Solaranlage auf fremden Dach

  • Hallo zusammen,


    mein Bruder und ich planen eine Solaranlage auf seinem Dach aufzustellen. Dem Häuslebauer sitzt das Geld grad nicht so locker, also ist die Idee, dass ich die Solaranlage aufstellen lasse und ihm Strom verkaufe. Der Rest wird eingespeißt.
    Für die Nutzung seines Daches zahle ich ihm eine Pacht.


    Weiß jemand wie das konstukt steuerlich funktioniert?
    Soweit ich weiß kann ich die Solaranlage einfach linear abschreiben?
    Was ist mit der Pacht? Wie wird die steuerlich berücksichtigt?
    Den verkauften Strom muss ich ja wohl dann versteuern?
    Lohnt es sich für so was einen Steuerberater hinzu zu ziehen, oder kriegt man das mit gesunden Menschenverstand auch aufgedröselt?


    Hat jamand so was schon mal gemacht?

  • Mal Gedanken gemacht wenn der Häuslebauer in eine Privatinsolvenz geht, was mit deinen Vertrag ist? Oder der Hausherr stirbt und das Haus muss verkauft werden. Die Anlage interessiert mich schon, aber zahlen tue ich nichts. Lass dich mal beraten von einen vernünftigen Rechtsanwalt. Geht der in eine Insolvenz, dann gehört deine Anlage erst mal zur Insolvenz Masse.

    Infini 3KW plus 14x 250 Watt.

  • Ich finde das auch sehr risikoreich, es sei denn, der Hausbesitzer ist Familie oder ein richtig guter Freund.

  • Das kann man schon machen. Ich betreibe 4 Anlagen auf fremden Dächern (und eine auf dem eigenen).


    Miete geht vor Kauf, bleibt also beim Hausverkauf bestehen. Der neue Eigentümer kann einem das Leben aber ziemlich ungemütlich machen, egal was im Grundbuch und Vertrag steht. Die Insolvenzgefahr ist real, kann aber über eine erstrangige Dienstbarkeit im Grundbuch abgesicherten werden.


    Für eine kleine Anlage ist das viel Aufwand. Auf den ins Haus verkauften Solarstrom fällt die volle EEG Umlage an. Viel kann der Eigentümer am Strom also nicht sparen. Und Dachpacht kann man auch nicht viel bezahlen (10 kWp erzeugen ca. 1200 Euro Umsatz im Jahr.


    Steuerlich ist die Dachpacht eine Betriebsausgabe, für den Hauseigentümer eine Einnahme. Der Rest geht wie bei jeder PV Anlage (Einnahme-Überschuss Rechnung mit Abschreibung).


    Wenn alle an einem Strang ziehen, kann man es schon hinkriegen.


    Gruß
    Jochen


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    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von Grottenolm85


    mein Bruder und ich planen eine Solaranlage auf seinem Dach aufzustellen. Dem Häuslebauer sitzt das Geld grad nicht so locker, also ist die Idee, dass ich die Solaranlage aufstellen lasse und ihm Strom verkaufe. Der Rest wird eingespeißt.
    Für die Nutzung seines Daches zahle ich ihm eine Pacht.


    wenn ihr das so macht, dann wird die volle EEG Umlage fällig weil der Letztverbraucher ein anderer ist als der Anlagenbetreiber.
    Um das zu vermeiden müsste der Bruder = Hausbesitzer = Stromverbraucher auch die PV Anlage betreiben.
    Also A verpachtet sein Dach an B, B baut dort eine PV Anlage und verpachtet diese Anlage an A.
    A betreibt die Anlage und kann somit Direktverbrauch nutzen ohne daß die EEG Umlage fällig wird (bis 10 kWp, wenn die Anlage größer als 10 kWp wird werden 40 % der EEG Umlage fällig)

  • Dabei fällt aber EEG Umlage von 100% an.


    Geschickter wäre es, wenn Du ihm einen Privatkredit gibst, den er mit Zins zurück zahlt.
    Er baut seine Anlage selbst und verbraucht den Strom auch selbst.
    Überschuss geht ins Netz und alle sind glücklich.


    Die Frage ist, ob Du ihm wegen 1,7% Zinsen eine 4- oder 5-stellige Summe leihen willst oder ob er nicht besser einfach zur Bank geht, um des Familienfriedes willen.


    PV kann und sollte man ohne Steuerberater schaffen.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasonic Aquarea Monoblock 5KW

    Verkaufe: SMA SunnyHomeManager 1.0 Bluetooth mit D0-Auslesekopf für SHM1.0


    Parke nicht auf unseren Wegen, www.weg.li macht es möglich.

  • Zitat von JayM

    Die Insolvenzgefahr ist real, kann aber über eine erstrangige Dienstbarkeit im Grundbuch abgesicherten werden.


    die Wahrscheinlichkeit daß bei einem "Häuslebauer" dem das Geld grad nicht so locker sitzt, eine erstrangige Dienstbarkeit für eine PV Dachverpachtung möglich ist würde ich als ziemlich niedrig einschätzen. Normalerweise hocken da schon finanzierende Institute für die nächsten 30 Jahre.

  • Gib Deinem Bruder einfach ein Darlehen mit einem entsprechend erhöhten Zins, so dass sich der Gewinn aus der Solaranlage einigermaßen zwischen Euch aufteilt.


    Als Sicherheit für das Darlehen kannst Du Dir eine Grundschuld auf das Haus eintragen lassen und/oder die Einnahmen aus der Solaranlage abtreten lassen! Die Abtretung als Sicherheit wirkt auch über eine Insolvenz hinaus!

  • Zitat von jodl


    die Wahrscheinlichkeit daß bei einem "Häuslebauer" dem das Geld grad nicht so locker sitzt, eine erstrangige Dienstbarkeit für eine PV Dachverpachtung möglich ist würde ich als ziemlich niedrig einschätzen. Normalerweise hocken da schon finanzierende Institute für die nächsten 30 Jahre.


    Hallo jodl,
    Das ist wohl wahr, kommt aber auf die genauen Umstände an. Man muss ja auch an die Insolvenz eines möglichen Käufers denken.


    Es ist ja auch einiges an Aufwand und (Notar-)Kosten im Spiel. Bei einer Investition von 12.000 Euro kann man es mMn auch ohne machen. Man geht ja sonst auch immer wieder finanzielle Risiken ein. Wenn der Papierkram / Notar 400 Euro kostet, müsste das Insolvenzrisiko schon über 3% liegen, damit sich diese "Versicherung" lohnt.


    Ich habe bei keiner meiner Anlagen eine Dienstbarkeit eingetragen.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Hallo und ein gesundes Neues! Ich habe auch vor auf einem fremden Dach eine PV-Anlage zu bauen. Nun soll der Hauseigentümer den Strom auch selber nutzen. Da ich die Anlage selber baue interessiert mich nicht ob eventuell 30% meiner Produktion an Selbstverbrauch für Ihn weg gehen. Was mich und Ihn stört ist die volle EEG-Umlage. Ich gehe davon aus dass es Diese auch bald nicht mehr geben wird, aber nun ist sie da und muss eingeplant werden. Wie könnte ich hier eine saubere Lösung hinbekommen die auch finanztechnisch und zukunftssicher ist. Ich könnte dem Hausbesitzer die Anlage auch verkaufen oder vermieten. Er hat nur im Moment nicht die notwendigen Geldreserven.