EEG | Wohnhaus mit Gewerbe

  • Hallo zusammen,


    folgende Situation:


    Ich betreibe seit dem letzten Monat eine PV-Anlage (Überschusseinspeisung) auf meinem Haus. Im Haus ist ein Gewerbe untergebracht, welches meiner Frau gehört. Die Räum vermiete ich an sie. Der erzeugte Strom wird dort auch als Eigenverbrauch genutzt. Für die gesamte Immobilie gibt es einen Stromzähler.


    Im Einspeisevertrag meines Netzbetreibers tritt jetzt der Punkt der Eigenversorgung auf. Ist es in diesem Fall korrekt, dass Anlagenbetreiber (ich) und Letztverbraucher (Gewerbe meiner Frau plus Privatbereich) nicht personenidentisch sind?


    Welche Konsequenzen hätte das?


    Danke für Eure Hilfe.


    Gruß
    pvflip

  • wer lang fragt, geht lang irr.
    1. einen Einspeisevertrag braucht es nicht.
    2. kann das schon vielleicht so sein wie du befürchtest.
    3. Konsequenz wäre daß bei Verkauf an Dritte die volle EEG Umlage fällig wird.
    ....
    4. aber wer soll das wissen, wenn du es ihm nicht auf die Nase bindest?



    Jetzt einfach mal ein Gedankenspiel: der Strombezugszähler läuft auf deinen Namen, die PV Anlage auch, du bist in deinem Haus der Letztverbraucher. Bei unter 10 kWp fällt keine EEG Umlage an.
    Wer weiß überhaupt daß du eine Frau hast, daß die einem Gewerbe nachgeht, daß das in deinem Haus stattfindet und daß du ihr dazu den Strom verkaufst ?
    Siehst du.
    Oder glaubst du daß die Stromstasi Hausdurchsuchungen macht?

  • Hallo zusammen,


    Zitat von pvflip


    Welche Konsequenzen hätte das?


    Haben Deine Frau und Du einen Mietvertrag? Was regelt der denn im Bezug auf den Verbrauchsstrom?


    Zitat von jodl

    4. aber wer soll das wissen, wenn du es ihm nicht auf die Nase bindest?


    Je nach genauem Konstrukt weiss es möglicherweise zumindest das Finanzamt...


    Beste Grüße
    Kaneu

    63 x Heckert NeMo 300-60M an Fronius SYMO 17.5-3-M seit 04/2018 - Ausrichtung SSW, DN 28°

  • Danke erst einmal für Eure Rückmeldungen.


    jodi : Ich möchte nur nicht irgendwann Ärger bekommen und daher alles sauber machen. Das Gewerbe ist eine Arztpraxis, also mehr als offensichtlich.


    Kaneu : Ja, wir haben einen Mietvertrag. Vor der PV-Anlage gab es zwei separate Zähler. Entsprechend hat meine Frau ihren Verbauch direkt mit dem Stromanbieter abgerechnet. Jetzt haben wir auf einen Zähler umgestellt. Im Mietvertrag ist nun geregelt, dass an Nebenkosten für Strom x Euro zu zahlen sind.

  • Ist die Frage ob der Anteil des PV Stroms den die Praxis verbraucht mit nur einem Zähler überhaupt feststellbar ist. Und der Strom wird als Pauschale abgerechnet oder wie ist "Strom x Euro" zu verstehen?

  • Zitat von pvflip

    Ja, wir haben einen Mietvertrag. Vor der PV-Anlage gab es zwei separate Zähler. Entsprechend hat meine Frau ihren Verbauch direkt mit dem Stromanbieter abgerechnet. Jetzt haben wir auf einen Zähler umgestellt. Im Mietvertrag ist nun geregelt, dass an Nebenkosten für Strom x Euro zu zahlen sind.


    Zitat von ndorphin

    Ist die Frage ob der Anteil des PV Stroms den die Praxis verbraucht mit nur einem Zähler überhaupt feststellbar ist. Und der Strom wird als Pauschale abgerechnet oder wie ist "Strom x Euro" zu verstehen?


