Einspeisen aus Akku ?

  • Hallo,
    ich bin noch recht neu beim Thema Solarstrom und auch hier im Forum.
    Meine Idee, die ich gerne validieren möchte ist derzeit noch etwas nebulös am Horizont. Eine Umsetzung ist eher mittelfristig zu sehen.


    Dachflächen hätte ich bis zu 300qm (Süden) im Angebot. Platz für Batteriespeicher ist auch reichlichst in Nebengebäuden vorhanden. Deswegen ist meine Idee, mit Solarzellen direkt einzuspeisen und/oder einen Akku zu laden, der dann selbst wiederrum zu günstigen(sprich teuren) Zeiten in das Netz einspeisen könnte.Wenn ich von Akkus rede, ist mir klar dass 5-10kwh Akkus dafür nicht reichen und wohl auch Lithium Akkus dafür eine zu teure Technik sind. Ich denke dabei eher an Redoxflow Akkus von Jena Batteries, die wohl nächstes Jahr kommen (kleinste Variante hat dann 40kwh).
    Mit dieser Konfiguration hätte ich mein eigenes "Kraftwerk". Eigenverbrauch im Zwei familienhaus kommt noch on top.


    Eingespeister Strom mit EEG liegt bei irgendwas um die 12ct ? Ohne EEG Einlage gibts wieviel ? Was kostet der kurzfristig gehandelte Strom an der Börse so? Gibts es da historische Daten ?
    Kann man das ohne externen Anbieter machen der einem beim Stromverkauf unterstützt ? Gibt es da schon Anbieter die das so machen? Gibt es die entsprechenden Steuerungen um so ein Szenario zu unterstützen ?
    Wie gefällt euch diese Idee grundsätzlich?

  • Zitat von DonCarlos

    Ohne EEG Einlage gibts wieviel ? Was kostet der kurzfristig gehandelte Strom an der Börse so? Gibts es da historische Daten ?


    Siehe z.B. https://www.smard.de/ oder direkt bei der Börse http://www.eex.com/ Gestern hatten wir in der Spitze für kurze Zeit etwas über 100€/MWh also 10ct/kWh und das war seit Monaten der höchste Preis, den ich gesehen habe. Typisch bewegen wir uns zwischen 25 und 50€/MWh. Sprich - vergiß es.

    Zitat


    Kann man das ohne externen Anbieter machen der einem beim Stromverkauf unterstützt ?


    Eher nicht.
    Was sich eher rechnen könnte, ist am Regelleistungsmarkt teilzunehmen, da gab/gibt es einige Ansätze. Die wollen aber vorangig Speicher verkaufen, geht als meist nur mit dem Speicher eines Anbieters. Dazu gab es auch mal eine Serie im (inzwischen eingestellten) PV Magazin https://www.photovoltaikforum.com/magazin/.

  • Zitat von DonCarlos


    Wie gefällt euch diese Idee grundsätzlich?


    Denke mal das kommt irgendwann.
    Jetzt lohnt sich das noch nicht.


    Gibt sowas im umgekehrten Sinne z.B. bei Senec - Deutsche Energieversorgung GmbH.
    Aber die sind wohl eher noch in der Findungsphase und mit ihren eigenen Geräten.
    Einspeisen tuen sie (noch) nicht


    Um es lohnend zu machen wird dann halt bei Bedarf da Energie abgefordert und dafür wird es dann auch mehr geben als nach jetzigen EEG.
    Z.B. spricht für sowas die Meldepflicht von netzgekoppelten Speichern bei der BNetzA welche jetzt kommt.
    Denn Einspeisen aus Akkus macht ohne bedarfsgerechte Bezahlung nun mal keinen Sinn

  • Zitat von photoenchen4me


    Das ist glaub ich eine etwas negative Sicht. Mittelfristig werden die Kohlekraftwerke weniger werden und dann muss auch der Solarstrom von Mittags in den Abend/Nacht hinein reichen.


    Das Angebot der Firma Caterva hört sich für mich ganz gut an. Das ist nicht exakt das was ich suche, aber schon mal nah dran. Was mich an sowas nur stört ist, dass ich 20 Jahre an die gleiche Firma gebunden bin. Wenn die morgen insolvent ist, wird sich deren Hardware (Speicher und Steuerung) nie mehr selber amortisieren - mit Glück lässt sich der Speicher auch ohne Firma dann noch betreiben.


    Am liebsten wäre mir also, wenn es zwischen Speicher und Einspeisung eine allgemeine Schnittstelle gäbe, mit der sich ab morgen schon ein anderer Dienstleister ankoppeln liese. Dann such ich mir den Akku der mir gefällt und wähle einen Dienstleister. Vielleicht denk ich hier auch zu sehr in Software ...

  • Moin DonCarlos und willkommen im Forum.


    Setz´ doch mal für einen Augenblick die rosarote Brille ab. Fangen wir mit der Börse an; die Spielregeln wurden hier so gemacht, dass ein Großteil der elektrischen Energie direkt verkauft wird (also nicht über die Börse geht) und Schwankungen im Angebot der EE möglichst auf den Börsenpreis durchschlagen. Man liegt wohl nicht völlig falsch, wenn man vermutet, dass hiermit die EE diskreditiert werden sollen/sollten. Die wilden Preis-Schwankungen sind also nicht naturgegeben, sondern so beabsichtigt und könnten auch genauso schnell wieder entfallen.


    Zudem wird auch fast immer ´vergessen´, dass die Speicherung nicht umsonst zu haben ist. Nach aktuellem Stand der Technik ist die Speicherung in Bleiklötzen die wirtschaftlichste Lösung. Eine kWh zu speichert und wieder zu entnahmen kostet hier rund 15 Cent. Der zur Verfügung gestellte Preishub an der Börse muss also höher sein, aber dann hat man noch immer nichts verdient! Da nicht nur die Verkäufer von Speicherlösungen auf diese Differenz scharf sind, arbeiten schon viele daran, den Preis einzuebnen; falls du da Zweifel hast, dann sehe dir mal die Börsenkurse der letzten paar Monate an. Behalte hierbei im Hinterkopf, dass bei zu geringem Preishubkeine Energie eingelagert wird, also nichts verdient wird, der Speicher also nichts mach, außer Zinskosten zu produzieren.


    Und dann muss man sich die Vertragsgestaltung der ´Speicherverwalter´ mal ansehen. Der Kunde kauft den Speicher, also hat der Verkäufer überhaupt kein Interesse daran, preisgünstige Speicher anzuschaffen. Da der Speicher nur mit dem System des Verkäufers einwandfrei funktioniert, hat der Verkäufer einen sehr langen Hebel. Wenn man die Speicherlösung nicht mehr will (etwa, weil man doch mal nachgerechnet hat) dann steht man vor dem Totalverlust des Speichers. Der Verkäufer optimiert seinen Gewinn dadurch, dass der Kunde doch noch vor einem Ende mit Schrecken zurück schreckt.


    Und dann wäre da noch die Gewinnaufteilung. Wenn alles gut läuft, dann nimmt ich der Verkäufer 90% der generierten Gewinne und der Kunde bekommt 10%. Läuft es es normal (Preishub ist nicht groß genug), dann übernimmt der Kunde die gesamten Kosten und der Verkäufer hält sich vornehm zurück.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von DonCarlos


    Das ist glaub ich eine etwas negative Sicht.


    Nöö,
    Es ist eine realistische Sicht aus Praxiserfahrung!
    Siehe unten:


    Zitat von jdhenning


    Setz´ doch mal für einen Augenblick die rosarote Brille ab...


    ... und kauf dir einen Matador PV Kasten.


    Wennst damit dann schwarze Zahlen schreibst - dann red mer wieder drüber.
    Nix für ungut!
    :wink:

    LiFePO ist anders.

  • Ja, DonCarlos, das ist eine sehr gute Idee. Nur gibt's da Konzerne, die hatten die auch schon, die nicht nur einen Keller mit Akkus vollstellen wollen, sondern eine Turnhalle. Das lohnt sich grade eben so.
    Finde 100 000 Gleichgesinnte, die Ihre PV-Ernte den ganzen Tag speichern wollen, um sie dann Mittags zur Spitzenlastzeit für 1,x €/kWhzu verkaufen. Das würde sich lohnen. Aber so klein klein, darfst Du dem Bonzen gern die Zahnbürste aufladen. :) Dafür regt der keinen kleinen Finger.


    Freundliche Grüße
    pvx