Einspeisezähler zählt zu wenig

  • Ich weiß das klingt erstmal etwas seltsam, aber ich bin mir mittlerweile sehr sicher, dass mein Einspeisezähler wirklich zu wenig zählt.
    Ich habe aufgrund eines defekten Mastervolt Wechselrichters (einphasig) vor ein paar Tagen einen neuen Steca 3203 (dreiphasig)verbaut bekommen.
    Zur Kontrolle gehe ich seitdem immer Abends in die Garage und schreibe mir den Zählerstand auf. Dabei fiel mir auf, dass der Zähler ca. 1kWh weniger anzeigt, als der Solarlog. Jetzt ist mir natürlich klar, dass es gewisse Abweichungen zwischen Solarlog(respektive den Werten die der WR dem Solarlog übermittelt) und dem Stromzähler geben kann. Dazu gibt es ja den PAC Korrekturfaktor. Der lag bei den Mastervolt immer bei ca. 1002. Der hat also sogar etwas weniger angezeigt als er laut Zähler erzeugt hat. Jetzt müsste also der neue Steca so extrem zu viel anzeigen? Das konnte ich mir nicht vorstellen, weil er dann auf einen Wirkungsgrad von nur knapp um 90% kommen würde...
    Also habe ich direkt hinter den Einspeisezähler mal einen digitalen Drehstromzähler installiert (B+G DRT428BC). Und siehe da, der zeigt (fast genau) die Werte des Solarlog an.
    Beispiel von gestern:
    Erzeugung laut Solarlog: 27,72 kWh
    Erzeugung laut Einspeisezähler: 26,6 kWh
    Erzeugung laut B+G Zähler: 27,45 kWh


    Der Einspeisezähler ist ein gekaufter (aufbereiteter) Zähler von Iskra T3F01, Baujahr 1992 und 2008 mit der PV Anlage installiert worden (wurde wohl wie gesagt aufbereitet/nachgeeicht).
    Das seltsame ist, dass der Zähler vor dem Tausch des Wechselrichters (als noch zwei einphasige Mastervolt montiert waren) immer ganz ordentlich gezählt hat (habe das alle paar Monate mal kontrolliert).


    Kann es sein, dass der Zähler jetzt ein Problem hat, weil der Steca dreiphasig einspeist und der Mastervolt einphasig? (Sollte ja eigentlich kein Problem sein, denn es kommt ja im normalen Haushalt auch immer zu einer gewissen Schieflast und da muss der Zähler ja auch ordentlich zählen...)
    Oder kann es tatsächlich sein, dass der Zähler irgendwie ein mechanisches Problem hat und deshalb zu wenig zählt?


    Vielen Dank schon mal!

  • Hi,


    Zitat von Heavendenied

    Hier mal noch die Werte von Gestern:
    Erzeugung laut Solarlog: 15,29 kWh
    Erzeugung laut Einspeisezähler: 14,5 kWh
    Erzeugung laut B+G Zähler: 15,09 kWh


    gut 3% Abweichung liegen noch voll innerhalb der zulässigen Messtoleranzen.
    Da hast Du beim Einspeisezähler einfach Pech gehabt.


    Kannst ja von einem Messstellenbetreiber einen anderen Setzen lassen mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass sie Dir einen mit positiven Messtoleranzen heraussuchen. Selbst wenn das was extra kostet, kann sich`s lohnen.

  • Hallo,


    wer ist der Netzbetreiber?


    Gruß Verona

    7,995 kWp - 37 IBC 215TS - Solarmax + Mastervolt
    2,160 kWp - 12 Day4 180 - Solarmax
    2,250 kWp - 10 Sanyo HIP225 - Solarmax
    1,890 kWp - 06 Sunpower 315 - Mastervolt
    6,000 kWp - 24 Yingli 250 - 2 Steca
    12 kW ESS Peus-Testing
    http://www.solarlog-heckmann.de

  • Ralf:
    Bisher hatte der Zähler sehr exakt gemessen. Erst nach dem Austausch des Wechselrichters liegt er nun so stark daneben. Das ist es, was mich so sehr verwundert.
    Wobei es mich auch ehrlich überrascht, dass eine Abweichung von 3 % noch in der Norm liegt, Ich hätte erwartet, dass die zulässigen Toleranzen hier deutlich niedriger sind.
    Soweit ich jetzt lesen konnte, sollen die neuen, digitalen Zähler ja deutlich genauer sein. Bei ca. 70€ die mir im Jahr mit dem derzeitigen Zähler flöten gehen könnte es sich also wohl wirklich lohnen, wenn ich den tauschen würde...


    Was mich aber auch interessieren würde ist, ob diese "neue" Abweichung wirklich daher kommen kann, dass der neue WR jetzt dreiphasig ist?
    Bisher wurde ja von zwei Stück einphasigen WR eingespeist und da war alles OK. Jetzt mit dem dreiphasigen + einem einphasigen WR gibt es plötzlich starke Abweichungen. Jetzt ist für mich die Frage. Liegt das am dreiphasigen einspeisen oder am zusätzlichen einphasigen WR?


    @Verona:
    Stadtwerke Weinheim. Aber der Zähler ist mein Eigentum und wäre noch bis 2024 geeicht.

  • Normal sind 2% Toleranz üblich.
    Soweit ich sehe ist der Zähler nicht rücklaufgesperrt, der dreht also bei Nachtverbrauch zurück. Könntest du den mal messen, also mal nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang ablesen. Der neue WR sollte da nahe Null liegen, alte genehmigen sich da gerne mal was und dein zusätzlicher Zähler wird ein paar Watt brauchen. Wenn man das einrechnet kommt man wieder in die erlaubte Toleranz.

  • Also den digitalen Zähler habe ich erst nachträglich verbaut, um zu überprüfen, ob diese extreme Abweichung zwischen Zähler un Solarlog nun vom Solarlog/WR oder vom Zähler her kommt.
    Der digitale Zähler hat ebenfalls keine Rücklaufsperre. Da ich die Werte immer Abends abgelesen habe müssten somit beide Zähler auch gleichmäßig rückwärts gelaufen sein. Dennoch werde ich mal versuchen, die Werte vor Sonnenaufgang zusätzlich zu erfassen (wenn ich es mal schaffe so früh aufzustehen...)
    Für mich ist es eben extrem seltsam, dass es vor dem Tausch auf den neuen WR quasi null Abweichung gab und nun eine so starke. Das kann doch kein Zufall sein... Ich vermute schon, dass es irgendetwas damit zu tun hat, dass der neue WR dreiphasig ist und der alte zusätzlich auf einer Phase dazu einspeist. Wobei ich eben keine technische Erklärung dafür habe...

  • Hi,


    Zitat von Heavendenied

    Bisher hatte der Zähler sehr exakt gemessen. Erst nach dem Austausch des Wechselrichters liegt er nun so stark daneben. Das ist es, was mich so sehr verwundert.


    hast Recht, das lässt noch weitere Verdachtsmomente zu.
    Irgendwo hab` ich mal gelesen, dass manche WR nicht die komplette Einspeisung "sehen" können.
    Kurz gegoogelt: https://de.wikipedia.org/wiki/Stromz%C3%A4hler

    Zitat von Wikipedia

    Aufgrund eines nicht regulierten Störfrequenzbereichs zwischen 3 kHz und 150 kHz kann es bei elektronischen Zählern zu starken Messabweichungen gegenüber der wirklichen Energiemenge kommen. Insbesondere bei der Einspeisung erneuerbarer Energie über Wechselrichter ist dieses Problem in der Praxis spätestens seit 2010 bekannt.


    https://www.golem.de/news/umst…h-messen-1703-126656.html
    https://www.swr.de/swraktuell/…nid=396/ghibbi/index.html



    Zitat von Heavendenied

    Wobei es mich auch ehrlich überrascht, dass eine Abweichung von 3 % noch in der Norm liegt, Ich hätte erwartet, dass die zulässigen Toleranzen hier deutlich niedriger sind.


    Die Verkehrsfehlergrenze liegt imho bei +- 2%, dazu kommen noch weitere Toleranzen.



    Zitat von Heavendenied

    Liegt das am dreiphasigen einspeisen oder am zusätzlichen einphasigen WR?


    Kannst den einphasigen ja mal auf eine andere Phase legen.

  • Also ich hatte jetzt vorsichtshalber heute früh nochmal geschaut. Der Einspeisezähler hatte exakt den Wert vom Vorabend (soweit man das eben genau erkennen kann bei den Dingern). Der digitale Zähler war bei 0,05kWh mehr.
    Da zu dem Zeitpunkt die Anlage schon kurz lief und 0,02kWh erzeugt hatte haut das für mich ganz gut hin.
    Der Zähler scheint also über Nacht nicht spürbar zurück gelaufen sein.

  • Die Stände von Gestern (Wobei ich jetzt wirklich auch den Stand zwischen Morgens und Abends genommen habe, evtl Rückläufe über Nacht sind also ausgeschlossen):
    Hier mal noch die Werte von Gestern:
    Erzeugung laut Solarlog: 2,48 kWh
    Erzeugung laut Einspeisezähler: 2,1 kWh
    Erzeugung laut B+G Zähler: 2,40 kWh


    Da liegen wir jetzt also schon weit über 10% Abweichung und das denke ich liegt dann doch endgültig außerhalb von Toleranzen.


    Mein heutiger Versuch: Ich habe mal den Mastervolt DC seitig abgeschaltet, so dass der heute mal gar nichts erzeugt. Bin gespannt ob die Werte dann passen...