100 kWp Direktvermarktung ???

  • Hallo,


    ich plane eine 100 kWp Anlage zu bauen. Macht es wirklich Sinn bei dieser Größenordnung "Direktvermarktung zu machen".
    Ich habe verstanden, dass Direktvermarktung 0,4 Euro mehr Einspeisevergütung bringt. Beii 100 kWp und 1000 kWh/kWp sind das 400 Euro pro Jahr. Bei Next Kraftwerk, die ja immer wieder als Direktvermarkter genannt werden, kostet das 60 Euro im Monat oder 720 Euro im Jahr. Lohnt sich ja auf den ersten Blick nicht so, oder habe ich was vergessen / übersehen


    Vielen Dank

  • Hallo Harald,


    so wie ich das verstanden habe, ist zur Zeit bei Neuanlagen ab 100 kWp die Direktvermarktung verpflichtend.
    Den Aufschlag von 4€/MW gibt es bei diesen Anlagen auch nicht, im Gegenteil, muss die Direktvermarktung auch noch (von der erhaltenen Einspeisevergütung) bezahlt werden.
    Den Aufschlag gibt es bei Anlagen die bereits am Netz sind und freiwillig in die Direktvermarktung wechseln.

  • Ist schon klar, dass ab 100 kWp die Direktvermarktung verpflichtend ist.
    Ich könnte die Anlage ja auch mit 99 kWp bauen. Dann kann ich ja wählen ob Direktvermarktung oder nicht (oder ich baue halt noch ein paar Module dazu und komme auf 101, dann muss ich sowieso).


    Oder ist einfach Next Kraftwerk mit 60 Euro pro Monat sehr teuer und damit eher für viel größer Anlagen geeignet. (Bei 85 Euro pro Monat für 500 kWp sieht die Rechnung natürlich schon besser aus.


    Kann man EnbW z.B. auch für eine Anlage in Brandenburg verwenden oder ist man da Regional eingeschränkt.
    Kommt man letztendlich zu der Frage, welcher Direktvermarkter ist denn für Anlagen um die 100 kWp der "Beste".

  • Zitat von RegstrFL


    Den Aufschlag von 4€/MW gibt es bei diesen Anlagen auch nicht,


    4€/MW stehen auch nirgends.

    Zitat


    Den Aufschlag gibt es bei Anlagen die bereits am Netz sind und freiwillig in die Direktvermarktung wechseln.


    Für die auch, sofern sie nach dem 1.8.2014 ans Netz gegangen sind, vorher gab es das noch nicht.


    Ganz falsch ist deine Aussage aber auch nicht, es gibt nämlich keinen Aufschlag, sondern alle die bei PV feste Einspeisevergütung in Anspruch nehmen erhalten 0,4ct/kWh weniger als der anzulegende Wert wäre.

  • Zitat von RegstrFL

    ..so wie ich das verstanden habe, ist zur Zeit bei Neuanlagen ab 100 kWp die Direktvermarktung verpflichtend.
    Den Aufschlag von 4€/MW gibt es bei diesen Anlagen auch nicht, im Gegenteil, muss die Direktvermarktung auch noch (von der erhaltenen Einspeisevergütung) bezahlt werden.


    Woher hast du denn diese Information?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Wenn ich es richtig verstehe, bekomme ich für eine Anlage <100 kwP OHNE Direktvermarktung gemäß aktuellen Vergütungssätzen:


    Bis 10 kwP : 12,20 ct
    Bis 40 kwP : 11,87 ct
    Bis 100 kwP : 11,01 ct


    Folglich für eine Anlage mit 99,9kwP = (0,1 x 12,2ct) + (0,3 x 11,87ct) + (0,6 x 10,61ct) = 11,147 ct/kwP.
    Für eine Anlage mit 100kwP Direktvermarktung also folglich: 11,547 ct /kwP


    Liege ich mit dieser Rechnung richtig?

  • Jein, es wird auf zwei Nachkommastellen gerundet.
    Den anzulegenden Wert von 11,55ct/kWh bekommt man nicht direkt sondern man bekommt vom Direktvermarkter den Erlös aus dem Verkauf plus die Differenz aus anzulegendem Wert und veröffentlichtem Marktwert. Das kann im Prinzip mehr oder weniger als der anzulegende Wert sein, normal wird der anzulegende Wert aber bezahlt. Aber nochmal, es gibt keinen Zuschlag für Direktvermarktung sondern einen Abschlag, wenn man feste Einspeisevergütung will. Das hat RegstrFL vielleicht etwas ungeschickt geschrieben.
    Macht man keine Direktvermarktung, obwohl man muß, gibt es auch Abschläge, glaube 20% bis drei Monate im Kalenderjahr. Das ist für den Fall gedacht, daß der Direktvermarkter ausfällt oder man am Anfang vieleicht die nötige Technik nicht hat.
    Davon muß man dann natürlich noch die Kosten der Direktvermarktung zahlen.


    @TS: es ist fast immer ungeschickt eine Grenze im EEG knapp zu reißen, weil das finanziell meist ungünstig ist.

  • die dazugehörigen informationen können einfach im Internet gefunden werden.


    @ alterego
    4€/MWh = 0,4ct/kWh...
    EEG 2012 § 33 Bezieht sich auf Bestandsanlagen.


    EEG 2014 § 38:
    Bei denen die die feste Einspeisevergütung wählen ist der Anzulegende Wert um 20% zu reduzieren.


    Die Gefürderte Direktvermarktung: Hier wird der Wert der gesicherten Einspeisevergütung aus der Marktprämie und aus dem Marktwert erreicht, hier muss dann noch das Direktvermarkterentgelt abgezogen werden. (EEG 2014 §34-36)


    @ Bento:
    anhand der zwei Grafiken hier, finde ich es schön verständlich:


    https://www.statkraftdirektver…egulierung-EEG-REMIT/eeg/

  • Zitat von RegstrFL

    @ Bento:
    anhand der zwei Grafiken hier, finde ich es schön verständlich:


    https://www.statkraftdirektver…egulierung-EEG-REMIT/eeg/


    Und wo steht in den Graphiken, dass der anzulegende Wert nicht für Neuanlagen ab 100 kWp gilt?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)