Staplerbatterie defekt

  • Moin,


    habe zur Zeit etwas Probleme mit meiner Staplerbatterie. (48v 775Ah Baujahr Ende 2013) Diese habe ich mehr oder weniger zum Schrottpreis erhalten, da diese mal überladen wurde. Sie läuft in einer Insel schon seit 1/2 Jahr. Neuerdings habe ich die Aquamatik wieder in Betrieb genommen, und prompt sind einige Zellen übergelaufen. Nach Messung aller Zellen hat sich nun herausgestellt, dass 3-4 Zellen abweichende Werte haben. sonst 2,19-2,22V und SD 1,24-1,29. Die 3-4 sind bei Spannungswerten 1,94, 2,02 2,11 und 2,17 und 2x SD 1,00 oder weniger SD 1,17 und 1,23 Eine dieser abweichenden Zellen war auch eine die mir jetzt überlief.


    Gibt es eine Möglichkeit herauszufinden ob durch Überlaufen der Aquamtik dieses Ungleichgewicht zustande kam und nur Säure fehlt oder ob es doch an einer Sulfatierung hängt. Nach Aussage des damaligen Verkäufers war diese immer gleaden.


    Was Battereien angeht bin ich Anfänger und kaum Erfahrung. Aber ich bin sicher dass hier einige Fachleute sind die die entscheidenden Tips haben. Pulser gegen Sulfatierung hätte ich da.


    Andreas

  • Servus Andreas, ja, das Überlaufen durch fehlerhafte Aquamatikventile oder fehlerhafter Bedienung derselben
    kommt leider recht häufig vor.
    Hier gibt es schon einen "lustigen" Thread dazu : https://www.photovoltaikforum.…fen-t116083.html#p1469450


    Unternehme jetzt erstmal gar nix außer Verbraucher und Generator abzuschalten :!:


    Dann überlege Dir gut ob Du die ganze Aktion selber machen willst und kannst.
    Es ist viel Arbeit, dauert recht lange und muss sehr sorgfältig gemacht werden!
    Alternative ist halt ein guter Batterieservice der den Akku holt und ihn Dir nach 2-3 Wochen wieder bringt
    - falls es richtig gemacht wird. Billig wird es so leider sicher nicht.
    Wenn Du es selber machen willst kann ich Dir schon helfen, entweder hier öffentlich oder per PN.


    Anhand der Ruhespannungen vermute ich dass die ganze Bank schon länger ungleichmäßig läuft,
    nur durch Überfüllen verändert sich natürlich schlagartig die SD aber erstmal nicht die Zellspannnung.
    Aber auch die SD-Werte der nicht übergelaufenen Zellen sind ziemlich bedenklich.


    Grundsätzlich muss der Akku komplett entsulfatiert werden bevor man die verwässerten Zellen neu einstellen kann.
    Ob das alles in Relation zum Wert steht kann man ohne die noch vorhandene Kapazität zu wissen schlecht sagen.


    Die einfachste Variante ist natürlich die überfüllten Zellen auf normales Niveau abzusaugen und den Speicher
    schlicht weiter zu nutzen. Die Zellen werden Dir dann halt verstärkt auseinanderlaufen und damit die Kapazität
    deutlich schneller schrumpfen lassen als wenn man es "richtig" macht.


    Deinen Pulser kannst Du übrigens einfach vergessen. Ein für so einen Akku brauchbaren "Pulser" hat vielleicht
    ein guter Batt-Service und kostet ungefähr so viel wie 4 nagelneue große PzS :wink:


    lg,
    e-zepp

  • 2 Zellen sind mir auch Mal übergelaufen . Da aber das Wasser doch relativ langsam reinläuft wird mehr Wasser als Säure übergelaufen sein .


    Hat einige Wochen gedauert bis der Wasser stand wieder gepasst hat. Ich hab ein Glas mit destilliertem Wasser aus gespült und danach eine Zelle ca 200ml abgesaugt und ins Glas (beschriftet) . Und nach und nach zurück .
    Dauert halt lange aber Zustand war danach wieder normal.


    Frage ist natürlich erstmal deine wirren Spannungswerte . Lass die Batterie Mal eine Nacht stehen und miss die Spannung der Zellen nochmal.
    SD Messung kannst dir erstmal sparen , die haben hier keine Aussagekraft mehr .


    Frage noch . Was heißt aquamatik inbetrieb genommen ? Dauerhaft am Wassertank oder mit Steuerung?

  • Danke schon mal für die Tips...


    die Aquamatik hab ich vor ca 4 Wochen angeschlossen. Ich hatte bis dahin keinen Behälter. Die Aquamatik selber war jedoch schon verbaut. Als ich dann das Wasser eingefüllt habe, wurde das auch gut verteilt, bis zu dem Zeitpunkt, dass die einzelenen Zellen wieder genug hatten. Da hat es aus 2 oder 3 herausgedrückt. Zum Teil habe ich es erst nach Minuten gemerkt. Aber bei denen ist nur die eine mit 2,11 / SD 1,17 dabei. Die 2 richtigen Ausreißer müssen wohl vorher schon mal bei Vorbesitzer mächtig übergelaufen sein.


    Was die Kapzität angeht, kämpfe ich derzeit noch mit meiner Ladung über das AC gekoppelte System. Da bin ich noch mit Studer im Kontakt. Ich bekomme es nicht richtig hin, dass er richtig die benötigte Leistung bei den Wechselrichtern einregelt. Und so kommt es immer zu Laden/Entladen usw was für die Batterie ja zusätzlich noch eine Belastung ist.