    So verstehe ich das auch.


    Dann gebe ich mal folgende Auffassung ab (als selbsternannter Steuerzahlerprofi):

    • Du "verkaufst" den PV-Strom an Deine Mieterin und musst damit als Anlagenbetreiber für jede weitergeleitete Kilowattstunde die volle EEG-Umlage an den regional zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zahlen (nur für den Anteil PV Strom)
    • Falls Du zur Regelbesteuerung optiert hast: Dieser Verkauf ist umsatzsteuerpflichtig. Die Umsatzsteuer ist von Dir an das Finanzamt abzuführen. Als Ärztin ist Deine Frau normalerweise nicht vorsteuerabzugsberechtigt (Heilbehandlungen sind von Umsatzsteuer befreit), damit kann sie sich diese nicht zurückholen
    • Der Verkauf ist in Deiner EÜR zu berücksichtigen
    • Der Anteil PV Strom lässt sich über eine Schätzung ermitteln. Das sollte als Nachweis für schlechte Zeiten gut dokumentiert sein.


    Bin an weiteren Auffassungen von echten Experten ebenfalls interessiert. Ich habe hier übrigens praktisch das gleiche Szenario (aber aus den oben genannten Gründen der Komplexität läuft die Praxis meiner Frau bisher noch weiterhin auf einem getrennten Zähler mit eigenem Vertrag).

    63 x Heckert NeMo 300-60M an Fronius SYMO 17.5-3-M seit 04/2018 - Ausrichtung SSW, DN 28°

  • ndorphin : Ja, es handelt sich um eine Pauschale. Es wird lediglich der Gesamtstromverbrauch der Praxis via eigenem Zähler erfasst.


    Kaneu : Ich habe die Regelbesteuerung gewählt. Ich dokumentiere fast täglich die Zählerstände. Das hieße dann konkret: Bei einem Direktverbrauch von 50 % (angenommen) und einem Gesamtverbrauch der Praxis von 3.000 kWh => 1.500 kWh * 6,79 Cent => ~ 100 Euro im Jahr. Richtig?


    Deine Frau nutzt also keinen PV-Strom?

  • Zitat von pvflip


    Kaneu : Ich habe die Regelbesteuerung gewählt. Ich dokumentiere fast täglich die Zählerstände. Das hieße dann konkret: Bei einem Direktverbrauch von 50 % (angenommen) und einem Gesamtverbrauch der Praxis von 3.000 kWh => 1.500 kWh * 6,79 Cent => ~ 100 Euro im Jahr. Richtig?


    Klingt für mich plausibel (für die EEG Umlage)


    Zitat von pvflip

    Deine Frau nutzt also keinen PV-Strom?


    Rechtlich und abrechnungstechnisch bisher nicht. Emotional aber schon: Da der Strom ja physikalisch den Weg des geringsten Widerstands geht benutzt sie unseren selbst produzierten "sauberen" Strom aber auch.

    63 x Heckert NeMo 300-60M an Fronius SYMO 17.5-3-M seit 04/2018 - Ausrichtung SSW, DN 28°

  • Zitat von pvflip


    Kaneu : Ich habe die Regelbesteuerung gewählt. Ich dokumentiere fast täglich die Zählerstände. Das hieße dann konkret: Bei einem Direktverbrauch von 50 % (angenommen) und einem Gesamtverbrauch der Praxis von 3.000 kWh => 1.500 kWh * 6,79 Cent => ~ 100 Euro im Jahr. Richtig?


    Klingt für mich plausibel (für die EEG Umlage)


    Zitat von pvflip

    Deine Frau nutzt also keinen PV-Strom?


    Rechtlich und abrechnungstechnisch bisher nicht. Emotional aber schon: Da der Strom ja physikalisch den Weg des geringsten Widerstands geht benutzt sie unseren selbst produzierten "sauberen" Strom aber auch.

    63 x Heckert NeMo 300-60M an Fronius SYMO 17.5-3-M seit 04/2018 - Ausrichtung SSW, DN 28°