Die Energiewende der Schweiz

  • Aus den Medien vernimmt man das ehrgeizige Ziel, die demnächst vom Netz gehenden Kernkraftwerke in der Schweiz
    hauptsächlich mit Solarstrom zu ersetzen. Dabei denkt unsere Energieministerin daran, den gigantischen Zubau ohne Förderung hin zu bekommen.
    Doch einerseits stellen Kernkraftwerke rund um die Uhr und saisonal unabhängig Bandenergie zur Verfügung, welche nicht einfach durch relativ unzuverlässigen Solarstrom ersetzt werden kann.
    Neben diesem rein technischen Unterschied, kommt die Frage auf, wer denn unter den angedachten Rahmenbedingungen
    ohne Förderung solche Unmengen von elektrischer Energie mit Photovoltaik produzieren sollte. :shock:
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

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  • Zitat von einstein0

    Aus den Medien vernimmt man das ehrgeizige Ziel, die demnächst vom Netz gehenden Kernkraftwerke in der Schweiz hauptsächlich mit Solarstrom zu ersetzen.


    Mit den Pumpspeicherwerken Limmern und Nant de Drance ist die Schweiz dafür eigentlich ganz gut aufgestellt. Zusammen mit dem regelbaren Abfluß der Speicherseen steht auf jeden Fall genug disponsible Erzeugungskapazität zur Verfügung, um die Leistung der Kernkraftwerke zu ersetzen. Zur Not baut man halt noch etwas Pumpspeicherkapazität zu (z. B. Lagobianco).


    Der Verbrauch zur Mittagszeit liegt momentan bei gut 8 GW in der Schweiz. Nehmen wir eine Leistungsaufnahme der Pumpspeicherwerke von 4 GW an, dann kann die Schweiz bis ca. 20 GW zubauen, bevor man deutlich in die Abregelung läuft. Die 20 GW PV würden den Output der KKWs fast ersetzen. Noch etwas Windkraft dazu und fertig.


    Wer so mit Wasserkraft gesegnet ist, wie dieses Bergvolk, der braucht sich wirklich wenig Gedanken machen. Etwas Geld in die Hand nehmen und einfach machen.

  • Zitat von GWeberJ

    Wer so mit Wasserkraft gesegnet ist, wie dieses Bergvolk, der braucht sich wirklich wenig Gedanken machen. Etwas Geld in die Hand nehmen und einfach machen.


    Nun, ganz so einfach wird es nicht werden, das ist sogar dem PSI aufgefallen. Denn elektrische Arbeit ist nicht
    durch blosse Leistung zu ersetzen. Auch wenn in den nächsten Jahrzehnten der Zubau von PV um das heute 40-fache (!)
    gesteigert werden könnte, ist es doch höchst unwahrscheinlich, dass der einfache Bürger Geld in die Hand nimmt,
    welches sich erst in 75 Jahren amortisiert (Strompreis 4 Rp/kWh).
    Sogar Landwirte mit riesigen Scheunendächern und allenfalls vorhandemen Hochstromanschluss haben gemerkt,
    dass PV kein Standbein sein kann...
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • Zitat von Kallenpeter

    Dazu noch der Stromhandel mit den Nachbarländern und wenn man doch noch etwas Wind hinzubaut....


    Die auslaufenden Stromverträge mit Frankreich und das fehlende Rahmenabkommen mit der EU vereinfachen den Stromhandel mit Nachbarländern nicht, auch wenn die Schweiz angeblich die Batterie in Europa sein möchte.
    Wir verfügen auch nicht über ein paar Quadratkilometer Brachland an bester Windlage, hierzulande wird gegen jedes Windrad Sturm gelaufen.
    Jetzt werde ich womöglich wieder als Pessimist verschrien, dabei mache ich mir bloss ein paar Zukunfstgedanken. :idea:
    Auch die vielleicht zunehmende Elektromobilität wird den Stromkonsum eher erhöhen, als ihn mit mobiler Speicherfähigkeit ausregeln zu können... :wink:
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • Naja, Fakt ist, das Atomzeitalter geht in der Schweiz zu Ende. Neue Reaktoren wirds nicht geben und die alten werden früher später vom Netz müssen. Fakt zwei ist: Die Schweiz hat eine sehr gute Ausgangslage. Wasserspeicher, zentrale Lage in Europa und durchaus Potential für Wind und Sonne (wenn auch nicht so viel wie andere Länder).


    Also was soll passieren? Die Hölle friert zu und der liebe Gott kommt vom Himmel und zwingt die Schweizer Ihre AKWs bis zum GAU zu fahren?

  • Zitat von Moneyshitter

    Ich finde, wir sind auf einem guten Weg


    https://www.energy-charts.de/r…re&period=annual&year=all


    Hmm: D hatte also in rund 20 Jahren die Fünffache PV-Leistung zugebaut.
    Wie soll die Schweiz bis zum Ende ihres Atomzeitalters die 40-Fache Leistung zubauen?... :juggle:
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
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    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • Zitat von einstein0

    Hmm: D hatte also in rund 20 Jahren die Fünffache PV-Leistung zugebaut.
    Wie soll die Schweiz bis zum Ende ihres Atomzeitalters die 40-Fache Leistung zubauen?... :juggle:
    einstein0


    einstein, wie gewohnt ein Post von dir, der einfach nur falsch ist. Inhaltlich falsch.

  • Welche Relevanz hat die Ausgangslage und das wievielfache davon zugebaut werden muss? Entscheidend ist die Summe in Gigawatt.


    Außerdem hat Deutschland einen beträchtlichen Teil davon zugebaut als PV noch ein vielfaches teurer war als heute. Jedes Jahr wird es günstiger und somit einfacher große Mengen an PV zu installieren.