Kaufempfehlungen für geplante Inselanlage

  • Liebes Forum,
    wir planen eine 12V PV-Inselanlage für unser Gartengrundstück, das wir nur im Sommer und fast ausschließlich am Wochenende nutzen. Die Anlage soll zunächst für die nächsten 5 Jahre problemlos laufen. Folgender durchschnittlicher Verbrauch, wenn wir am Wochenende im Garten sind und die Sonne in der Woche viel scheint:


    Mo: 0Wh
    Di: 400Wh (halbe Stunde Pumpe zum abendlichen Bewässern im Hochsommer)
    Mi: 0Wh
    Do: 400Wh (halbe Stunde Pumpe zum abendlichen Bewässern im Hochsommer)
    Fr: 200Wh
    Sa: 1400Wh
    So: 600Wh


    Größter Verbraucher: 800W-Wasserpumpe


    Wir dachten an ein 250Wp-Modul (oder ähnlich). Damit haben wir an unserem Standort in den relevanten Monaten einen Durchschnittsertrag von 0,9kWh/Tag.


    Wir planen aktuell mit:
    - 1500W Wechselrichter
    - 200Ah Batterie


    Nun habe ich zwei Fragen an Euch:
    a) Geht unsere Rechnung so auf? Wir werden dann viel im Garten sein, wenn viel Sonne scheint. Und wir werden dann viel Strom (wegen Pumpe) verbrauchen, wenn viel Sonne scheint.
    b) Welche Produkte könnt Ihr empfehlen, um ein möglichst gutes Preis-Leistungsverhältnis zu realisieren? Modul, WR, Batterie, LR.


    Ich danke Euch für Eure Unterstützung.


    Liebe Grüße
    Erik

  • Wirklich kein Kühlschrank oder vergessen?
    Anlaufstrom Pumpe?

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Hi.


    Ich habe ein sehr ähnliches Szenario bei mir (siehe Sig.) und kann dir sagen, dass das das Ganze schon recht grenzwertig ausgelegt ist.
    Ich habe ebenfalls eine 800W Pumpe und der Anlaufstrom ist bei mir kein Problem, jedoch der Dauerlauf.
    Auf Grund der hohen Ströme bricht die Spannung der Batterie stark ein, sodass ich meine Pumpe zur Sicherheit nie länger als einige Minuten am Stück laufen lasse. Ich wechsel dann das Beet, wobei der Druckschalter die Pumpe solange deaktiviert, bis ich die Düse wieder öffne.
    Ich bin mir auch sicher, dass der Wechselrichter sowieso nach spätestens 15min. wegen Unterspannung abschalten wird.
    Im Hochsommer wässert man auch nicht in der prallen Sonne, sodass das Solarmodul hier auch nicht unterstützen kann.


    Ich habe mir vorgenommen, meine Kapazität zu verdoppeln, aber bin noch nicht ganz sicher, ob mittels Erhöhung auf 24V oder Ah. Bei derartiger Belastung wird eine einzelne Batterie jedenfalls keine 5 Jahre durchhalten, da bin ich mir sicher.
    Außer du setzt auf eine Lithium Batterie, aber sowas wäre mir für einen Garten zu teuer.
    Zumal ich bei mir die Erfahrung gemacht habe, dass das Modul mehr Leistung erzeugt, als die Batterie speichern kann - Leistung die einem bei der nächsten Nutzung aber wieder fehlt.


    Ich habe einen 1500W WR Noname gekauft. Der schafft auch nen 850W Staubsauger. Bei meiner Kaffeepad-Maschine mit 1466W schaltet er jedoch ab. Kann aber auch an der Unterspannung liegen.
    Zumindest hab ich das mitgelieferte 20mm² Kabel ohne Sicherung gegen ein 35mm² mit 150A Sicherung getauscht, um die Verluste möglichst gering zu halten. Bei einem Upgrade auf 24V/3000W bräucht ich auch nix umbauen.


    Als Laderegler empfehle ich dir auf jeden Fall den Aufpreis zu einem MPPT, wenn dein Modul (wie vermutet) deutlich über 12V liegt. Zum Anschluss Modul->Regler->Akku hab ich ein passendes Set bei Amazon gekauft. Nicht am billigsten, aber dafür anschlussfertig, das spart Zeit und Nerven



    (ich würde die Teile auch verlinken, aber weißt nicht, ob Verlinkungen zu Shops hier erlaubt sind).

    12V Insel - 1x 265Wp Poly - 1x 280Ah nass - Tracer 3210A + MP50 - 1500W Sinus WR

  • Vielen Dank für Eure Antworten.


    pezibaer: Wir haben keinen Kühlschrank, nutzen stattdessen eine große Kühlbox, die auch mit Gas betrieben werden kann. Wir haben eine Gasflasche, die für Kochen und Kühlschrank verwendet wird.


    Phantom272: Deine Schilderung ist sehr hilfreich! Daran habe ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Da fehlt mir auch das Know-How. Ich bin davon ausgegangen, dass 800W-Verbraucher und 1500W WR passen wird. An die Batteriespannung habe ich nicht gedacht. D.h. Du würdest mir empfehlen, auf 2 Batterien mit sagen wir jeweils 200-250Ah zu setzen? Oder sollen wir auch bei den Panelen und beim WR aufstocken?


    Liebe Grüße
    Erik

  • hallo erik,
    habe bei uns im garten das problem über eine kleine pumpe und einen hochbehälter( 1000l fass auf dem dachboden)
    gelöst. pumpe zum füllen hängt an schwimmschalter (voll), zieht bei 12v ca 4-5a. wasserdruck ist recht mau bei der entname, habe aber 2" liegen dann geht es recht gut.


    gruss slb

  • Langsam pumpen und Wasser speichern ist effektiver als Strom speichern und dann schnell pumpen. Das hatten wir hier schon ausführlich diskutiert.

  • Ich behaupte mal, dieses Thema ist weniger eine Frage der Effizienz als eher eine Frage des Komforts. Zumindest möchte ich mir nicht extra nen Wasserturm im Garten bauen :lol:


    Um die Frage zu beantworten...
    Ich würde Modul und WR erstmal so behalten, denn der WR ist stark genug und ob das Modul reicht, kannst du vor einem weiteren Kauf erstmal in Ruhe testen.
    Aber die Batteriekapazität würde ich auf jeden Fall weiter aufstocken, um die Belastung zu minimieren.
    Ich bin der Meinung, hier mal irgendwo gelesen zu haben, man sollte mind. das 5-fache der zu ziehenden Ampere in Kapazität (Ah) zur Verfügung haben, wenn die Batterien halbwegs lange halten sollen.


    Rechenbeispiel, vorausgesetzt du verwendest eine normale Blei-Säure Solarbatterie:
    Batterie: 200Ah >> max. 30% Entnahme (Haltbarkeit) = 60Ah nutzbare Kapazität, bevor die Lebensdauer der Batterie merklich beeinträchtigt wird.
    60Ah + starke Ströme >> Kapazität halbiert sich Pi mal Daumen (je höher der Strom, desto niedriger die am Stück nutzbare Kapazität) >> 30Ah real nutzbar


    Brunnenpumpe: 800W
    WR Effizienz: 80% (realistischer Schätzwert)
    reale Leistung >> 960W / 12V = min. 80A Entladestrom (Spannung bricht ein >> 11,3V >> 85A Strom)
    zu beachten: rund 5% Verlust am Kabel von der Batterie zum WR >> 90A Entladestrom


    = ca. 20min. verfügbare Nutzung
    Vorher wird aber die Spannung einbrechen und der WR bei etwa 11V abschalten. Das wird nach etwa 10-15min. passieren.
    Das kannst du aber gern live ausprobieren und hier berichten. Mit einer hochwertigen Traktionsbatterie wäre die Laufzeit natürlich länger.


    Mit einer Verdopplung der Kapazität gehst du das Problem von 2 Seiten an:
    1. die nutzbare Kapazität verdoppelt sich
    2. die Spannung bricht weniger stark ein, was ebenfalls die Nutzungszeit verlängert


    Theoretisch würde man bei solch einer Nutzung eine Anlage mit 24V verwenden, um die fließenden Ströme zu halbieren.
    Dann bräuchtest du aber auch einen 24V fähigen WR und ggf. einen Stepdown Wandler 24V>12V für evtl. vorhandene 12V Geräte (Licht z.B.) - anzuraten wäre dieser Schritt aber eigentlich.
    Du würdest eine 2. Batterie dann eben in Reihe schalten und nicht parallel.

    12V Insel - 1x 265Wp Poly - 1x 280Ah nass - Tracer 3210A + MP50 - 1500W Sinus WR