Letrika SMI260 im Batteriebetrieb nur mit deaktiviertem MPPT

  • Inzwischen betreiben viele Nutzer den Modulwechselrichter Letrika SMI260 an einer Batterie, um den Batteriestrom (geregelt und zeitlich flexibel) ins Hausnetz einzuspeisen.
    Die Verwendung des Standard-SMI260, so wie er normalerweise ausgeliefert wird, an einer Batterie ist jedoch sehr gefährlich und kann zur Zerstörung des Wechselrichters führen! Letrika lehnt deshalb jegliche Gewährleistung für diese Betriebsart ab, sollten nicht die unten aufgeführten Maßnahmen getroffen worden sein (MPPT deaktivieren; Spannungsbereich einhalten; genügende Ventilation).


    Der Letrika SMI260 ist, wie jeder Solar-Wechselrichter mit einem sogenannten MPP-Tracker (MPPT) ausgestattet. Wenn der Wechselrichter an ein Solarmodul angeschlossen ist versucht diese automa­tische Regelung des Wechselrichters, den Arbeitspunkt aus Strom und Spannung so einzustellen, dass das Solarmodul einen optimalen Ertrag liefert.


    Um den SMI260 an einer Batterie betreiben zu können, muss der MPP-Tracker (MPPT) des Geräts aber deaktiviert werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass das freie Einstellen von Strom und Span­nung durch den MPPT – Algorithmus an einer Batterie nicht funktionieren kann, da hier ja die Batterie­spannung in engen Grenzen fest vorgegeben ist. Daraus können wiederum Situationen entstehen in denen der MPPT - Algorithmus die Stromstärke so stark erhöht, dass es zu einer Überlastung bzw. Zerstörung einzelner Bauteile kommen kann. Dies kann in sehr kurzer Zeit geschehen!


    Wird der MPPT deaktiviert, so wird gleichzeitig eine Strombegrenzung mit einem Maximalstrom von ca. 7,5 A eingestellt. Diese schützt das Gerät gegen Überströme.


    Durch das variable Einstellen der maximalen Ausgangsleistung des SMI260 z.B. mit dem SunStick oder SunGate, können Sie selbst steuern, wieviel Energie Sie der Batterie entnehmen wollen. Die verbrauchsabhängige, automatische Einstellung der Ausgangsleistung (ecoLimit) ist in Bälde verfügbar.
    Eine zeitgesteuerte Einspeisung aus der Batterie ist z.B. über eine gebräuchliche Schaltuhr möglich, die die AC-Verbindung schaltet.


    Um den Gleichstrom der Batterie in 230V-Netzwechselstrom zu transformieren, muss die Batteriespan­nung im zulässigen Arbeitsbereich des SMI260 liegen. D.h., die Batteriespannung muss > 21 V DC und max. 55 V DC betragen. Sie müssen unbedingt Schutzvorkehrungen treffen, dass insbesondere die Ein­gangsspannung < 60 V DC beträgt. Pberstrom-Sicherungen sind auch für Batterieaufbauten ein Muß!


    Durch diese Strombegrenzung können Sie aber an einer 24 V Batterie maximal einen Strom mit ca. 170 W AC-Leistung entnehmen!
    An einer 36 V- und an einer 48 V- Batterie können die vollen 250 W AC entnommen werden.


    An dem gelben Label auf Ihrem Gerät erkennen Sie, dass der MPPT deaktiviert und die Strombegren­zung eingestellt wurde.


    Der MPPT kann nur im Werk, bzw. beim autorisierten Distributor deaktiviert werden. Hierzu muss das Gerät physisch vorhanden sein. Er kann hier auch jederzeit wieder eingeschaltet werden. Ein Ein-/Aus­schalten durch den Kunden, z.B. mit dem SunStick, ist nicht möglich.


    Sie können den SMI260 auch mit deaktiviertem MPPT an einem Solarmodul betreiben, werden aber keinen optimalen Energieertrag erhalten.


    Bitte achten Sie auch im Batteriebetrieb des SMI260 auf eine genügende Ventilation. Halten Sie einen Abstand von mindestens 10 – 20 mm zu benachbarten Wandungen ein. Eine senkrechte Montage führt zu einer verbesserten Wärmeabfuhr.


    Sollten Sie Fragen zum Batteriebetrieb des SMI260 haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

    Paul Wieland | CarpeDiem Energy | Energiemanager ecoControl, Speicher ecoStore | Wir sind Service- und Vertriebspartner von LetrikaSol, Envertech und Zeversolar | Wir kämpfen für eine nachhaltige, dezentrale Energieversorgung

  • Wie teuer ist der Wechsel zwischen den Betriebsarten?
    2 x Versand + ?



    Ist es wirklich nicht möglich dieses Bit in irgendeinem Register mit dem SunStick zu ändern?
    Ich werde mir jetzt eine 1kW Anlage mit 4 Modulen bauen, diese soll später mit einer Batterie ergänzt werden. Deshalb ist die Fragenstellung für mich relevant.

  • Wenn man berücksichtigt, dass im Jahresdurchschnitt gerademal 3 Vollaststunden Solarstrom anfallen pro Tag,
    finde ich es einen Verhältnisblödsinn, über einen Kleinstwechselrichter max. 250 Watt aus der Batteriebank in ein HH-Netz aufzuspeisen, insbesondere wenn für die Überschusseinspeisung nochmal ein weiterer WR benötigt wird.
    Diese etwa 1'000 kWha aus dem Netz bezogen kosten etwa 250 €, also weniger als ein WR allein.
    Darüber hinaus würden ein Laderegler, ein Speicher und Steuertechnik benötigt und ein Gesamtwirkungsgrad von gegen
    50% resultieren... :roll:
    erleuchtung : Wenn schon Speicher, würde ich dir einen kleinen Infini-Hybrid empfehlen, der hat alles schon drin
    -und ist nebenbei noch Inselfähig! :idea:
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

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  • Zitat von erleuchtung

    Wie teuer ist der Wechsel zwischen den Betriebsarten?
    2 x Versand + ?



    Ist es wirklich nicht möglich dieses Bit in irgendeinem Register mit dem SunStick zu ändern?
    Ich werde mir jetzt eine 1kW Anlage mit 4 Modulen bauen, diese soll später mit einer Batterie ergänzt werden. Deshalb ist die Fragenstellung für mich relevant.


    Wenn Du den Wechselrichter bei uns gekauft hast, kostet dich das An-/Abschalten des MPPT gerade mal die Versandkosten. Ansonsten must Du bei deinem Händler anfragen.
    Die Änderungen sind nicht mit dem SunStick möglich.


    PS: Lass dich nicht von den Trollen hier im PV-Forum verwirren. Von Typen wie "Playboy" kam hier noch nie etwas brauchbares...

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  • OK, das ist eine Aussage.
    Die Letrika stehen dann auf der Einkaufsliste zuerst mit MPPT und dann wenn ich mal eine Batterie haben werde, komme ich auf das Angebot zurück und lasse den MPPT abschalten. Sobald die PV Module installiert sind, geht die Bestellung raus.

  • Hallo Zusamen,


    die maximal zulässige Eingangsspannung des Wechselrichters mit Batteriefirmware scheint mir widersprüchlich.
    Mal heißt es 55V und dann wieder 60V?


    Hintergrund meiner Frage: Ich überlege, den Wechselrichter an einen 48V Li Akku von LG anzuschließen.
    Dieser Akku würde mit bis zu 57,6V geladen.
    Funktioniert das mit dem Letrika, oder würde er überlastet bzw. zerstört werden?


    Danke für eine fachkompetente Antwort.


    Olli

  • Du kannst bis 60 V DC gehen, allerdings nicht darüber hinaus! Um mehr Sicherheitsabstand zum Limit zu haben, wird inzwischen 55 VDC als Obergrenze angegeben.
    Das bezieht sich im Übrigen nicht nur auf die Version mit abgeschaltetem MPPT.

    Paul Wieland | CarpeDiem Energy | Energiemanager ecoControl, Speicher ecoStore | Wir sind Service- und Vertriebspartner von LetrikaSol, Envertech und Zeversolar | Wir kämpfen für eine nachhaltige, dezentrale Energieversorgung

  • Schon fast etwas traurig, dass der WR für eine Mutation eingeschickt werden muss.
    Eine Eingangsklemme für die externe An- oder Abschaltung des MPP hätte auch genügt...
    Aber warum einfach, wenn es kompliziert auch geht?
    einstein0

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