Überspannungsschutz ja oder nein ?

  • Zitat von stromdachs

    Hallo P Voltologe,
    alles gut und schön.....und was meinst du zur DC-Seite (PVA)?


    Ja, klaro... aus meiner Sicht gehört da auch immer etwas rein.
    Ich verbaue KEINE Anlage ohne AC + DC Überspannungsschutz Klasse 1-2! Man muss es allerdings auch aktiv verkaufen, wobei es bei uns in der Schweiz mehr oder weniger Pflicht ist (mind. Klasse 2). So habe ich bis jetzt alles installiert, wenn es mal einen Schaden durch einen Blitz geben würde, habe ich keine Probleme mit der Versicherung (Staatl. Gebäudeversicherung).


    Wenn ich in den Bergen arbeite, dann schaue ich bei der Planung doppelt drauf. Ist ja quasi wie eine Versicherung, die Riskoanlalyse lässt nichts anderes zu. Vor allem aus der Betriebssicherheitsgründen (Inselanlagen) und vom Geld sowieso (Jeder Einsatz kostet da ab 1500Euro).


    Wenn man jetzt nicht so kleinlich denkt, ist sind auch die 500 Euro auch im Fachland gut investiert.

    Sonnige Grüsse
    Michi
    14 x Schott Poly 235/ Fronius Gen24+ 6.0, BYD HVM 11kWh, Ohmpilot, Wattpilot + 75kWh im Tesla

  • Zitat von michi_k

    Auch wenn es so aussieht, als ob der WR das schützende Gerät ist, er ist es nicht nur... alle anderen Geräte im Haus können auch draufgehen. Schon nur wenn das EVU die Häuserzeile abstellt, gibt es teilweise Überspannungen. Oder wenn es beim Nachbarn einschlägt... da sind dann schnell mal ein paar Geräte defekt. Meist die Heizungssteuerung, die PCs, TV, halt alles was Geld kostet. Darum gehört heute ein Klasse 1-2 eigentlich in jede Verteilung, der filtert dann alles in der UV Raus, der Schutzleiter muss aber dann auch auf den Erder/Fundament.


    Ich hoffe wir sind uns einig, dass der Anbieter einer PV-Anlage nicht das neue Blitz- und Überspannungsschutzkonzept für die Gesamtliegenschaft mit allen Gerätschaften anbieten sollte - obwohl für spezielle Nutzer dies die einzig sinnvolle Möglichkeit zum Erreichen der erforderlichen Schutzziele bedeutet würde.
    Der PV-Anbieter würde sicher nicht bevorzugt ausgewählt. Im Sinne des TS würde ich jetzt nicht noch weitere Komplexitätsstufen (Fundamenterder z.B.) einbauen wollen.
    Wenn es ein normaler EFH Haushalt sein sollte und die Versicherung das Risiko des Überspannungsschaden (Schaltspitzen auf AC-Seite kommen auch von außen) explizit tragen sollte, dann kann ein Privatmann den Verlust der Anlagenverfügbarkeit zu Lasten einer Betriebsunterbrechung (insbesondere wenn dort auch noch eine BU-Versicherung besteht) als akzeptabel einstufen.
    Grüße

  • Zitat von P.Voltologe

    (Schaltspitzen auf AC-Seite kommen auch von außen)

    ....sind vernachlässigbar, sonst würden bei jeder Abschaltung des Ortsnetztrafos zig Geräte in den Himmel geschickt. Erdverlegte Elt-Versorgungsleitungen sind sicher gegen Blitzeinschläge. Wer eben "ganz" sicher sein will, lässt sich Ü-Spannungsschutz in die HV einbauen. Ist aber schade ums Geld.

    Zitat von michi_k

    Wenn ich in den Bergen arbeite,


    Jo, das sind auch oft sehr exponierte Lagen....

    Zitat von michi_k

    Wenn man jetzt nicht so kleinlich denkt, ist sind auch die 500 Euro auch im Fachland gut investiert.


    .....auf der DC-Seite (PVA hat meist eine exponierte Lage....Dach) meine volle Zustimmung.
    Gruß Claus

  • wer Module mit Alu Rahmen verwendet, diese auf einer metallene Unterkonstruktion montiert, die Unterkonstruktionen leitend verbindet und auf kürzesten wege blitzstromtrafähig erdet hat eigentlich schon das notwendigste getan.
    Die Metallkonstruktion sollte wie ein farad.. Käfig wirken.
    Verdrilt man dann noch die Stringleitungen dürften auch keine induktiven Einkopplungen mehr erfolgen.
    Wer ganz sicher gehen will, steckt seine Strings und den wechselrichter einfach ab bei Gewitter.
    ( früher hat man doch bei Gewitter auch seinen teuren Fernseher einfach abgesteckt ) :wink:


    ich kenne Leute die sogar das Licht bei Gewitter ausschalten und ne Kerze anzünden... :mrgreen:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Ich versuche zu folgen... :mrgreen:


    Vielleicht kann ich ja noch ein paar Infos geben:


    Es ist ein EFH (EG und ausgebautes DG) Baujahr 1965. Wir haben einige Zeit "in liebevoller Heimarbeit" saniert, auch die Elektrik inkl. HV, UV, elektronischer Zähler - alles neu.
    Wurde von uns selbst (Schwiegervater ist Elektrikermeister) installiert, von der Firma in der er arbeitete geprüft inkl. Prüfprotokoll und vom NB (Syna) bei Zählersetzung ab- und in Betrieb genommen.


    Die Hauptleitung kommt übers Dach :-? und ist der höchste Punkt des Hauses.
    Alle anderen Häuser rundum sind höher und der Kirchturm steht auch nicht weit weg :wink:
    Die HV ist im DG, die UV im EG.
    In der Zeit der Sanierung wurde auch der Hauptwasseranschluß von der Stadt auf Kunststoffrohr erneuert.
    Vorher Zinkrohr mit parallel eingelegtem Erdungsband.
    Dieses ist aber ab- bzw. durchgerostet gewesen und wurde enttfernt.


    Nun habe ich eine Potentialschiene (HES) im Dach (Spitzboden). Dort läuft die Sat-Schüssel (Giebelwand), die Sat-Kabel (Erdungsschiene mit Überspannungsschutz) und der Strom HA (Erdkabel von Null) zusammen, geht von da mit einem 16mm² in den Keller zu einer weiteren HES an der alle Wasser- und Gasrohre (Kupfer) angeschlossen sind.
    Ich müsste ohnehin noch einen Kreuzerder o.ä. setzen lassen denn das vorige Band fehlt ja nun :(


    VG Eva


    PS: Ich habe die Versicherung (per Email) nach den Möglichkeiten der PV-Versicherung gefragt.
    Kostenlose Integration in die Wohngebäudeversicherung, dann ist es ein Teil vom Haus und die Versicherung gilt auch für die Anlage (Blitzschäden inkl. Überspannungsschäden sind abgedeckt), ist möglich.
    Auf meine (explizite) Frage "ob in irgendeiner Weise eine Überspannungseinrichtung nötig sein wurde mit "Nein, nicht nötig" beantwortet...

    6,3 kWp @ Kostal Plenticore Plus 5.5
    21x SolarFabrik M-Serie 300W
    DN45°, +45° SW

  • Zitat von Tigerchen78

    PS: Ich habe die Versicherung (per Email) nach den Möglichkeiten der PV-Versicherung gefragt.
    Kostenlose Integration in die Wohngebäudeversicherung, dann ist es ein Teil vom Haus und die Versicherung gilt auch für die Anlage (Blitzschäden inkl. Überspannungsschäden sind abgedeckt), ist möglich.
    Auf meine (explizite) Frage "ob in irgendeiner Weise eine Überspannungseinrichtung nötig sein wurde mit "Nein, nicht nötig" beantwortet...


    Ich bin ja der Meinung, dass in D der Überspannungschutz (AC und DC) auch gefordert wird. Meinte ich mal gelesen zu haben. Der von der Versicherung wird sich dann schon herausreden, wenn die Installation nicht der Norm entsprochen hat.....

    Sonnige Grüsse
    Michi
    14 x Schott Poly 235/ Fronius Gen24+ 6.0, BYD HVM 11kWh, Ohmpilot, Wattpilot + 75kWh im Tesla

  • Zitat von Tigerchen78

    Die Hauptleitung kommt übers Dach :-? und ist der höchste Punkt des Hauses.


    Das spricht für Überspannungsschutz auch AC-seitig.

    Zitat von Tigerchen78

    Alle anderen Häuser rundum sind höher und der Kirchturm steht auch nicht weit weg


    Das macht die Anlage auch nicht viel sicherer gegen Blitzschlag! Was ist "....nicht weit weg...."? 50m und der Kirchturm ist "nur" 30m höher wie dein Haus.....

    Zitat von michi_k

    Der von der Versicherung wird sich dann schon herausreden.....


    Dann wird der "Zeitwert" diskutiert!
    Gruß Claus

  • Also es ist ja nicht so das ich keinen Sinn darin sehe.
    Es geht darum die Anfangsinvestition, wenn möglich, gering zu halten... (Hat seine Gründe :wink: )


    Einen Ü-Schutz könnte ich (bzw. mein Schwiegervater) auch mal problemlos nachrüsten.


    Die Verwirrung bestand ursprünglich darin das es nur eine Firma anbietet und die anderen nicht.
    Die einzige Begründung war aber nur "Norm" und "Versicherung" und die Begründung der anderen "Es wäre keine Vorschrift".
    In diesem Angebot (mit Ü-Schutz) sind 2 Jahre gratis PV-Versicherung mit drin und über die Süwag Solarwochen sind es 5 Jahre zu je 38€ im Jahr.
    Diese Versicherung ist günstiger weil die Überspannungseinrichtungen drin sind.

    6,3 kWp @ Kostal Plenticore Plus 5.5
    21x SolarFabrik M-Serie 300W
    DN45°, +45° SW

  • Ich spreche mal von der Schadenseite.


    Überspannungsschutzgeräte/Blitzableiter waren/sind bis heute bei mir nicht gefordert am Haus Mitte der 60er Jahre.


    Den Überspannungserzeuger war das wurscht - und in Bruchteilen von Sekunden war ich in der Steinzeit.
    Glücklicherweise ist die Hausinstallation robust genug gewesen um den Schaden ausgehalten zu haben. Die Endgeräte sahen das anders- hier gabs nur Bruch und Scherben.


    Ich plane nun Überspannungsschutz einzubauen.
    Das an zwei Stellen:


    Einmal am Hauseinspeisepunkt um mir Übersp. aus dem Netz fern zu halten und einmal an der Schiene wo die WR drauf sind, auch hier um mir Überspannung von dieser Seite fern zu halten.


    Das schützt wohl die WR nicht auf der DC-Seite- wohl aber das Haus vor ungemach


    Die WR sind hoffentlich genug/deutlich mehr als vorher geschützt wenn ich den Blitzableiter auf dem Haus habe...


    Wenn du neu baust und ein Anbieter das berücksichtigt nimm den


    Wer weiss wie sich die Witterung in den nächsten Jahren entwickelt...

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    Altspeicher 14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11

    10 kWh TitanSolar, weiterhin am SI 6H-11