Neue Batterie für meine kleine Inselanlage

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach einer neuen Batterie für meine bestehende Inselanlage. Bisher hatte ich eine AGM Batterie von Effekta im Einsatz mit der Kapazität von 200 Ah. Diese ist jedoch schon in die Jahre gekommen. Leider habe ich auch damals ganz zu Anfang aus Unerfahrenheit einige Fehler gemacht, die die Lebensdauer höchstwahrscheinlich verkürzt haben.


    Zu meiner Anlage:
    Baujahr: 2011/12
    Solarmodule: 4x 90 Watt (monokristallin) von der Firma prevent-germany, max. 20 Ah Ladestrom
    Laderegler: Soltronic MPPT 7520
    Batterie: Effekta BTL 12-200
    Wechselrichter: Studer Innotec AJ 1000-12
    Verbraucher: kleinere Gerätschaften (Beleuchtung, AccessPoint, Netzwerk-Switch), max. ca. 7 A


    Über den Wechselrichter laufen bei guter Sonnenausbeute Radio, Fernseher, div. Ladegeräte oder PC drüber. Ich betreibe die Inselanlage im Hause für Beleuchtungszwecke, um ständige Verbraucher abzudecken (Router, AccessPoint, Netzwerkswitch, „Ladegeschichten“) oder auch um mal im Notfall „größere“ Geräte wie Fernseher oder PC betreiben zu können.


    Fehler waren in der Vergangenheit waren eine zu starke Belastung der Batterie bei nicht ausreichender Kapazität. Mittlerweile habe ich eine Schutzschaltung eingebaut. Bei leerer Batterie wird nun umgeschaltet auf das öffentliche Stromnetz. Sobald der Laderegler die Batterie wieder auflädt und wieder zuschaltet, setzt eine Zuschaltverzögerung ein (ca. 12 h) bevor die Last tatsächlich auf die Batterie geschaltet wird.


    Nun suche ich eine neue Batterie, welche meine Verbraucher über einen Zeitraum von 1 bis 2 Tage gut versorgen kann.


    Frage an euch: Habt ihr eine Empfehlung für mich?


    Viele Grüße
    Natriumcarbonat

  • Zitat von Natriumcarbonat

    Nun suche ich eine neue Batterie, welche meine Verbraucher über einen Zeitraum von 1 bis 2 Tage gut versorgen kann.


    Frage an euch: Habt ihr eine Empfehlung für mich?


    Ich empfehle eine Flüssigsäurebatterie Typ PzS, 2V Einzelzelle z.B. vom Werbat. Auch eine Gebrauchte kann noch über viele Jahre gute Dienste leisten, da würde ich aber auf ca.300Ah reflektieren, weil denen schon paar Ah fehlen.
    Eigentlich bist du mit deiner Agm ganz gut gefahren, 6...7 Jahre ist nicht schlecht, auch bes. wenn sie manchmal gequält wurde!
    Gruß Claus

  • Danke dir für deine Empfehlung Claus. Aber benötigt man für eine Flüssigsäurebatterie nicht einen speziell belüfteten Raum? Zurzeit steht der Schaltschrank auf dem Speicher.


    Was spricht denn gegen eine neue AGM Batterie?


    P.S. Bitte entschuldige die späte Rückmeldung, habe die vielen Feiertage für einen Urlaub genutzt. 8)

  • Zitat von Natriumcarbonat

    Danke dir für deine Empfehlung Claus. Aber benötigt man für eine Flüssigsäurebatterie nicht einen speziell belüfteten Raum? Zurzeit steht der Schaltschrank auf dem Speicher.


    Was spricht denn gegen eine neue AGM Batterie?


    P.S. Bitte entschuldige die späte Rückmeldung, habe die vielen Feiertage für einen Urlaub genutzt. 8)


    Die Effekta ist eine von den langlebigen Typen. Bei guter Pflege für 10-12 Jahre gut.
    Sollte nach dem entladen wieder komplett geladen werden. Enladen/Beladen bei nicht vollständiger
    Aufladung für die Lebensdauer nicht so gut.


    Blei-Flüssig-Akku ist robuster, da Wasser nachgefüllt werden kann und die Platten robuster ausgeführt sind.
    Ausgleichsladungen sind einfacher, da Wasserverlust ausgeglichen werden kann.
    Gasen ist in geschlossenen Räumen dafür ein NoGo.
    Belüftung dann zwingend notwendig.


    Verwende beide Typen. Wo es erforderlich ist AGM. Wenn Gasen, da Belüftung kein Problem ist, Blei-Flüssig.



    Viele Grüße Dietmar

  • "Fehler waren in der Vergangenheit waren eine zu starke Belastung der Batterie bei nicht ausreichender Kapazität."


    Tröste dich, damit bist du nicht allein :D


    Wenn du dir jetzt ca ausrechnest, mit welcher durchschnittlicher DoD der Akku belastet wurde und beim neuen Akku auf etwas mehr Kapa achtest, dann sollte der neue Akku länger als der Alte halten.


    Wichtig wäre, beim Akku Kauf vorher in das Datenblatt zu schauen, bzgl der Anzahl der Zyklen vs Entladetiefe.
    Zu geringe Belastung des Akkus führt ebenfalls zu Problemen, als Anhaltswert würde ich zwischen 30% bis 50% Entladetiefe schauen.

  • Zitat von Natriumcarbonat

    benötigt man für eine Flüssigsäurebatterie nicht einen speziell belüfteten Raum?


    Nicht unbedingt, allerdings sollte im Abstand von 0,5m (besser noch mehr) keine Zündquelle sein! (Lichtschalter oder was weis ich...)

    Zitat von Natriumcarbonat

    Was spricht denn gegen eine neue AGM Batterie?


    Alles! Paar mal "abblasen" und die Zellen trocknen aus, Wasser kannst ja nicht nachfüllen. Mit einer Flüssigsäurebatterie bist du besser bedient, sind auch preiswerter.
    Gruß Claus

  • Zitat von stromdachs

    Mit einer Flüssigsäurebatterie bist du besser bedient, sind auch preiswerter.
    Gruß Claus


    Kann ich bestätigen meine 3Stk. 8V/170Ah (24V/2kwh entnehmbar/1200Zyklen bei 50%) Blockbatterien
    haben 414€ gekostet. Laufen sauber syncron. Einfach nach Deep-Cycle Blockbatterien suchen. Die Trojan gehören
    hier dazu.


    Die Effekta sind mehr für USV-Einsatz gedacht. Design-Life ist 10 Jahre.
    Laut Datenblatt 450-500 Zyklen bei 50% Entnahme.
    Ähnlich haltbar aber schwieriger zu Handhaben sind die "offenen " Blei-Säure z.b. die SMF-Solar-Akkus.


    Es gibt dann noch die einfachen für USV-Anlagen mit 5-6 Jahren Design-Life. - Total ungeeignet.


    Dann gibt es für zyklischen Betrieb AGM mit dickeren Platten. Sog. Deep-Cycle-Akkus. Die werden mit 900Zyklen
    bei 50% angegeben. Kosten auch nicht wesentlich mehr.


    Die Creme der AGM sind dann die 2V Solar-Einzelzellen mit ca. 2000 50% Zyklen.
    Dazu gehören auch die PzV -wenn Gel dann besser - aber Vorsicht nicht überall wo Gel draufsteht ist
    auch Gel drin. Die Kosten sind dann aber wie Gel. :D


    Dann der Vollständigkeit halber die PzS der "Traktor" unter den Blei mit ca. 3000 50% Zyklen.
    Kalendarische Lebensdauer von 10-12 Jahre.


    die OPZS mit niedrigerer SD wie PzS und damit kalendarisch besserer Lebensdauer bis 20 Jahre.
    Sind auch mechanisch aufwändiger.


    Dann gibts noch so Sonderbauformen wie Blei-Carbon die ich nicht kenne mit angeblich nochmals verbesserter
    Lebensdauer von 4500-5000 Zyklen bei 50%. Haben sich aber am Markt nicht durchgesetzt.


    Das ist mal eine grobe Übersicht, was es so gibt. Jetzt kannst dir ja eine heraussuchen. :wink:



    Viele Grüße Dietmar

  • Hi Na2CO3,


    vielleicht brauchst Du (noch) gar keine Neue, weil Du die Alte regenerieren kannst. Meist fehlt nur etwas destilliertes Wasser. Wenn Du Dich traust die Überdruckventile zu öffnen oder die Zellen anzubohren brauchst Du nur noch eine Tüte Zeit. :D


    Freundliche Grüße
    pvx

  • Zitat von pvx

    Hi Na2CO3,


    vielleicht brauchst Du (noch) gar keine Neue, weil Du die Alte regenerieren kannst. Meist fehlt nur etwas destilliertes Wasser. Wenn Du Dich traust die Überdruckventile zu öffnen oder die Zellen anzubohren brauchst Du nur noch eine Tüte Zeit. :D


    Freundliche Grüße
    pvx


    Ein bissl hilfts als. Der Bringer ist das aber in der Regel nicht vor allem nach der Zeit.

  • Ja, DidiD, wenn man in eine AGM destilliertes Wasser nachfüllt, braucht man noch eine Tüte Zeit, weil sich das Wasser in dem Vlies nur langsam verteilt. Geschätzt nach einem Monat kann man dann mit der Regeneration beginnen. Auch das braucht viel Zeit bei schwachem Ladestrom. Deshalb meine Frage an den TS, ob er sich traut und Zeit hat.


    Freundliche Grüße und ein schönes Wochenende.
    pvx