Technik Frage DIY Power-Router

  • Hallo,


    ich bin Neuling und habe im Forum mit meinem ersten Beitrag/Antworten im Bereich "Allgemeine Planung" ein erstes ernüchterndes Fazit für mich selbst gezogen aus den Hürden der Netzbetreiber, Anlagenmeldung usw. Ich plane lediglich eine Mini-PV mit evtl. 600Wp um den Eigenbedarf zu minimieren mittels Kopplung an das Hausnetz (wobei evtl. Überschüsse sogar kostenlos an den Netzbetreiber gingen!).


    Im Thread allgemeine-anlagenplanung-f69/pv-auf-blech-schuppen-monitoring-loesung-t124923.html#p1648926 habe ich festgestellt, dass es scheinbar doch nicht ganz so unbürokratisch und leicht geht.


    Inzwischen überlege ich sogar ob so etwas wie ein DIY Power-Router Projekt die Lösung sein könnte indem man den Stromverbrauch einzelner Zimmer/Stromleitungen am Verteilerkasten überwacht und per Rasperry PI dann den autark zur Verfügung stehenden Strom mittels Solid-State-Relais umschaltet auf die Zimmer und bei Mehrbedarf zurück auf das öffentl. Netz am Stromzähler (wäre dann quasi eine Hybrid Insellösung). Ich habe hierzu schon ein paar technische Komponenten heraus gesucht die dies mittels RS485 BUS mit Rasperry Pi ermöglichen könnten.


    Unter den Technikern hier. Gibt es Hutschienen Solid-State-Relais die zwei "Leitungen" schalten können? Also nicht nur der Schaltzustand 1x UM (ein/aus), sondern 2x UM (Eingang 1 oder Eingang 2 an Ausgang)? Die Idee ist damit dann eine Zuleitung zu einem Zimmer mittels Rasperry PI vom Netzstrom auf die Solarstrom Versorgung umzuschalten. Im worst case könnte man sich das natürlich auch mit 2 getrennten Solid-State-Relais selbst basteln. Toll wäre es aber wenn es eine kombinierte Lösung gäbe die dies gleich vereint.


    Derzeit in meiner Überlegung/Konzeption sind:


    Je Leitung

    • 1x Sicherung (logisch!)
    • 1x z.B. SDM120-Modbus digitaler Wechselstromzaehler, Hutschiene S0/RS485 zur Überwachung des Verbrauch/Bedarf
    • 1x (bzw. 2x?) Solid-State-Relais als Umschalter für die Zuleitung zwischen Netzstrom und Solar-Inselwechselrichter
      (bei einer Lösung aus 2x Solid-State-Relais wird vermutlich eine kleine "Pause" eingebaut werden müssen um eine physikalische Trennung zu gewährleisten!)


    Zentral für alles:

    • 1x FI Schutzschalter für den kompletten Verteilerkasten hinter dem Solar-Wechselrichter
    • 1x SDM 120 Modbus Stromzähler hinter dem Solar-Wechselrichter+FI Schutzschalter
      (Messung des zur Verfügung stehender Solar-Strom)
    • 1x Rasperry PI als Steuer/Überwachungsgerät (Web-Interface usw.)
    • 1x USB<>RS485 BUS Adapter zur kommunikation mit den Modbus-Stromzählern


    [/list]


    Ich erhoffe mir von dieser Lösung zunächst, dass ich die etlichen "Hürden" zum Thema Solarstrom/Meldung/Finanzamt usw. vom Hals schaffen kann. Zum anderen würde eine flexibel erweiterbare Lösung entstehen um den Solarstrom im Haus zu verteilen und gleichzeitig sowohl für Solar- als auch Netzbetrieb den Stromverbrauch aller Räume überwachen/loggen zu können.


    Ich freue mich auf Feedback und technischen Austausch.

  • Zitat von d-angel2001

    Solid-State-Relais als Umschalter


    Anmerkung. Hier wären m.E. 2 x 3-phasige Solid-State-Relais erforderlich um eine richtige Netz-Trennung/Umschaltung vorzunehmen. Idealerweise mit einer Schaltpause zwischen den beiden SSR. Gibt es hier evtl. "fertige" VDE Konforme Lösungen für diesen Einsatzzweck?

  • Hallo!


    Du möchtest mit winzigen 0,6 kW eine Halbinsel aufbauen? Dazu noch ohne Akku? Wie oft meinst Du wird das WR-Angebot genau deinem Verbrauch entsprechen? Dann noch der zusätzlich technische / finanzielle Aufwand?


    Netteres Hobby: Schließ die zwei Module sauber nach VDE 0100-551 an dein Hausnetz an und bist du technisch auf der sicheren Seite. Teile dem VNB die Anlagedaten mit mit - ab Oktober kommt eh ein neues vereinfachtes Meldeverfahren - und gut ists.


    Vielleicht hier mal nachlesen: https://www.dgs.de/service/faq/


    Grüße,
    Sedna

  • Zitat von Sedna


    Teile dem VNB die Anlagedaten mit mit - ab Oktober kommt eh ein neues vereinfachtes Meldeverfahren - und gut ists.


    Hallo Sedna,
    danke für die Info! Das klingt ja mal nach einem Lichtblick - wenn es wirklich "einfacher" wird. Aber wie du schon sagst... 0,6 KW ist nicht viel. Dafür binde ich mir keine umständliche Buchhaltung/Steuerberatungskosten ans Bein, wenn mit Menschenverstand schon absehbar ist, dass unter dem Strich allenfalls Verluste entstehen.


    Zu der Projekt Idee an sich:

    Zitat von Sedna

    Netteres Hobby


    Klar würde ich das nicht nur dem Nutzen wegen machen. Finde es wäre ein spannendes Projekt zumal man auch den kompletten Haushalt (jedes Zimmer) auf evtl. Stromverbrauch/Stromfresser überwachen könnte. Meines wissens gibt es noch kein umfangreiches DIY Projekt in diese Richtung? Der Nutzen wäre also doppelt gegeben und ein interessantes Projekt dazu auch noch.


    Zitat von Sedna

    Dazu noch ohne Akku?


    Das habe ich nicht konkret in den Raum gestellt. Ich bin da relativ flexibel und wäge einfach mal alle erdenkbaren Möglichkeiten ab die technisch/finanziell machbar wären. Das Projekt in diesem Thread ist eher ein "Nebenprodukt" dessen. Ich denke es gibt auch andere Privatpersonen die von der Über-Bürokratie einer Solaranlage ebenso erschlagen werden wie ich.


    Ich finde es ziemlich ernüchternd, dass alle Möglichen Webseiten herum posaunen wie "toll und einfach" man Strom(-kosten) sparen könne mit Solar. Welcher bürokratische Aufwand selbst mit Mini-Anlagen verbunden ist und dass man eben nicht nur dem Eigenverbrauch wegen unbürokratisch eben mal eine Anlage plant und einrichtet ist leider in Deutschland (noch) ein schöner Traum.


    Ich werde mir den Link am Wochenende mal zu Gemüte führen und hoffe dass sich dahin gehend wirklich mal etwas bewegt! Es ist ja legitim, dass die Einspeisungen erfasst werden und ggf. als Gewinn in der Einkommensteuer erfasst werden müssen. Da sagt ja niemand etwas gegen... aber dafür einen Steuerberater/Gewerbe für die paar Euro Gewinn abzgl. 500-1000 Euro Kosten im Jahr sind einfach Wahnsinn.


    Einfacher ginge es m.E. über eine simple Erfassung in der Einkommensteuer bei Rechnungen an den Netzbetreiber soweit diese ein paar 100 Euro im Jahr nicht überschreiten und (abzgl. Nebenkosten für ein Gewerbe) keine Gewinne erzielbar sind. Soweit ich weiß gilt so eine Regelung auch für Arbeitnehmer, die z.B. quasi "Selbstständig" über einen Werksvertrag bis zu 800 Euro im Jahr verdienen.

  • Hallo!


    • Zum Thema Steuer: Ich verstehe deine Ausführungen dazu nicht ganz.. Du hast geschrieben, dass Du nur den Eigenbedarf minimieren möchtest, d.h. nichts einspeisen und verkaufen?


      Wenn ja, hast du keine Steuerpflicht für deinen selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom. Selbst angebaute Tomaten zum Eigenbedarf muss man ja auch (noch) nicht versteuern ;-)



    • Zum Thema Stromverbrauch/Stromfresser überwachen… Da gibt es hier im Forum eine Unmenge an Lösungen und Beispielen auch ohne Halbinsel.



    • Zum Thema Verluste: Ich denke nicht, dass man mit einer „Balkonanlage“ Verluste macht. So eine 600W Anlage gibts für ca. 700€, sagen wir 800 incl. Material und Eigeninitiative. Bei 28ct Stromkosten im Bezug hast du in ca. 5 Jahren den break-even und das Ding sollte 20-25 Jahre halten. Kein schlechtes Geschäft finde ich.



    • Zum Thema Akku: Die Diskussion wird hier sehr „intensiv“ geführt ;-) Fakt ist, dass eine Halbinsel ohne Akku unbrauchbar ist. Eine netzgekoppelte Anlage mit Akku kann wirtschaftlich sein, aber wie gesagt da gibt es zwei Lager.


    Grüße,
    Sedna

  • Moin,
    danke erst mal für den interessanten Link zu DGS.de. Äußerst interessant! Aber leider komplett kontrovers zu dem was alle anderen Webseiten/Steuerberater/Finanzamt und Netzbetreiber & Co einem "eintrichtern". Ich wäre mehr als glücklich wenn es wirklich so einfach wäre. Aber wenn dem schon so wäre, wären vermutlich auch 50% der Guerialla-PV Betreiber hier im Forum gar keine Guerillas :D


    Zitat von Sedna


    Zum Thema Steuer: Ich verstehe deine Ausführungen dazu nicht ganz.. Du hast geschrieben, dass Du nur den Eigenbedarf minimieren möchtest, d.h. nichts einspeisen und verkaufen?


    Korrekt. Primär für Eigenbedarf - eben da ich kaum glaube dass ich mit so einer kleinen PV große Gewinne einfahren werde. Da bleibe ich ganz realistisch!


    Zum Verständnis wegen Steuern:
    Nüchtern betrachtet gebe ich dir da vollkommen recht wegen Anschaffung/Amortisation. Wären da nicht das "aber" und die Bürokratie in Deutschland. Wenn ich es 100% "sauber" mache (eben kein Guerilla, Risiko einer Strafanzeige/Betrug/Steuerhinterziehung usw. -- tatsächliches Risiko "unbekannt"?!) dann komme ich leider nicht um darum herum das ganze beim Finanzamt zu melden. Das heißt im Umkehrschluss Buchführung, Umsatzsteuervoranmeldungen (mtl oder quartalsweise), Gewinnermittlung/EÜR und Steuerberatungskosten! Ich bin bereits selbstständig und verdiene weit über 17.500 Euro. Kleinunternehmerregelung fällt also schon mal flach. Beim Steuerberater muss ich dann für die zweite Firma (Solar PV) separate Buchführung/Jahresabschluss/EÜR machen. Kostenpunkt ca. 30-60 Euro mtl. und Jahresabschluss ca. 300 Euro (ausgehend von meinen bisherigen Erfahrungen zu den Kosten dafür). Sind im Jahr für Steuerberatung alleine schon mal ca. 560-1020 Euro Betriebskosten! Dazu kommen noch die mind. 100 Euro für einen Stromzählertausch. Die 560-1020 Euro Betriebskosten für Buchführung fallen logischerweise regelmäßig (auf jedes Geschäftsjahr betrachtet) an.


    Da wird die Luft dann schon Dünn für große Gewinne. Die PV Anlage auf würde auf dem Schuppen übrigens auch nicht optimal ausgerichtet werden können. Das Dach hat keine optimale Ausrichtung zur Sonne. Das mindert den Ertrag. Für reinen Eigenverbrauch wäre es immer noch interessant. Aber eine PV mit Betriebskosten wird langfristig aus meiner Sicht kaum schwarze zahlen schreiben mit den ganzen Unkosten.


    Die PV die ich mir mal zusammen gestellt hatte würde vermutlich um die 1.000 bis 1.500 Euro Kosten. Dabei habe ich auch Angebote gebrachte (gereinigter/geprüfter) Solar-Module in Betracht gezogen. Die haben dann meistens aber natürlich auch keine Garantie/Gewährleistung mehr - kosten dafür aber dann rund die Hälfte. Pro 200~250 Watt Modul so um die 80-110 Euro (zzgl. Versand) z.B. Ein solider Wechselrichter für mind. 600-800 Watt mit Monitoring kostet alleine schon 300-600 Euro. Das ganze dann noch zzgl. Installationsmaterial, FI-Schalter (hinter WR) usw.


    Das dicke Ende kommt dann im "wost-case" nach 3-5 Jahren wenn das Finanzamt dann auch endlich schnallt, dass ich mit den negativen Erträgen der Solar-PV allenfalls meine Steuerzahlungen "saniere" (Verluste gegen meine Einkommen aus Hauptgewerbe). So etwas schmeckt denen gar nicht - dann wird der Spieß umgedreht und es wird plötzlich doch von denen als Liebhaberei ausgelegt. Dann darf ich jegliche Vorsteuer für Anschaffung der Anlage auf einen Schlag zurück zahlen und hab selbst nur noch Kosten zu tragen für den ganzen Spaß und gar keinen Nutzen mehr.


    Zitat von Sedna


    Wenn ja, hast du keine Steuerpflicht für deinen selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom. Selbst angebaute Tomaten zum Eigenbedarf muss man ja auch (noch) nicht versteuern ;-)


    Da brauchen wir nicht drüber diskutieren! Ich bin da ganz bei dir. Ich persönlich fände auch eine kulantere Regelung mit weniger Bürokratie und Steuerkram zumindest für PV bis 1000 Wp auch besser! Zum Beispiel Net-Metering oder Verrechnung auf Gutschrift-Basis mit dem NB und Gutschriften dann einfach als sonstige Einkünfte in Steuererklärung ohne Firmen/Gewerbe & Co!


    Zitat von Sedna


    Zum Thema Stromverbrauch/Stromfresser überwachen… Da gibt es hier im Forum eine Unmenge an Lösungen und Beispielen auch ohne Halbinsel.


    Das weiß ich natürlich auch. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man dann nur ein Display zum Ablesen oder eine richtige Auswertung hat an Rechner. Auch ist es ein riesen Unterschied, ob man das nur für den gesamten Haushalt oder z.B. jedes Zimmer hat. Würde man jede Steckdose im Haus mit entsprechenden Monitoring-Lösungen (z.B. AVM Power-Meter) versorgen würde das auch ordentlich ans Geld gehen.


    Zitat von Sedna


    Zum Thema Verluste: Ich denke nicht, dass man mit einer „Balkonanlage“ Verluste macht. So eine 600W Anlage gibts für ca. 700€, sagen wir 800 incl. Material und Eigeninitiative. Bei 28ct Stromkosten im Bezug hast du in ca. 5 Jahren den break-even und das Ding sollte 20-25 Jahre halten. Kein schlechtes Geschäft finde ich.


    Hältst du das auch noch für lukrativ angesichts der Kosten für Buchführung usw.? Gehen wir einfach mal vom worst-case mit 1020 Euro aus - das ist nur die jährliche Buchführung (ohne restliche Anschluss/Anschaffungskosten). Um die 1020 Euro jährlich rein zu bekommen müsste ich mit der Anlage schon mind. 8360 KwH erzeugen/einspeisen; wenn ich mich jetzt nicht total verrechne (1020 / 0,122 Euro/KwH Einspeisevergütung). Wie gesagt mit einer "Mini PV" und unter nicht einmal optimalen Bedingungen was die Ausrichtung zur Sonne angeht. Erst alles was "darüber" erwirtschaftet wird, würde die Anschaffungskosten oder gar die Amortisation decken.


    Man darf auch nicht vergessen - die Solar PV wird auch nicht ganzjährig (ungeachtet der Ausrichtung) optimale Ergebnisse/Erträge liefern. Ich gehe davon aus, dass die Anlage über die sonnigen Sommer-Monate am Besten arbeiten wird. Wie es im Herbst/Winter ist weiß ich noch nicht. Würde mich mal interessieren ob da noch viel passiert im dusteren Winter bei Schnee/Regen?


    Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt die Anlagenleistung/Erträge vorab einigermaßen einschätzen zu können lasse ich mich auch gerne eines besseren belehren!


    Aber ganz ehrlich... bevor ich mir den ganzen Mist mit Bürokratie und Finanzamt antue - dann lieber gleich ganz ohne. Aber wie schon gesagt... ich suche ja hände-ringend nach einer passenden Lösung die auch für eine Mini-PV lohnt - wahlweise auch teilweise "entkoppelt" vom öffentlichen Stromnetz (daher die Idee mit einer Art Power-Router/Umschalter für Solar und Strom vom NB). Denn auf einen Stromanschluss beim NB kann ich eben auch nicht verzichten mit so einer kleinen PV. Scheinbar gibt es so etwas ja nicht wirklich angesichts der Kritik die ich hier höre zu meinem Vorhaben. Potentielle Betreiber von Mini-PV werden bei der angeblich so tollen "Energiewende" für die unsere Politiker und Energiebetreiber sich feiern leider außen vor gelassen.


    Ich kann nur hoffen, dass sich hier endlich etwas bewegt. Ansonsten ist wohl kaum zu erwarten, dass die Energiewende auch eine Wende bringt, solange Energielobby und Politik an dieser Bürokratie festklammern.

  • Ich verstehe immer noch nicht wo dein Problem ist. Du schreibst von Eigenbedarf minimieren und Mini-PV, also kein Stromverkauf..


    Auf was möchtest du denn Steuern bezahlen wenn du keine Einnahmen hast?
    Für wen solltest du eine Buchführung bereitstellen müssen?


    Wenn du einspeist und offizielle Einkünfte hast den genannten Bürokratie und Finanzamt-Kram an der Backe. Aber doch auch irgendwie zurecht, oder? Wer Einnahmen hat der zahlt halt auch Steuern.

  • Hallo Sedna,


    danke erst mal, dass du dir die Zeit nimmst meine Fragen/Posts zu beantworten. Ich versuche noch mal zu erläutern was mein Sinn und Zweck ist und versuche ein paar Missverständnisse zu beseitigen, die hier glaube ich im Raum stehen was das "vermischen" von steuerlichen Aspekten und Einspeisung ohne Vergütung angeht. Ich betrachte hier unterschiedliche mögliche Szenarien.


    Zitat von Sedna

    Ich verstehe immer noch nicht wo dein Problem ist. Du schreibst von Eigenbedarf minimieren und Mini-PV, also kein Stromverkauf..


    Das wäre mir am liebsten... die Frage ist wie sich das am Besten realisieren lässt. Sobald der WR am Hausnetz und damit physikalisch auch am Stromnetz hängt kommt ja wiederrum die ganze Bürokratie vom Netzbetreiber (Auflagen wie das ganze anzuschließen/zu melden ist) und damit auch Mehrkosten (gegenüber einer simplen Inbetriebnahme durch anschließen).


    Wie du evtl. an meinen Posts merkst habe ich schon versucht alle Möglichkeiten zu eruieren:

    • Offiziell melden/anschließen
      d.h. Bürokratie
    • Offiziell melden/anschließen ohne Einspeisevergütung
      d.h. Auflagen und Kosten ohne jegl. Einnahmen)
    • Insel-Lösung
      Kommt nicht in Frage, da zu klein für autoarke Versorgung ohne Netzanschluss!
    • Hybrid-WR Lösung -- Netzanschluss als "Slave" und Solar/WR als "Master"
      keine Meldepflicht? keine Bürokratie, da keine Einspeisung statt findet? Dafür mehr Verkabelung ...


    Zitat von Sedna


    Auf was möchtest du denn Steuern bezahlen wenn du keine Einnahmen hast?
    Für wen solltest du eine Buchführung bereitstellen müssen?


    Das wäre für den Fall dass ich den vermeintlich technisch einfachsten Weg gehe... d.h. Einspeisung ins Hausnetz und keine Umschaltung für WR+Solar und Netzbetreiber. Dafür dann Verzichtserklärung für Einspeisung und trotzdem zusätzliche Kosten um es dem NB "recht" zu machen wie er es gern hätte.


    Zitat von Sedna


    Wenn du einspeist und offizielle Einkünfte hast den genannten Bürokratie und Finanzamt-Kram an der Backe. Aber doch auch irgendwie zurecht, oder? Wer Einnahmen hat der zahlt halt auch Steuern.


    Logisch ist es - da brauchen wir nicht drüber zu streiten. Noch mal zum Hintergrund - ich bin selbstständig und habe mtl. damit zu tun.


    Es geht hier um eine simple Kosten/Nutzenrechnung. Wenn die Einnahmen einer Mini-PV bereits vor Inbetriebnahme absehbar zu wenig Umsätze bringen um den ganzen Bürokratie-Zirkus zu bezahlen ist es einfach Blödsinnig und eine Hürde über die sich die NB vermutlich freuen, damit nicht jeder einfach so an der Energiewende teilhaben kann/darf.


    Ich würde gar nicht meckern über die Steuern/Kosten, wenn das Finanzamt damit leben kann wenn die Anlage langfristig betrachtet abzgl. Steuerberater/Buchführungskosten Verluste macht die ich auch steuerlich dann wenigstens auch negativ geltend machen darf gegen meine anderen Einkünfte! Dann wäre es fair. Doch wie schon beschrieben findet das Finanzamt so etwas gar nicht lustig und dreht den Spieß einfach um. Am Ende ist man selbst der "blöde" der Drauf zahlt weil das Finanzamt lieber mehr Steuern kassiert und auf allem anderen bleibt man ohne Steuervorzüge sitzen.
    Es geht mir hier um das Abwägen welche technische Lösung in Verbindung mit evtl. bürokratischen Hürden am sinnvollsten ist. Netzeinspeisung für ein paar hundert KwH zu 12,2 Ct abzgl. jährlichen Kosten von mind. 1000 Euro ist blöd, wenn man selbst drauf zahlt. Du darfst bei der ganzen Sache auch nicht vergessen, dass man auf den Eigenverbrauch auch noch MwSt. zahlt für den eigenen Strom. Das mindert ja wiederrum den Ertrag/Nutzen den man unter dem Strich betrachtet hat.


    Was daran "unfair" ist m.E. (um deine Frage zum Thema Steuern = Unfair) aufzugreifen:
    Für Mini-PV wo so etwas kalkulatorisch bereits von vorne herein absehbar ist müsste es einen unbürokratischen Mittelweg geben ohne Firma/Buchführung. Das heißt auch nicht zwingend ohne Steuern zu zahlen - aber ohne den komplizierten Zirkus mit Steuerberater & Co die daran auch noch mitverdienen - selbst wenn man unter dem Strich Verluste macht, die aber dann vom Finanzamt auf den Betreiber abgewälzt werden anstatt diese anzuerkennen als Verluste. Wenn das Finanzamt vorschreibt man solle eine PV die auf Liebhaberei hinauslauft beim Finanzamt melden - dann bitte aber auch mit verbindlicher Sicherheit sowohl Verluste als auch Gewinne über die gesamte Laufzeit auch anzuerkennen oder einen unkomplizierten Kompromiss anbieten der das ganze Lohnenswert macht.


    Selbst wenn das Finanzamt nichts oder nur klecker Beträge bei einem unbürokratsicheren Modell verdienen würde, würde das Finanzamt immer noch an der MwSt für den Erwerb der "privat betriebenen" Anlage verdienen! Also immer noch besser, als neue PV Interessenten komplett abzuschrecken die es dann ganz bleiben lassen.



    Evtl. habe ich auch einfach noch kein Objektives Bild von der ganzen Sache. Es ist ja leider nunmal nicht so, dass man die Modul-Leistung 1:1 in die Kosten/Nutzen Rechnung setzen kann! Immerhin hängen noch andere Faktoren davon ab, ob die "Optimalleistung" überhaupt jemals erreicht wird!


    Ich frage mal ganz konkret... gibt es so etwas wie eine Solar-Maps Karte wo man regional je nach Solar-Ausrichtung und Modul-Leistung realistische Ertragswerte erhält um zumindest Pi * Daumen abschätzen zu können was später bei Errichtung der Anlage an KwH pro Tag/Monat raus kommt?


    Evtl. könnte ich damit etwas konkreter Planen/Kalkulieren um zu schauen was Sinn macht.


    Wenig Sinn macht das ganze jedenfalls, wenn ich 1.000-2.000 Euro investiere in die Anlage/Installation stecke und abzgl. den Kosten für Buchführung dann nicht mal eine Nullsumme, sondern evtl. ein negatives Ergebnis (zahle jährlich drauf) habe. Da bringt es mir dann auch nichts, wenn ich realistisch betrachtet mtl. 300-400 KwH einspare und dafür dann Steuern auf meinen derzeitigen NB Tarif zahle, die das "Ergebnis" noch weiter ins Minus reißen. Das ist die Befürchtung die ich dabei habe.


    Also bitte nicht durcheinander kommen ... es geht hier um die Abwägung verschiedener Scenarien. Das ursprüngliche zu dem Post hier war möglichst "autoark" ohne auf die Netzanbindung zu verzichten mit einer dynamischen Umschaltung zwischen Solar-WR und Netzbetreiber (physikalische Trennung und damit Umgehung der ganzen NB Problematik).


