Start unseres Projektes - Hilfe willkommen :)

  • Guten Tag, zusammen.


    Ich bin neu hier, möchte eine PV Alage installieren lassen und habe keine Ahnung :)
    Ich suche keine Detailberatung, sondern eher einen Schutz vor schlechten Angeboten. Mein Ziel ist es, eine möglichst große Autarkie in der Stromversorgung zu erreichen, maximale Rendite spielt wenig Rolle.


    Aufgrund der installierten Sole/Wasser Erdwämepumpe und einem Schwimmteich kommen wir mit unserem Einfamilienhaus auf einen jährlichen Stromverbrauch von ca. 9.000 kWh (siehe Anhang).


    Bisher waren zwei Solateure hier, um sich das Projekt vor Ort anzuschauen. Angebote habe ich noch keine, die folgen in den nächsten Tagen.


    Damit Ihr Euch ein Bild von unserem Vorhaben machen könnt, hänge ich ein paar Fotos an.


    Meine Fragen gehen hauptsächlich in die Richtung, welche Module, welche Technik verwendet werden sollte und ob ein Speicher für uns sinnvoll ist.


    Ich danke bereits jetzt allen, die hier Zeit für Antworten investieren.


    VG,
    Peter

  • Hi heini und willkommen im forum :)


    Helfen können wir hier den meisten.
    Ich fang mal an (auch wenn ich mich leider kurz fassen muss)


    Module, also poly oder monos, ist erstmal egal, schwachlichtverhalten oder ähnliches kannst du eh vergessen.
    Bei einem Speicher kommts drauf an, ob du möchtest das er Geld verdient, oder ob du "autarkie um jeden preis" haben willst.
    Ein speicher kostet mehr geld als er bringt. Wenn du also geld Einnehmen willst, dann lass ihn weg.


    Die größe der anlage sollte "so groß wie möglich" sein.
    Ausnahmen sind "knapp über7kWp" und "knapp über 10 kwp" die ungünstig sind.
    Außerdem musst du dir Gedanken um die 70% regel machen. Lies dir dazu mal die Beiträge im forum durch

  • Hallo Peter,


    Zitat von Bauheini

    Ich suche keine Detailberatung, sondern eher einen Schutz vor schlechten Angeboten.


    da bist Du hier genau richtig! :wink:



    Zitat von Bauheini

    Mein Ziel ist es, eine möglichst große Autarkie in der Stromversorgung zu erreichen, maximale Rendite spielt wenig Rolle.


    Du hast mit Deinem großen Dach gute Karten. Da ist je nach dem als Fernziel sogar eine 100% Stromautarkie möglich.



    Zitat von Bauheini

    Meine Fragen gehen hauptsächlich in die Richtung, welche Module, welche Technik verwendet werden sollte und ob ein Speicher für uns sinnvoll ist.


    Klar ist ein Speicher dafür grundsätzlich sinnvoll, nur imho jetzt noch nicht, es sei denn, Du willst Dir einfach einen gönnen, egal wenn Du dabei draufzahlst.


    Ich schlage Dir einen Ausbau des Gesamtprojekts in 3 Stufen vor:
    1.) Maximaler Ausbau der vorhandenen Fläche mit PV-Modulen.
    Je größer die Anlage, um so größer wird Deine Autarkiequote und um so schneller wird Dein investiertes Geld zurückgeführt für die Umsetzung der nächsten Stufe des Autarkieplans.
    2.) Sobald durch die kommenden Elektromobilität die Speicherpreise drastisch fallen, einen Speicher dazustellen.
    Heute ist`s leider noch so dass sich ein Speicher finanziell nicht lohnt, sondern unter`m Strich Geld kostet.
    Das wird sich aber in 2-3 Jahren drehen, spätestens dann macht`s Sinn, über die Anschaffung nachzudenken.
    Für eine Autarkie über 50% ist ein Speicher i.d.R. sowieso zwingend notwendig, ohne kommt man je nach Verbraucherverhalten und Größe der PV-Anlage in Relation zum eigenen Stromverbrauch auf 20 - max. 50%.
    3.) Auf die nächste Generation stromerzeugender Heizungen warten und eine kaufen, sobald sich`s lohnt.
    Damit hast Du in Verbindung mit der PV und dem Speicher die letzte Lücke zur 100% Stromautarkie geschlossen.
    Wenn diese Heizungen preiswerter und standfester werden, stellt sich die Anschaffung auch wirtschaftlich dar.
    Dann ist der Zeitpunkt gekommen, dem Stromversorger adieu zu sagen. Für immer. 8)



