PV-Wechselrichter 3-phasig oder 3x 1-phasig?

  • Hallo Zusammen,


    für unser Eigenheim planen wir eine PV-Anlage mit Speichersystem ein, da ich Server betreibe, die auch
    nachts recht hungrig sind. Und wenn die Batterie und Co schon im Haus ist, dann soll das System auch gleich
    Ersatzstrom fähig sein.


    Hier habe ich mich vorerst für die "günstigere" Version entschieden, also ein 1-phasiger Batteriewechselrichter,
    all-polige Netztrennung und Phasenkoppler.


    Meine Frage dreht sich nun aber um die PV-Wechselrichter: Im Handbuch des Sunny Islands steht, dass bei gekoppelten
    Phasen KEIN 3-phasiger PV-Wechselrichter betrieben werden kann - das klingt logisch ist aber uncool.


    Als Lösung hierfür stünde natürlich im Raum statt einem "Sunny Tripower" (für eine 10 kWp Anlage) 3 kleinere "Sunny Boys" jeweils einphasig anzuschließen. Das ist ein wenig teurer, aber es wäre ja wieder durchaus sinnlos wenn die PV-Anlage beim Insel-Betrieb offline ist...


    Gibt es bei der Überlegung drei 1-phasige PV-Wechselrichter zu verwenden irgendwelche Punkte die man berücksichtigen muss?


    Frage am Rande: Die technischen Unterlagen vom SMA geben für die kleinsten Sunny Boys folgendes an:
    (http://files.sma.de/dl/26198/SB15-25-DDE1748-V20web.pdf)


    1.5: Max 3000 Wp
    2.5: Max 5000 Wp


    Sämtliche Shops geben die beiden Geräte aber eher für kleinere Anlage an: 1.5 ~ 1.6 kWp u. 2.5 ~ 2,7 kWp


    Interpretiere ich hier das Datasheet falsch, sind alle Shops zu blöd zum "abschreiben" - oder ist das Datasheet vielleicht schon für die "neueste Generation", während die Shops Ihre Infos halt vor 4,5 Jahren mal kopiert haben?

  • Dass ein 3-phasiger PV-Wechselrichter nicht geht, gilt aber nur, wenn der Ersatzstrombetrieb aktiv ist. Beim Normalbetrieb ist das kein Problem. Die Frage ist, ob man bei Ersatzstrom unbedingt die PV parallel braucht. Wie oft käme das in Frage? Ersatzstrom wird hierzulande selten benötigt, und wenn, dann meistens bei Gewittern. Dann bringt die PV sowieso nicht viel, weil's meistens Abends gewittert.


    Falk

    8,1 kWp Süd-West mit großer Gaube
    30 x Trinasmart 270Wp, SMA STP 8000TL-20
    Sunny Island 4.4, Sony Fortelion 9,6 kWh

  • Zitat von dognose

    Hier habe ich mich vorerst für die "günstigere" Version entschieden, also ein 1-phasiger Batteriewechselrichter, all-polige Netztrennung und Phasenkoppler.


    Die günstigste Lösung wäre eine PV ohne Speicher mit 3-phasigem 8KVA oder 9KVA WR und eine USV für die EDV.
    Im whorst case ist sonst frei nach Murphy der Speicher leer, wenn der Strom mal alle 5 Jahre ausfällt.


    Zitat

    Als Lösung hierfür stünde natürlich im Raum statt einem "Sunny Tripower" (für eine 10 kWp Anlage) 3 kleinere "Sunny Boys" jeweils einphasig anzuschließen.


    Wenn, dann brauchst Du allenfalls 2 Stück SMA SB5.0 bei max. 10KWp.


    Zitat

    Gibt es bei der Überlegung drei 1-phasige PV-Wechselrichter zu verwenden irgendwelche Punkte die man berücksichtigen muss?


    Ja, zum Beipiel die Frage nach dem Sinn.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Ich würde nicht deswegen auf drei Einzel-Wr gehen..
    Es sei du hast Platz im Überfluss


    Stromausfall ist, wie schon geschrieben, in D eigentlich selten - dann ist es eben mal ne Stunde dunkel.


    Blackout hatte ich selbst schon - leider hats dabei auch das EM zerissen und ohne tuts der Speicher auch nicht...


    Abgesehen davon musst du mit drei WR auch drei Stings bedienen können- am STP kommst du auch mit zwei Strings aus

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11

  • Vielen Dank für den Input.


    Zitat


    Die günstigste Lösung wäre eine PV ohne Speicher mit 3-phasigem 8KVA oder 9KVA WR und eine USV für die EDV.
    Im whorst case ist sonst frei nach Murphy der Speicher leer, wenn der Strom mal alle 5 Jahre ausfällt.


    Ja, dass ein Batteriespeicher die Wirtschaftlichkeit negativ beeinflusst ist mir klar. Allerdings kann man beim Sunny Island festlegen, wieviel % der Batterie maximal für die Eigenbedarfsoptimierung verwendet werden sollen - und wieviel als Backup
    vorhanden bleiben soll. Die Situation "Strom weg, Batterie leer" kann also fast vermieden werden.


    Aktuell haben wir in Deutschland nicht viele Stromausfälle, das ist richtig. Aber bei "Backup-Lösungen" ist das immer das Thema: Wie oft fällt ein Server aus? Trotzdem macht man tägliche / stündliche Backups...


    Ich habe eine kleine Software-Schmiede und "ein Tag Stromausfall" würde mich hier was im 4 stelligen Bereich kosten.
    D.h. selbst wenn das in den 20 Jahren nur 4 mal vorkommt, wäre der Speicher "bezahlt".


    Zitat


    Wenn, dann brauchst Du allenfalls 2 Stück SMA SB5.0 bei max. 10KWp.


    Das wäre preislich "fast" kein Unterschied. Da bliebe dann die Frage, was bei evtl. Ausfällen "günstiger" ist. Der Tausch eines "kleinen" Wechselrichters ist günstiger, fallen aber alle 3 im selben Jahr aus, habe ich 3x Handwerkergebühr, statt 2x. Das lässt sich denke ich nur schwer vorhersagen und einkalkulieren.


    Zitat


    Dass ein 3-phasiger PV-Wechselrichter nicht geht, gilt aber nur, wenn der Ersatzstrombetrieb aktiv ist. Beim Normalbetrieb ist das kein Problem. Die Frage ist, ob man bei Ersatzstrom unbedingt die PV parallel braucht.


    Das mit dem Normalbetrieb ist klar. Zum Ersatzstrom & PV: Ich sag mal so: Wenn es hier lediglich um eine Preisdifferenz von 200-300 Euro geht (seitens der verwendeten Wechselrichter) - dann nehm' ich den "Luxus" doch einfach mit.
    Platz ist kein Thema (Neubau).


    Säße ich dagegen im "Hochsommer" mit leerer Batterie da - und die PV ist offline, weil ich 200 Euro sparen wollte, würde ich mir noch 15 Jahre lang in den Arsch beißen :-)

  • Zitat von dognose


    Aktuell haben wir in Deutschland nicht viele Stromausfälle, das ist richtig. Aber bei "Backup-Lösungen" ist das immer das Thema: Wie oft fällt ein Server aus? Trotzdem macht man tägliche / stündliche Backups...


    Ich habe eine kleine Software-Schmiede und "ein Tag Stromausfall" würde mich hier was im 4 stelligen Bereich kosten.
    D.h. selbst wenn das in den 20 Jahren nur 4 mal vorkommt, wäre der Speicher "bezahlt".


    Das heisst also du brauchst die Ersatzstromlösung nicht nur für Nachts sondern auch wenn tagsüber der Strom ausfällt um weiter arbeiten zu können :?:
    Da muss man dann schon aber noch schauen, ob die Kapazität eines für ein normales EFH gedachten Speichers auch dafür ausreicht. Was hängt denn da an AC-Leistung dran :?:
    Unterbrechungsfrei umschalten muss der Sunny Island natürlich auch noch, keine Ahnung ob er das EDV-gerecht kann aber du wirst ja dann sowieso schon für die Server eine USV haben die zumindest solange die Versorgung sicherstellt bis die Arbeit gesichert ist und die Server ordnungsgemäß heruntergefahren sind.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59


    ...
    Da muss man dann schon aber noch schauen, ob die Kapazität eines für ein normales EFH gedachten Speichers auch dafür ausreicht. Was hängt denn da an AC-Leistung dran :?:
    Unterbrechungsfrei umschalten muss der Sunny Island natürlich auch noch, keine Ahnung ob er das EDV-gerecht kann aber du wirst ja dann sowieso schon für die Server eine USV haben die zumindest solange die Versorgung sicherstellt bis die Arbeit gesichert ist und die Server ordnungsgemäß heruntergefahren sind.


    So viel wird das nicht sein. Vielleicht ein paar hundert Watt. Ich hab selbst so eine kleine Softwareschmiede. Für die Unterbrechungsfreie Versorgung habe ich eine normale USV. Damit überbrückt man dann die zeit, die der SI braucht, um Ersatzstrom liefern zu können (Was ein paar Sekunden dauern kann). Danach geht's dann mit der "dicken" Batterie weiter. Für's Zurückschalten brauch man dann nochmal die USV, weil das Aufheben der Phasenkopplung und das allpolige Aufschalten auf das öffentliche Netz auch nicht Unterbrechungsfrei ist.


    Falk

    8,1 kWp Süd-West mit großer Gaube
    30 x Trinasmart 270Wp, SMA STP 8000TL-20
    Sunny Island 4.4, Sony Fortelion 9,6 kWh

  • Zitat von spitzb


    So viel wird das nicht sein.


    Deshalb frage ich ja danach.
    Je nachdem was da für Software "geschmiedet" wird kann man theoretisch auch auf einem RASPI schreiben, ist aber auch möglich daß dort eine mittelprächtige Serverfarm mit einigen kW Anschlußleistung steht.


    Wenn`s wirklich nur "ein paar hundert Watt" sind ist ein Speicher mehr als überflüssig.
    Das fängt man locker mit einer USV auf die man i.d.R. ja sowieso schon hat wenn man Server zuhause betreibt.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Eine normal dimensionierte USV hat aber nur 15 Min. Überbrückungszeit. Da dreht man als Entwickler bei einem Stromausfall sehr schnell Däumchen.


    Falk

    8,1 kWp Süd-West mit großer Gaube
    30 x Trinasmart 270Wp, SMA STP 8000TL-20
    Sunny Island 4.4, Sony Fortelion 9,6 kWh

  • Zitat

    ... habe ich eine normale USV. Damit überbrückt man dann die zeit, die der SI braucht, um Ersatzstrom liefern zu können (Was ein paar Sekunden dauern kann). Danach geht's dann mit der "dicken" Batterie weiter. Für's Zurückschalten brauch man dann nochmal die USV, weil das Aufheben der Phasenkopplung und das allpolige Aufschalten auf das öffentliche Netz auch nicht Unterbrechungsfrei ist.


    /this & /that! :lol:


    ja korrekt, eine "USV" habe ich sowieso. Die ist aber - wie korrekt erkannt - eher als Überbrückung / für den "Controlled Shutdown" dimensioniert.


    Ist eine "APC Smart UPS 2000" (1,4 kW max) - die könnte zur Not auch die Server für etwa 15-20 Minuten versorgen, aber dauerhafter Betrieb ist nicht der "Sinn" einer USV. Für das "Umschalten" eines Notstrom-Systems reicht es aber "dicke".


    Für den Kernbetrieb wären erforderlich: 2 Server à 350 Wh und 4 Arbeitsplätze mit ebenfalls ca 350 Wh... Also etwa 2,5 kWh, wenn man noch Bildschirme etc. einrechnet... Daher "sollte" eine (lieferbereite PV-Anlage) und eine 10 kWh Batterie das ganze zumindest "über den Tag" retten können.


    Ps.: Die Arbeitsplätzte sind aktuell nicht an der USV angeschlossen, da das aktuelle Miet-Objekt überhaupt kein Backup bietet..., sollen dann aber eine eigene "kleine" 550 VA USV bekommen.... Die reicht theoretisch für 1-2 Minuten um eben die Umschaltungszeit zu überbrücken.


    ---


    Worauf ich raus will: Ich finde die 3-500 Euro für die "3 x 1-phasige" Einspeisung hier nicht unangebracht. (In meinem Verständnis funktioniert diese auch bei "Phasenkopplung" im Gegensatz zu einer 3-phasigen Einspeisung der PV-Anlage) Ein Tag "auf Batterie" wird nicht drin sein, kann die PV-Anlage aber zusätzlich liefern, erscheint mir das Ganze jedoch "realistisch".


    Nachts / Abends ist dann ein anderes Thema - aber da arbeitet ja auch "kaum" einer. :wink:

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