PV Anlage mit großem Speicher sinnvoll?

  • Hallo,


    ist eine PV Anlage ca. 15 KWp (derzeit in Planung) mit einem Blei-Akku Speicher zum Eigenverbrauch im Bereich 50-80 KWh sinnvoll?


    Ich habe mal so hin- und hergerechnet, bin mir aber nicht so ganz sicher, aber bei 10 Jahren Laufzeit für die Akkus komme ich auf etwa 4,6ct pro KWh aus dem Speicher.
    Rechnung 16 Akkus a 280Ah kosten etwa 4500 EUR. Nutzbare Kapazität ist 27 KWh (bei 50% Entladung), damit Speicherkapazität 9855 KWh pro Jahr. Auf 10 Jahre 4,6ct pro KWh, also wenn man nach 10 Jahren tatsächlich die Akkus erneuern müsste. Meinetwegen auch noch Wandlerverluste, Ladeverluste usw., ist aber nach dieser Rechnung immer noch günstiger als die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Bezugspreis. Wenn am Tag weniger als 27 KWh abgerufen werden aus dem Speicher, dann steigt damit die Lebensdauer der Batterien (geringere Zyklenzahl pro Jahr).


    Wenn man Richtung 32 Akkus gehen würde wäre das günstig für die Akkus da die Ströme bei Ladung und Entladung kleiner werden und damit auch die Sulfatierung abnimmt / Lebensdauer zunimmt. Außerdem hätte man dann 54 KWh Speicher.


    Auch mein Interesse am Thema ist, dass ich vermutlich in den kommenden Jahren ein Elektroauto kaufen werde, dass dann nachts aus dem Speicher (tags natürlich direkt aus der PV) geladen werden könnte. Das funktioniert aber mit typischen kleinen Speichern mit ca. 10 KWh eben nicht.


    Bitte um Ratschläge und Hinweise, bin ein Neuling was das Thema angeht.
    Und wirklich bitte, bin nur an Blei-Lösungen interessiert, keine Lithium-Ionen oder Lithium-Eisenphosphat, möchte ich nicht wegen der hohen Investitionskosten und der anstehenden Preisreduktionen in dem Bereich. Außerdem denke ich, dass sich bin in 10 Jahren im Bereich Batterietechnologie noch einiges tun wird.


    Vielen Dank und Grüße,


    Martin

  • Zitat von mb2017


    Ich habe mal so hin- und hergerechnet, bin mir aber nicht so ganz sicher, aber bei 10 Jahren Laufzeit für die Akkus komme ich auf etwa 4,6ct pro KWh aus dem Speicher.
    Rechnung 16 Akkus a 280Ah kosten etwa 4500 EUR. Nutzbare Kapazität ist 27 KWh (bei 50% Entladung), damit Speicherkapazität 9855 KWh pro Jahr. Auf 10 Jahre 4,6ct pro KWh, also wenn man nach 10 Jahren tatsächlich die Akkus erneuern müsste.


    Kannst du mir eine Bezugsquelle für deine Akkus nennen - 1120Ah/48V mit 3650 Entladungen bei DOD 50% für 4500 EUR?
    Die will ich auch haben... :mrgreen:


    Ich lege schonmal Chips bereit - das wird noch lustig hier :lol:

  • Hi Martin,


    Zitat von mb2017

    Rechnung 16 Akkus a 280Ah kosten etwa 4500 EUR. Nutzbare Kapazität ist 27 KWh (bei 50% Entladung), damit Speicherkapazität 9855 KWh pro Jahr.


    Du planst allen Ernstes mit 365 Vollzyklen pro Jahr? Wieviel PV willst Du denn bauen? Ein Megawattp oder eher mehr?
    Oder ist das nur `ne Milchmädchenrechnung?

  • Oha,
    365 mal 27kWh jede Nacht zu verbrauchen ist schon sportlich.
    365 mal 27kWh täglich in den Speicher zu Pumpen (ohne Verluste) ist schon Leistungssport
    365 mal 27kWh aus 15kWp zu holen ist olympisch (Motto: Dabei sein ist alles) :mrgreen:


    Kurzum, zwischen Theorie und Praxis....

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Zitat von mb2017

    Hallo,


    ist eine PV Anlage ca. 15 KWp (derzeit in Planung) mit einem Blei-Akku Speicher zum Eigenverbrauch im Bereich 50-80 KWh sinnvoll?


    Zugegeben, ich bin mittlerweile zertifizierter Speichergegner => https://www.photovoltaikforum.…wtopic.php?f=137&t=120329 aber


    Zitat von mb2017


    Ich habe mal so hin- und hergerechnet, bin mir aber nicht so ganz sicher, aber bei 10 Jahren Laufzeit für die Akkus komme ich auf etwa 4,6ct pro KWh aus dem Speicher.
    Rechnung 16 Akkus a 280Ah kosten etwa 4500 EUR. Nutzbare Kapazität ist 27 KWh (bei 50% Entladung), damit Speicherkapazität 9855 KWh pro Jahr.


    Lustig, Du rechnest tatsächlich 27 Kwh * 365 Tage um auf die 9855 zu kommen. Dir ist aber schon klar, daß die Sonne jetzt schon nichts mehr bringt, oder? Und 27 Kwh am Tag verballern ist auch keine Kleinigkeit, auch wenn das mit einem E-Auto schon anders aussieht. Max. schafft Du 100-150 Zyklen...


    Wieviele Zyklen tatsächlich realistisch sind, können Dir aber andere genauer sagen.


    Zitat von mb2017


    Auf 10 Jahre 4,6ct pro KWh, also wenn man nach 10 Jahren tatsächlich die Akkus erneuern müsste. Meinetwegen auch noch Wandlerverluste, Ladeverluste usw., ist aber nach dieser Rechnung immer noch günstiger als die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Bezugspreis.


    Ja, nach der Rechnung vielleicht. Die kannst Du aber - Bauchgefühl - locker verdoppeln. Separater Batterieraum, Technik etc. kommen ja auch noch dazu, Zweifel an den Bezugskosten hat Seevetaler ja schon angemeldet. Die PV gehört natürlich auch in die Gesamtkalkulation.


    Dazu musst Du aber auch mindestens 12 ct Einspeisevergütung, die Du sonst bekommen würdest, zurechnen. Dann bist aber schon ziemlich nah an den normalen Bezugskosten.


    Wass soll's denn werden? Einspeiseanlage? Insel? Förderung? Soll das ein Hobby werden?


    Meine Empfehlung wäre, sich erstmal hier durch das Forum zu wühlen und zwar am besten die nächsten Wochen und dann das Projekt neu zu bewerten. Es gibt diverse Beispiele, wie man so etwas berechnen und bewerten kann und das Thema ist natürlich auch schon sehr kontrovers diskutiert worden. Mit der PV an sich kann man im Prinzip nichts falsch machen, aber bei der Kombi PV & Speicher solltest Du schon die ganz spitze Feder ansetzen.

  • Zitat von mb2017


    Und wirklich bitte, bin nur an Blei-Lösungen interessiert, keine ... Lithium-Eisenphosphat,


    Jo Mensch, dann mach mal hinne!
    Wie ich zu sagen pflege: die Erlääuchtung kommt mit der Erfahrradlung
    :mrgreen:


    Ähh, willkommen und ja doch, es gibt auch in diesem Forum eine Suchfunktion

    LiFePO ist anders.

    Einmal editiert, zuletzt von photoenchen4me ()

  • Zitat von Seevetaler


    Zum Beispiel hier:


    http://www.atn-batterien.de/batterien.htm


    Falls es interessiert ein Beispiel, wie sowas aussieht:


    http://www.eb-systeme.de/?page_id=2351


    Viele Grüße Dietmar

    Anlage 1 : 7.85 kwp SW 55° DN45°

    Anlage 2 : 4.4kwp SW 55° DN45° und 5.4kwp NO -125° DN45° (gesamt 9.76 kwp)

    Senec-G2+ 8kwh netto (Blei) 6 J alt + 2kwh "Grundlastakku" 3Stck. Qbatteries 8DC-170 >3J alt

    12V 55Ah AGM "Inselchen" für Gartenhaus, Victron 350W WR, 2x50W Panel poly

    12V 28Ah Panasonic AGM für Sabo Rasenmäher

    12V 7Ah Panasonic AGM für Bilgepumpe

  • Hallo Dietmar,


    super, sehr interessant. An solche Batterien habe ich auch schon gedacht, C5 aus dem Traktionsbereich ist spannend.


    Viele Grüße,


    Martin

  • Hallo,


    danke schon mal für die sehr informativen Antworten!


    Klar, meine Rechnung ist worst und best case gleichzeitig. Mir ging es eben um eine monetäre Bewertung eines großen PV Speichers. 27 KWh pro Tag mit Haus, Wärmepumpe (Warmwasser, Heizung), und Elektroauto(s) ist nicht unrealistisch. Die Annahme, dass das nur nachts passiert ist natürlich worst case.


    Seevetaler hat völlig recht, meine Annahmen basieren tatsächlich auf 50% DOD Zyklen und das jeden Tag. Da sind normale Blei-Akkus in 2 Jahren vermutlich hin (nehmen wir 600 Zyklen 50% DOD an). Damit sind die Speicherkosten in diesem worst case 22,8ct, würde also keinen Sinn machen wegen verlorener Einspeisungsvergütung.


    Hat denn jemand Erfahrungswerte mit großen Bleispeichern mit realistischeren Annahmen? (Forum habe ich schon durchgeschaut aber so direkt nichts gefunden).


    Gleiche Rechnung nun für LiFePo
    16 Winston LiFePo Zellen 3,2V 1000Ah macht 48 KWh Kapazität, Kosten 22400 EUR. Die Winston hat 3000 Zyklen 80% DOD bzw. 5000 Zyklen 70% DOD. Dann müsste man wohl ungefähr 14 Jahre bei 70% anschauen.
    70% sind 33,6 KWh, bei 14 Jahren 22400 EUR / (14 * 365 * 33,6 KWh) = 13ct pro KWh Speicher. Natürlich worst case, vermutlich wird in der Praxis der Speicher nicht immer vollständig entladen, so dass man ggf. noch längere Lebensdauer erwarten könnte.


    So, und nun? 13ct pro KWh Speicher ist im Moment auch nicht rentabel.


    Machen dann Speicher überhaupt derzeit Sinn? Wie ist die Prognose für die kommenden Jahre?
    Soll man lieber noch warten bis LiFePo billiger wird oder andere Batterietechnologien verfügbar werden?


    Danke nochmals und viele Grüße,


    Martin

  • Hi,


    Zitat von mb2017

    (Forum habe ich schon durchgeschaut aber so direkt nichts gefunden).


    da hast Du aber mehr wie oberflächlich geschaut . . . :-?



    Zitat von mb2017

    Machen dann Speicher überhaupt derzeit Sinn?


    Du meinst finanziell? Pruuust . . . :lol:


    Nee, mal im Ernst: Es mag einige wenige Speicher geben, die innerhalb von 20 Jahren vielleicht und wenn nix dazwischenkommt möglicherweise und eventuell eine schwarze Null schreiben. Die kannst Du aber mit der Lupe suchen.


    Dann gibt`s sicher immer einige DIY-Projekte mit Schnäppchenteilen, das kann evtl. auch passen, wenn man die eigene Zeit nicht rechnet. Ist aber ganz überwiegend LiIon-Technik.
    Die Bleispeicher sind ganz überwiegend was für echte Männ . . . äh Masochisten, einige wenige positive Ausnahmen bestätigen diese Regel.