Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugung

  • Guten Tag, geschätzte Community.


    Seit Inbetriebnahme unserer Anlage (29,7 kWp, 1xSMA SB5000, 1xSMA STP25000) beobachte ich eine dynamisches Verhalten der Grundlast möglicherweise proportional zur Erzeugungsleistung der PV.
    Konkret bedeutet das: nachts beträgt die Grundlast zwischen 700 und 800 W und tagsüber, insbesondere an sehr sonnigen Tagen mit hoher Erzeugungsleistung steht ein Wert zwischen 400 und 500 W zu Buche. Besonders geringe im Sinne von ungewöhnlich geringen Momentangrundlasten (was für ein krasses Wort :) im Bereich zwischen 250 und 350 W beobachte ich eben regelmäßig an Spitzenerzeugungstagen.
    Das brachte mich auf den Gedanken, dass die in solchen Momenten recht hohen Ströme auf der "Gegenfahrbahn" den Zählern eventuell ein Schnippchen schlagen und somit die Erfassung aller Verbräuche nicht mehr in vollem Umfang gelingt.


    Ich würde mich über Denkansätze freuen.


    Freundliche Grüße

  • Folgende Infos wären hilfreich:
    Wie wird die Grundlast gemessen?
    Wie wird die PV-Erzeugung gemessen?


    Und:


    Wodurch wird die "Grundlast" verursacht?

  • Ja natürlich. Danke für den Hinweis... ;)


    Verbrauch siwie Erzeugung wird mit einem Konglomerat aus SMA Energy Meter, WR-internen Zählern und Sunny Home Manager gemessen und dargestellt. Sprich im sunny Portal. Der vorgeschriebene separate Erzeugungszähler zeigt in der Regel eine höhere Erzeugung an, als das Portal, also bezogen auf Monatssummen, es ist allerdings auch kein High-End-Gerät.


    Erzeugt wird die Grundlast primär wohl durch eine Vielzahl an Geräten im Standby-Modus sowie 3 Routern, Netzwerk-Festplatte, 1 großen Tiefkühltruhe, 1 großen Kühlschrank, 2 Kühlschrank-TK-Kombis und vielleicht noch mehr, was mir aktuell allerdings nucht einfällt. Es ist ein sehr weit verzweigtes Stromnetz, erstreckt sich über 4 Gebäudeteile.

  • Zitat von der-hummer

    Das brachte mich auf den Gedanken, dass die in solchen Momenten recht hohen Ströme auf der "Gegenfahrbahn" den Zählern eventuell ein Schnippchen schlagen und somit die Erfassung aller Verbräuche nicht mehr in vollem Umfang gelingt.


    Das kann nicht sein. Je Phase kann nur entweder verbraucht oder eingespeist werden, und der Zähler saldiert die Momentanleistung über die drei Phasen.
    (Natürlich erfasst der Zähler keine Verbräuche, wenn du gerade eine hohe PV-Produktion hast... dann sieht er in der Summe gerade nur Einspeisung).


    Die Frage ist vielmehr: Welcher Wert kommt wo aus deinem "Konglomerat" raus... es empfiehlt sich, abends und morgens sämtliche Register des Einspeise/Bezugszählers zu notieren, und das mit der Online-Anzeige für diesen Zeitraum zu vergleichen.
    Gerade Kühlgeräte sollten tendenziell gleich viel oder mehr Strom brauchen, wenn viel Sonne scheint.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Der Zweirichtungszähler ist dumm in der Hinsicht, das ist mir klar.
    Die Werte für Netzbezug sowie Einspeisung sind in Zweirichtungszähler und Portal ja auch identisch. Das sind nicht die Problemkinder... Es geht mir allein um Eigenverbrauch respektive Erzeugung. Ich habe eben den Verdacht, dass das Portal - aus welchen Gründen auch immer - weniger eigenverbrauchte Energie anzeigt als tatsächlich benötigt wurde und das zu Lasten der Erzeugung ausbügelt (steile These, ich weiß, fast schon Verschwörungstheorie hehe). Ein Indiz für diese gewagte Behauptung wäre zugegebenermaßen einzig der Mehrbetrag am ebenfalls zugegebenermaßen "billigen" Erzeugungszähler (ich werde mit den konkreten Zahlen noch dienen, sobald ich sie habe. Sie befinden sich in einer Tabelle auf dem Rechner vor Ort und ich komme dort erst am Wochenende hin). Ich meine, die Ursache dafür könnte in den WR-internen Zählern liegen, da das Portal die Erzeugungsarbeit ja aus der Summe der Wechselrichterzählerstände generiert, wenn ich das richtig sehe. Und wenn die weniger als tatsächlich messen, die Einspeiseleistung jedoch korrekt vom Energymeter bezogen und aus der Differenz von Erzeugung und Einspeisung dann der Eigenverbrauch gebastelt wird, fällt letzterer ja dann naturgemäß niedriger aus...
    Hmm, I don't know :D

  • Dann notier am besten auch die WR-Zählerstände, also einfach alle Stände die du finden kannst ;-)


    Der WR kann durchaus auch 5% "falsch gehen", das kann bei 30kW schon einen Einfluss haben.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Hmm, ist halt blöd, wenn man nicht vor Ort ist... ;)
    Aber um meine Theorie noch weiter zu spinnen: Ich denke schon, dass es an der Ungenauigkeit der WR-Zähler liegen kann, denn diese Toleranz fällt ja umso mehr ins Gewicht, wenn die absolute Erzeugung hoch ist im Verhältnis zur vergleichsweise niedrigen Grundlast. Bzw. mit anderen Worten ausgedrückt, ist die scheinbare Eigenverbrauchsreduktion proportional zur Leistung der PV oder noch anders, je mehr Strom solar erzeugt wird, desto mehr Eigenverbrauch wird vom Portal "unterschlagen"... :D

  • Klar liegt das am zu kleinen WR-Zählerwert... Ist bei mir genauso.
    Wenn man das nicht weiß führt das zu einer anscheinend kleineren Grundlast tagsüber bzw. zu kleinen Eigenverbrauch.
    Mein separater Erzeugungzähler zeigt übrigens auch immer 3% mehr an... Ok, der könnte auch falsch liegen, aber...


    Sonntag war zB. kaum jemand daheim und in den 13Sonnenstunden wurde 47,2kWh eingespeist und in den 11Nachtstunden 2,24 kWh bezogen. Man sollte also annehmen, dass in etwa 47,2+2,24/11*13=49,8kWh erzeugt wurden, der blöde WR zeigte aber nur 47,2kWh an, macht im Verhältnis 1,034. Was sich ziemlich gut mit dem üblichen Erzeugungzählermehrwert deckt (den konkreten Wert kann ich leider nicht remote auslesen).

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Zitat

    Sonntag war zB. kaum jemand daheim und in den 13Sonnenstunden wurde 47,2kWh eingespeist und in den 11Nachtstunden 2,24 kWh bezogen. Man sollte also annehmen, dass in etwa 47,2+2,24/11*13=49,8kWh erzeugt wurden, der blöde WR zeigte aber nur 47,2kWh an, macht im Verhältnis 1,034.


    Da ist dir eine falsche Zahl reingerutscht. Der WR muss mehr als 47,2kWh angezeigt haben, denn das ist der Wert der Einspeisung.


    LG Markus

  • Zitat von der-hummer

    Ja natürlich. Danke für den Hinweis... ;)


    Verbrauch siwie Erzeugung wird mit einem Konglomerat aus SMA Energy Meter, WR-internen Zählern und Sunny Home Manager gemessen und dargestellt. Sprich im sunny Portal. Der vorgeschriebene separate Erzeugungszähler zeigt in der Regel eine höhere Erzeugung an, als das Portal, also bezogen auf Monatssummen, es ist allerdings auch kein High-End-Gerät.


    Jetzt weiss ich immer noch nicht was von wem gemessen wird. Der Zähler im Zählerschrank sollte ziemlich genau sein. Der am Einspeisepunkt fließende Strom Iein sollte die Differenz aus erzeugtem Strom Ierz und selbstverbrauchten Strom Ieig sein.
    Daher kann man Ieig wie folgt bestimmen: Ieig = Ierz - Iein. Wenn die Ierz- Messung einen prozentualen Fehler weist, wird auch der derart bestimmte Ieig-Wert falsch sein. Dieser Fehler macht sich umsomehr bemerkbar, je größer Ierz und je kleiner Ieig ist.


    Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe.