Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

  • Was habt ihr für Erfahrungen mit sogenannten Desulfatoren (= Batteriepulser?) gemacht ? :juggle:


    Angebote auf eBay gibt es ja einige, von "Markenprodukten" mit entsprechenden "Markenpreisen" über NoName Teile bis hin zu von Privatpersonen gefertigten Systemen ...


    Im Internet findet man neben Schaltplänen zum selber basteln, auch einige Beiträge dazu, mit recht unterschiedlichen Aussagen.


    Über die Forensuche hab ich leider auch nur recht alte Beiträge gefunden, und davon auch nicht wirklich viele :|


    Zu meinen eigenen Erfahrungen mit den Teilen :


    Seit letztem Herbst hängt so ein Teil an einer kleinen neuen 100Ah C100 "Solarbatterie" (Blei Säure).
    Besondere Auffälligkeiten bis jetzt : Keine :mrgreen: Batterie existiert einfach noch...


    Am 17.7. hab ich jetzt 3 weitere Batterien bekommen (AGM 105Ah), und hab mir dafür auch wieder einen Desulfator gekauft (diesmal von einem anderen Anbieter).
    Die Batteriebank läuft gerade ein paar Zyklen, mal schauen, ob es irgend welche Auffälligkeiten gibt, oder ob es wieder bei dem Fazit bleibt : Batterie existiert noch :lol:

  • Durchweg gute Erfahrungen damit. Bei mir sind das dann die Ladegeräte, die diesen
    Modus integriert haben. z.b. von IVT bzw CTEK.


    Ach da fällt mir gerade ein - ich muss meine kleine AGM (12V 7Ah) wieder abhängen.
    Die verwende ich für das abpumpen von Kondenswasser. Läuft auch seit ein paar Jahren problemlos.
    Erspart ein Monsternetzteil für die hohen Anlaufströme der Bilgepumpe.


    Meine Motorradbatterie läuft auch seit ca. 10Jahren problemlos. Ebenso mein Rasenmäher
    ein Sabo mit 12V/24Ah Bleiakku auch seit ca. 10-11 Jahre. (2. Akku Rasenmäher 20Jahre alt)
    Und mein Notstromaggregat mit 12V 55Ah auch.


    An meinem Senec habe ich seit 1,5 Jahren auch einen Megapulser dran. Seither läufts damit auch besser.
    Die Kapazität lässt nicht mehr so sehr nach der Sulfatladung nach.


    Kurzum die Bleiakkus kannst dann einfach vergessen - die tun dann das was sie sollen. :mrgreen:

    Anlage 1 : 7.85 kwp SW 55° DN45°

    Anlage 2 : 4.4kwp SW 55° DN45° und 5.4kwp NO -125° DN45° (gesamt 9.76 kwp)

    Senec-G2+ 8kwh netto (Blei) 4.75J alt + 2kwh "Grundlastakku" 3Stck. Qbatteries 8DC-170 >1 Jahr alt

    12V 55Ah AGM "Inselchen" für Gartenhaus, Victron 350W WR, 2x50W Panel poly, Akku 7 Jahre alt

    12V 28Ah Panasonic AGM für Sabo Rasenmäher - Akku 13 Jahre alt

    12V 7Ah Panasonic AGM für Bilgepumpe - Akku 6 Jahre alt

  • Hab doch geschrieben, dass ich an meinem Senec (8kwh netto PV PzS Bleiakku) auch so ein Teil verwende.
    Letztes Jahr stellte ich Kapazitätsverlust fest.
    Dann habe ich meinen Megapulse dran gehängt. Innerhalb eines halben Jahres hat es sich dann wieder
    normalisiert.
    Problem bei PV-Bleiakkus ist die schlechte Beladung. Der Akku wird nicht richtig voll. Daraufhin,
    bilden sich größere Sulfatkristalle. Wird der Akku nicht wirklich zu 100% voll, wachsen diese
    größeren Sulfatkristalle auf Kosten der kleineren. Das heist im Laufe der Zeit bilden sich
    wenige größere Sulfatkristalle und die Anzahl der kleineren geht zurück.
    Dadurch steigt der Innenwiderstand des Akkus und die Kapazität verringert sich.
    Die Pulser sind beim Laden aktiv und unterbinden die Bildung größerer Sulfatkristalle durch
    starke Stromstöße.
    Nachteil sie sind nur beim Laden aktiv. Wird nicht richtig voll geladen, verzögern sie das Sulfatieren nur.
    Das Sulfatieren durch herumstehen im halbleeren Zustand wird auch nicht verhindert.
    Ich könnte das auch genauer präzisieren, das kann aber im Rahmen dieses Forums nicht geleistet werden.

    Anlage 1 : 7.85 kwp SW 55° DN45°

    Anlage 2 : 4.4kwp SW 55° DN45° und 5.4kwp NO -125° DN45° (gesamt 9.76 kwp)

    Senec-G2+ 8kwh netto (Blei) 4.75J alt + 2kwh "Grundlastakku" 3Stck. Qbatteries 8DC-170 >1 Jahr alt

    12V 55Ah AGM "Inselchen" für Gartenhaus, Victron 350W WR, 2x50W Panel poly, Akku 7 Jahre alt

    12V 28Ah Panasonic AGM für Sabo Rasenmäher - Akku 13 Jahre alt

    12V 7Ah Panasonic AGM für Bilgepumpe - Akku 6 Jahre alt

  • Zitat von DidiD

    Hab doch geschrieben, dass ich an meinem Senec (8kwh netto PV PzS Bleiakku) auch so ein Teil verwende.
    [...]


    Sorry :oops:
    Der Begriff "Senec" hat mir auf Anhieb nichts gesagt...


    Als Wissenschaftler steh ich der Sache etwas skeptisch gegenüber. :|


    Einerseits fehlen entsprechende aussagekräftige Messreihen, andererseits ist die Theorie nicht ganz abwegig... :juggle:


    EDIT :
    Über die Kapazität schreibst du dass sich die bei dir verbessert/normalisiert hat.


    Hast du Auswirkungen vom Desulfator auf die Spannungslage der Batterien feststellen können ?


    Das ist nämlich das, was ich gerade dabei bin zu messen. :| (Dauer einer kompletten Messung ca. 60h... )

  • Bisher ist noch kein einziger Hersteller von einem Megapulser (oder wie sie auch alle heißen) mit einer Theorie aufgekreuzt, die auch nur halbwegs nachvollziehbar wäre. Der Effekt dieser Geräte liegt aller Voraussicht nach darin, dass die Leute sich zuvor nie um Batteriepflege gekümmert haben und die Batterie jetzt endlich mal über längere Zeit eine Pflegeladung bekommt. Wenn man ein ganz normales kleines Ladegerät mit der Batterie verbindet und dann eine Wünschelrute am Pluskabel festbindet, dann sollte das Ergebnis sehr ähnlich sein!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Ob die Dinger einen Nutzwert haben, kann man nicht sagen, weil der Vergleich fehlt. Hat man einen Pulser weiß man nicht, wie es ohne gelaufen wäre. Hat man keinen, kann man auch nicht sagen ob ein Pulser geholfen hätte,
    Aber das die Dinger pulsen hab ich schon festgestellt. Ich hab zwei günstige Pulser für 14€ für zwei Batterien. An den Batterien ist eine LED Beleuchtung 19x10W Chips, ohne Vorschaltgerät. Ist das Licht ausgeschaltet, blinken die LEDs ganz schwach, wenn die Pulser arbeiten.


    MfG Georg

  • Das Prinzip soll in etwa sein, durch vergleichsweise viele Stromstösse pro Zeiteinheit eine bestimmte Art (Alter, Grösse und Festigkeit) von Sulfatkristallen in kleinere Teile zu zertrümmern und sie dadurch auf eine kleinere, wieder in den Ladezyklus integrierbare Form zu bringen.
    1.) Ein grosser Betterievertrieb hat mir durchaus zum Einsatz von Desulfatoren geraten.
    2.) Fast alle Publikationen im Internet kommen ohne wissenschaftlich halbwegs fundierte Kontrolle dieser Funktion und ihrer Einzelparameter aus. Ein Nachweis der genannten Funktion wäre also im Details zu führen.
    3.) Ich habe mir mal einen "namhaften" Desulfator der mit 12V und einigen Milliampere gemittelter Stromaufnahme auskommt, gekauft, um damit eine 12V 100Ah Blei-Säure Batterie zu desulfatieren (eine Zelle hatte deutliche Leistungseinbuße und es waren vereinzelt weisse Kristalle auf dem oberen Rand der Platten zu sehen). Der "kleine" Desulfator hat in mehreren Monaten Betrieb nichts bewirkt, Impulsstrom war um die 10 A.
    4.) Die Funktion ist ein Stromimpuls mit mehreren Abklingschwingungen im Bereich mehrerer MHz, das ganze im Takt von ca. 8 KHz Wiederholrate. Dabei zeigt sich aber dass schon die Zuleitungen vom Desulfator das hochfrequente Signal an den Batteriepolen stark bedämpfen können. Ich kann mir bei derart geringen verbleibenden Leitungseinträgen in die Batterie bei einer Vielzahl von Produkten nur vorstellen dass sie einen positiven Effekt bringen wenn die Batterie neu ist und Desulfatierung von Anfang an vermieden werden soll.
    5.) Es gibt dann ein paar wenige Beiträge in denen jemand Desulfatoren mit bis zu 170 A eingesetzt hat, als eigenständige Entwicklungen. Hier scheint es nach seinen Worten möglich zu sein, leistungsmindernde Desulfatierung rückgängig zu machen. Ich habe dies mal probiert, aus Zeitgründen aber nicht weiterverfolgt. Denn im Umkreis von 2-3 Metern ist dann eine erhebliche Störung beim Rundfunkempfang, speziell AM zu bemerken. Es hat auch mit MOSFET-Braterei zu tun, dazu kommen noch die Feinheiten beim Auswählen des Kernmaterials für den/die Spulenkerne. Es gibt auch ein Projekt mit einer Bank von ESR-Kondensatoren.
    6.) Durchaus interessantes Thema, aber zuerst würde ich versuchen die Batterie so zu betreiben dass eine schädliche Sulfatierung möglichst vermieden wird. Also z.B. längeres Herumstehen im nur teilgeladenen Zustand.
    7.) Ein grösserer Desulfator bringt schon Impulse von mehreren 10V auf die Batteriepole, daher Vorsicht mit der angeschlossenen Elektronik.
    8.) Für aussagekrätige Ergebnisse müsste man entsprechende Testreihen fahren die sich aber durchaus über Monate wenn nicht Jahre hinziehen können.

  • Zitat von guenter_s

    Das Prinzip soll in etwa sein, durch vergleichsweise viele Stromstösse pro Zeiteinheit eine bestimmte Art (Alter, Grösse und Festigkeit) von Sulfatkristallen in kleinere Teile zu zertrümmern und sie dadurch auf eine kleinere, wieder in den Ladezyklus integrierbare Form zu bringen.


    Diese Erklärung kenne ich auch, nur kann die nicht wirklich die technische Grundlage sein. Bei einer Bleibatterie haben wird ja eine Elektrode aus Blei sowie eine aus Bleidioxid. Wenn die Batterie entladen wird, dann reagieren diese Materialien mit der Schwefelsäure und auf beiden Elektroden wird Bleisulfat gebildet. Die Bildung von Bleisulfat ist also das Wirkprinzip dieser Batterien.


    Als Sulfatierung bezeichnet man es, wenn die Batterie längere Zeit teilentladen herum steht (dann wachsen die größeren Sulfatkristalle auf Kosten der kleineren; hat was mit Oberfläche und Löslichkeit zu tun) und sich so große Kristalle bilden, dass sie bei einer normalen Ladung nicht mehr komplett abgebaut werden können (mit einer hinreichend langen Ladezeit hingegen schon).


    Das Problem ist jetzt, dass Bleisulfat ein ziemlich guter Isolator ist. Egal, was man an Strom durch die Batterie jagt (ob hochfrequent oder nicht, der Strom wird immer durch die Bauteile fließen, die elektrisch gut leitfähig sind), die Sulfatkristalle sind davon also überhaupt nicht betroffen, denn sie sind Isolatoren! Wie will man etwas aufbrechen oder gar zertrümmern, das man gar nicht erreichen kann?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Das mit dem Zertrümmern von Kristallen ... davon halte ich nichts... beweisen kann ich es aber nicht.


    Zwei Wirkweisen die ich mir theoretisch vorstellen könnte wären :


    Durch die Frequenz werden viele kleine Keime initialisiert d.h. das Wachstum der größeren wird dadurch gehemmt, da energetisch ungünstiger ... (so in Richtung Erhöhung der Entropie als Triebkraft...)


    Andere Idee : Die Chemischen Prozesse an den "Oberflächen" sind ja eigentlich Diffusionsbedingt.
    d.h. stellt sich ein Gleichgewicht ein, da die Batterie nicht belastet wird, könnten sich passivierende Schichten auf der Elektrode bilden, welche bei einer erneuten Belastung zuerst zurück gebildet werden müssen.
    Durch die andauernde Störung wird die "passivierung" gehämmt ...


    Beides aber nur Gedankenspiele. Wissenschaftliche Untersuchungen fehlen natürlich mal wieder... :wink: