Schattenmanagement bei SolarEdge-Optimierern?

  • Man sollte nicht verzweifelt versuchen das Betriebsmanagement von String-Wechselrichter auf Solaredge anzuwenden. Dann auch nur eine Belichtungssituation (direkter Sonneneinstrahlung) als Kriterium heranziehen.



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    Tesla P85+ seit 8/13 >414.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.

  • Zitat von Stenis

    Das hat dann natürlich auch nichts mit Zufall zu tun. Die U/I Kennlinie wird alle Naselang von oben nach unten durchgefahren, wobei es natürlich sein kann, dass in bestimmten Betreibssituationen dieser Bereich schmaler gewählt wird. Das machen WR Tracker ja auch, um schneller ans Ziel zu kommen.


    Das ist ein Widerspruch in sich. Entweder die Kennlinie wird von oben nach unten durchfahren (=Schattenmanagement, was dann nur in bestimmten Intervallen geschieht), dann wird das globale Maximum sicher gefunden. Oder der WR fährt nur in winzigen Schritten um den aktuellen Punkt (= normales MPP-Tracking, was fortlaufend die ganze Zeit geschieht), dann bleibt er so lange am lokalen Maximum hängen, wenn er sich an diesem befindet.


    Zitat

    Das das funktioniert kann man schon daran erkennen, daß die Modulspannung über den Tag trotz wechselnder Einstrahlung relativ stabil bleibt.


    "Dumme" WR ohne Schattenmanagement würden die Modulspannung in allen Situationen ziemlich stabil halten -> das ist also kein Zeichen für ein funktionierendes Schattenmanagement, sondern eher im Gegenteil ein Zeichen für fehlendes Schattenmanagement (oder es liegt kein Schatten vor).


    Zitat von eba

    Man sollte nicht verzweifelt versuchen das Betriebsmanagement von String-Wechselrichter auf Solaredge anzuwenden. Dann auch nur eine Belichtungssituation (direkter Sonneneinstrahlung) als Kriterium heranziehen.


    Von der Tracking-Funktion her ist ein Optimierer genau das gleiche wie ein String-WR oder ein Laderegler. Alle müssen für maximalen Ertrag den MPP der daran angeschlossenen Zellen/Module finden. Und bei allen tritt real unterschiedliche Belichtung und Teilverschattung auf.
    Aus welchem Grund sollte man also bei SE unnötig Ertrag verschenken?

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Zitat von Weidemann

    "Dumme" WR ohne Schattenmanagement würden die Modulspannung in allen Situationen ziemlich stabil halten -> das ist also kein Zeichen für ein funktionierendes Schattenmanagement, sondern eher im Gegenteil ein Zeichen für fehlendes Schattenmanagement (oder es liegt kein Schatten vor).


    Aus meiner Sicht ist das Unsinn, insbesondere der Umkehrschluss - eine nachlassende Einstrahlung läßt grundsätzlich auch die Spannung sinken - aber Du könntest uns ja mal die konkreten, elektrotechnischen Eckpfeiler dieser Theorie darstellen.


    Bis dahin, ein kleiner Selbstversuch, leider ist das Wetter etwas wechselhaft, deswegen geht die Leistung nicht wieder ganz nach oben - trotzdem sieht man ganz gut, was bei der Abschattung mit einer Pappe passiert (und was auch letztlich nur auf das Wirken einer funktionierenden Leistungsanpassung (und funktionierenden Bypassdioden) zurückzuführen ist...)




    Die Behauptung, SE hätte kein Schattenmanagement (ich bin nach wie vor kein Freund dieses Begriffes) ist daher absurd.

  • Zitat von Stenis


    Aus meiner Sicht ist das Unsinn, insbesondere der Umkehrschluss - eine nachlassende Einstrahlung läßt grundsätzlich auch die Spannung sinken - aber Du könntest uns ja mal die konkreten, elektrotechnischen Eckpfeiler dieser Theorie darstellen.


    Das ist keineswegs Unsinn, nur dein "Umkehrschluss" ( - eine nachlassende Einstrahlung läßt grundsätzlich auch die Spannung sinken - ) ist Unsinn.
    Tatsächlich sieht es anders aus, die nachlassende Einstrahlung läßt grundsätzlich den Strom sinken bei (fast) gleichbleibender Spannung :idea:


    Zitat von Stenis

    Die Behauptung, SE hätte kein Schattenmanagement (ich bin nach wie vor kein Freund dieses Begriffes) ist daher absurd.


    Das sehe ich genauso, im anderen Thread (8 Module am SE 3000, zu kurzer String für SE https://www.photovoltaikforum.…imensioniert-t124592.html ) darf der SE WR aber die Bypassdioden nicht aktivieren weil sonst die Mindestspannung bei nur noch 4 unverschatteten Modulen nicht mehr erreichbar wäre. Ich vermute, das geschieht mit voller Absicht und unter Inkaufnahme, daß die unverschatteten Module aus dem MPP gefahren werden und weniger liefern als sie es aufgrund der Einstrahlung könnten.


    Den Begriff "Schattenmanagement" finde ich sehr passend, die Bezeichnung "Optimierer" sagt mir dagegen garnicht zu.
    Passend wäre aus meiner Sicht "externe, modulbasierte MPP-Tracker" aber das wäre eine sehr sperrige Bezeichnung die sich vermutlich viel schlechter "vermarkten" lässt :wink:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59


    Das sehe ich genauso, im anderen Thread (8 Module am SE 3000, zu kurzer String für SE https://www.photovoltaikforum.…imensioniert-t124592.html ) darf der SE WR aber die Bypassdioden nicht aktivieren weil sonst die Mindestspannung bei nur noch 4 unverschatteten Modulen nicht mehr erreichbar wäre. Ich vermute, das geschieht mit voller Absicht und unter Inkaufnahme, daß die unverschatteten Module aus dem MPP gefahren werden und weniger liefern als sie es aufgrund der Einstrahlung könnten.


    Wobei Mindesanforderung 6 Optimierer sind, würde bedeuten 2 Module dürfen beschattet/teibeschattet werden.


    Hat eigentlich mal jemand so einen "Leistungsoptimierer" geöffnet? Was er genau macht ?

  • Bei Versuchen mit kompletter Abschattung muss man vorsichtig sein: Das ist eine andere Situation als realer Schatten, denn bei realem Schatten hat man immernoch deutliche diffuse Eintrahlung, und nur die führt zu dem lokalen Maximum.
    Wenn dagegen (praktisch) kein Licht mehr aufs Modul kommt, sinkt unmittelbar die Modulspannung, und der Tracker landet automatisch sofort am (einzigen = globalen) Maximum, ganz ohne Schattenmanagement.


    Daher wäre für solche Versuche z.B. (dünnes) Papier besser geeignet, weil da noch Licht durchkommen dürfte (ob genug, muss man sehen, z.B. indem man erstmal das ganze Modul oder zumindest die kurze Seite damit abdeckt und schaut was noch an Leistung kommt).


    Zitat von Stenis

    Die Behauptung, SE hätte kein Schattenmanagement (ich bin nach wie vor kein Freund dieses Begriffes) ist daher absurd.


    Das würd ich auch nicht behaupten, da zumindest manchmal der globale MPP gefunden wird (wenn auch viel zu selten für meinen Geschmack).
    Aber selbst wenn SE ein Schattenmanagement hat, ist immernoch die Frage, wie oft die ganze Kennlinie durchfahren wird! Wenn das z.B. nur alle 30min passiert, wäre das ein ziemlich unzuverlässiges Schattenmanagement, da es nur hin und wieder zufällig zum richtigen Zeitpunkt anspringt.


    Und zur Modulspannung: In Realität ist die Modulspannung bei verschatteten Modulen sogar höher (siehe hier), weil sie viel weniger von der Einstrahlung abhängt, als von der Temperatur. Erst in der Dämmerung sinkt die Modulspannung.


    Zitat von Flash-D

    Wobei Mindesanforderung 6 Optimierer sind, würde bedeuten 2 Module dürfen beschattet/teibeschattet werden.


    Vorsicht, ich glaube ihr verwechselt gerade die Modulspannung (= Eingang des Optimierers) mit der Optimiererspannung (= Ausgang des Optimierers).
    Für das genannte Beispiel genügen auch 4 teilverschattete Module, die jeweils z.B. noch 10V Modulspannung liefern (also die meisten Bypassdioden sind durchgeschaltet), denn die Optimierer machen daraus trotzdem 4x 85V, also genug für den WR.
    (Oder gibts da eine technische Limitierung, um welchen Faktor der Optimierer die Spannung hochsetzen kann?)

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Zitat von Weidemann


    Vorsicht, ich glaube ihr verwechselt gerade die Modulspannung (= Eingang des Optimierers) mit der Optimiererspannung (= Ausgang des Optimierers).


    Nein, keinesfalls.

    Zitat von Weidemann


    Für das genannte Beispiel genügen auch 4 teilverschattete Module, die jeweils z.B. noch 10V Modulspannung liefern (also die meisten Bypassdioden sind durchgeschaltet), denn die Optimierer machen daraus trotzdem 4x 85V, also genug für den WR.
    (Oder gibts da eine technische Limitierung, um welchen Faktor der Optimierer die Spannung hochsetzen kann?)


    Du nennst als Beispiel teilverschattete Module bei denen noch ein Substring läuft, ich spreche von vollverschatteten Modulen d.h. alle Substrings sind verschattet. Wie das aussieht kannst du dir im anderen Thread ansehen, solar_1 hat dort Grafiken https://www.photovoltaikforum.…t124592-s70.html#p1645097 und ein Playback eingestellt : https://www.photovoltaikforum.…t124592-s80.html#p1645144
    Damit keine Missverständnisse aufkommen, da sind 96-Zeller verbaut.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von Weidemann

    Ah okay, jetzt seh ich was ihr meint.
    Ich hab eh schon bei solar_1 die Daten angefragt, dann kann ich mir das hoffentlich etwas genauer anschauen.


    Schauen wir mal ob du von dem was bekommst. Ich hab ihm nämlich gesagt, dass man bei ihm besser einen String-WR eingesetzt hätte, jetzt ist er beleidigt :wink:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von Weidemann


    Ich hab jetzt ein eigenes Thema dafür aufgemacht, und die Beiträge hier reinverschoben.


    Ja Danke, Leider fehlen die Beiträge vor diesen (verschobenen) Beitrag. Ich hätte gern auf einigen Unsinn (fehlende Logik) geantwortet. ;-) Der Zusammenhang ist jetzt leider kaum noch darstellbar. Ich versuche es nochmal.


    Anbei findet Ihr nochmal Bilder des besagten Tag aus dem alten Thread welche mit den „Wahnsinnig guten Schattenmanagement von User „passra“ verglichen wurde. :ironie:
    Die angeblich „kleinen Zacken“ die symbolisch für ein guten Schattenmanagement stehen sind schon vom Messtechnischen her kein ernstzunehmende Grundlage für einen Vergleich. Aber ich gehe mit euch mal den Weg weiter.


    Anbei ist auch eine Grafik auf Modulebene. Ein Modul ist komplett unverschattet und zwei nebeneinander liegende Module durchlaufen einen Schatten.
    Etwas ungünstig ist, dass der Schatten am Anfang etwas Diffus ausfällt und sich erst etwas später „härter“ abzeichnet. Das war auch die „Angst“ von anderen Anbietern mit anderen Wechselrichtern.


    „Nochmal zur Erinnerung“ Die Spezialisten (unter anderen ein PVAnbieter mit SMA-WR) wollten diesen Bereich ungern belegen oder einen Extra „Schattensting“ 8Module davon 4 Verschatteten Modulen) belegen.
    Aussage. Sonst ziehen die 4 Verschatteten Module den ganzen 16er String runter.
    Ihr sagtet schon, dass das Blödsinn vom PV-Anbieter ist.



    Zurück zum Thema:
    An der Stelle eine Frage. Könnte ich bitte eure Werte auf der Modulebene sehen? Woher wollt Ihr wissen, dass eure Module anders /besser reagieren/schalten? Wenn ich es richtig sehe, dann seht Ihr nur, was bei euch als String rein geht, und am Ende raus geht. Ihr könnt nicht sehen ob eine B-Diode oder mehrere B-Dioden an den Modulen durchgeschalten haben. "Ihr müsst hoffen, dass sich die Praxis so verhält wie es die Theorie vorgibt".


    Wenn ich nur das als „Wissenschaftliche“ Grundlage nehme, dann sehe ich keinen wirklichen Vorteil von der SMA-Anlage vom User „passra“, aber viele Vorteile bei SE. Noch nicht einmal die Pauschale Aussage (die hier immer kommt) "SE ist teurer" stimmt. Sie ist zumindest bei meinen Angeboten falsch!


    Zum Modul:
    Ihr seht doch gar nicht, wenn sich ein Modul „abnormal“ verhält. Nur wenn ein Modul Ausfällt, dann geht das Licht aus!
    Wenn ich meine Anlage mit einigen Anlagen im SMA-Portal (ähnliche Ausrichtung und Winkel) vergleiche, dann sind (recht) viele SMA Anlagen schlechter.
    Anbei die Bilder.
    LG Heiko