Lange Kabelentfernung AC oder DC

  • Guten Tag liebe Freunde der Photovoltaik,


    mein Anliegen ist folgendes:
    Mir liegt die Planung einer Großanlage (>500kWp) vor, bei dem auf 3 unterschiedlichen Standorten die vielen kleineren Wechselrichter relativ modulnah angebracht worden sind. Die Kabelleitungen wurden AC- seitig auf Leitungen(4x240) zusammengefasst und überwinden Distanzen von Smin>60m bis Smax > 1100m, je nach Standort und Entfernung bis zur Trafostation.


    Es ergibt doch sicherlich mehr Sinn DC seitig die Stringkabel über die gesamte Länge zusammen zu fassen und die Wechselrichter nah an der Trafostation zu installieren?


    Weil:
    - weniger Leitungsverluste
    - billigeres Kabel (weniger Adern)
    - Einsatz von wenigeren, aber dafür leistungsstärkeren WR --> Kostenersparnis


    Das einzige Problem sehe ich in der Überwachung der Module.


    Was ist eure Meinung dazu?


    Mit freundlichen Grüßen
    Christian123

  • Hinter der Planung steckt ja ein Angebot.
    Vielleicht stellst Du dieses hier im Angebotsforum mal ein bzw. erläuterst es in diesem Thema etwas ausführlicher.


    Ausrichtung der Flächen, Module, Anzahl Module, welche WR und wieviele, Verstringung, Preis, usw.


    Aus den von Dir genannten Punkten macht eine längere DC Seite mehr Sinn.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasonic Aquarea Monoblock 5KW

    Verkaufe: SMA SunnyHomeManager 1.0 Bluetooth mit D0-Auslesekopf für SHM1.0


    Parke nicht auf unseren Wegen, www.weg.li macht es möglich.

  • Willkommen hier im Forum!


    Bleibe bei AC, da hast Du mehr Komponentenauswahl am Markt und einen besseren Preis.


    Und außerdem:
    - Stringspannungen sind hier höher als 400V AC und die Erdkabel bedürfen einer höheren Isolationspannungsfestigkeit
    - Parallelschalten von Strings bringen Verluste durch die gegenseitige Beeinflussung (gleiche Stringspannung)
    - Parallelschalten von Strings ist durch den Rückstrom der Module nur begrenzt möglich (~3) ohne Absicherung

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest


  • Die geringsten Leitungsverluste hast nur dann, wenn das Verhältnis von Strom und Leiterquerschnitt entsprechend ist.
    Im Prinzip gehts darum, ob die DC Seite oder AC Seite die höhere Spannung führt - hängt also wesentlich von der Verstringung ab.
    Was ja im übrigen der technische Hintergrund ist, warum überall Hochspannungsleitungen die Landschaft verschandeln.
    :wink:


    Kabelpreis ist vom Kupferanteil her fast egal ob mehr oder weniger Adern, aber eine höhere Spannungsfestigkeit bei DC kann preislich zuschlagen - müsstest dir im Detail durchrechnen.


    Mehrere, dafür kleinere WR können zwar in der Anschaffung mehr kosten, haben aber auch den Vorteil dass, im Fall der Fälle, nicht alles auf einmal ausfällt.


    Wird sich insgesamt wahrscheinlich nicht gross hupfen.

    LiFePO ist anders.

  • Kurz und knapp:
    Es ist eine Philosophiefrage. Hat beides Vor- und Nachteile


    Vorteile Zentralwechselrichter: Nur ein Gerät
    Nachteil: Nur ein Gerät (Komplettausfall des Systems, lange Austauschzeiten bei Defekt,...)


    Vorteil Zentralwechselrichter: längere DC-Wege bei höherer Spannung -> weniger Leitungsverluste
    Nachteil: dickere Kabel, Kupfer statt Alu, kein Abschalten in Modulnähe


    Gibt noch viele andere Punkte: Aufstellung, Kosten, Feldaufteilung durch Kleininvestoren,...


    Es gibt mittlerweile genügend Freiflächen mit hunderten Stringwechselrichtern oder eben wenigen Zentralwechselrichtern.

  • Solarteur, >500 kWp und solche Fragen.... ???

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Zentralwechselrichter macht keinen Sinn. Bei einem Iso Fehler im Modulfeld fällt die komplette Anlage aus.
    Leitungsverluste sind immer lastabhängig.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Bei diesen Entfernungen werden die Strings in GAK's zusammengefasst, um dann ebenfalls mit 240mm² bis zum Wechselrichter geführt zu werden.(Beim Einsatz eines ZentralWR) Und i.d.R wird mit einer Systemauslegung von 1000V DC gearbeitet. Und bei einer Anlage unter 1MW würde mich mir die Systemauslegung mit einem Zentralwechselrichter gut überlegen.


    Da ich davon ausgehe, das eine solche Anlage auch durch ein professionelles Planungbüro geplant wird, sollte man sich doch als allererstes dort über die Randbedingungen der Systemauslegung informieren. Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen lässt es sich hier wesentlich einfacher diskutieren.

    Gruß
    Dietmar
    6.562788746032766 50.11369735926596
    4,7 KWp mit Eigenverbrauch 2,35 KWp mit Eigenverbrauch
    "Mein grosses Kind" Solarpark 9000KWp
    http://www.langner.team