Ablauf Zählertausch und IBN durch VNB

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine Frage zum Zählertausch und IBN einer 9,9kWp Anlage.


    Die Anlage ist fertig und wurde bereits durch den Elektriker in Betrieb genommen und komplett geprüft. Es muss also nur noch der Bezugszähler in einen Zweirichtungszähler (Dreipunktbefestigung) getauscht und neue Plomben gesetzt werden. Hierfür nimmt das E-Netz Südhessen pauschal rund 150€. So weit so gut.

    Jetzt aber mein Problem:
    Der VNB besteht darauf, dass der Elektriker anwesend ist ("Nur der Elektriker darf die Anlage in Betrieb nehmen: Haftung."). Dieser fährt aber 1 Stunde zu mir und ist darüberhinaus die nächsten 2 Wochen nicht da. Die Anlage F.1 (Inbetriebsetzungsprotokoll) und Fertigmeldung liegen mir im Original vor. Ich wüsste jetzt nicht, was der Elektriker bei der Zählersetzung noch machen soll. Der Elektriker meint, es sei i.d.R. kein Problem und es kam schon öfter vor, dass er zum Termin kam und alles kurz vorher ohne ihn erledigt wurde, weil der Zählersetzer früher kam.



    Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Zählersetzer unverrichteter Dinge wieder fährt und ich die Pauschale 2x bezahlen muss? Da ich die Anlage und Konfiguration des WR in Absprache mit dem Elektriker weitestgehend selbst errichtet habe, könnte ich Rede und Antwort stehen. Die Unterlagen habe ich ja auch.


    Wie läuft denn so ein Termin i.d.R. ab? Welche Fragen werden gestellt und was würdet ihr machen?



    Beste Grüße
    Max

  • was die Inbetriebnahme einer EEG Anlage ist, steht im EEG in §3 Abs. 30


    Steht da irgendetwas davon daß ein Netzbetreiber oder ein Elektriker dazu notwendig sind?


    Außerdem schreibst du ja auch, daß das dein Elektriker schon gemacht hat. Weitere Schritte, insbesondere durch den Netzbetreiber sind nicht vorgesehen und nicht notwendig. Deine Anlage ist also schon in Betrieb genommen.


    Hast du die Meldung an die Bundesnetzagentur schon erledigt ?


    Zitat von Manpower84

    Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Zählersetzer unverrichteter Dinge wieder fährt und ich die Pauschale 2x bezahlen muss?


    Der Netzbetreiber möchte also 150 Euro für den Zählertausch. Dann soll er halt nach Terminvereinbarung den Zähler tauschen und seine Rechnung dafür schreiben. Wenn der damit beauftragte "unverrichteter Dinge" wieder fährt, hat er den Zähler nicht getauscht und es gibt keine 150 Euro.
    Die Pauschale musst du dann zweimal zahlen, wenn du zwei mal einen Zähler tauschen lässt.


    Zitat von Manpower84

    Wie läuft denn so ein Termin i.d.R. ab? Welche Fragen werden gestellt und was würdet ihr machen?


    ganz einfach:
    bei dem Termin wird der Zähler getauscht.
    Wenn der damit beauftragte dann eine Frage stellt, kannst du dir ja überlegen ob du ihm darauf antworten möchtest.
    Eigentlich ist zu einem Zählerwechsel ein Frage- und Antwortspiel nicht notwendig, vor Allem nicht in Bezug auf deine PV-Anlage.
    Denn, alles was der Netzbetreiber wissen muß, sollte ihm ja bereits schriftlich vorliegen.



    Zitat von Manpower84

    ... und was würdet ihr machen?


    na. den Zähler tauschen lassen halt.
    Den Elektriker würde ich dort lassen wo er ist.

  • In der Regel ist der Zählermonteur auch ein Elektriker und sollte es allein schaffen, den oder die Zähler einzubauen.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Zitat von jodl

    Außerdem schreibst du ja auch, daß das (=IBN) dein Elektriker schon gemacht hat. Weitere Schritte, insbesondere durch den Netzbetreiber sind nicht vorgesehen und nicht notwendig. Deine Anlage ist also schon in Betrieb genommen.


    Der Netzbetreiber geht wohl prinzipiell davon aus, dass die IBN zusammen mit ihm zu erfolgen hat (meine persönliche Einschätzung). Jedenfalls war der Mittarbeiter am Telefon sehr erstaunt, als ich ihn auf das Inbetriebsetzungsprotokoll verwies, dass mein Elektriker zusammen mit der Fertigmeldung an den VNB geschickt hat. Das meine Anlage Ende April IB genommen wurde ist mir bewusst und war mir auch wichtig, da ich eine zweite Anlage nächstes Jahr plane und ich diese so einen Monat früher IB nehmen kann. :mrgreen:


    Ob der VBN die IBN intern anders definiert als das EEG weiß ich nicht. Jedenfalls sind die 150€ eine Inbetriebsetzungspauschale, die auch für eine reine Verplombung anfällt (TAB).



    Zitat von jodl

    Hast du die Meldung an die Bundesnetzagentur schon erledigt ?


    Ja, habe ich. 8)


    Zitat von jodl

    Der Netzbetreiber möchte also 150 Euro für den Zählertausch. Dann soll er halt nach Terminvereinbarung den Zähler tauschen und seine Rechnung dafür schreiben. Wenn der damit beauftragte "unverrichteter Dinge" wieder fährt, hat er den Zähler nicht getauscht und es gibt keine 150 Euro.
    Die Pauschale musst du dann zweimal zahlen, wenn du zwei mal einen Zähler tauschen lässt.


    Gemäß TAB wird sie auch zweimal fällig, wenn der Monteur zweimal kommen muss, weil beim ersten Termin Mängel bestanden. Und als Grund für einen Abbruch und somit eine zweite Anfahrt hat der Mitarbeiter am Telefon auch genannt, dass der Elektriker nicht anwesend ist. Es hängt aber dann wohl letztendlich vom Monteur ab. Er hätte aber angeblich das Recht dazu (Begründung ist immer die TAB, in der ich es aber nicht herauslesen kann, dass der Elektriker anwesend sein muss)...



    Zitat von klaus24V

    In der Regel ist der Zählermonteur auch ein Elektriker und sollte es allein schaffen, den oder die Zähler einzubauen.


    Ja, davon gehe ich aus. Es geht dem VNB aber um die Haftung beim Anschalten des WR/der PV-Anlage. Und ggf. um eine Unterschrift (meine Vermutung).



    Achja, von Anmeldungeim VNB, über Fertigmeldung bis zum vereinbarten Termin zum Zählertausch ging es sehr schnell (<1,5 Wochen!). Schriftlich habe ich und der Elektriker bis jetzt (bzw. beim Elektriker weiß ich es nur bis zum Wochenende) noch nichts vom VNB erhalten. Die Absprache zur Terminvereinbarung war telefonisch und ich habe proaktiv die Anmeldung mit den freundlichen Mitarbeitern vorangetrieben.




    Beste Grüße
    Max

  • Ich habe es auch gerade hinter mir - bei mir sollte auch der Elektriker des Solateurs anwesend sein.
    Allerdings lagen auch die Bestätigung Bundesnetzagentur und Schreiben vom Solateur vor. Dem
    Mitarbeiter des eWerkes ging es wohl auch nur darum, das ihm jemand am WR zeigt, ob die 70%
    richtig eingestellt sind. Ich habe dann den WR angeschaltet und dann das Protokoll mit dem Zählerstand
    vom alten Zähler unterschrieben. Das war es (166€ in Reinbek bei Hamburg für Zählertausch und
    IB). Also letztendlich Anwesendheit des Solateurs nicht notwendig.
    Gruß
    Michael

    9,3 kWp - 31 x BenQ Solar SunVivo
    SolarEdge SE8K mit ModBus Zähler
    23x DN 45°, Süd 173°
    8x DN 28°, Süd 173°

  • Mitnetz:


    Zählermonteur erschien zum genannten Termin, tauschte den Zähler aus und ist wieder gefahren.
    Da brauchte kein anderer Elektriker vor Ort sein.
    Kosten : 0 Euro.
    Mitnetz ist in dieser Hinsicht einfach einmalig, wenn ich das hier so lese.

  • Zitat von Manpower84

    Wie läuft denn so ein Termin i.d.R. ab? Welche Fragen werden gestellt und was würdet ihr machen?


    Ich würde vor allem jetzt schon die Sicherung umlegen und fleißig Strom produzieren.
    Die IBN ist erfolgt. s.o.


    Wie sowas abläuft?
    Ja da kommt halt einer vorbei mit seinem Ford Transit oder VW T5, holt hinten einen Zähler raus, läuft damit in den Keller oder wo auch sonst Dein Zählerschrank sitzt. Alten Zähler raus, neuen Zähler rein, Endstand alter Zähler auf neuen Zähler drauf schreiben. Das wars. Du bekommst nichtmal ein Protokoll, dass das gemacht wurde. Das ist dann einfach so.


    Kosten auch hier Null, Westnetz.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Die Resonanz ist ja super, da habe ich wohl den richtigen Nerven getroffen. :mrgreen:


    Michael :
    Genau so stelle ich es mir auch bei mir vor. Nur wieso besteht das e-netz partout auf die Anwesenheit des Elektrikers, wohlgeerkt nachdem ich auf die IBN hingewiesen habe und mit dem Hinweis, dass die Installation durch mich unter Kontrolle des Elektrikers erfolgte und ich Rede und Antwort stehen kann? AUch eine Vollmacht des Elektrikers hätte ich bekommen.



    Cosmo Kramerny :
    Das wäre mein Wunsch, ist aber wohl leider die Ausnahme...



    energiesparer

    Zitat von Energiesparer51

    Die TAB (Technische Anschlussbedingungen) in denen ein Entgelt für Zählersetzen oder tauschen zu finden ist, würde ich gern mal sehen.


    Das Entgelt ist nicht explizit aufgefürt, dafür aber die "Inbetriebsetzugspauschale" unter Punkt 3 und 4 der Ergänzung zur TAB 2007.
    Hier ist die TAB 2007
    https://www.e-netz-suedhessen.…wnload/strom_tab_2007.pdf
    Und hier die Ergänzung zur TAB 2007:
    https://www.e-netz-suedhessen.…zungen_tab_2007_enetz.pdf


    Bei der Inbetriebsetzung könnte ich mich vielleicht noch rausreden, da ich diese ja ohne das e-netz gemacht habe. Bei der Inbetriebsetzungspauschale wegen der Wiederverplombung wird es aber schwer bis unmöglich - oder?

    Zitat von TAB

    3.(3) Wenn die Anwesenheit des Errichters der Anlage bei der Inbetriebsetzung erforderlich
    ist, teilt der Netzbetreiber ihm dieses mit.


    Ich vermute, dass sich die Mitarbeiter beim e-netz hierauf beziehen. Die Mitteilung erfolgte bis jetzt telefonisch bei der Terminvereinbarung.


    Zitat von Ergänzungen zur TAB 2007 durch e-netz, 3. Punkt

    Bei Mängeln, die ein Inbetriebsetzen der Anlage nicht gestatten, wird die Fertigmeldung mit Kommentar abgelehnt. Nach Behebung der Mängel ist eine Neuanmeldung erforderlich.
    Kann die Inbetriebsetzung wegen festgestellter Mängel nicht erfolgen, so hat der Anschlussnehmer für jede weitere Anfahrt jeweils die Inbetriebsetzungspauschale zu bezahlen.
    Ist ein Dritter Messstellenbetreiber vorgesehen, dann erfolgt die Inbetriebsetzung des Anschlusses durch einen Beauftragten der e-netz Südhessen nach der Montage der Messeinrichtung. Sollte zur Inbetriebsetzung der Messeinrichtung Spannung erforderlich sein, ist mit der e-netz Südhessen ein Inbetriebsetzungstermin zu vereinbaren.


    Rein theoretisch ist für die IBN der PV-Anlage ja eine Spannung notwendig, anders läuft der WR nicht, oder?


    Zitat von Ergänzungen zur TAB 2007 durch e-netz, 4. Punkt

    Für die Wiederplombierung durch einen Beauftragten der e-netz Südhessen, wird eine Inbetriebsetzungspauschale gemäß den „Ergänzenden Bedingungen zur Niederspannungsanschlussverordnung (NAV)“ [7] berechnet.


    Ich denke nicht, dass ich um die Inbetriebsetzugspauschale herumkomme. Wenn der Zähler aber nicht ohne Elektriker gesetzt wird, dann schaue ich in die Röhre... :shock:



    seppelpeter :
    In den Fingern juckt es ja schon. Aber der aktuelle Zähler hat keine Rücklaufsperre und der SE-WR zeichnet die Daten ja auf. Man muss den VNB ja nicht unnötig reizen. :juggle: