zur Erdschlussmessung hin. Ich denke, dass auf der DC-Seite es Strings geben könnte, die einen kritischen Schwellwert bei den Isolationswiderständen unterschreitet.


    Da hilft es, den Isolationswert zu messen. Früh (Betauung) oder nach/bei Regen.
    Leider kenne ich mich bei den Geräten nicht aus, denke aber, das die Erdschluß-Überwachung immer aktiv ist.
    Ok, große Hilfe war das bestimmt nicht...
    Gruß Claus

  • Zitat von einstein0

    Nein, das ist absolut abnormal! Ich würde das Gerät entsorgen.
    einstein0


    Genau: "Dein Auto macht ungewöhnliche Geräusche? Am besten sofort entsorgen!"
    :ironie:


  • Trafolose Wechselrichter machen vor Beginn des Einspeisebetriebes gewöhnlich am Morgen eine Erdschlussprüfung bei dem durch das Relais geschaltet, ähnlich wie bei den Messgeräten, der Leckstrom über den DC-Polkurzschluss gegen Erde gemessen wird. Nur dann wird der echte Erdschluss festgestellt.
    Während des Einspeisebetriebes gibt es eine laufende Fehlerstrommessung im WR, deren Erkenntnisse und Schwellwerte allerdings durch Firmware bewertet wird, und nicht jeder zeitlich kurzer Peak zur Sicherheitsabschaltung des WR führen soll. Also die Sensibilität bei stark und schnell steigenden Leckströmen gegen Erde im Einspeisebetrieb ist im WR bewusst eingeschränkt, um den Ertragsausfall zu minimieren. Dadurch können Situationen eintreten, dass Anlagen mit Isolationsproblemen und plötzlichem einsetzendem Starkregen auch schon mal echte Fehlerströme den "falschen" Weg nehmen und teilweise aus dem AC-Bereich energiereich gespeist werden, was die IGBT-Brückenhalbleiter thermisch überlasten kann.
    Also im Betrieb ist die Messung und die Verarbeitung der Messwerte deutlich träger als die Anfangsmessung, die (aufgrund der Impulsmessung) eher zu empfindlich reagiert und auch die Quasi-Kondensatorladeströme des Modulfeldes bei feuchten Wetterlagen anfänglich als zu hohen Leckstrom interpretiert (Folge: keine Zuschaltung neuer Prüfzyklus, zeitlich versetzt).
    Messgeräte zum Prüfen typischer Isolationswiderstandswerte sind in den meisten Installationstestern (Bennig/Seaward PV 1.1 oder HT PVCHECK) mit Prüfspannungen 500/1000V eingebaut. Sollte der Isowert mal bei einer initialen Messung an einem String zu klein sein, dann in kurzen zeitlichen Abstand die Messungen wiederholen und schauen, ob der Wert langsam größer wird. Wenn nicht, liegt ein echter Isolationsfehler in dem String vor. Diese Messungen sollte ein Fachbetrieb durchführen, weil die Prüfspannungen vom Laien nicht richtig eingeschätzt werden und die Ergebnisse der Messung die Erfahrung brauchen unter welchen Umfeldkonditionen die gemessenen Werte erzielt wurden.
    Grüße

  • Zitat von P.Voltologe

    Trafolose Wechselrichter machen vor Beginn des Einspeisebetriebes gewöhnlich am Morgen eine Erdschlussprüfung bei dem durch das Relais geschaltet, ähnlich wie bei den Messgeräten, der Leckstrom über den DC-Polkurzschluss gegen Erde gemessen wird. Nur dann wird der echte Erdschluss festgestellt.


    Nunja, die meisten trafolosen Wechselrichter überleben einen Erdschluss nicht, daher machen sie eine Isolationswiderstandsprüfung, ob der Generator nur hochohmig (>>100 kOhm) mit Erde verbunden ist.

    Zitat von P.Voltologe

    Während des Einspeisebetriebes gibt es eine laufende Fehlerstrommessung im WR, deren Erkenntnisse und Schwellwerte allerdings durch Firmware bewertet wird, und nicht jeder zeitlich kurzer Peak zur Sicherheitsabschaltung des WR führen soll. Also die Sensibilität bei stark und schnell steigenden Leckströmen gegen Erde im Einspeisebetrieb ist im WR bewusst eingeschränkt, um den Ertragsausfall zu minimieren. Dadurch können Situationen eintreten, dass Anlagen mit Isolationsproblemen und plötzlichem einsetzendem Starkregen auch schon mal echte Fehlerströme den "falschen" Weg nehmen und teilweise aus dem AC-Bereich energiereich gespeist werden, was die IGBT-Brückenhalbleiter thermisch überlasten kann.


    Also der integrierte FI muss genau auf schnelle/plötzliche Änderungen reagieren und tolieriert ganz bewusst die ganz langsamen, solange sie unter einem Absolutwert liegen.

    Zitat von P.Voltologe

    Also im Betrieb ist die Messung und die Verarbeitung der Messwerte deutlich träger als die Anfangsmessung, die (aufgrund der Impulsmessung) eher zu empfindlich reagiert und auch die Quasi-Kondensatorladeströme des Modulfeldes bei feuchten Wetterlagen anfänglich als zu hohen Leckstrom interpretiert (Folge: keine Zuschaltung neuer Prüfzyklus, zeitlich versetzt).


    Auch das stimmt leider nicht, die Fehlerstrommessung muss gemäß normativer Forderung im Zweifelsfall in unter 40 ms den Fehler erkannt UND abgeschaltet haben... Aufgrund der PV-Generator-Kapazität ist die Isolationsmessung sehr träge...

    Zitat von P.Voltologe

    Messgeräte zum Prüfen typischer Isolationswiderstandswerte sind in den meisten Installationstestern (Bennig/Seaward PV 1.1 oder HT PVCHECK) mit Prüfspannungen 500/1000V eingebaut. Sollte der Isowert mal bei einer initialen Messung an einem String zu klein sein, dann in kurzen zeitlichen Abstand die Messungen wiederholen und schauen, ob der Wert langsam größer wird. Wenn nicht, liegt ein echter Isolationsfehler in dem String vor. Diese Messungen sollte ein Fachbetrieb durchführen, weil die Prüfspannungen vom Laien nicht richtig eingeschätzt werden und die Ergebnisse der Messung die Erfahrung brauchen unter welchen Umfeldkonditionen die gemessenen Werte erzielt wurden.
    Grüße


    Ciao


    Retrerni