Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Solaranlage mit Speicher

  • Hallo Miteinander,


    ich habe mir die letzten Wochen, eigentlich seit 1,5 Jahren, Gedanken zu einer Solaranlage auf unserem Einfamilienhausdach gemacht.


    Hier ist meine Berechnung zum tatsächlichen Strompreis.


    Zu den Eckdaten:
    Strommenge/y = 5800kWh
    Durschnittwert für Strompreiserhöhung der nächsten Jahre: 0,40Cent/kWh
    Stromkosten ohne Anlage = 5800kWh * 0,40Cent/kWh = 2320€/y in 20 Jahren =46.400€


    Anlagengröße = 7500kWp (Abzüglich 85% wegen Ost, West Ausrichtung und 5% Verlustleistung)
    tatsächliche Anlagenleistung neu = 6056,25kWh
    tatsächliche Anlagenleistung nach 20 Jahren (-15%) = 5147,81 kWh (wenn die Solarmodule noch 85% haben)


    Anlagekosten: 15.000,00€ (netto)
    Akku 10kWh davon nutzbar 9,9kWh
    Werte aus dem „Unabhängigkeitsrechner“ von Prof. Quaschning
    https://www.volker-quaschning.…are/unabhaengig/index.php
    Eigenverbrauch: 57%
    Einspeisung: 43%
    Autarkiegrad: 69%
    Netzbezug: 31%


    jährliche Fixkosten:
    - Versicherung = 90€
    - Wartung + Reinigung = 240€/3 Jahre, also 80€/y
    - Rückstellung = Anlagekosten/ 20 (Jahre) = 750,00€/y
    - Netzbezug (31%) = 1798kWh * 0,40cent/kWh = 719,20€/y
    - Ertrag aus EEG (43% Einspeisung) = 5800kWh * ,43 = 2494kWh * 0,1221Cent/kWh = 304,52€ / 1,19 = 255,896 €
    Verrechnung Stromkosten = 719,20€ - 255,896€= 463,304€/y


    Summe Fixkosten pro Jahr = 90€ + 80€ + 750€ + 463,304€ = 1383,304€


    Gesparten Bezug durch Solaranlage (Eigenverbrauch 57%):
    5800kWh * 0,57 = 3306kWh * 0,40Cent/kWh = 1322,4€


    Wie werden nun die einmaligen Anlagekosten umgerechnet.
    Ich gehe von 20 Jahren aus. Also 15.000€ / 20 Jahre = 750€/y
    Das wäre dann alles zusammen 1383,3 + 750€ = 2133,3€ - 1322,4€ = 810,90€/y(20)
    tatsächlicher Strompreis: 810,90€ / 5800kWh = 0,1398Cent/kWh


    Und bei einer Verteilung der Anlagekosten auf 10 Jahre sind es:
    15.000€ / 10 Jahre = 1500€/y
    Das wäre dann alles zusammen 1383,3 + 1500€ = 2883,30€ - 1322,4€ = 1560,9€/y(10)
    tatsächlicher Strompreis: 1560,90€ / 5800kWh = 0,2691Cent/kWh


    Danach ist der Strom dann ohne Anlage teuer:
    1383,3 + 0€ (Anlagekosten) = 1383,3€ - 1322,4€ = 60,90€/y
    tatsächlicher Strompreis: 60,90€ / 5800kWh = 0,0105Cent/kWh


    Das ist nicht richtig, da man jetzt auch die etwas geringere Leistung der Anlage berücksichtigen muss!
    Zumal auch die Versicherungs- und Wartungskosten steigen werden!
    Da man aber nach 20 Jahren durch die Rückstellung die komplette Anlage wieder neu aufbauen könnte, (Austausch der Module und der Wechselrichter u.w.s.) könnte man das vernachlässigen.


    Ist das so richtig?
    Habe ich mich irgendwo verrechnet?


    Danke für Eure Hilfe.
    Gruß
    Steve-Wi

  • Und Dein Fazit? Ich verstehe nicht ganz was Du damit aussagen willst. Interessant wäre der Vergleich PV mit Speicher und PV ohne Speicher. In meiner Signatur findest Du eine entsprechende Berechnung.

  • Zitat von steve-wi


    Ist das so richtig?


    nein


    als Erstes solltest du dir das mit den Einheiten nochmals ansehen,
    und dann das mit den Dimensionen / Kommastellen.

  • Du solltest noch die Degradation der Module und besonders des Akkus in deine Rechnung einbeziehen.
    20 Jahre Lebensdauer des Akkus ohne Kapazitätsverlust? Viel Glück bei der Wahl deiner Komponenten. :?

  • Hallo,


    die Anlage ist mit Speicher, da sonst die Autarkie nicht so hoch wäre.
    Der 10kW Speicher kostet 6800€ mit allem Zubehör und Anschluß.


    Bei den angenommenen Ladezyklen hat der Akku nach 20 Jahren noch über 78% seiner Kapazität.


    Wenn ich nach 20 Jahren 70% ansetzte für den Akku und 85% für die Module (ohne Anlagenkosten) bin ich bei minus 0,10Cent/kWh Strom. (Eigenverbrauch=60%, Autarkie=61%)
    Zumal ich schrieb, dass Module und Akku nach 20 Jahren kostenfrei getauscht werden können, da durch die Rückstellung der Austausch bezahlt wird.


    Gruß
    Steve-Wi

    Einmal editiert, zuletzt von steve-wi ()

  • Zitat von Stenis

    In meiner Signatur findest Du eine entsprechende Berechnung.


    Warum produziert deine 14kWp Anlage diesen (super)Monat durchschnittlich nur knapp über 4kW?


    Gruß

  • Das sind 4 - 6 kWh/kWp wobei 6 - 7 kWh/kWp Spitzenwerte sind! Links stehen die Tagesdaten und rechts die kWh/kWp das darf man nicht verwechseln. Mir wäre deine geplante Anlage zu klein, Minimum sollte 9,9 kWp sein!

    3.2018 40 x BenQ Solar Sun Vivo PM060MB2 -> 12kWp bei DN 38° mit ca. -18 ° SO

    8.2019 22 x Ja Solar JAM60s03 - 325 WP mit 22 X SE P370 -> 7,15 kWp bei DN 10 mit ca. -18° SO

    an 25000TL-30 mit SHM 2.0
    SBS 3.7 und BYD HV 9,0 kWh
    PVGIS - Prognose 980 kWh/kWp (für die 12 kWp)

    Zähler von ComMetering

    aWATTar als Stromlieferant

  • Du hast ziemlich viele langfristige Annahmen in deiner Rechnung, am wichtigsten natürlich die von dir vermutete Strompreiserhöhung die ja entscheidend ist ob und wann es sich rechnet. Je mehr und je langfristiger die Annahmen desto unsicherer wird die Rechnung und auf 20 Jahre gerechnet mit so vielen Unbekannten hat das praktisch keine Aussagekraft, da könntest du auch würfeln und hättest ähnliche Chancen korrekt zu sein.


    Was man dir aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen kann ist, dass sich eine reguläre Anlage (knapp 10 kWp oder wenn das Dach mehr hergibt auch 13+) ohne Speicher innerhalb von rund 12 Jahren amortisieren wird. Deshalb wird diese Vorgehensweise hier im Forum in der Regel empfohlen wenn Wirtschaftlichkeit (und der Name dieses Threads beginnt ja exakt mit dem Wort) im Zentrum steht. Speicher sind nicht per se verpöhnt, aber es ist wichtig dass die Betreiber verstehen dass es sich dabei um ein Hobby handelt und Hobbys in der Regel keinen Profit abwerfen sondern zusätzliche Kosten verursachen.


    Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist dass du dir damit für die Zukunft weiter alle Optionen offen hältst. Sollten sich in den nächsten Jahren die Preise für Akkus deutlich verringern (was viele durch den Elektroautoboom und der damit verbundenen Massenproduktion von Akkus prognostizieren), dann kannst du den immer noch nachrüsten. Also zusammengefasst:


    - PV-Anlage jetzt bauen.
    - PV-Anlage so groß wie möglich bauen um später so viele Optionen zu haben wie nur möglich (Akku, Elektroauto, Wärmepumpe, zukünftiges stromverbrauchendes Gadget das jeder haben wird und wir uns noch gar nicht vorstellen können).
    - Markt beobachten ob und wann sich die Nachrüstung eines Akkus lohnt. Und falls der Fall nie eintritt hat man nichts verloren.

  • Zitat von duncan02

    Mir wäre deine geplante Anlage zu klein, Minimum sollte 9,9 kWp sein!


    Hallo,


    heute lohnen sich leider keine großen Anlagen mehr.
    Egal wie man es rechnet.
    Die Anlagenkosten sind höher, dadurch höhere Rückstellung.
    Der Autarkiegrad nimmt kaum zu und dadurch wird der Netzbezug nicht kleiner.
    Es steigen die Wartungs- und Versicherungskosten.


    Die Einspeisung nimmt stark zu.
    Also freut sich nur der regional Versorger. Er hat jemanden gefunden, der mit einer überteuerten Anlage billigen Strom ins Netz stellt. Das Ganz hätte nur Sinn, wenn man den Speicher extrem erhöhen würde (E-Auto), dass dann auch tagsüber (Arbeit zu Hause) geladen werden kann.


    Gruß
    Steve-Wi

  • Zitat von steve-wi


    Anlagengröße = 7500kWp (Abzüglich 85% wegen Ost, West Ausrichtung und 5% Verlustleistung)
    tatsächliche Anlagenleistung neu = 6056,25kWh
    tatsächliche Anlagenleistung nach 20 Jahren (-15%) = 5147,81 kWh (wenn die Solarmodule noch 85% haben)


    Sorry, Degradation der Module ist hier erwähnt und gerechnet :?
    Schreib bitte - 7.5 kWp oder 7500 Wp :)
    Und es ist dann nicht die tatsächliche Anlagenleistung, sondern der Jahresertrag (kWh).
    Die Kommastellen kannst du übrigens getrost vergessen, jodl schrieb es bereits :?


    Zitat von steve-wi

    Akku 10kWh davon nutzbar 9,9kWh


    Welcher Hersteller und welche Akkutype? Wieviel Zyklen pro Jahr hast du gerechnet?
    Übrigens gibt es leider noch andere Kriterien, die einem Akku bzgl Lebensdauer zusetzen, ua erhöhte Temperaturen.
    Es reicht daher nicht aus, nur anhand der Datenblatt Zyklenzahlen die Lebensdauer eines Akkus abzuschätzen.