Laufzeitanalyse PV-Anlage

  • Hallo Leute,


    im Rahmen einer Recherche für mein Masterstudium beschäftige ich mich mit der Zukunft von PV-Anlagen, die ab dem 01.01.2021 aus der EEG Vergütung fallen. Ich weiß, dass es bereits einige Themen dazu gab im Forum, konnte jedoch nichts aktuelles finden, verzeiht, wenn ich da etwas übersehen habe. Da das Thema mMn jedoch auch aufgrund neuer Geschäftsmodelle von Stadtwerken und der Novellierung des EEG bezüglich Mieterstrommodellen etc. ganz interessant werden könnte, würde mich interessieren, was hier im Forum die Meinung von entsprechenden Fachleuten ist.


    Schwerpunkte meiner Recherche wären u.a.:
    1. Wie lange kann ich meine PV-Anlage noch weiterbetrieben?
    3. Gibt es Schnelltests zur Funktionstüchtigkeit? (Thermografie etc.)
    4. Welche Kosten fallen i.d.R. für den Weiterbetrieb an? (Versicherung, Wartung, Reparaturen etc)
    5. Gibt es Erfahrungswerte über mittlere Weiternutzungsdauern? (Fraunhofer ISE rechnet hier z.B. pauschal mit ca. 20-30 Jahren)


    Ich freue mich über jede Antwort!


    VG
    Marcel

  • Siehe: https://www.photovoltaikforum.…69/repowering-t90181.html


    Ich werde die kürzlich demontierten 30 J Module auf meinem Carport noch weiterköcheln lassen.
    Unterhalt erwarte ich keinen.
    Doch mit der KEV bis 2034 werden damit noch einige hundert Franken erwirtschaftet.
    Danach kann man die Platten immer noch ausschlachten, das Alu verkaufen und das Glas schreddern...
    einstein0

    35 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW. 5 kW USV mit Hybrid-WR und 10 kWh Li.

  • einstein0 bezieht sich auf die Schweiz


    Die älteren Threds hier sind wohl alle noch aktuell, es gibt jedenfalls noch keine rechtliche Regelung was nach den 20 Jahren passiert. Ich habe das aktuelle EEG mal durchforstet, dort steht zwar, daß der VNB den Strom (wie jeden anderen EE-Strom vorrangig) abnehmen muß, aber nirgends, daß er auch irgendetwas bezahlen muß. Wenn die Intelligenten Meßsysteme bis dahin so weit sind, sollte man kostengünstig direkt vermarkten können. Ich überlasse es dir herauszufinden, ob da schon Anbieter drüber nachdenken auch für kleine Anlagen preiswerte Pakete zu schnüren. Ohne Direktverbruach vor Ort dürfte es aber schwer werden die Anlage gewinnbringend zu betreiben, spätestens wenn es erste Ausfälle bei der Hardware gibt.


    Die ersten haben immerhin noch die Option sich mit einer neuen ANlage nochmal 20 Jahre EEG zu sichern, so die anstehende Regierungsbildung da nichts anderes ergibt.

  • Zitat von alterego

    einstein0 bezieht sich auf die Schweiz


    Ja, hierzulande schert sich niemand darum, ob man fabrikneue, oder uralte Platten installiert und dafür wieder Fördergelder kassiert.
    Bloss der erzeugte Solarstrom ist scheinbar nichts mehr wert. Darum installiert niemand mehr neue PV-Anlagen.
    Wenn die KEV mal abgelaufen und die Anlagen amortisiert sind, lässt man einfach den Volleinspeiser-Zähler
    den Gesamthaushalt messen und alle übrigen deinstallieren. :idea:
    Dieses Vorgehen nennt sich dann schlicht Überschusseinspeisung. :wink:
    :ironie: Damit fürs Repowering mit effizienteren Modulen nicht wieder ein aufwändiges Gerüst gestellt werden muss,
    installiert man diese halt dann nachts. :oops:
    einstein0

    35 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW. 5 kW USV mit Hybrid-WR und 10 kWh Li.

  • Willkommen hier im Forum!



    Ich will mal diese Fragen spezifischer beantworten als meine "Vorschreiber" hier.


    1. Bis die Wirtschaftlichkeitsgrenze erreicht ist. Kosten größer als der Ertrag. Wenn der Pachtvertrag zur Dachnutztung nicht mehr verlängert wird. Auch können eine Dacherneuerung oder Dämmmaßnahmen zum Ende des Betriebes einer bestehenden Anlage führen.


    2. entfällt, da keine Frage :D


    3. Wenn Loggerdaten der letzten Jahre vorhanden sind, so läßt sich Degradation (hier Ertragsminderung) über die nächsten Jahre abschätzen. Auch die Daten des Einspeisezählers der letzten 5-10 Jahre vorher geben eine gute Ausgangsbasis zur Vorhersage des künftigen Ertrages. Einer Thermografie bedarf es nicht. Eine Sichtkontrolle der Anlage einschl. der Solarglasoberfläche (Verschmutzung, Sprünge, Delaminierung) und einzelner Zellen (Busbars) sollte ausreichen.


    4. Folgekosten PV-Versicherung ca. €70/10kWp, Einspeisezähler/Smartmeter €10-100/a, aller 5-10 Jahre einen neuen Wechselrichter ca. €2000/10kW, Wartung allg. (neuen Datenlogger, ...) ca. €100/a


    5. Module die es bis zum 20. Jahr durchgehalten haben, dürften auch 20-30 Jahre halten, sehr Gute darüber hinaus.


    Damit ist die halbe Masterarbeit erstellt :ironie:

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest