Verlegemuster und Abstände für Flachdach

  • Hallo an alle,


    Ich bin neu hier und habe mich schon recht weit in das Thema PV eingelesen. Komme aber nicht so richtig zum Erfolg.
    Ich möchte auf meine Flachdach Garage eine PV Anlage stellen. Sie ist genau auf Süd ausgerichtet und befindet sich in Ostthüringen.
    Ich hätte gern so viel als möglich auf das Dach gestellt. Vielleicht erreiche ich ja die 10 Kwp.
    Das Dach soll im Frühjahr neu gedeckt werden. ( Flachdach mit EPDM Kautschuk Folie)
    Es ist ein aus 2 Teilen bestehendes Dach was die Dachrinne mittig hat. Gefälle zwischen 2-3 %.
    Was mir Probleme macht ist die Größe der Platten und der Abstand untereinander wegen der Beschattung. Daraus folgend auch der Anstellwinkel.
    Vielleicht hat hier jemand ein Programm womit man genau berechnen kann wie viele max. drauf passen.


    Anbei mal ein Bild zur Verständnis.


    Danke schon mal an alle. Grüße Kay

  • Hi,


    Zitat von Kaefer-Kay

    Was mir Probleme macht ist die Größe der Platten und der Abstand untereinander wegen der Beschattung. Daraus folgend auch der Anstellwinkel.


    ist kein Problem. Solche Dächer belegt man mit einer Ost-/Westaufständerung mit 15°.



    Zitat von Kaefer-Kay

    Vielleicht hat hier jemand ein Programm womit man genau berechnen kann wie viele max. drauf passen.


    Ja, hab` ich. In meinem Kopf. :wink:


    Linke Fläche:
    7 Modulreihen längs nebeneinander, je Reihe 4 Module


    Linke Fläche:
    5 Modulreihen längs nebeneinander, je Reihe 4 Module


    Insgesamt Platz für 48 Module. Nimmst Du welche mit je 300 Wattp, dann hast Du eine Anlage mit 14,4 kWp.
    Dann musst Du einen 12 kVA WR mit 2 MPPTrackern nehmen und auf jeden Tracker 2x 12er Strings parallel schalten.
    Hast Du irgendeine Verschattung auf dem Dach?


    Alternative bis 10 kWp:
    Nur 38 Module zu je 260 Wattp montieren und 2 Strings zu je 18 Module bilden. Dazu ein WR mit 8,2 - 9 kVA.
    Hast Du signifikanten Eigenverbrauch vor Ort?


    Wenn Du preiswert irgendwo einen Restposten alter Module mit 250 Wattp auftun kannst, kannst Du auch 40 Stück von denen montieren. Oder 42 Stück à 235 Wattp. Manchmal kann man sowas noch bei Secondsol bekommen.

  • Hallo.


    Danke erstmal.


    Verschattung habe ich recht wenig. Nur im Winter abends ein Baum ( sieht man auch auf dem Bild) und morgens sehr wenig von Nachbars Dach.


    Die Ost- Westaufständerung ist gut ? Dachte immer wenn die Platten direkt nach Süden gerichtet sind mit 37 ° wäre optimal. Hat man da die 100 % Leistung der module ausgenutzt ?


    Da werde ich mal etwas nachlesen.


    Grüße Kay

  • Hi,


    Zitat von Kaefer-Kay

    Dachte immer wenn die Platten direkt nach Süden gerichtet sind mit 37 ° wäre optimal. Hat man da die 100 % Leistung der Module ausgenutzt ?


    Optimal schon, aber da bekommst Du vielleicht nur die Hälfte der Module aufs Dach wegen der Abstände zw. den Reihen die Du brauchst.
    Außerdem ist Ost/West etwas windschnittiger, also einfacher zu beschweren.


    Knut

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20


    self.Logger.solar - FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen



  • Hi Kay,


    Zitat von Kaefer-Kay

    Verschattung habe ich recht wenig. Nur im Winter abends ein Baum ( sieht man auch auf dem Bild) und morgens sehr wenig von Nachbars Dach.


    gut, dann brauchen wir die Verschattung nicht großartig berücksichtigen bei der Dachbelegung.



    Zitat von Kaefer-Kay

    Die Ost- Westaufständerung ist gut ?


    Das ist das Optimum, um möglichst viel Leistung auf`s Dach zu bekommen.
    So erhälst Du die höchste Einspeisevergütung insgesamt, weil mit maximaler Belegung die meisten kWh produziert werden.



    Zitat von Kaefer-Kay

    Dachte immer wenn die Platten direkt nach Süden gerichtet sind mit 37 ° wäre optimal.


    So ständert man heute aber nur auf, wenn man alle Module in einer Reihe nebeneinander montieren kann wegen der Eigenverschattung. Die kann man mit dem Schletter Verschattungsrechner (google mal danach) ausrechnen.
    Wegen der Abstände der Reihen zueinander kann man dann aber nur viel weniger Module installieren im Vergleich zu einer flachen Ost-/Westaufständerung, wo`s gar keine Abstände braucht.


    Will man die Anlage jedoch maximal auf Eigenverbrauch optimieren, dann ständert man noch steiler auf (mindestens 50°), um möglichst viel Ertrag im Winter zu haben und verzichtet dafür auf den Maximalertrag im Sommer.
    Dann ist die Eigenverschattung natürlich noch dramatischer und man muss eine gute Idee haben, wie man die Module möglichst optimal montiert.
    Auf einem großen Flachdach kann man z.B. die Reihe, die ganz im Norden auf dem Dach steht so steil aufstellen, weil dahinter nix mehr kommt, was verschattet werden könnte.



    Zitat von Kaefer-Kay

    Hat man da die 100 % Leistung der module ausgenutzt ?


    100% leisten die Module sowieso NIEMALS, das ist nur eine theoretische Laborleistung.
    Wenn`s gut läuft, bringen die Module maximal und für kurze Zeit 90% ihrer Nennleistung, normalerweise nur zwischen 40 und 80% und im Winter meistens sogar nur um die 10%.

  • Vielleicht biete sich so etwas https://www.photovoltaik4all.d…tagesystem-fuer-flachdach an, Preise finde ich aber dazu nicht.

    Bilder

    3.2018 40 x BenQ Solar Sun Vivo PM060MB2 -> 12kWp bei DN 38° mit ca. -18 ° SO

    8.2019 22 x Ja Solar JAM60s03 - 325 WP mit 22 X SE P370 + SMI35-> 7,15 kWp bei DN 10 mit ca. -18° SO

    WR 25000TL-30 mit SHM 2.0
    SBS 3.7 und BYD HV 10,2 kWh
    PVGIS - Prognose 980 kWh/kWp (für die 12 kWp)

    Zähler von ComMetering

    aWATTar als Stromlieferant

  • Hallo.


    Danke für die vielen Vorschläge. Der Schletter Verschattungsrechner ist super. Mir geht’s nicht nur ums einspeisen. Ich hatte mir vorgestellt das ich die 10 Kwp auf mein Dach stelle. Die Ost West Aufstellung ist für mich glaube die Falsche. ( rein vom Gefühl her ) Hab mir mal die ganzen Vorschläge zusammen genommen und ein Plan gemacht.
    Die hintere Reihe stelle ich für Hochkant bei 37° ( danke Ralf ) die folgenden Reihen Quer bei 20° da dabei aber nicht genug zusammen gekommen sind hab ich das Carport was direkt südlich daran steht zur Hilfe genommen und dort auch noch 4 Panel geplant.


    Das sind jetzt zusammen Stück 37 Stück wobei bei 270 W/ Panel genau 9,99 Kwp heraus kommen :D


    Was haltet ihr von dem Plan ? Vielleicht Verbesserungsvorschläge ?


    Danke, das ist ein super Forum

  • Hi,


    Zitat von Kaefer-Kay

    Mir geht’s nicht nur ums einspeisen.


    klar, auch um den Eigenverbrauch. Oder noch um was Anderes?



    Zitat von Kaefer-Kay

    Ich hatte mir vorgestellt das ich die 10 Kwp auf mein Dach stelle.
    Hab mir mal die ganzen Vorschläge zusammen genommen und ein Plan gemacht.


    Wenn Du gern unter 10 kWp bleiben willst, hast Du natürlich mehr Platz und kannst eine Südaufständerung realisieren.



    Zitat von Kaefer-Kay

    Die hintere Reihe stelle ich für Hochkant bei 37°


    Warum nur 37°? Das ist nicht das Optimum für den Eigenverbrauch, ich würde da wesentlich steiler gehen.



    Zitat von Kaefer-Kay

    Das sind jetzt zusammen Stück 37 Stück wobei bei 270 W/ Panel genau 9,99 Kwp heraus kommen :D


    Was haltet ihr von dem Plan ? Vielleicht Verbesserungsvorschläge ?


    Grundsätzlich nicht schlecht. Allerdings ist der 12er String ganz hinten etwas kurz.
    Darum würde ich große 72-zellige Module nehmen (99 x 198 cm bei 330 Wattp), dann hast Du mehr Leistung für den Eigenverbrauch und eine bessere Stringspannung.


    Dann musst Du ein paar der 20° aufgeständerten Module weglassen, aber das kommt Dir zu Gute, weil 25 Module eine denkbar schlechte Zahl ist.
    Die müsstest Du in zwei Strings aufteilen und auch noch auf 2 MPPTracker legen, was alles ganz schlecht ist.


    Montier` von den 20° Modulen nur 23 Stück, dann hast Du genau das mögliche Maximum für einen String.


    Das hier wäre eine optimale Aufteilung für 10 kWp:
    12x 330 = 3,96 kWp (55°)
    23 x 260 = 5,98 kWp (20°)
    Das alles an einen Fronius Symo 10.0 mit S0-Zähler für 70% dynamisch.

  • Hallo.


    Die hintere Reihe hab ich auf 37 ° gestellt weil ich bei der Größe der Panels nicht noch steiler möchte um den Blick von unten auf das Garagendach nicht noch mehr zu stören. Vielleicht werde ich sie sogar noch etwas flacher stellen wenn mir der Platz bleibt.
    Deswegen würde ich auch auf die Größeren Panels verzichten .


    „ Die müsstest Du in zwei Strings aufteilen und auch noch auf 2 MPPTracker legen, was alles ganz schlecht ist.“


    Warum ist das schlecht ? Ich würde gern die hinteren stehenden auf ein String legen und die vorderen auf 2 verteilen. Was ja gleich gut verteilt wäre. Oder geht da auch ungleichmäßige Verteilung ? Oder braucht es eine mindeststärke der Strings ? ( oder max. Stärke ? )


    Was für einen Wechselrichter sollte ich da nehmen ?


    Wichtig wäre auch das ich Preislich nicht zu extrem teuer werde, ich muss ja vorher mein Dach noch neu decken.


    Grüße Kay

  • Hi,


    die steilere Aufständerung geht wohl nur, wenn man die dafür notwendige Spezialkonstruktion an der Nordseite befestigen kann, mit Ballast kommt man da nicht weit.
    Ich würde nur 5 Reihen quer draufmachen mit 10-12° Neigung: Macht 35 Module und mit 285Wp knapp 10 kWp, wenn man 1-3 Module auf dem Carport dazunimmt kommt man auf 265-275Wp, die sind derzeit wohl die günstigsten Module abgesehen von Restposten.


    Außerdem würde ich beim Foliendach die Attika so ausführen, dass sie stabil genug ist die waagerechte Windlast der PV Konstruktion aufzunehmen, das spart Ballast