Alles auf Erdgas?

  • Darauf könntest du dann atworten:


    1. Mit Überschussstrom kann man keine Anlage zur Elektrolyse betreiben, da diese einen koninuierlichen Stromfluss benötigt.


    2. "kein Wind" geht immer nur in einem bestimmten Gebiet, in einem anderen Gebiet gibt es dann "zu viel" Wind; also alles eine Frage der Ausdehnung des Stromnetzes.

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6

  • Ach was, das ganze Problem an PtG ist doch,dass PV-Berlin keinen g'scheiten Weinbestand hat. Sonst könnte er uns jetzt blendend erklären wie man das mit PtG technisch wie wirtschaftlich perfekt auf die Reihe bekommt....

    Also wer spendet PV-Berlin nen ordentlichen Tropfen? :-)

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • ...

    1. Mit Überschussstrom kann man keine Anlage zur Elektrolyse betreiben, da diese einen koninuierlichen Stromfluss benötigt.

    ...

    Richtig. Ich unterlege das kurz mit Zahlen. Ist zwar nur Randgebiet dieses Threads, aber erkenntnisreich.


    Eine 6MWp Elektrolyseanlage kostet ca. 1500€/kWp. (z.B. "Audi"-Anlage in Nordddeutschland)

    Das sind 9 Mio. €

    Laufende Kosten wie Pacht, Personal, Reparaturen, Wartung, Prüfungen lass ich mal weg.

    Und der Überschusstrom soll hier nichts kosten, nicht mal Durchleitungsgebühren.

    Bei 20 Jahren Laufzeit und 500h durchschnittliche Überschussstrom-Betriebszeit pro Jahr macht das: (derzeit nur ca. 150h Überschusszeiten pro Jahr)

    9.000.000 EUR / 20 Jahre / 500h = 900€ pro Betriebsstunde

    Mit 6MWh Stromaufnahme bei der 6MW-Anlage = 6000kWh verbrauchtem Überschusstrom ergeben sich 15ct/kWh Kosten.

    Bei 65kWh Strom pro kg betankungsfähigen Wasserstoff ergeben sich 9,75€ Rohkosten netto. (+Personal, Pacht, Wartung,...)

    Verkauft wird Wasserstoff in D für 9,50€ brutto, also mit MwSt. ...

    10kWp + Offgrid 140Wp
    Brauchwasser-Wärmepumpe Ariston Nuos 80, Heizungswärmepumpe Panasonic Aquarea 5kWth,
    aWATTar (.de) variabler Strompreis (hourlyCAP)
    Kia Soul EV

  • Meines Wissens nach liegt der Wasserstoff nach der Elektrolyse eher bei atmosphärischem Druck vor, er muss also noch auf 700 bar verdichtet werden.

    Es sind eben Spielereien, die von "Fridays for Future" und der grünen Bewegung massiv gefordert werden. Nur deshalb die öffentliche Förderung solcher Projekte. Mit Wirtschaftlichkeit braucht man nicht rechnen.

    Wir werden künftig auch viel mehr Überschuss-Strom-Stunden haben - wenn man den EE-Ausbau so wie aktuell in die Zukunft projiziert. Wenn die Verbraucher den Überschuss-Strom schön finanzieren, könnte ich mir sicherlich auch noch was überlegen, was ich damit anfangen könnte. Nur werden das wohl sehr viele machen. Ich denke die Industrie plant schon ein wenig damit. Ob dann noch so viel für Wasserstoff-Spielchen übrig bleibt...

  • Da kannst du Gift drauf nehmen!

    👁

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010

  • Es sind eben Spielereien, die von "Fridays for Future" und der grünen Bewegung massiv gefordert werden. Nur deshalb die öffentliche Förderung solcher Projekte.

    Ich sehe das etwas anders, PtX und/oder Homespeicher werden primär überwiegend von interessierten Wirtschaftskreisen und Politikern, die eigentlich die Energiewende gar nicht wollen, ins Spiel gebracht und dann oft nur von schlecht informierten Grünen nachgeplappert. Wenn ich allein schon wieder gelesen habe, dass Söder jetzt in Bayern schon wieder x-Tausend Homespeicher fördern will... Und dann wird wieder über die "gigantischen" Kosten der Energiewende gejammert, die den kleinen Normalbürger überfordern (den diese Kreise eigentlich noch nie interessiert haben).


    Dem Rest Deiner Aussage stimme ich voll und ganz zu. Bei dauerhaft genug Energie für lau oder wenig Kohle werden sich die Anwendungen schon ganz von allein entwickeln.

  • Ja, da kann ich zustimmen. Gerade Ptx, besonders mit dem Umweg Erdgas oder neuen Märkten wie Wasserstoffauto werden massiv von den alten Größen gepusht, auch mit dem Argument der Arbeitsplätze*, weil das ja so schön komplex ist. Das ist ja auch der Bereich den die FDP so propagiert, obwohl man ja sonst er auf das Thema Klimawandel sch...


    Interessierte (z.B. auch von FfF) sehen das in der Regel schon differenzierter. Ausnahmen gibt es da natürlich überall.


    Dass es Elektrolyseurstechnik braucht, ist ja unbestritten für diverse Substitute. Die Entwicklung geht leider vor allem in Richtung Besitzstandswahrung (Erdgaswirtschaft) mit ineffizientem Umgang der ohnehin noch lange nicht im Übermaß vorhandenen EE.


    •letztlich kann das wirtschaftlich auch nur funktionieren, wenn der Stack hoch automatisiert und vereinfacht vom Band fällt.

  • Besitzstandswahrung? Nicht nur, ich denke das ist einfache Gewinnoptimierung. Woran werde ich in Summe mehr verdienen? 10% Renditeaufschlag an Stromlieferungen oder das gleiche bei Wasserstoff (Verkehr)? Wasserstofferzeugung ist so schön komplex und undurchsichtig das man an jedem Zwischenschritt noch schöne Marge erzielen kann. Und man muss nicht mit dem Hausbesitzer konkurrieren der sich seinen Strom auf dem Hausdach selber zapft.

  • Gegengenargument:


    ad 1: Elektrolyse ist teuer (1000 EUR/kW), es muss deshalb hohe Auslastung gewährleistet werden, man braucht dezidierte Erzeugungskapazität. Elektrolyse ist im Gegensatz zu Tauchsiedern nicht geeignet, Spitzen abzufedern.