Netzbetreiber bremst, trotzdem Dach voll?

  • Ich wollte mein Scheunendach Ost/West mit 81 Modulen ca. 22 kWp vollmachen.
    Da ich schon 26 kWp auf Wohnhaus und Stall habe, habe ich beim Netzbetreiber angefragt.


    Nun kam die Info, am meinem Hausanschluss gehen nur noch 9 KVA.


    Jetzt ist die Frage, was tun?


    1) die Anlage schrumpfen und gleich < 9,9 kWp bauen (spart EEG Umlage)


    2) irgendwas um 15 kWp installieren und auf 9 KVA AC am Wechselrichter abregeln, nur
    a) können das Wechselrichter wie SMA überhaupt ? oder
    b) könnte ich einen SMA TRi 9000 überbelegen, der macht ja max. 9 KVA AC seitig, laut SMA Web Auslegung gehen 15,64 kWp auch noch


    Kennt jemand ein Tool mit dem man Leistungsspitzen im Jahreslauf ermitteln, bzw. zählen kann, also wieviel Strom konkret verschenkt wird, wenn man 15,5 kWp Ost/West auf 9 KVA runterregelt?


    Danke für Hinweise!

  • Hi,


    Zitat von Therapiehof

    können das Wechselrichter wie SMA überhaupt ?


    technisch ist das problemlos möglich.



    Zitat von Therapiehof

    Kennt jemand ein Tool mit dem man Leistungsspitzen im Jahreslauf ermitteln, bzw. zählen kann, also wieviel Strom konkret verschenkt wird, wenn man 15,5 kWp Ost/West auf 9 KVA runterregelt?


    Geht imho mit PVGIS-4 näherungsweise, wenn Du die stündlichen Erträge ausrechnest.

  • Wie sieht es denn mit Eigenverbrauch aus. Gehe davon aus, die alte Anlage speist komplett ein und ich würde mal vermuten, ein Hof? hat doch auch etwas Strombedarf...
    Da kann man aus meiner Sicht schon etwas mehr überdimensionieren, so dass eine Anlage mit 15 oder 17kWp planen kann und „nur“ maximal 9kW einspeist...


    Stefan

  • Zitat von LumpiStefan

    Wie sieht es denn mit Eigenverbrauch aus.


    Richtig, kleine Biolandwirtschaft mit:
    6500 kWh im Jahr, das meiste kurz aber stark, d.h. 2 Elektrobacköfen mit 18 kW, Dinkelschäler 16 kW, aber keine Dauerlasten wie Heizung/Lüftung o.ä.


    Altanlagen sind Volleinspeiser.

  • Hi,


    Zitat von Therapiehof

    6500 kWh im Jahr, das meiste kurz aber stark, d.h. 2 Elektrobacköfen mit 18 kW, Dinkelschäler 16 kW, aber keine Dauerlasten wie Heizung/Lüftung o.ä.


    Altanlagen sind Volleinspeiser.


    dann würde ich vielleicht doch nur bis 10 kWp bauen.
    Du wirst die überschüssigen Mengen sonst ja kaum verbrauchen können.
    Das wird ja schon bei 10 kWp und 70% sportlich . . .

  • Ich stand auch mal vor ähnlicher Frage. Am Telefon hat der freundliche Mitarbeiter von EWE mein Vorhaben, mit Wandlermessung am Hausanschluss die Abregelung auf das maximal mögliche zu steuern gleich abgeblockt. So etwas sehen deren Statuten nicht vor. War allerdings 2011. Evtl ist man mittlerweile da schon weiter.

    Grüße von der Küste - Farmjanny
    29,94 kW Firstsolar mit 3x SMA 9000TL in 2009 SSO
    30,00 kW Firstsolar mit 1x8000 u 2x9000 in 2011 WSW
    10 kW Sunpower in 2013
    30 kW Windkraft Lely Aircon in 2017 und 9 kW - 12 kWh Speicher von Fenecon

    10 kW Sunpower an Plenticore mit BYD Speicher in 2019

  • Ich möchte ja meine Anlage auch noch mal erweitern und ich bin mit Wandlermessung dann dabei, das wenn man über 30kW baut extern die Anlage geregelt wird ist noch immer so. Was noch dazu kam ist ein externe NA-Schutz :)

    29,805kWh
    48x 240W Panasonic HIT
    35x 345W Luxor
    18x 345W Axitec
    SE25K
    4x Eurotherm CPC 24Röhren ~20,48m², 2x500l Pufferspeicher 1x300l Warmwasser

  • Hi,


    Zitat von Loebstraus

    . . . das wenn man über 30kW baut extern die Anlage geregelt wird ist noch immer so.


    nur wenn eine einzige Anlage allein über 30 kWp kommt, ist der RSE zwingend vorgeschrieben.
    Hast Du mehrere Anlagen bis 30 kWp, brauchst Du keinen RSE zwingend.

  • Zitat von Loebstraus

    Ich möchte ja meine Anlage auch noch mal erweitern und ich bin mit Wandlermessung dann dabei


    Ich habe länger mit dem "Netzberechner" von meinem Netzbetreiber telefoniert.


    Hier ist das Problem, meine Gesamterzeugung müsste bei wenigen Abnehmern in der Nähe den Strom mit so hoher Spannung ins Netz drücken, daß der Strom nicht mehr den Anforderungen der BNA genügen würde und meine eigenen WR wegen Überspannung aussteigen würden.


    Auf meine Frage, ob das der Netzbetrieber nicht intelligent über Rundsteuerempfänger oder besser über Gateways von intelligenten Meßsystemen (Smartmeter-Rollout) steuern könnte kam sehr ernüchternd "in 10 Jahren vielleicht".


    Auch meine Idee, daß der WR die Spannung misst und selber abregelt, wenn sie zu hoch wird, scheint nicht umsetzbar, da die WR das nicht können (oder nicht dafür zertifiziert sind).


    Also wird es ganz primitiv gehandhabt: Meine Einspeiseleistung wird, EEG-rechtlich konform, stupide auf den Wert begrenzt, bei dem mit 100% Reserve im Netz nichts passiert. Vielleicht ist aber unser Stromnetz genau deshalb bisher so stabil, weil man auf so alte primitive Regelungen setzt, für einen volatilen Markt der Erneuerbaren scheinen die wenig gerüstet.

  • Dein Scheunendach wird ja wohl eine relativ starke Neigung haben, und wird doch wohl bei um 45° liegen, oder? Gerade in dem Fall, und bei Ost/West oder Süd/Nord (bis ca. 30-35 ° auf Nord) macht es es m.E. Sinn, für um die 20 kWp nur ein 10 kWP zu wählen, der dann dafür aber viel besser ausgelastet ist und viel längere Zeit über's Jahr im optimalen Wirkungsgrad des WR's arbeiten kann.


    Wichtig ist, das der WR das kann, und auch die anstehende Eingangsleistung abregeln kann, wenn im Hochsommer bei etwas Bewölkung, sprich hoher indirekter Einstrahlung beide Dachseiten gleichzeitig hohe Leistungen bereitstellen.


    Jeder WR lässt sich überdimensionieren, der die einen mehr, andere weniger. Ich meine, das die E3DC Hauskraftwerke mit am stärksten überdimensioniert betrieben werden können, aber jene kosten auch ein paar Euro mehr wegen der Speicher, und sind betriebswirtschaftlich wohl etwas anders zu rechnen.