PV Anlage Einsteiger

  • Hallo werte Forengemeinde, ich lese in den letzten Wochen nun schon fleißig im Forum mit und mag nun gern meine ersten Fragen loswerden. Ich bin handwerklich recht fähig jedoch kein Elektriker o.Ä....also bitte nicht gleich den Knüppel rausholen, wenn ich mich mal falsch ausdrücke. ;-)


    Zur Sache: Ich bewohne einen Vierseitenhof und habe vor über die nächsten Jahre hinweg 2 günstig ausgerichtete Dachflächen in Eigenleistung mit Modulen zu belegen. Die Dächer (das eine 24m x 5m unterbrochen durch eine Gaube, und das andere 12m x 8,5m) muss ich, weil schon sehr alt und renovierungsbedürftig, sowieso neu machen und da dachte ich, da bietet sich das an.
    Beginnen möchte ich in diesem Jahr mit der Gaube und der kleinen "Restdachfläche neben der Gaube". Da möchte ich gern 20 Module (Heckert NeMo® 2.0 60 P 270) installieren.
    Mit der Unterkonstruktion (Dachhaken Schienen etc.) hab ich mich schon beschäftigt, das scheint mir kein Hexenwerk zu sein.


    Jetzt nun endlich meine Fragen.
    1. Ich hatte mir den SMA Sunny Tripower STP 6000TL ausgeguckt. Es ist doch so, dass die Zahl 6000 die maximale Leistung der Anlage bei optimalen Betrieb angibt, Ist das richtig? Da bin ich dann wohl mit den 20 Modulen im Rahmen des machbaren, oder?


    2. Welche Dimension Kabel von den Modulen zum WR ist erforderlich? Die Strecke ist ca. 15m lang.


    3. Welche Dimension Kabel ist vom WR zum Zähler erforderlich? Die Strecke ist ca. 25m. lang


    4. Wir haben bereits einen Smartmeter im Haus, mit dem es wohl machbar ist auch einzuspeisen. Damit entfiele doch ein neuer Zähler, oder?


    5. Eine Batteriespeicherung find ich gut aber derzeit noch sehr teuer. Kann die Anlage so aufgebaut werden, dass in den nächsten Jahren dann z.B. einfach eine Tesla drangehängt werden kann (rein theoretisch)?


    Im Voraus danke ich für eure Hilfe.


    Gruß
    Marcel

  • Hallo Marcel,


    willkommen im Forum und gut, dass Du den Weg hierhin gefunden hast.


    Ich glaube, Du gehst das Thema zu unbedarft an. Will heißen, die bezahlst im Endeffekt drauf, wenn Du in mehreren, kleinen Etappen baust bzw. planst. Es rechnet sich eigentlich i.d.R. immer, die maximale Ausbaustufe zu kennen und darauf hin zu planen. Um nun einen Überblick über die Dächer zu bekommen, sind Bilder sehr willkommen, weiterhin der Standort die Dachneigung und die Ausrichtung.


    Zu Deinen Fragen: Die Größe des WR ist neben der Anlagengröße auch von der Ausrichtung, Dachneigung und Standort abhängig. Und bei dem genannten WR stehen die 6000 für die Scheinleistung des WR. Selbst bei optimaler Ausrichtung wäre dieser WR bei einer 5,4kWp Anlage zu groß, da die max. Anlagenleistung ja nicht permanent vom Dach kommt. Im Hochsommer wird eine optimal ausgreichtete Anlage kaum über 80% kommen, eine O/W-Anlage meist er gar nicht über 70% und das das ganze Jahr über. Und wenn Du kein Elektriker bist bzw. nicht viel Ahnung von diesem Gewerk hast, dann nehme bitte einen Elektriker von Anfang an mit ins Boot; der sollte Dir dann auch sagen können, was Du benötigst. Zudem sollte dieser Elektriker auch berechtigt sein, die Anlage entsprechend in Betrieb zu nehmen - kläre das bitte vorher ab, bevor Du nachher Niemanden findest.


    Hast Du Dir denn auch schon mal Gedanken darüber gemacht, was ist, wenn die Anlage aufgebaut ist und nicht läuft oder nur schlecht? Wie willst Du als Laie hier den Fehler finden. Natürlich wirst Du im Forum tatkräftige Unterstützung finden, aber man sollte sich im Klaren sein, dass wir hier nicht von ein paar Volt reden sondern von 1000V Gleichspannung, wo nur Fachkräfte rangehen sollten.

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL & SB2100-TL, DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Meine Ertag

  • Hallo, ich danke dir für deine Antwort und habe versucht die Bilder hochzuladen. Ggf sieht man das ja. Die große Holzscheune hat innerhalb der Dachfläche unterschiedliche Neigungen. Die beiden Gebäude stehen im 90° Winkel zueinander.


    Ein Elektriker ist mit im Boot und den werde ich auch immer wieder konsultieren. Weiterhin habe ich einen Mitarbeiter bei einem Modulhersteller an der Hand und einen Solarteur im weiteren Umfeld, den ich aber nicht das Rundumsorglospaket, für viel Geld abkaufen möchte.
    Der Plan ist wie schon bei so vielen Projekten am Gehöft in den letzten 10 Jahren... so viel wie möglich selbst in Eigenleistung vorbereiten und den Fachmann das Abschließende zu überlassen.


    Wir bauen ohne Kredite, so wie es geldmäßig reinpasst, daher möchte ich kein Projekt anschieben, was dann über Jahrzehnte abgezahlt werden müsste. Ich möchte sozusagen alles zusammenkaufen und dann wenn alles daliegt zum Termin X losschlagen.


    VG
    Marcel


    [Blockierte Grafik: https://picload.org/thumbnail/dlgwdpow/dach02.jpg]
    und
    [Blockierte Grafik: https://picload.org/thumbnail/dlgwdpoi/dach01.jpg]

  • Ein Eigenbau-Projekt, schön :D


    Der erste Schritt ist, die Gesamtanlage zu planen:


    -Belegung der Flächen mit Standardmodulen, Verstringung (Schatten scheint nicht vorhanden zu sein)?
    Auch Flächen einbeziehen, an die du nicht sofort denkst (O/W, oder flache Norddächer).
    Schneefang nötig?
    rechts und links auf der Scheune sollten die Module für bessere Schattentoleranz hochkant liegen.


    -genaue Ausrichtung und Neigung der verschiedenen Flächen, jeweils mit Anzahl der Module die draufgehen?


    -bei sowas wie 15° Neigungsunterschied kann man die Module auch in einen String hängen, das gibt nur sehr geringe Verluste. Aber wenns problemlos passt, dann lieber verschiedene Strings.


    -Dann können wir einen WR festlegen, der groß genug für alle Flächen ist -> dann kannst du Stück für Stück mit der Zeit weitere Strings dazubauen, ohne dass auf der AC-Seite was geändert werden muss.


    -einen AC-gekoppelten Batteriespeicher kannst du dann jederzeit nachrüsten... aber viel günstiger ist es, erstmal alle Flächen zu belegen.


    -Montagegestell (bei normal niedriger Schneelast) entweder vom Solarteur, wenn du ihm mal über die Schulter schauen kannst, bzw. sonst empfehle ich Schletter Rapid zum Selbstbau.
    Vorher mit den Sparren usw. beschäftigen, Aufdachdämmung, Schraubenlänge, nötige Höhe des Auslegers... am komfortabelsten sind Dachhaken, deren Höhe über der Grundplatte verstellbar ist (Rapid2+ universal), günstiger wirds mit fixen Haken, aber dann muss man evtl. unterlegen.


    -Solarkabel einfach 6 mm² nehmen, ist Standard


    -AC-Kabel 10 mm² (die Verluste siehst du auch in SunnyDesignWeb, was dann eh zur WR-Auslegung und zum Rumspielen Sinn macht).


    -Zähler kriegst du eh die nächsten Jahre einen neuen für 100€/Jahr bei > 7kWp, leider unvermeidlich

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Grüß euch, ich meld' mich mal wieder.
    Die Idee entwickelt sich so langsam und dass ist prima.


    Die Kabel-Fragen sind schon mal beantwortet, danke euch dafür.


    Zu den Gesamtdachflächen: die eine Scheune ist 17m lang und es sind von der Traufe bis zum First 5m. Die andere Scheune ist 8m lang und es sind von der Traufe bis zum First 5,5m. Da geht mit Sicherheit viel drauf. So viele Holzdollars sind aber derzeit nicht im Goldtopf ;-)


    Frage: Ich habe einen derzeitigen Jahresstromverbrauch von ca. 5500kW. Die Anlage sollte ja (wenn ich richtig liege) so ca. 1/3 größer sein als der jährliche Verbrauch (auch im Hinblick auf den richtigen WR). Macht es mit der derzeitigen EEG Regelung denn Sinn riesige Flächen zu belegen oder sollte in erster Linie die Deckung des Eigenen Verbrauchs im Vordergrund stehen?


    Frage: Zur Installation hatte ich eine Lage Schienen vorgehabt, da ich die Dächer von der Schalung her erneuere und somit die verstellbaren Dachhaken sauber platzieren kann. Muss denn unbedingt die Kreuzverschienung sein? (Erfahrungen aus der Praxis)


    Gruß Marcel

  • Die Anlage sollte so groß wie möglich sein, denn das lohnt sich mehr als alles andere zur Zeit (soferns kein Norddach ist), und auch der Eigenverbrauch steigt mit der Anlagengröße.
    Du musst ja nicht sofort 30kWp legen, aber ich würd das sofort auf die maximale Größe planen. Wenn der erste Teil erst läuft, wirst du bald nachlegen wollen ;-)


    Kreuzlage muss nicht sein, nur halt bei Quermontage der Module gehts meist nicht anders.
    Obs ein einheitliches Gesamtbild wird, hängt v.a. von den Höhenunterschieden der Sparren ab. Aber wenn eh eine Schalung aufs Dach kommt, wirst du einen entsprechenden Höhenausgleich bereits unter die Schalung reinbasteln?

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • auf das 12m x 8,5m dach passen "locker" 2x22 Module á ~280Wp rauf, dann bist du schon mal bei 12,3kWp.
    gaube muesst man sich anschauen, hast du keine hoeher aufgeloesten bilder? wie breit ist die gaube oder kommt die bei der renovierung sowieso weg?

  • Ich dank euch für die Infos.
    Zum IST-Stand: Ich hab gestern 20 NeMo Module von Heckert Solar abgeholt (an die komme ich für n schmalen Taler ran).
    Das nächste ist der noch fehlende Teil der Schienen, einige Befestigungsklemmen und der WR.


    Ich komme mit diesem EEG Krempel nicht so recht klar, würdet ihr mich da bitte kurz und knapp erleuchten.


    1.) Die Anlage muss dem Energieversorger gemeldet werden (ja/nein), wem noch (Behörden, Ämter etc.?


    1.1) Die Meldung ergeht VOR der Errichtung oder VOR der Inbetriebnahme?


    2.) Ich habe einen Smartmeter verbaut, welcher beide Richtungen zählen kann (Erzeugte Energie PV <-> vom Versorger abgenommene Energie) ist das der aktuell vorgeschriebene Stand der Technik oder wird mir irgendein anderer Quatsch aufgezwungen werden?


    3.) Was hat es mit dieser Grenze von 10kwp pro Anlage auf sich?


    4.) und kann mir um Gottes willen mal jemand ein Beispiel schildern, wie es sich mit dieser Eigenverbrauch/Einspeisesache in der Realität verhält...ich les mich dusselig im Netz... da steht sooo viel...und vor allem nach dem Motto, 1 Problem 10 Lösungen/Meinungen Mich interessiert z.B.
    - Sonne geht auf
    - PV Anlage arbeitet
    - ich werf' die Kaffeemaschine an
    - .......und nun??? Energie von der Anlage oder vom Versorger ??? Wird da quasi technisch live umgeswicht oder wird das alles am Jahresende einfach verrechnet mit Hilfe der Zählerstände??? Ich steh da auf dem Schlauch. :-)


    Gruß Marcel
    PS: Wegen der Bilder seh' ich mal zu.

  • nicht dem energieversorger, sondern immer dem netzbetreiber!
    dieser kann auch all diese fragen beantworten, da das procedere je nach netzbetreiber abweicht!
    grundsaetzlich alles im vorhinein klaeren und DANN erst sachen einkaufen, es kann naemlich auch sein, dass dir das einspeisen aus technischen gruenden KOMPLETT verwehrt wird!


    was verstehst du unter schmalem taler? welche listung haben die modunle und sind sie gebraucht oder neu?
    gebraucht ist EEG soviel ich weiss nicht moeglich!


    strom wird, sofern du genug selbst produzierst bevorzugt eigener verwendet, rest wird vom netz ergaenzt.
    was du MOMENTAN nicht verbrauchst wird eingespeist, kannst du aber nicht zurueckholen, sondern muss bezug zum normalen tarif wieder beziehen. das netz ist keine badewanne, die du nach belieben fuellen und leeren kannst.
    nimm dir mal 1-2 tage am we zeit und lies dich mal ordentlich ein, ansonsten machst du viele unnoetige fehler, die dich spaeter aergern, wenns schon am grundsaetzlichen verstaendnis fehlt...