Einspeisevertrag passt nicht zur Anmeldung, etc...

  • Hallo,


    ich möchte gerade eine Bestandsanlage kaufen. Nun ist mir in den Unterlagen etwas aufgefallen.


    Die Anlage besteht in der Realität aus 2 verschiedenen Modul-Leistungsklassen des selben Herstellers. ca. 900 Module 185Wp und ca. 1200 Module 180Wp.


    In der Meldung zur Bundesnetzagentur wurde wohl nur mit den Modulen der hohen Leistungsklasse gerechnet.


    Die angemeldete Leistung beträgt 388,5 kwp
    Die tatsächliche verbaute Leistung beträgt 382,5 kwp.


    Im Einspeisevertrag mit dem VNB ist jedoch dann vermerkt "2100 Module Marke JinkoSolar 180 Wp" und "Gesamt Modulleistung 378 kwp". Zusätzlich ist eine recht niedrige Wechselrichter Gesamtleistung angegeben. Das heißt, der Einspeisevertrag stimmt schon aktuell nicht mit der Realität überein.


    Ich denke, wenn ich der neue Eigentümer werde, müsste ich so oder so einen neuen Einspeisevertrag abschließen (oder gar keinen machen) und man könnte das korrigieren.


    Ich würde im Falle eines Kaufs die Anlage umverstringen und andere WR einbauen (In der Anlage sind über 70 kleine WR verbaut, das Logging funktioniert nicht, etc...)
    .
    Wenn ich nun aber die WR der Anlage ersetzen möchte und dabei die WR Leistung sich um 20 % erhöht, weil man heute bei weitem nicht mehr so knapp auslegt, kann der Energieversorger sich da verweigern? Details dazu. Die Einspeisung erfolgt über eine kundeneigene Umspannstation.


    Wie gehe ich da am besten vor?


    Für Tipps wäre ich sehr dankbar.

  • Zitat von HugoHiasl


    Die angemeldete Leistung beträgt 388,5 kwp
    Die tatsächliche verbaute Leistung beträgt 382,5 kwp.


    Da gehört eigentlich die Meldung korrigiert, wodurch du einen Hauch (ob sich das auf die relevanten Stellen auswirkt, wäre zu prüfen) mehr Vergütung bekommst.

    Zitat


    ... Einspeisevertrag .. (oder gar keinen machen)


    Genau, der ist überflüssig wie ein Kropf.

    Zitat


    WR Leistung sich um 20 % erhöht, weil man heute bei weitem nicht mehr so knapp auslegt, kann der Energieversorger sich da verweigern? Details dazu. Die Einspeisung erfolgt über eine kundeneigene Umspannstation.


    Der Versorger kann dir schon mal gar nichts, wenn, dann der Netzbetreiber. Wechsel der WR ist dem VNB allenfalls anzuzeigen (selbst das ist strittig, ob es wirklich Pflicht ist) aber nicht genehmigungspflichtig.
    Kernfrage wäre für mich zunächst, ob der Trafo/Anschluß mehr verträgt (das könnte nämlich ein Grund für den Vertrag sein, daß man sich seinerzeit aus Kostengründen freiwillig beschränkt hat). Wenn man da dran muß, könnte es schnell unwirtschaftlich werden.


    OT: wie "knapp" sind die WR denn ausgelegt?

  • Zitat

    OT: wie "knapp" sind die WR denn ausgelegt?


    Es ist eine Südost, Südwest Anlage, die nach SunnyDesignWeb mit aktuellen SMA Wechselrichtern 1070 kwh/kwp Ertrag bringen könnte/sollte.


    Bei 382,5 kwp wurden 300 kva Wechselrichter verbaut.


    Die Trafostation wurde für diese Anlage umgebaut. Von dem her ist es eher unwahrscheinlich, dass man sich freiwillig beschränkt hat. Ich denke eher, dass es damals (2010) sowieso schwierig war, an die geplanten Module zu kommen und man daher eine Mischung aus zwei Leistungsklassen verbaut hat.

  • Ich meinte man hat sich freiwillig auf die 300kVA beschränkt. Ohne Blindleistung halte ich (bin aber kein Experte - vielleicht meldet sich noch einer) das von der Leistung nicht für so schlecht ausgelegt (die Anzehl der WR ist natürlich viel zu groß, wodurch man etwas verschenkt, aber auch da wird man damals nicht unbedingt bekommen haben, was man gewollt hätte).
    Daß man die gewünschten Module nicht bekommen hat, wäre ein anderer Punkt.


    Kleine Korrektur - wennd er VNB mit 378kWp abrechnet, bekommst du sogar etwas mehr, als dir zusteht z.B. bei IBN Juli bis September 2010 rundet sich das aber zufällig weg. Es geht da allenfalls um 0,01ct/kWh, was bei 300kWp aber auch schon ca. 30 Euro im Jahr werden.

  • Prima... Danke für die schnelle und zielführende Antwort.


    Ich möchte die Umverstringung für den Fall, dass ich die Anlage wirklich bekomme, auch eher deswegen vornehmen, weil ich vermute, dass ein paar Wechselrichter nicht korrekt funktionieren, einer komplett still gelegt ist und es kein Logging gibt.


    In dem Zuge möchte ich dann einfach tabula rasa machen und die schiere Menge Wechselrichter durch wenige SMA Wechselrichter und einen Cluster Controller ersetzen und damit auch das Logging in das Sunny Portal zu bringen. Dort werden meine 3 anderen Anlagen überwacht. Außerdem überzeugt mich der SMA Service immer wieder aufs Neue, wenn ich ein Problem habe.


    Das ist mir den einen oder anderen "unnötigen" zusätzlichen Euro wert.


    Außerdem habe ich dann wieder 5 Jahre Garantie. Die alten WR sind ja nun schon 7 Jahre alt. Die können zwar durchaus nochmal 7 Jahre laufen aber sie können auch morgen über den Jordan gehen.