Salamitaktik zur Vermeidung EEG-Umlage - wie geht es?

  • Liebes Forum,


    bislang dachte ich für die Frage nach der EEG-Umlage wäre immer die Gesamtleistung der Anlage(n) entscheiden, die dem Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung dienen.
    Ebenso nahm ich an, dass sowohl 10 kWp installierte Leistung UND 10.000 kWh/Jahr Eigenverbrauch jeweils für sich ein hinreichendes Kriterium wären, um der EEG-Umlage (bzw. 40% davon) unterworfen zu werden.
    Zwischenzeitlich meine ich auch Darstellungen gesehen zu haben, wo durch Inbetriebnahmen von Anlagen mit jeweils einem Jahr Abstand zum Schluss mehr als 10 kWp als Eigenverbauchsanlage konfiguriert waren ohne das EEG-Umlage fällig geworden wäre.
    Dann bliebe vermutlich das 10.000 kWh/Jahr Kriterium alleine stehen, wass im privaten Bereich schon sehr schwer zu reißen ist.


    Wer kann mich aufklären bzw. ggf. eine allgemeine Darstellung einer möglichen Vorgehensweise schreiben, um durch eine "Salamitaktik" möglichst heuto schon mehr als 10kWp ohne EEG-Umlage in den Eigenverbauch zu integrieren?


    Gruß
    DD

    2005: 8,91 kWp BP Module an Fronius Symo 8.2
    2018: 9,3 kWp Ost-West an Fronius Symo
    2019: 9,7 kWp Nord-Süd an Fronius Symo mit Victron ESS an 24kWh-BleiGel
    2019: 7 kWp Süd an Fronius Symo (geplant)

  • Zitat von doppeldecker1678

    ....10 kWp installierte Leistung UND 10.000 kWh/Jahr Eigenverbrauch jeweils für sich ein hinreichendes Kriterium wären, ...



    Bei "und" müssen beide Bedingungen eingehalten werden, bei "oder" nur eine von beiden.

  • Oder rechnen und abwägen


    - was spart man durch die sofortige Installation an Kosten
    - wieviel mehr Vergütung kommen in dem zusätzlichen Jahr raus
    - wer weiß wie es vergütungstechnisch nach 12 Monaten aussieht
    - man braucht nur eine Anlage "verwalten"
    - später keine Mischvergütung etc.


    Und dagegen mal den "Verlust" durch die Umlage...


    Über den Daumen: entweder <10 kWp oder ~ >14 kWp


    VG Knut

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10
    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10
    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20


    Anlagen live


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen

  • Zitat von KKoPV

    Oder rechnen und abwägen


    Ja, ist eine Rechenaufgabe, aber unterstellen wir mal der Eigenverbrauch ist sehr hoch und man will ggf. aus Prinzip nicht dafür bestraft werden, Sonnenlicht, welches auf das eigene Grundstück fällt, zu nutzen.


    Zitat von Energiesparer51

    Bei "und" müssen beide Bedingungen eingehalten werden, bei "oder" nur eine von beiden.


    richtig, aber wo steht den dass "oder"? Im EEG ist an der Stell nur ein Komma:
    "wenn Strom aus Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 10 Kilowatt erzeugt wird -->, <-- für höchstens 10 Megawattstunden selbst verbrauchten Stroms pro Kalenderjahr; dies gilt ab der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage für die Dauer von 20 Kalenderjahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahres; § 24 Absatz 1 Satz 1 ist entsprechend anzuwenden."


    Die Leseweise wäre ja dann:
    - durch den zeitlichen Abstand von 12 Monaten wird der Anlagenbezug soweit aufgelöst, dass keine Aggregation der "installierten Leistung" angenommen wird
    - da jede einzelne Anlage unter 10 kWp bleibt greift nur die Begrenzung auf 10.000 kWh/Jahr Eigenverbrauch.


    Hat das jemand so in Betrieb?


    Gruß
    DD

    2005: 8,91 kWp BP Module an Fronius Symo 8.2
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    2019: 9,7 kWp Nord-Süd an Fronius Symo mit Victron ESS an 24kWh-BleiGel
    2019: 7 kWp Süd an Fronius Symo (geplant)

  • Zitat von doppeldecker1678


    Die Leseweise wäre ja dann:
    - durch den zeitlichen Abstand von 12 Monaten wird der Anlagenbezug soweit aufgelöst, dass keine Aggregation der "installierten Leistung" angenommen wird
    - da jede einzelne Anlage unter 10 kWp bleibt greift nur die Begrenzung auf 10.000 kWh/Jahr Eigenverbrauch.


    Hat das jemand so in Betrieb?


    ja


    und ich verstehe nicht recht warum das hier wieder so breit aufgedröselt wird, gibt es irgendwelche ernstzunehmenden Hinweise daß das nicht so sein sollte wie du da beschreibst?

  • Auch ja.
    Und ich habe nicht mal einen PV-Erzeugungszähler.
    Das EVU akzeptiert sogar die Werte aus dem SolarEdge-Portal für den Eigenverbrauch.

  • Keine Hinweise auf anderslautende Verständnisse. Im zweifel liegt es nur an mir :|:|


    Hatte mich 2014 auf die Betriebsweise "Insel" verlegt, möchte nun ggf. doch zurück "ins Netz".
    PluginHybrid kommt im Frühjahr, und die reduzierten Modulpreise machen die grosse Nordseite denkbar.


    Ich musste mich einfach aufschlauen. Danke.


    Aber ggf. hilft der Thread auch anderen nochmal...


    gruss
    DD

    2005: 8,91 kWp BP Module an Fronius Symo 8.2
    2018: 9,3 kWp Ost-West an Fronius Symo
    2019: 9,7 kWp Nord-Süd an Fronius Symo mit Victron ESS an 24kWh-BleiGel
    2019: 7 kWp Süd an Fronius Symo (geplant)

  • Empfehlung 2014/31 - Einzelfragen zur Anwendung des § 61 EEG 2014 bei EE-Anlagen


    https://www.clearingstelle-eeg-kwkg.de/empfv/2014/31


    Auch ich plane gerade eine Anlagenerweiterung auf mehr als 10 kWp, und auch ich habe im Sinne der gesetzlichen Regelung nicht vor, Umlage zu zahlen.

  • Danke Bastel, das Papier ist zielführend.

    2005: 8,91 kWp BP Module an Fronius Symo 8.2
    2018: 9,3 kWp Ost-West an Fronius Symo
    2019: 9,7 kWp Nord-Süd an Fronius Symo mit Victron ESS an 24kWh-BleiGel
    2019: 7 kWp Süd an Fronius Symo (geplant)