PV im sonnenreichsten Ort Österreichs

  • Hallo Forum,


    ich möchte euch nun auch mal meine Anlage vorstellen:
    [IMG:https://www.solarweb.com/image…86-4ff6-b1cd-a820003daf59]


    Das Haus steht in Mariapfarr im Salzburger Lungau in Österreich,
    Südhang, unverbaubarer, unverschatteter Himmel von morgens bis abends, ca. 10 grad Abwichung von Süd nach SSO, Dachneigung 36° -> PV-GIS sagt ca. 1100 kWh/kWp


    Verbaut sind 12 Stk. Luxor LX-295M/156-60+ Black Module -> gesamt 3,54 kWp, alles in einer Reihe knapp unter First, damit ist eine Reinigung der Anlage und Schneeräumen kein Problem da auf der Nordseite bis zum First die Kaminkehrerleiter führt.


    Module hängen an einem Fronius Energie Package inkl. Notstromfähigkeit.
    Es ist der Symo Hybrid 3.0-3-S und dazu 4 Akkumodule -> 6 kWh
    Hier schon mal der Link zur Ertragsdatenbank: http://www.pv-log.com/photovoltaikanlage-mike-do-1


    Eigenverbrauchsoptimierung läuft über einen Raspberry der auch Temperaturlogging, Wärmepumpenauswertung und Stromverbrauchsaufzeichnung macht. Warmwasser und Heizungsanhebung erfolgt vollautomatisch bei erreichen von Akkustandsgrenzen. Weiters wird anhand von Ertragsprognosen der Akkustand automatisch möglichst hoch gehalten um eine möglichst lange Notstromreserve zu halten.


    Eigenverbrauch seit Inbetriebname der Anlage am 2.11.2017 dadurch 98,3% bei 410 kWh Ertrag.
    Minutengenaue Simulation von Mai bis Oktober 2017 zeigte 80% Eigenverbrauch in dem Zeitraum.
    Bin auf die realen Ganzjahresergebnise gespannt!

  • Gratuliere, eine sehr schöne Anlage die sicher viel Ertrag bringen wird.


    Für meinen Geschmack hätte die Anlage ruhig ein bischen größer sein dürfen, für den Akku bleibt um diese Jahreszeit nicht mehr viel übrig. Warum nicht mehr Module?


    410kWh seite dem 2.11.2017 sind 115,8 kWh/kWp. Meine kaum verschattete Südanlage hatte im selben Zeitraum 112,5 kWh/kWp, da passt also alles.


    Gerne kannst du auch noch Details zur Anlage posten: Welche Ertragsprognose verwendest du z.b.? Welche Wärmepumpe kommt zum Einsatz und wie erfolgt die Kommunikation?


    Schöne Grüße über den Hochgolling. :wink:

  • Anlagengröße ist ursprünglich begründet durch ein Pacht/Finanzierungsangebot, hätte ich ändern können, aber ich bleib bei den 12 Modulen und hab nur die Modulleistung erhöht. Dadurch ergibt sich die mMn. stimmige Optik.
    Ausserdem würde eine höhere PV-Leistung den Eigenverbrauch weiter senken da im Sommer noch mehr Ertrag ankommt. Und bei 3 ct Einspeisevergütung fand ich das Geld nicht ideal investiert. Aber kann ja immer noch erweitern...


    Akku bekommt schon immer wieder gut was ab, nur in den ersten Jännertagen hab ich aber das Schneeabräumen verpasst, da war dann schwerer gefrorener Schnee einige Tage sehr störend. (hatten ca. 40cm Neuschnee).


    Wie lange läuft deine Anlage schon? was bekommst als Jahressumme raus?

  • Ertragsprognose verwende ich https://forecast.solar/, wichtig ist für mich die automatische Auslesung durch den Raspi. Der wertet die json-Datei aus und bereitet mir die Ertragskurve auf.


    Wärmepumpe ist eine Bosch (Dimplex) SI6TU, ca. 1,3 kW elektrisch, 6-7 kW thermisch im Heizbertieb, Warmwasser ansteigende Stromausnahme bis knapp 2 kW, daran hängt (leider) ein Kombipufferspeicher und daran eine gut dimensionierte Fussbodenheizung (leider ohne Wandheizung im Bad). Als Quelle dienen 2 Tiefenbohrungen a 70m (da auch ein leider: Ringgrabenkollektor wär viel billiger gewesen).
    Der Raspi liest minütlich die XML-Schnittstelle der Wärmepumpe aus und loggt so alle wichtigen Werte mit und bereitet schöne Diagramme auf. Regeleingriffe auf die Wärmepumpe mittels html-Aufrufen (Warmwassersollwert) und über ein Relais auf die Smart-Grid-Kontakte.


    Wechselrichter wird über die Solar-API auch minütlich ausgelesen, Regeleingriffe auf den Akku über Modbus.


    Dazu dann noch ein paar Temperatursensoren in den Räumen und an einigen Rohren im Heizungsraum um ein paar mehr Werte auzugreifen.


    Fehlt noch der Stromverbrauch: da hab ich nach dem EVU-Zähler und der Notstrombox eine Aufsplittung auf 2 Anschlussschienen, eine für Wärmepumpe, eine für Haushalt, vor jeder der beiden ist ein 3-phasiger S0-Zähler mit 2000 imp/kWh (30Watt Auflösung bei minütlicher Auswertung). Und dann noch an 2 einphasigen Sicherungen je ein kleiner S0-Zähler fürs Aquarium (ca. 1000 kWh/a) und für den Bad-IR-Strahler (ca. 150-200 kWh/a)


    aja, dazu noch ein paar Relais damit ich Großverbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspühler, Badheizstrahler und Wärmepumpe im Notstromfall stromlos schalten kann, natürlich auch automatisch.


    Programmiert ist alles mit Python, alles selbst installiert und programmiert, also individuell anpassbar. Grafischer Ausgabe ist eine einfache HTML-Seite mit aktuellen Werten und eine Wochen/Monats/Jahresauswertung.
    Dazu kommt automatisches Logging an die Wärmepumpenverbrauchsdatenbank http://www.waermepumpen-verbra…verbrauchanl&showver=1607 und an PV-Log.

  • AZ im Heizbetrieb deutlich >5 / Warmwasser deutlich <4 aufgrund der unterschiedlichen Temperaturen.
    Also immer wenn keine heizung läuft und nur warmwasser gemacht wird fällt die arbeitszahl.
    Dazu kommt der standbyverbrauch der Steuerung und in der Übergangszeit der pumpenstrom der FBH-Pumpe in den längeren taktpausen der sich auf die AZ negativ auswirkt

  • Zitat von Mike_Do

    AZ im Heizbetrieb deutlich >5 / Warmwasser deutlich <4 aufgrund der unterschiedlichen Temperaturen.
    Also immer wenn keine heizung läuft und nur warmwasser gemacht wird fällt die arbeitszahl.
    Dazu kommt der standbyverbrauch der Steuerung und in der Übergangszeit der pumpenstrom der FBH-Pumpe in den längeren taktpausen der sich auf die AZ negativ auswirkt


    Alles klar, danke,


    Karl

  • Zitat von Mike_Do

    Anlagengröße ist ursprünglich begründet durch ein Pacht/Finanzierungsangebot, hätte ich ändern können, aber ich bleib bei den 12 Modulen und hab nur die Modulleistung erhöht. Dadurch ergibt sich die mMn. stimmige Optik.
    Ausserdem würde eine höhere PV-Leistung den Eigenverbrauch weiter senken da im Sommer noch mehr Ertrag ankommt. Und bei 3 ct Einspeisevergütung fand ich das Geld nicht ideal investiert. Aber kann ja immer noch erweitern...


    Akku bekommt schon immer wieder gut was ab, nur in den ersten Jännertagen hab ich aber das Schneeabräumen verpasst, da war dann schwerer gefrorener Schnee einige Tage sehr störend. (hatten ca. 40cm Neuschnee).


    Wie lange läuft deine Anlage schon? was bekommst als Jahressumme raus?


    Nun, lieber für den Überschuss bezaht bekommen als für die Akkuladung aus dem Netz bezahlen müssen und den teuren Akku nur leer herumstehen lassen. Trotz aller Hemmnisse macht PV bei uns in AT schon Spass, wenn es auch nicht wirtschaftlich ist. Ich habe nach meiner 5kWp Aufdach-Anlage noch eine kleine Anlage nach TOR D4 fast ohne Verschattung selbst aufgebaut, und plane schon die nächsten Erweiterungen da ich noch Dächer übrig habe. Ich denke dir wird es nach einer Zeit ähnlich gehen und du wirst die PV Aufstocken wollen, du hast ja genug Abnehmer im Haus für den produzierten Strom.


    Zu den jährlichen Zahlen meiner Anlagen (Inbn. 12/14 und 10/16):
    https://www.photovoltaikforum.…deckung-2017-t121444.html
    https://www.photovoltaikforum.…er-2017-t115999-s260.html


    Neben forecast.solar habe ich noch früher RENES zur Ertragsprognose benutzt, allerdings liegt forecast.solar für meinen Standort oft zu weit daneben, RENES ist da besser, hat aber das Problem das deren WU-Api-Key jeden Tag bald mal voll ist. Darum habe ich mir letztes Jahr basierend auf pysolar eine eigene Ertragsprognose gebastelt, das funktioniert bis jetzt am Besten.


    Was den Schnee betriftt muss ich ca. 20 bis 25 mal im Winter aufs Dach, sonst ist Funkstille bis ins Frühjahr. Die Erfahrung mit festgefrorenem Schnee hast du ja auch schon gemacht.