    Übrigens, die Wasserhöhe ist aktuell alles im grünen Bereich. Ich dachte nur, dass der Vorbesitzer, diese 2 Ausreißer hat überlaufen lassen und deswegen dieser extrem niedrige nicht messbare Säuregehalt besteht.


    Meint Ihr einen Teil des Wassers zu entfernen, und leicht Säure nachzufüllen würde nicht zum Erfolg führen?



    Andreas

  • so es gibt noch neue Info.


    der ganze Trog steht bis 20cm unter Oberkante voll. Da was mir damals passiert ist, kann das unmöglich sein. Demnach habe ich das ganze schon so gekauft... Ich werden jetzt erst mal alle Zellen herausbauen und den Trog reinigen müssen. Nicht dass demnächst die Wanne durchfault, und unser neuer Estrich im Keller vor die Hunde geht.


    Melde mich dann wieder.

  • Wie soll das denn vorher gewesen sein? Hast den Trog mit Akkus komplett in den Keller gebracht?

    KWK Ecopower1.0 1kwp, 1x SB 5.0 und 1x SB 3.0 6,6kwp, 2x Outback Flexmax80 3,5kwp, Speicher 24V/1000ah, Überschußverwertung mit Heizstab in Pufferspeicher (Infrarot auf Q3d Zähler)
    Nachteinspeisung wenn KWK aus über WR

  • so wieder online..


    Hab heute Nachmittag damit verbracht den Trog zu leeren. Interessant war, dass die Säuredichte deutlich höher in der Suppe ist als in den 2 Zellen mit niedriger SD. Die Suppe im Trog hatte ca 1,11


    Na ja hab je Hälfte eine Zelle entfernt, alles abgesaugt und dann nochmals mit Wasser den Trog 3x gespült und abgesaugt. Jetzt kann höchstens unten noch eine Restfeuchtigkeit sein. Aber durchfressen wird sich nichts mehr.


    Havokll


    richtig, ich war auch dabei, aber etwas unerfahren. Hab aber beim ersten Füllen per Aquamatic gleich abgedreht als ich etwas aus den Stopfen quellen sah. Also wenn es bei mir 100ml waren, die rausflossen, dann war es viel.


    Heute habe ich aber ca 5 Liter aus dem Trog gesaugt.


    @ Tommmi


    ja in der Tat, der ganze Trog wurde mit einem Frontlader durch die Kellertür in den Keller eingebracht. Hätte ich mir damals doch die Arbeit gemacht, alle Zellen in den Keller zu bringen, wäre die Sache damals schon aufgefallen. Na ja jetzt ist erst mal sauber was den Trog angeht.


    Noch jemand ein Tip, ob das mit etwas Säure klappen kann, bzw was man dabei alles beachten muss.

  • Ein gepansche mit Säure führt niemals zum Erfolg.
    Zuerst muß man ja schauen was im Blei an Säure steckt.
    Also laden bis die Zelle bei 2,6V nichts mehr nimmt. Dann Säuredichte messen und erst dann kann man sich Gedanken über nachpanschen machen. Der Wasserstand der Zellen mit niedriger Säure wird nochmals extrem ansteigen, da wirst dann nochmal absaugen müssen.

    KWK Ecopower1.0 1kwp, 1x SB 5.0 und 1x SB 3.0 6,6kwp, 2x Outback Flexmax80 3,5kwp, Speicher 24V/1000ah, Überschußverwertung mit Heizstab in Pufferspeicher (Infrarot auf Q3d Zähler)
    Nachteinspeisung wenn KWK aus über WR

  • Hi user 8342,


    Trog reinigen ist erst mal richtig. Was Du da raushost ist Sondermüll und gehört nicht ins Abwasser. Anschließend Trog mit Leitungswasser und etwas Kernseife mehrfach auswaschen, dann trocknen. (Kernseife nicht Spülmitte o.Ä.)
    Zellen außen genauso abwaschen, dann trocknen.
    Der Trog fault nicht. Die Säure frißt Löcher rein, wo der Schutzlack beschädigt ist. Deshalb Kernseife, die neutralisiert Säurespuren, die im Lack sitzen.

    Damit nichts durcheinander kommt erhält jede Zelle eine Nummer und die Messwerte werden ihr im Protokoll zugeordnet.
    Bei den Zellen mit SD < 1 die SDn nachmessen. Da sind mit Sicherheit Messfehler unterlaufen.
    Die Zellen mit 1,94, 2,02, und 2,11 V Ruhespannung individuell mit <80 A bis 2,35 V unter Ladestrom laden, dann, falls Du keine EUW hast, 1 Stunde mit 2,6 V /Zelle zur Durchmischung des Elektolyten laden, dann zwei Stunden Ruhe, dann erst SDn dreimal und Spannungen messen und alle Messwerte hier einstellen.


    Entscheidend ist die SD der voll geladenen Zelle. Wenn die SD der voll geladenen Zelle mindestens 1,2 beträgt brauchst Du gar nichts zu machen. Die Panscherei ist aufwändig und gefährlich, bringt Dir keine Vorteile, nur Nachteile. Andere sehen das anders. Mach' einen Kapazitätstest, dann siehst Du wie es wirklich ist.


    Freundliche Grüße
    pvx