    Bei der Anlagen Installation/Anschaffung berücksichtigt im o.g. Kalkulationspreis von 1.000-2.000 Euro

    • Abnahme/Anmeldung durch einen "geeigneten Elektro-Fachbetrieb" wie es mein NB fordert
    • neuer Zähler (Kostenpunkt 60,00 Euro zzgl. Installationskosten unbekannt?)


    Btw. ist es wirklich so, dass ein Elektrofachbetrieb das ganze Freigeben und nur der es beim NB/Netzagentur anmelden darf? Oder spinnt der NB sich hier etwas zusammen als Abschreckung für neue Solar-Interessenten?


    Was mich auch interessieren würde... hältst du es für realistisch, dass die Anlage im Jahr auf 1 KW Ertrag kommt? Laut Preisliste des Netzbetreiber muss ich einen Stromzähler für 60 Euro installieren. Das entspricht dem Tarif für eine PV Anlage mit einer Leistung von 1 bis 7 KW (https://www.bs-netz.de/fileadm…S_NETZ_Preisblatt_MSB.pdf).


    Wohlgemerkt auch, wenn ich dem Betreiber per Verzichtserklärung evtl. Überschüsse die nicht im Haus verbraucht werden "schenke".


    Der Link von dir zum DGS ist dahin gehend übrigens auch etwas doppel-deutig. In den FAQ zum "Solar Rebell" heißt es:

    Zitat


    Es liegt im Ermessen des Netzbetreibers einen Zähler mit Rücklaufsperre einzubauen. Wenn Sie sicher sind, dass Ihre Netzeinspeisung geringer als 4% des Jahresstrombezugs ausfällt, können Sie eine ggf. gestellte Kostenforderung für die Umrüstung des Zählers zurückweisen.


    an anderer Stelle wiederum wird "fest" mit den Mehrkosten für den Zählerwechsel gerechnet.


    Bevor ich 60,00 Euro für einen für mich nutzlosen Zähler ohne Mehrwert investiere würde ich eher in Erwägung ziehen ein Angebot wie das von discovergy.com zu nutzen mit Web-Interface zur Auswertung. Anmerkung: Tolle sache... aber auch das wäre immer noch nicht "das" was ich hier im Post vorgeschlagen hatte, da die Auswertung den kompletten Haushalt pauschal betrachtet :)

  • Ergänzend... habe jetzt tatsächlich mal ein Tool gefunden, dass ohne nervige Angebots-Auswertung ein paar Daten emittelt:
    https://stromrechner.ibc-solar.de/


    Ergebnis in meinem geplanten Fall (2 Module mit 0,63 kWp):
    Solarertrag pro Jahr: 516 kWh


    Unter Betrachtung einer Einspeisvergütung würde das gerade einmal 62,95 Euro ausmachen - vorausgesetzt der Rechner hier stimmt. Dem gegenüber stünden alleine für die Buchhaltung schon Kosten von 500-1000 Euro pro Jahr!


    Nur um mal zu verdeutlichen worauf ich hinaus will wegen meiner Kritik an der Bürokratie mit Einspeisvergütung/Vereinfachung des ganzen Prozedere für solche kleinen Anlagen!


    Das würde heißen; würde ich Einspeisen hätte ich jährlich einen Umsatz von -437,04 Euro (ausgehend vom günstigsten Fall von ca. 500 Euro für Steuerberatungskosten/Jahr). Die MwSt auf den Eigenverbrauchten-Strom und Anschaffungskosten ist in dieser Zwischen-Bilanz noch gar nicht mit drin! Die wäre noch fataler!


    Unter Betrachtung Einspeisung ohne Einspeisvergütung - aber offiziell hätte ich neben Anschaffung kosten von mind. 300 Euro (Zählertausch, Anmeldung durch Elektro-Fachbetrieb ...). Das ganze dürfte sich nach ca. 2 1/2 Jahren rentieren m.E. unter Berücksichtigung von derzeit 0,26 Euro/kWh wenn man die jährlichen 20-30 Euro Mehrkosten für den digitalen Zähler und Anschaffungskosten erst mal nicht mit einbezieht. Mit Einbeziehung von ca. 1.500 Euro Kosten wären es ca.14 Jahre durch die ersparten Stromkosten.