    Zunächst würde ich noch in diesem Jahr eine dicke PV auf`s Dach setzen, maximaler Ausbau.


    Ostseite: 3 Reihen 72-zellige Module (99 x 198 cm mit etwa 370 Wattp) passen übereinander, 13 Stück hochkant nebeneinander. Das sind insgesamt 39 Module, da aber max. 19 in einen String passen rechnen wir nur mit 38 Modulen.
    Ob Du den 39. Platz mit einem Blindmodul belegst oder das Modul anderweitig einbindest, lassen wir erstmal aussen vor.
    38 x 370 Wattp = 14,06 kWp auf der Ostseite


    Westseite: 3 Reihen 72-zellige Module (99 x 198 cm mit etwa 370 Wattp) passen übereinander, links der Gaube 2 Stück hochkant nebeneinander. Rechts der Gaube 9 Stück hochkant nebeneinander. Über der Gaube nochmal 2 Stück in der obersten Reihe.
    Das sind insgesamt 35 Module, drei weitere würde ich auf der Garage mit der gleichen Neigung wie auf dem Dach aufständern.
    38 x 370 Wattp = 14,06 kWp auf der Westseite


    28,1 kWp, das kann sich sehen lassen! Bei der Anlagengröße und dem kleinen Gerüst, was Du nur brauchst sollte ein Preis unter 1.200 EUR/kWp auf jeden Fall drin sein.
    Du brauchst um die 21 kVA Wechselrichterleistung, bei der Dachneigung ist vermutlich 70% hart angesagt.

  • Hallo Bauheini,


    habe selten eine so gut vorbereitete Anfrage gesehen. Mit Deiner Tabelle hast du ja die größten Voraussetzungen Dir das Bild selbst zu Machen.


    Den Beitrag von Serin kann ich voll unterzeichnen. kleine Anmerkungen, da ich fast identische Verbrauchsdaten habe.
    Mit Akku kommst Du im Hausverbrauch auf ca. 70% Autarkie. Für die Heizung wirst Du jedoch nur zwischen 500 und 1000kWh nutzen können.


    Ohne Akku wirst Du einen hohen Autarkiegrad nicht ansatzweise erreichen. Wie Ralf Hoffmann auf nahezu 100% Autarkie kommen will, verstehe ich gar nicht. Allein Theoretisch unmöglich, praktisch noch unwahrscheinlicher. Ob die PV bei 7kWp liegt oder 10kWp, wird die Autarkie nicht wirklich beeinflussen. Du würdest lediglich in Hochzeiten viel mehr einspeisen und in den Wintermonaten kommt nicht viel mehr. Mit Akku kommst Du mit 7kWp-PV auf ca. 95% Autarkie. Ohne Akku werden es wohl nur um 60% werden.

    Die Bemerkung von Ralf Hoffmann, die Heizung mal auf Strom erzeugende Heizung umzustellen, bezeichne ich mal als „grob richtig“ und Begründe es mit Unkenntnis von einer WP. Dieser Schritt wäre gesamtenergetisch völlig daneben!


    Bei der Auswahl der Gerätschaften, dass ist ja die eigentliche Frage, solltest Du darauf achten, dass ausreichend Schaltsignale vorhanden sind um elektrische Anlage in Abhängigkeit von der PV-Erzeugung zu schalten. Das können zum Teil die Wechselrichter schon allein, meist jedoch sehr gering. Akku-Speicher-Anlagen (z.B. Sonnen) bieten dann erheblich mehr Möglichkeiten und Einstellvarianten. In wie weit das auch Solarlogs können, habe ich noch nicht gefunden. Meist können diese lediglich visualisieren und auswerten. Dazu bin ich jedoch zu wenig Programmierer und Elektroniker.


    Ein Akku macht Spaß. Damit investierst Du Deine Stromkostenersparnis in die Akku-Finanzierung, kostet „nicht“, bringt auch letztlich nichts und zieht die Gewinne der PV-Anlage etwas runter. Damit verhinderst du die Einkommenssteuer. Von einem Bleiakku solltest Du Abstand halten ebenso wie von allen Produkten der Marke Senec. Da gibt es umfangreiche Themen hier im Forum! Zu viel Strom für Wartungsladungen und Umwandlungsverluste. Bei Li-Akkus solltest Du Litium-Eisen Kombination suchen. Da ist das Brandrisiko bei Defekten erheblich geringer.


    Ich würde wohl als erste Baustufe lediglich das Westdach mit PV belegen. Ohne die genauen Größen zu erkennen, könnte dies schon für um 7kWp reichen. Wenn Dir das denn nicht ausreichen sollte und du mehr bedarf und Lust hast. Kannst Du ja mit mehr als 12 Monaten abstand eine 2. Anlage errichten. Damit werden beide Anlage separat gezählt, auch wenn die Gesamtsumme über 10 kWp kommt. Da kannst Du auch besser auf die Optik des Gebäudes achten.
    Viel erfolg bei der weiteren Planung

  • Hi Assel,


    Zitat von Assel+

    Allein Theoretisch unmöglich, praktisch noch unwahrscheinlicher.


    ja nee, schon klar . . . :roll:


    Wenn auf einem Privathaus fast 30 kWp liegen, geht das durchaus, mit einer stromerzeugenden Heizung sowieso.
    Schade dass Du dafür offenbar keinen Blick hast.



    Zitat von Assel+

    Ob die PV bei 7kWp liegt oder 10kWp, wird die Autarkie nicht wirklich beeinflussen.


    Stimmt. Sehr wohl aber wenn die nicht nur sparsame 7 kWp hat sondern 28 kWp.



    Zitat von Assel+

    Ohne Akku werden es wohl nur um 60% werden.


    Das will ich sehen . . . :lol:



    Zitat von Assel+

    Die Bemerkung von Ralf Hoffmann, die Heizung mal auf Strom erzeugende Heizung umzustellen, bezeichne ich mal als „grob richtig“ und Begründe es mit Unkenntnis von einer WP. Dieser Schritt wäre gesamtenergetisch völlig daneben!


    Ich hab` den Eindruck, Du schreibst von Dingen, die Du nicht verstehst, kann das sein?
    Was hat eine stromerzeugende Heizung mit einer Wärmepumpe zu tun?
    Wohl eher gar nix, oder?



    Zitat von Assel+

    Ohne die genauen Größen zu erkennen, könnte dies schon für um 7kWp reichen.


    Die genauen Größen hat der TE oben genannt, auf jede Seite passen 14 kWp.
    Warum willst Du ihm dann so eine Schrumpelanlage verpassen?


    Naja, wir sind ja hier genau dafür da, mangelhafte Beratung auch als solche zu benennen . . .

  • Es würde doch gesagt dass eine Sole WP verbaut ist. D.h. bezahlt/eingebaut und evtl. gefördert.
    Eine Sole WP (je nach Quelle) hat eine JAZ von 4 -5,x. Das ist die effizienteste Art einer WP. Natürlich häufig mit höherem basisiinvest.
    Wenn man die angegeben knapp 4.000kWh Strom für die WP hernimmt und Mal JAZ 4,5 nimmt kommen 18.000kWh Wärmeenergie heraus.
    Das möchte ich nicht mit einer 1zu1 stromheizung(Infrarot,....) heizen wollen, geschweige denn bezahlen ;)


    ...


