• Irgendwie funktioniert bei mir die Forumssuche weder mit Mozilla noch mit dem IE. Daher mache ich hier mal ein neues Thema auf und bitte um ein Meinungsbild zu meinen Fragen zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten bzgl. einer speziellen Konstellation (Daten beispielhaft).


    Sachverhalt:
    - Kauf einer PV-Anlage (IBN 01.06.2006) zum 01.07.2017 und Weiterbetrieb auf dem vorhandenen Dach bis zum 01.09.2017
    - Danach Umzug auf ein anderes Dach in einem anderen Ort und Netzgang dort am 01.11.2017 (Umzugskosten > 15% des Kaufpreises)



    Fragen:
    1. Wie ist dieser Vorgang abschreibungsmäßig für 2017 zu betrachten? Muss ich Anschaffungskosten (Kauf zum 01.07.2017) und Herstellungskosten (Abbau, Umzug und Neumontage zum 01.09.2017) separat betrachten oder kann ich alle Kosten ab dem 01.09.2017 abschreiben?
    Für den ersten Fall:
    a) Handelt es sich evtl.um anschaffungsnahe Herstellungskosten?
    b) Handelt es sich evtl. um nachträgliche Herstellungskosten?


    2. Für den Kauf fiel eine Vermittlungsprovision an. Gehört die zu den Anschaffungskosten oder nicht? Irgendwo hatte ich gelesen, dass "Vertriebskosten" nicht zu den AHK zählen, bin mir aber nicht sicher, ob eine Vermittlungsprovision dazu gehört.


    3. Für das neue Dach habe ich eine Einmal-Vorabpacht gezahlt. Gehört diese zu den AHK oder kann ich die Kosten als Betriebsausgabe in voller Höhe in 2017 abschreiben?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Kaufpreis sowie alle Anschaffungsnebenkosten einschl. der Vertriebsprovision sind AHK


    Die Idee dass Vertriebskosten nicht zu den Herstellungskosten gehören... die ist richtig.
    Sprich: Wenn ich aktivierte Eigenleistungen, unfertige oder Fertigerzeugnisse bewerte, besteht für Vertriebskosten ein Aktivierungsverbot. Hat abe rnichts mit den Anschaffungskosten zu tun.


    Die Pacht gehört nicht zu den AHK.
    Ggf. ist sie über die Laufzeit verteilt in die Betriebsausgaben zu packen. (siehe Zufluss-Abflussprinzip).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat

    3. Für das neue Dach habe ich eine Einmal-Vorabpacht gezahlt. Gehört diese zu den AHK oder kann ich die Kosten als Betriebsausgabe in voller Höhe in 2017 abschreiben?


    Ich setze gezahlte Vorabpachtkosten über die Laufzeit der Anlage ab!

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Bzgl. Vorabpacht:
    Wenn ich euch beide richtig verstehe, dann wird die Vorabpacht nicht über die AHK abgeschrieben, sondern als Betriebskosten über die Laufzeit der Anlage verteilt (obwohl sie in voller Höhe im ersten Jahr anfällt). Da kommt zwar m.E. das Gleiche raus, aber wenns so sein soll, dann muss ich mir den Teilbetrag eben jedes Jahr auf Wiedervorlage legen, damit ich ihn nicht vergesse anzusetzen. Hat dann nur nichts mit "tatsächlich in den Jahren anfallenden Zahlungen" zu tun.


    Zitat von kpr

    Kaufpreis sowie alle Anschaffungsnebenkosten einschl. der Vertriebsprovision sind AHK


    Die Idee dass Vertriebskosten nicht zu den Herstellungskosten gehören... die ist richtig.
    Sprich: Wenn ich aktivierte Eigenleistungen, unfertige oder Fertigerzeugnisse bewerte, besteht für Vertriebskosten ein Aktivierungsverbot. Hat abe rnichts mit den Anschaffungskosten zu tun.


    Das irritiert mich jetzt mehr als es für Klarheit sorgt. Deshalb noch einmal meine Frage mit Bitte um eine möglichst konkrete Antwort:
    "Für den Kauf fiel eine Vermittlungsprovision an. Gehört die zu den Anschaffungskosten oder nicht?"


    Vielleicht könnte auch noch jemand etwas zu meiner Frage 1 sagen?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat

    Kaufpreis sowie alle Anschaffungsnebenkosten einschl. der Vertriebsprovision sind AHK


    Noch deutlicher kann ich nicht



    Zu Frage 1... da hilft ein Blick ins Gesetz. Und "weils im Gesetz steht" - ist immer noch die beste aller Begründungen:


    § 11 Abs. 2, S. 3 EStG:


    Zitat

    Werden Ausgaben für eine Nutzungsüberlassung von mehr als fünf Jahren im Voraus geleistet, sind sie insgesamt auf den Zeitraum gleichmäßig zu verteilen, für den die Vorauszahlung geleistet wird.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Nur zur Klarstellung:
    die Einmalzahlung wird über die Laufzeit des Pachtvertrages verteilt (muss ja nicht zwingend mit der Nutzungsdauer der Anlage übereinstimmen).


    Gesendet von meinem XT1650 mit Tapatalk

    21 kWp Ost-West 2018
    30 kWp Süd 2006 (2018 erworben)
    30 kWp Süd 2009 (2018 erworben)

  • O.K......Vermittlungsprovision ist also = Vertriebsprovison, aber ungleich Vertriebskosten.
    Ich pack sie dann mit in die AHK.


    Einmalvorabpacht verteile ich gleichmäßig auf die Pachtdauer.


    Mit "Frage 1" meinte ich eigentlich die Frage aus meinem Eingangspost:

    Zitat

    1. Wie ist dieser Vorgang abschreibungsmäßig für 2017 zu betrachten? Muss ich Anschaffungskosten (Kauf zum 01.07.2017) und Herstellungskosten (Abbau, Umzug und Neumontage zum 01.09.2017) separat betrachten oder kann ich alle Kosten ab dem 01.09.2017 abschreiben?
    Für den ersten Fall:
    a) Handelt es sich evtl.um anschaffungsnahe Herstellungskosten?
    b) Handelt es sich evtl. um nachträgliche Herstellungskosten?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Anhängerkupplung? :ironie:


    ÁHK


    naja vielleicht könnte man auch seine Überschrift etwas sinnvoller gestalten :danke:


    (sonst wird es Suchmaschinen wieder nix!)

    ...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!


    §328 StGB Abs. 2.3

    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird derjenige bestraft der eine nukleare Explosion verursacht. :saint:

  • AHK geht schon i.O. Wir sind ja nicht bei den Schrauberlehrlingen ;)


    "Vertriebsprovision" ist es aus Sicht des Verkäufers. Und da gehören sie auch zu den Vertriebskosten.
    Und die unterliegen dort auch dem Aktivierungsverbot.
    (Aktivierungsverbot für Vertriebskosten.... Beispiel:
    a) Kosten des Rohstofflagers (Lagerverwalter) = Material- o. Fertigungsgemeinkosten; Aktivierungswahlrecht nach HGB
    b) Kosten des Fertigwarenlagers (Lagerverwalter) = Vertriebskosten; Aktivierungsverbot



    Zweiter Versuch zu Frage 1)
    Tricky.
    Die Anlage auf jeden Fall ab 1.7. (angeschafftes Wirtschaftsgut)


    Die "Umzugskosten".... da kribbelts.
    a) die langweilige Variante: In Analogie zu Abrisskosten nimmst Du nachträglich Herstellungskosten ab 1.9. an, sofern im Zeitpunkt des Erwerbs schon feststand, dass die Anlage umzieht / umziehen muss.


    b) ein bischen mehr "on the edge"... aber deutlich spannender:
    Wenn ich nen Schreibtisch vom linken ins rechte Büro trage, liegen da auch keine aktivierungspflichtigen Aufwendunge bzw. nachträgliche AHK vor. Ab in den Aufwand damit.


    Schon aus taktischen Gründen würde ich b) gehen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Vielen Dank, kpr! :idea:

    Zitat von kpr

    Schon aus taktischen Gründen würde ich b) gehen.


    Puh, da steckt aber richtig Musik drin.
    Ich befürchte, damit könnte ich schlafende Hunde wecken. :-?
    Muss ich mal ne Nacht drüber schlafen.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)