WEG: Flachdach 580 m2

  • Hallo zusammen,
    ich bin im Beirat einer Wohnungseigentümergemeinschaft (40 Parteien). Unser Haus wird jetzt 5 Jahre alt, sodass die Gewährleistung demnächst endet. Damit könnte man auf dem Flachdach PV installieren. Macht das Sinn :)? Da vermutlich alle 40 Parteien zustimmen müssen, benötige ich ein paar Fakten um bei den Nachbarn mal vorzufühlen. Ich vermute, dass das die größte Hürde sein wird.


    Rahmenbedingungen/Gedanken dazu:
    - Standort Köln
    - Dachfläche (Flachdach): westliches Haus 300 m2 (6 Etagen), östliches Haus 280 m2 (4 Etagen). Daher wird das westlicheHaus vermutlich abends das östliche verschafften. Abstand ca 5 Meter. Gründach. Dachansicht siehe Anhang (unten = Süden).
    Windexponierte Lage! Oft starke Winde z.B. aus Nord-West (=von hinten), daher ist vermutlich eine flache Ost-west Belegung sinnvoll. Gesamtfläche 584 m2. Bei 8 m2 /kwp = 73 kwp?! Stimmt das?
    - Möglichst geringer Aufwand. Daher bei 40 Parteien vermutlich Volleinspeisung.
    - Bei ca 1000€/kwp = 73000 Investition. Ist die Schätzung richtig?
    - Ziel: Maximale Rendite (um die Eigentümer zu überzeugen). Was ist realistisch?
    - Dachpacht an die WEG
    - Rechtlich: Gründung einer Gesellschaft für PV (jeder Eigentümer kann anhand seiner Wohnungsanteile teilnehmen, oder auch nicht).


    Ich freue mich über Feedback von Euch. Vielen Dank schon mal im Voraus.


    Viele Grüße,
    netterpaladin

  • Moin Netterpaladin,


    willkommen im Forum!


    Ich finde den Gedanken:

    Zitat von netterpaladin

    Unser Haus wird jetzt 5 Jahre alt, sodass die Gewährleistung demnächst endet. Damit könnte man auf dem Flachdach PV installieren.


    interessant. Denn daran hatte ich noch nicht gedacht.


    Ich finde es sehr gut, wenn WEGs sich dem PV Thema widmen und Wohnungseigentümern/Mietern ermöglichen, in den Genuß von günstigem Solarstrom (und evtl. Ladeinfrastruktur für EVs) zu kommen. Denn ich betrachte das Mieterstrommodell von der GroKo aus 2017 eher skeptisch. "Gut gedacht, schlecht gemacht!" (Bislang war das EEG nur für gutbetuchte Häuslebesitzer, Gewerbetreibende und Investoren.)


    Vorab, ich versuche auch schon seit Jahren auf ein WEG Haus Solarmodule zu installieren. Die Ironie, just in der Versammlung als ich nicht anwesend war, hat sich der Verwalter, der im Objekt sein Büro hat, sich die Dachrechte geben lassen. Was ist passiert? Jahrelang nichts. Er blockiert nun das Dach... :x


    Soweit ich von anderen WEGs verstanden habe, ist der bürokratische Aufwand der Showstopper, d.h. läßt man die Abrechnung durch einen Dienstleister machen, dann wird es finanziell wieder weniger attraktiv. Ich bin allerdings der Meinung, dass es sich "nur" um das Ausfüllen einer Excel-Datei handelt. Erfahrung habe ich selbst noch nicht, d.h. ich könnte mich irren und es ist viel aufwändiger?! Es wird wohl eine Rechtfertigung für Dienstleister geben?!
    Bei Gelegenheit poste ich die mögliche "Zählerarchitektur" von Netze BW. Bestimmt gibt es zu diesem Thema hier im Forum Threads "Wie in der WEG abrechnen?"...
    Ich kenne zahlreiche Gegenargumente, was ist wenn... (Bei WEG Sitzungen spürt man, welche negativen Aspekte manchmal "Demokratie" hat, denn das Mittelmaß [=0815] setzt sich mehrheitlich durch. Alles was neu und innovativ ist, wird leichtfertig abgelehnt, da zu riskant etc.)


    Es gibt bestimmt eine akzeptable Lösung.
    (Fortsetzung folgt...)


    Gruß aus Karlsruhe
    cti


    p.s. Wannen auf ein bestehendes Gründach zu setzen, ist wie das Umgraben des Gartens im Winter!
    Kein Solarteur macht das gerne, da sind eher GaLaBauer gefragt :wink: Übrigens sollte nach Errichtung der PV-Anlage der Zugang auf das Dach protokolliert werden, wegen Versicherung.
    1.000 Euro je kWp halte ich für sehr ehrgeizig. Nicht Rendite ist King, eher die Ersparnis durch Eigenverbrauch.
    Mich würde interessieren, wie der Zählerschrank aussieht?
    Ich gebe Dir recht, Investoren wollen wenig Arbeit und bei Mietshäusern ist es Volleinspeisung.
    Was für eine Heizung habt Ihr? Übrigens, PV-Strom in Wärme umgewandelt läßt sich besser an die WEGs verkaufen.

    30 kWp Sharp/SMA (2018: 1.250 kWh/kWp:lol:); 25 kWp Sunpower/Fronius; 13 kWp QCells/AEG; 2 kWp QCells/Mikro-Inverter; 5 kWp Schott/Victron.zunächst Betreiber, dann Projektierer und nun wieder Anbieter...

    (Herstellerzertifizierung QCells/ESS, SMA, LG Chem/Solaredge, Mercedes)

  • 40 Parteien sollen zustimmen ?
    Spare dir die Zeit!!!
    Gruß Jochen

    2010: 134 kwp CSI,SMA | 2011: 5,00 kwp CSI,SMA | 2012: 54,5 kwp Eging,SMA | 2012: 30,0 kwp CSI,SMA | 2014: 60,0 kwp Schott,Fronius | 2014: 7,65 kwp Eging,SMA | 2016: 88kwp Qcells,SMA | 2017: 12 kwp SW,SMA | 2018: 9.8 kwp LG,SMA/ Tesla Powerwall 2 | 2019: 750 kwp JA Solar, Huawei | 2019: 29,9 kwp Longi,SMA | 2020: 750 kwp Longi Solar, Huawei 2021: 750kwp Longi Huawei, 2021:478kwp Talesun Huawei

  • Zitat von JschulzeP

    40 Parteien sollen zustimmen ?
    Spare dir die Zeit!!!
    Gruß Jochen



    Genau, es reicht einer der nix macht und alles wird blockiert. Er muss nicht mal dagegen sein. Nix machen reicht da schon :|

    5,3 KW/p Sunmodule Plus SW 265, (S30°) Süd, DN33° seit 07/14 in 79189


    JK: 6 DJK:1

  • Zitat von cti

    Nicht Rendite ist King, eher die Ersparnis durch Eigenverbrauch.


    wenn ein sog. "Berater" so etwas in Zusammenhang mit einem Objekt mit 40 Beteiligten schreibt, dann muß ich mich schon ans Hirn fassen.....

  • Hallo,


    die Firma Polarstern ist ein Dienstleister.
    polarstern-energie.de
    40 Parteien sind bestimmt für sie interessant. Einfach mal fragen, Du kannst uns ja berichten, ob und wie es weiter geht.


    Gruß
    cti
    ( jodl, da gebe ich Dir recht. Das war von mir offensichtlich schlecht/falsch formuliert!)

    30 kWp Sharp/SMA (2018: 1.250 kWh/kWp:lol:); 25 kWp Sunpower/Fronius; 13 kWp QCells/AEG; 2 kWp QCells/Mikro-Inverter; 5 kWp Schott/Victron.zunächst Betreiber, dann Projektierer und nun wieder Anbieter...

    (Herstellerzertifizierung QCells/ESS, SMA, LG Chem/Solaredge, Mercedes)

  • Moin,


    aus eigener Erfahrung: Wenn Du den Verwalter auf Deiner Seite hast, kannst das Projekt angehen. Ansonsten Zeitverschwendung.
    Wir betreiben eine PV auf einem Mehrparteienhaus - glaube 26 Einheiten. Aber als Volleinspeiser.
    Ohne das positive Votum des Verwalters hätte das nie funktioniert, da er ja zu den nicht anwesenden/ab stimmenden Eigentümern gehen musste bzw. schriftlich die Zustimmung einholen musste!


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Guten Abend,
    vielen Dank für das Feedback! Konsens scheint, dass wie befürchtet bei WEGs die vielen Eigentümer das Problem sind :(.


    Ich werde beim nächsten Treffen mit dem Verwalter und meinen Kollegen aus dem Beirat das Thema ansprechen. Mal sehen ob es eine Chance gibt.


    Trotzdem vielen Dank!


    Viele Grüße,
    netterpaladin

  • Ja, versuchs mal...
    Aber ich bin froh, dass wir unsere Whg vertickt und durch ein EFH ersetzt haben: 14 Parteien und bei den Versammlungen wurden 1h diskutiert, ob die Omi im 3 OG nen Treppenfahrstuhl einbauen kann.


    Allerdings hab es mal ein Projekt, da sollte ein neuer Kabelanschluss gelegt werden: Sanierung aller neuen Anschlüssen, allerdings dann mit Zwangsvertrag für die einzelnen Wohneinheiten. Vermute, dass der Verwalter da irgend ne Provision oder so kassiert hat, denn er hat es durchgeprügelt.
    Oder auch: Wie schon geschrieben wurde, versuche den Verwalter auf deine Seite zu kriegen. Argumentiere, dass durch den PV-Betrieb effektiv die Unterhaltskosten für das Gebäude geringer sind und das Objekt so trotz seines alters länger attraktiv bleibt...


    viel Glück...