    Gesendet von meinem Redmi Note 2 mit Tapatalk

    - PV-Module: Winaico 300Wp Full Black + Winaico 275Wp => Gesamt 9,85kWp

    - PV-Module: Winaico 375Wp Full Black => Gesamt 4,875kWp

    - Wechselrichter: Fronius Symo 8.2 + Symo 5

    - Heizung: Panasonic Heisha Luft-WP + HeishaMon

    - Stromzähler: commetering Zähler (Discovergy)

    - smarten Stromanbieter: keinen mehr ;(

  • Wow, das geht ja fix hier. Danke erst einmal für die zahlreichen Antworten. Bisher haben mir alle Anbieter (zwei vor Ort, drei telefonisch) zu 10 kWp Anlagen geraten. Das ist irgendwie eine magische Grenze scheint mir. Ich bin aber auch eher der Meinung, dass man das Geld für den Speicher eher in ein oder zwei Jahren ausgibt und jetzt die Kohle in Module investiert.


    Mal sehen, was die Angebote enthalten, das mit den 12 Monaten Pause zwischen dem Ausbau der Anlage habe ich auch schon gehört, das hat wohl mit dieser 10 kWp Grenze zu tun...


    VG,
    Peter

    22,4 kWp mit 70x Sunpower SPR E19-320 full black, Fronius Symo 20.0.3, Fronius Energy-Meter 63A
    Ost 40 Module | West 30 Module (-95° | 85°), 45° Dachneigung.

  • Hi. Ja, am besten bleibst du unter 10 kWp und baust dann nach 12 Monaten noch einmal 10 dazu.
    Ansonsten musst du auf deinen selbst erzeugten Strom anteilig EEG Umlage zahlen.

  • Zitat von pv+solar

    Ansonsten musst du auf deinen selbst erzeugten Strom anteilig EEG Umlage zahlen.


    Auf den selbst verbrauchten. :wink:


    Ich würde trotzdem jetzt das Dach voll machen. Der bessere Preis pro kWp macht die Umlage verschmerzbar und wer weiß, welche Vergütung es ein Jahr später noch gibt.

  • Hi Peter,


    Zitat von Bauheini

    Bisher haben mir alle Anbieter (zwei vor Ort, drei telefonisch) zu 10 kWp Anlagen geraten. Das ist irgendwie eine magische Grenze scheint mir.


    ja, das ist die Grenze, ab der man anteilige EEG-Umlage auf den selbst verbrauchten Strom zahlen muss.
    Bei Deinem Dach, auf das um die 30 kWp passen zu 10 kWp zu raten ist schon ein ziemlicher Frevel.
    Ein klassischer Fall von Fehlberatung mangels Ahnung von der Sache. :evil:


    Machen wir mal `ne Rechnung auf: Du verbrauchst 9.000 kWh selbst.
    Mal angenommen, Du kannst den kompletten Eigenverbrauch zu 100% selbst decken, dann zahlst Du im Jahr auf Deinen selbstverbrauchten Strom 9.000 x 6,88 Cent (aktuelle EEGUmlage) x 0,4 (40% ist der Anteil, den Du zahlen musst).
    Das sind im Jahr noch keine EUR 250,-


    Willst Du wirklich für lausige EUR 250,- im Jahr auf die massiven Vorteile einer großen PV-Anlage verzichten?
    Dann wäre Dir wirklich nicht mehr zu helfen . . .


    Realistisch schaffst Du ohne Speicher etwa 50% Deines Eigenverbrauches durch Deinen PV-Strom zu decken.
    Dann geht`s sogar nur um EUR 125,- pro Jahr . . .