Erweiterung einer bestehenden Anlage

  • Hallo zusammen,


    wir haben im September 2010 eine 8,1 kWp-Anlage in Betrieb genommen. Der Ertrag wird bislang voll eingespeist.
    Es sind insgesamt 36 Schott Solar 225P Module (16 Südwest + 20 Nordost) welche mit vier Strings an zwei Power One PVI-3.0 angeschlossen sind. Die Anlage läuft seit der Inbetriebnahme völlig problemlos und bringt gute Erträge.


    Da wir im Jahr 2014 einen Anbau an das bestehende Gebäude errichtet haben steht uns aktuell eine zusätzliche Dachfläche von ca. 3 x 5,5 m zur Verfügung. Die Dachneigung beträgt 4° mit Südwestausrichtung. Das Pultdach ist mit einem Trapezblech aus Edelstahl eingedeckt.
    Des Weiteren steht auf dem Carport noch eine Dachfläche von ca. 3 x 3 m zur Verfügung. Die Dachneigung beträgt ca. 25° mit Nordostausrichtung. Sonne nur am frühen Morgen, dann Verschattung durch das Nachbarhaus.
    Ferner ist auf der Pergola noch eine Fläche von ca. 3 x 5 m vorhanden. Dachneigung wie beim Carport ca. 25° mit Ausrichtung nach Nordosten. Hier Sonne ab dem späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Vorher Verschattung durch das Nachbarhaus.
    Zusätzlich würde sich noch die Belegung einer Fertiggarage mit Flachdach anbieten. Nutzbare Dachfläche ca. 3 x 5,5 m. Ausrichtung fast nach Süden mit leichter Tendenz in Richtung Westen. Keine Verschattung.


    Gedacht ist primär, die zusätzlichen Flächen für den Eigenverbrauch zu nutzen.


    Nun zu meinen Fragen:
    1. Lohnt sich die Belegung der genannten Flächen grundsätzlich?
    2. Welche Flächen können / sollen eurer Meinung nach wie belegt werden?
    3. Kann etwas von den Flächen (evtl. Carport und Pergola) in die bereits bestehende Anlage integriert werden?
    4. Ist die Nutzung der zusätzlichen Flächen für den Eigenverbrauch sinnvoll?
    5. Wäre eine kombinierte Nutzung Einspeisung / Eigenverbrauch zu überlegen?
    6. Welche Vorschläge gibt es von eurer Seite her, die Anlage sinnvoll zu erweitern bzw. zu nutzen?


    Über die Art der Montage (Aufständern beim Flachdach oder spezielle Befestigungssysteme auf der Fertiggarage) mache ich mir erst dann größere Gedanken, wenn ich weiß, ob die Erweiterung grundsätzlich Sinn macht bzw. welche Flächen sinnvoll integriert werden können.
    Sofern noch weitere Informationen notwendig sind lasst es mich bitte wissen.


    Ich bin für jeden Tipp dankbar!


    Herzliche Grüße


    Bernhard

  • Moin Bernhard,


    wir reden hier von einer Neuanlage!
    Würde nur das unverschattete Pultdach und die Garage belegen. Beim Pultdach ist die Frage, ob DU zum Reinigen rankommst. Wenn nein, dann etwas aufständern.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F

  • Hallo,


    Frage vorab, warum stellst Du die 2010er Anlage nicht auf Überschusseinspeisung um?
    Das geht sogar ohne EEG Umlage auf den EV, da die Anlage unter 10KWp hat.


    Erst danach würde ich über Neubau nachdenken.


    Ein google Luftbild mit den eingezeichneten Flächen wäre einfacher und verstädnlicher gewesen, um die Lage der Flächen und möglichen Schatten zu bewerten.


    4 Flächen stehen zur Verfügung:
    Anbau 3*5,5m, DN4, Trapezblech, Südwest
    Carport 3*3m, DN25, Nordost, Schatten Nachbarhaus vormittags
    Pergola 3*5m, DN25, Nordost, "Hier Sonne ab dem späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Vorher Verschattung durch das Nachbarhaus."
    Fertiggarage, 3*5,5m, Flachdach, SSW, Keine Verschattung.


    Nordostausrichtungen, die aber vormittags oder morgens verschattet sind, würde ich nicht belegen.
    Die Dachneigung DN25 spricht auch schon etwas gegen die Belegung; mehr als 600-650KWh/KWp sind da nicht zu erwarten; gegen Herbst nimmst das rapide ab, im Winter kommt da nix!


    Ich würde Anbau und Fertiggarage belegen.
    Je nach Aufständerung bekommst Du vielleicht 5-9 Module pro Fläche drauf.
    Dafür würde ich einen kleinen 1-phasigen WR mit 2 unabhängigen Mpp Eingängen nehmen, wie z.B. den SMA SB3.0 und mit Überschusseinspeisung un 70-hart bauen. Überschüsse gehen natürlich für 12,31 Cent ins Netz.


    Stell mal ein Luftbild ein, damit die Lage klarer wird.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo,


    erstmal herzlichen Dank für die schnellen Antworten.
    Der Elektriker war heute da und hat sich die Angelegenheit angesehen und gleich die zur Verfügung stehenden Flächen ausgemessen. Seine erste Einschätzung ist auch, dass lediglich Anbau und Garage belegt werden sollten, da Carport und Pergola nichts bringen.


    Ich habe heute ein Luftbild mit Anbau und Garage beigefügt. Dann sieht man das auch besser.


    Der Elektriker würde für die PV auf der Garage einen Wechselrichter in die Garage bauen und für die PV auf dem Anbau einen zu den anderen WR in den Keller. Das würde größere Grabungsarbeiten für die PV-Kabel auf dem Grundstück und Leitungsarbeitne im Keller ersparen. Auf der Garage würden die Module (9 Stück) leicht aufgeständert werden, auf dem Anbau (10 Stück) flach bzw. minimal aufgeständert. Er schaut aber noch genau nach der besten Möglichkeit.
    Der Zugang zum Reinigen auf den Anbau ist problemlos möglich. Ich habe selbst ein Gerüst zur Verfügung, welches in der Regel einmal jährlich für die Reinigung aufgebaut wird.


    Jetzt warte ich mal das Angebot ab und melde mich dann wieder.


    Solltet ihr anhand der Luftbildaufnahmen Tipps für die Belegung haben, dann gerne her damit.


    Besten Dank und viele Grüße


    Bernhard

  • Moin,


    da würde ich aber schauen, dass Du die DC Kabel irgendwie ins Haus bekommst. 2 WR würde ich nicht nehmen, da ja einer mit 2 MPP Tracker vollkommen genügt! 10 Module und 9 Module 'schreit' förmlich nach einem 1 phasigen Gerät wie dem SB 4000/5000 TL-21 - - je nach Leistung des Generators.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F

  • Zitat von BernieNdB

    Der Elektriker würde für die PV auf der Garage einen Wechselrichter in die Garage bauen und für die PV auf dem Anbau einen zu den anderen WR in den Keller. Das würde größere Grabungsarbeiten für die PV-Kabel auf dem Grundstück und Leitungsarbeitne im Keller ersparen. Auf der Garage würden die Module (9 Stück) leicht aufgeständert werden, auf dem Anbau (10 Stück) flach bzw. minimal aufgeständert.


    10 und 9 Module klingt sehr gut.
    Die 2 WR aber alles andere als.
    Nur mal so, selbst ein kleiner WR kostet um 900,-,
    Dafür kann man lange buddeln, sich sogar einen Minibagger ausleihen, viel KG50 oder KG100 Rohr versenken.
    Ich würde einen SMA SB3.6 bei 19*275Wp oder einen SB4.0 bei 19*285Wp nehmen und nix anderes.


    Zitat

    Solltet ihr anhand der Luftbildaufnahmen Tipps für die Belegung haben, dann gerne her damit.


    Ein schönes Bild.
    Zusammen mit den Daten der Flächen kann man dann planen.


    Zitat von seppelpeter

    4 Flächen stehen zur Verfügung:
    Anbau 3*5,5m, DN4, Trapezblech, Südwest
    Fertiggarage, 3*5,5m, Flachdach, SSW, Keine Verschattung.


    Wenn der Anbau etwas mehr als 3m hat, könnte man parallel zum Dach (bedingt dann putzen) 9 Stück legen.
    Wie dort 10 passen sollen ... keine Ahnung.
    Wenn es eher nur knapp 3m sind, bist Du bei 5 hockant und 3 quer dazu, 8 Stück auf dem Anbau.


    Auf der Garage würde ich hochkant aufständern und ich hoffe auch hier auf etwas mehr als 3, so dass 3*3 passen würden.
    Ansonsten auch hier 5 hochkant und 3 quer gen OSO.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
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  • Hallo zusammen,


    bin mir heute nochmal selbst aufs Dach gestiegen und habe nachgemessen:
    Der Anbau hat eine Dachfläche von 5,8 x 3,7 m. Da sollten relativ locker 9 Module drauf gehen.
    Die Garage habe ich mit exakt 3 x 5,7 m vermessen. Sollten - je nachdem wie man es macht - auch 6 - 9 Module werden. Da stellt sich für mich nur die Frage wie die Konstruktion sicher befestigt wird. Fertiggarage mit Rollierung aus Kies.
    Das Problem mit ein oder zwei Wechselrichtern ist geklärt. Es wird einer und ich buddle für die 400,-- Euro Unterschied ein wenig im Garten rum. Der elektriker weiß Bescheid.


    Ich warte jetzt einfach mal auf das Angebot.


    Herzliche Grüße


    Bernhard

  • Also 9 auf dem Anbau und ich gehe mal von 6 auf der Garage aus.
    Hat die Garage eine Attika? Wenn ja wie hoch...


    15*285Wp in 70-hart am SMA SB3.0 wäre ein Weg.
    Sollten 9 auf die Garage passen würde ich 18*300Wp ind 70-hart an den SMA SB4.0 hängen.

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  • Noch ein paar Fragen unter anderm zu dem recht interessanten Gedanken im ersten Beitrag von Seppelpeter:


    Angenommen, ich würde die bestehende Anlage auf Überschusseinspeisung umstellen. Wie wäre das Vorgehen hierzu? Vermutlich beim VNB die Umstellung auf Überschusseinspeisung beantragen und einen Zweirichtungszähler einbauen lassen? Baut den der Elektriker ein oder muss der vom VNB eingebaut werden. Bei uns ist das Bayernwerk der zuständige VNB.


    Derzeit erhalte ich ja 34,05 Cent pro kWh durch die Volleinspeisung. Wie hoch wäre die Vergütung bei Überschusseinspeisung? Vermutlich 17,67 Cent pro kWh, da die Anlage vor dem 01.10.2010 in Betrieb genommen wurde?


    Wenn ich die bestehende Anlage um die gedachten Optionen (Anbau und Garage) erweitern würde, wie wäre dann das eurer Meinung nach klügere Vorgehen?
    1. Alte Anlage belassen wie sie ist und nur die neue Anlage auf Überschusseinspeisung auslegen?
    2. Beide Anlagen auf Überschusseinspeisung auslegen?


    Wie hoch wäre jeweils die Vergütung? Würde sich da etwas Grundlegendes bei der Vergütung ändern, da ja durch die zusätzliche Anlage die Größe erheblich ändern würde? Ich gehe jetzt mal von niedrig gerechneten zusätzlichen ca. 4 - 5 kWp aus. Besteht "Bestandschtuz" für die alte Anlage?


    Das Problem beim Anbau könnte werden, dass auf drei Seiten eine Attika mit einer Höhe von ca. 30 cm verläuft. Welche Systeme sollten da eurer Meinung nach vorzugsweise verbaut werden?
    Die Eindeckung auf dem Anbau ist im Übrigen kein Trapezblech, sondern Edelstahlblech mit Stehfalz. Da habe ich mich leider vertan. :oops:
    Auf der Garage hätte ich z. B. an ein System von Schletter (Fixgrid 100) mit einer minimalen Aufständerung gedacht.


    Wie hoch dürften die Kosten für die Gesamtanlage pro kWp derzeit sein, wenn wir von 9 (Anbau) + 6 (Garage) Modulen sprechen?


    Ich bedanke mich für die Antworten. :danke: